Als Hoffnungsträger haben viele in der DDR im Herbst 1989 den damaligen SED-Bezirkschef von Dresden, Hans Modrow, gesehen. Der heute 91-Jährige und vorletzte DDR-Ministerpräsident hat sich im Sputnik-Gespräch an die damaligen Ereignisse erinnert. Das ist in einem dreiteiligen Beitrag nachzulesen. Im ersten Teil geht es um den Oktober 1989.
„Die DDR befand sich in ihrem 40. Jahr bereits in einem Vakuum, das dann zur Implosion führte.“ So schätzte Hans Modrow, vorletzter Ministerpräsident des untergegangenen Landes und einstiger Hoffnungsträger, im Gespräch mit Sputnik die Lage in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) vor 30 Jahren ein. Der heutige Vorsitzende des Ältestenrates der Partei Die Linke betonte, dass sich die instabile Lage des Landes schon ab Ende 1988 zeigte.
Modrow wurde 1989 als vorletzter Ministerpräsident „zum akkuraten Sinnbild einer sterbenden Republik – deren Hilflosigkeit ebenso dokumentierend wie ihren würdevollen Trotz“. Das schrieb der Journalist Hans Dieter Schütt in der Einleitung des 1998 veröffentlichten Modrow-Buches „Ich wollte ein neues Deutschland“.
Selbst ins Visier geraten
Gegenüber Sputnik erinnerte er sich daran, dass 1988 auf seinen Bericht über Probleme und die Stimmung im Bezirk Dresden nicht reagiert wurde. Stattdessen habe ihm, dem damaligen SED-Bezirkssekretär für Dresden, die Parteispitze eine Kommission mit Politbüromitglied Günter Mittag und fast 100 Leuten auf den Hals geschickt. Die habe nicht über die realen Probleme gesprochen, sondern vor allem seine Arbeitsweise kritisiert. Im Juni 1989 sei er dann auf einer Tagung des SED-Zentralkomitees (ZK) erneut angegriffen worden.
Statt sich mit den realen Verhältnissen auseinandersetzen,
sei die Führung der Sozialistischen Einheitspartei (SED) weiter von
einer „heilen Welt“ ausgegangen, erinnerte sich Modrow. Diese Sicht habe
sich in den meisten realsozialistischen Staaten gezeigt. Das habe sich
im Juli 1989 zugespitzt, als die Mitgliedsstaaten des „Warschauer
Vertrages“ auf ihrem Treffen in Bukarest nicht über die bereits geöffnete Grenze zwischen Ungarn und Österreich sprachen.
SED-Spitze ignorierte Realität
Innerhalb der DDR sei damals ein besonderes Vakuum entstanden, so Modrow. SED-Generalsekretär Erich Honecker sei im Juli 1989 erkrankt ausgefallen. „Die bis dahin übliche Vertretung durch Egon Krenz erfolgt zunächst nicht. Die Vertretung übernimmt Günter Mittag, der offensichtlich für Honecker in dieser Situation zuverlässiger als Krenz erschien.“
Das habe dann zu einer Situation der Sprachlosigkeit der SED-Führung angesichts der wachsenden Probleme der DDR geführt. Die politische Führung sei nicht mehr in der Lage gewesen, die Realitäten zu analysieren und ihnen Rechnung zu tragen, so Modrow im Rückblick.
Die politische Begriffe und Parolen der SED hätten ihren Inhalt verloren: „Der 40. Jahrestag der DDR wurde in einem Palast, dem ‚Palast der Republik‘ gefeiert und das Volk steht vor der Tür und macht seinen Protest.“ Am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der Gründung der DDR, kam es in Berlin zu Demonstrationen, gegen die die Sicherheitsbehörden zum Teil brutal vorgingen.
Dresden, 4.10.1989: Nicht ohne Bonner Zustimmung
Modrow äußerte sich auch zu den Ereignissen am 3. und 4.
Oktober 1989 in Dresden. Bei diesen habe sich gezeigt, wie verflochten
die DDR und die Bundesrepublik bereits gewesen seien, betonte er. Das
werde bis heute in der Geschichtsschreibung nicht offen gelegt. An
diesen Tagen waren Sicherheitskräfte gegen jene gewaltsam vorgegangen,
die den Dresdner Hauptbahnhof belagert haben. Grund dafür war, dass die
Züge mit den Botschaftsflüchtlingen aus Prag über das DDR-Gebiet und
dabei am 4. Oktober durch die sächsische Bezirksstadt fuhren.
Ausreisewillige versuchten auf dem Bahnhof, in die Züge zu kommen.
Modrow wurde 1996 in dem Zusammenhang wegen Falscheides zu zehn Monaten
auf Bewährung verurteilt.
Diese Fahrt der Züge sei nur möglich gewesen, weil alle drei beteiligten
Staaten – die ČSSR, Die DDR und die BRD – sich darauf geeinigt hätten,
stellte Modrow 30 Jahre später klar. Die Bundesregierung habe damals
anerkannt und zugestimmt, dass die Flüchtlinge aus der Prager Botschaft
mit der Fahrt der Züge durch die DDR aus deren Staatsbürgerschaft
entlassen werden. In den Zügen seien auch Beamte der Bundesrepublik
mitgefahren.
„Honecker und die DDR-Staatsführung wollten nicht, dass vor dem 40.
Jahrestag Staatsbürger in dieser Zahl die DDR verlassen. Sie waren der
Meinung: Wir sind ein souveräner Staat und wir entscheiden über die
Staatsangehörigkeit. Das war die Grundaussage, die dazu führte, dass die
Züge durch DDR-Gebiet fahren mussten.“
Fatale Situation entstanden
Es habe eine Katastrophe gedroht, sei klar gewesen. Arndt habe gesagt, dass in der Partei- und Staatsspitze niemand anders für Modrow bereit gestanden habe, um die Probleme zu lösen. Für ihn selbst sei die Volkspolizei der DDR der Ansprechpartner gewesen. Mit der Dresdner Bezirksverwaltung des MfS habe es keine guten Kontakte und unterschiedliche Sichten gegeben, erinnerte er sich.
Auf Grund der Vorentscheidungen und der verschiedenen Motive der
Beteiligten sei eine „fatale“ Situation entstanden. Er habe sich seit
dem 3. Oktober nur in Dresden aufgehalten und an keiner der damaligen
Feierlichkeiten zum 40. DDR-Jubiläum in Ostberlin teilgenommen, so
Modrow. Er habe vor Ort sein wollen, falls sich die Lage wie befürchtet
zuspitze.
Die NVA-Soldaten, allesamt Offiziere, hätten am 4. Oktober auch Waffen getragen, aber keine scharfe Munition. Aus Sicht von Modrow muss das Geschehen in Dresden aber von den Einsätzen der Sicherheitskräfte bei den Demonstrationen wie am 9. Oktober 1989 in Leipzig unterschieden werden.
Dialog ermöglicht statt Gewalt befohlen
Bei den Demonstrationen am 8. Oktober in Dresden sei nur die Volkspolizei eingesetzt worden. Damals bildeten Demonstranten in einer angespannten Situation die „Gruppe der 20“, der es gelang, weitere Gewalt zu verhindern und dass die Behörden der Stadt zu Gesprächen bereit waren. Modrow sorgte damals aktiv mit dafür, dass der Dialog zustande kam.
Am Folgetag sei in Leipzig ebenfalls kein Einsatz des Militärs geplant gewesen, widersprach Modrow heutigen Legenden. Damals hatte der dortige SED-Bezirkssekretär Roland Wötzel gemeinsam mit anderen, darunter Gewandhaus-Kapellmeister Kurt Masur, mit einem Aufruf zur Gewaltlosigkeit erreicht, dass die Montagsdemonstration in der Messestadt erstmals ohne Gewalt von Seiten der Sicherheitskräfte ablaufen konnte.
Am 12. Oktober 1989 sei Egon Krenz nach Leipzig geflogen, begleitet vom MfS-General Gerhard Neiber, Vizeinnenminister General Karl-Heinz Wagner und NVA-General Fritz Streletz sowie ZK-Abteilungsleiter Wolfgang Herger, erinnerte sich Modrow. Nach ihrer Beratung vor Ort hätten sie Honecker als Vorsitzendem des Nationalen Verteidigungsrates der DDR einen vorbereiteten Befehl vorgelegt. Dort sei eindeutig festgelegt worden, dass keine Waffen gegen Demonstrationen eingesetzt würden.
Honecker habe im Gespräch mit den Funktionären und Generälen noch vorgeschlagen, Panzer als symbolische Drohung durch Leipzig rollen zu lassen. Aus den Erinnerungen des Generals Streletz sei bekannt, dass dieser als Sekretär des Verteidigungsrates den SED-Chef überzeugt habe, dass Panzer die Straßen in Leipzig zerstören würden. „Das überzeugte Honecker“, berichtete Modrow, weil er nicht noch mehr Unruhe in der Messestadt gewollt habe. Daraufhin habe dieser den ersten Befehl, keine Waffen einzusetzen, unterschrieben.
Im zweiten Teil geht es um die Frage, ob die DDR 1989 wirtschaftlich am Ende war sowie welche Rolle der Kalte Krieg und die Sowjetunion damals spielten.
Lektüretipp:
Oliver Dürkop, Michael Gehler: „In Verantwortung: Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90“
Studien Verlag Innsbruck/Bozen/Wien 2018. 584 Seiten; ISBN: 978-3-7065-5699-6. 49,90 Euro
zuerst veröffentlicht am 31.5.2019 auf sputniknews.com
Steyr Panzer stellt Produktion in Wien ein - Bis zu 210 Jobs weg
Seit Ende 2010 gehören vier moderne Radpanzer des österreichischen Typs Pandur II 8×8 zum tschechischen ISAF Kontingent in Afghanistan.
Der Konflikt um die Ukraine und der daraus entstandene, damit begonnene und weiterwachsende neue Ost-West-Konflikt ist ja auch so etwas wie eine Frischhalte- bzw. belebende Dusch für die Rüstungsindustrie. Vielleicht kann Steyr ja demnächst damit die Arbeitsplätze in Wien sichern ... Und so hängt vieles immer mit vielem zusammen, manchmal auch so, wie es nach außen gar nicht ist oder eben anders aussieht ...
Mit Steyr hat der fahrende Zug mit niederlandischem Kriegsgerät anscheinend nichts zu tun, über den auch die Website heute.at berichtete: "Dabei handelt es sich allerdings nicht um NATO-Truppen für einen Krieg in der Ukraine, wie im Web vermutet wird, sondern um niederländische Panzer, die nach Ungarn unterwegs sind. Dort nahmen sie an einem gemeinsamen Manöver der USA, Niederlande und Ungarns teil." Die niederländische Armee hat laut Wikipedia nur Gewehre von Steyr, aber keine gepanzerten Fahrzeuge. Sie will dagegen ihre Panzer angeblich sogar verkaufen.
• Da gibt es einen kleinen Punkt, der alles doch miteinander verbindet oder zumindest verbdinden könnte: In Ungarn gibt es ein NATO-Manöver, in einem ehemaligen Ost-Block-Land. Das Land hat ein kleines Stück gemeinsame Grenze mit der Ukraine. Sicher war auch dieses Manöver schon vor dem Staatsstreich in Kiew geplant und vorbereitet. Da habe ich keinen Zweifel, wie auch die NATO seit Jahren schon Manöver in der Ukraine durchführt:
Ukrainian, US, and Polish Air Forces training together, July 29, 2011 (photo: EUCOM)
Quelle: Atlantic Council 17.3.14
Ob das alles ein Beitrag zur Deeskalation ist, das ist die nächste Frage.
• Russia Today hat in einem Beitrag am 5.5.14 Videoaufnahmen des Geschehens in Kiew analysiert. Danach deutet manches auf eine gezielte Provokation hin.
6. Mai 2014
• Wolfram Heinrich schrieb am 5.5.14 nach dem Satz "Ich habe es herausgefunden": ... der Zug rollt von links nach rechts, also donauaufwärts. Dort aber liegt nicht Ungarn, sondern Deutschland. ... Wolfram Heinrich schrieb am 6.5.14: Vom Steyr-Werk geht die Bahn auch in die andere Richtung, zum Westbahnhof bzw. dem zentralen Rangierbahnhof. Von da aus geht es weiter nach Budapest.
Die österreichische Website heute.at berichtete am 4.5.14: "Dabei handelt es sich allerdings nicht um NATO-Truppen für einen Krieg in der Ukraine, wie im Web vermutet wird, sondern um niederländische Panzer, die nach Ungarn unterwegs sind. Dort nahmen sie an einem gemeinsamen Manöver der USA, Niederlande und Ungarns teil."
Passt doch, und nichts mit Transport Richtung Norden, aber eben auch nicht in die Ukraine.
• Hier gibt es noch Informationen zu dem erwähnten gemeinsamen Nato-Manöver von US-, niederländischen und ungarischen Einheiten in Ungarn: U.S. Army Europe aviators train with Dutch, Hungarian partners
7. Mai 2014
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen veröffentlichte 2009 die Broschüre “Kein Frieden mit der NATO – Die NATO als Waffe des Westens” herausgegeben, in der sie auf die Revitalisierung der NATO hinwies, wofür die "Neue Transatlantische Partnerschaft" notwendig sei. "Der Umgang mit dem „Chaos in der Welt“, den Folgeerscheinungen der kapitalistischen Globalisierung, sowie das Bestreben, die aufkommenden Mächte Russland und China auf die Plätze zu verweisen, soll die künftige Grundlage für die Neue Transat-lantische Partnerschaft darstellen. Vor diesem Hintergrund ist mit einer Stärkung der NATO zu rechnen. So finden sich in Obamas Umfeld zahlreiche Befürworter, die NATO zu einer „globalen Allianz der Demokratien“ (selbstredend unter amerikanisch-europäischer Führung) auszubauen, um sie gegen die „autoritären“ aufstrebenden Staaten Russland und China in Stellung zu bringen ..."
Dazu müssen Anlässe geschaffen werden, notfalls auch durch einen Staatsstreich ...
9. Mai 2014
• ... Und eine passende Erinnerung an etwas, was am 22. Februar 2014 gemeldet wurde: Polizei in Kiew wechselt auf Seite der Opposition
10. Mai 2014
• Willy Wimmer hat etwas Interessantes zum Thema festgestellt: "Es waren doch die Vereinigten Staaten selbst, die in Hochzeiten der Kooperation zwischen 1987 und 1993 davon ausgingen, Russland habe wegen seiner schrecklichen Erfahrungen mit Napoleon und Hitler selbst seine gewaltige militärische Präsenz im Warschauer Pakt – und damit Mitteleuropa – nur zum Schutz von „Mütterchen Russland“ initiiert. Erkenntnis des Westens nur noch nach Bedarfslage oder weil es zutrifft?"
11. Mai 2104
• Die Ukraine-Krise ist nicht von dem Thema zu trennen, selbst, wenn das gewollt und gewünscht wäre. Dafür sorgen die Handelnden schon selbst: "Der ukrainische Interimspremier Arseni Jazenjuk hat seine Landsleute aufgerufen, von der Teilnahme an Massenaktionen am 9. Mai anlässlich des 69. Jahrestages des Sieges im Zweiten Weltkrieg abzusehen."1. Dazu gehören ebenso die Traditionen, auf die sich die ukrainischen Faschisten im Nationalistengewand berufen mit ihrer Bandera-Verwehrung und der Huldigungen an die SS-Division "Galizien".
2. Dazu gehört auch das Engagement der US-Regierung in der Ukraine seit dem Zusammenbruch der UdSSR, das u.a. dieser von Willy Wimmer schon 2001 beschriebenen Linie folgt: "4. Der Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien sei geführt worden, um eine Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gründen dort nachgeholt werden müssen." Es geht generell um die Korrektur der Geschichte nach dem 2. Weltkrieg, unter dem Stchwort "Neue Weltordnung".
3. Da gibt es eine blutige Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Punkt: "Ab Ende der 40er Jahre begannen US-Dienststellen gezielt mit der Anwerbung von ehemaligen Nazi-Kollaborateuren und SS-Veteranen für den Widerstand in der Ukraine und im Baltikum. Denn aus Sicht der Amerikaner waren es genau die Leute, die man dort brauchte. Die Aufständischen vor Ort wurden mit Waffen und Sprengstoff versorgt und von Radio Free Europe zum Durchhalten ermuntert. Dazu wurden immer wieder kleine Teams von Spezialisten mit Fallschirmen abgesetzt, die für Propaganda, Sabotage und Attentate ausgebildet waren. Ein Oberst erzählte später noch mit einer gewissen Begeisterung: "Einige dieser Männer waren die besten Berufskiller, die ich je kennengelernt habe." Man sollte wie gesagt nicht denken, dass es sich bei diesem vergessenen Krieg um eine Kleinigkeit gehandelt hat. Der CIA-Leiter für Geheimoperationen Frank Wisner schätzte, dass allein in der Ukraine bis 1960 etwa 35.000 sowjetische Kader durch Guerillas ermordet wurden. Dass die Zahl derer, die durch die Unterdrückung des Aufstandes ums Leben kamen, um ein Vielfaches höher lag, versteht sich von selbst."
• Ergänzung aus einem älteren Kommentar von mir dazu: Der Westen führte auch einen Untergrundkrieg gegen die UdSSR nach 1945, auch auf dem Boden der Ukrainischen Sowjetrepublik: "Bandera, dessen Milizen im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Massaker begingen, darunter Massaker an Juden, erhielt nach Kriegsende Zuflucht in der Bundesrepublik - wie zahlreiche andere ukrainische NS-Kollaborateure auch. Andere wurden von der CIA in die Vereinigten Staaten verbracht, um dort für die Unterstützung verdeckter Operationen auf sowjetischem Territorium zur Verfügung zu stehen. Gemeinsames Ziel der Bundesrepublik und der USA war es, durch Unterstützung der ukrainischen Nationalisten die Sowjetunion zu schwächen und einen Sieg im Systemkampf herbeizuführen." (Quelle) In der TV-Doku "Hinter den feindlichen Linien - Geheimoperationen im Kalten Krieg" gibt es ebenfalls Infos dazu, u.a. hier nachschaubar
13. Mai 2014
"Im Interview hat sich Kanzlerin Angela Merkel zur Ukraine-Krise geäußert: „Sämtliche Gesprächskanäle müssen offengehalten werden.“ Notfalls fordert sie härtere Sanktionen gegen Russland."
So lange das so ist und bleibt, werde ich weiter versuchen, Gegeninformationen zu bringen, so weit mir das möglich ist. Da müssen Sie durch. Sie müssen das ja nicht lesen.
Der aktuelle westliche Konfrontationskurs hat u.a. etwas zu tun mit der russischen Politik im Fall Syrien. Ich habe mich schon mehrmals dazu geäußert, siehe u.a. hier und hier: "... mich daran erinnert, dass ich im September 2013 nach der durch russische Politik (mit)verhinderten offenen Intervention des Westens in Syrien und all den Beiträgen über den "Sieg Putins über Obama" dachte, dass die Revanche nicht auf sich warten lassen wird und der Westen Russland wieder die Schranken und Grenzen zeigt, sobald sich ein Anlass dafür bietet oder notfalls geschaffen wird ... Da hat sich das Geschehen in der Ukraine gewissermaßen angeboten."
Es hat etwas mit Konkurrenzkampf zu tun, mit dem Verhindern einer multilateralen Weltordnung durch die "einzige Weltmacht" USA, usw. usf. Ja, und die zu erwartende russische Reaktion wird nun genutzt, um Russland und dessen Präsident als "Provokateur" hinzustellen. Das überrascht mich nicht. Das war schon vor hundert Jahren so. Es ist nur bedauerlich, dass sich anscheinend nichts geändert hat.
• ... "Hass auf Kiew treibt Ostukrainer an die Wahlurne", berichtete Spiegel online aus Mariupol, der Stadt, in der zuvor die ukrainische Nationalgarde aus Neofaschisten mordete. Ich wunderte mich, dass da nicht stand: "Putin lässt Ostukrainer an die Wahlurnen treiben". Erstaunlich sachlich ein FAZ-Bericht zum Referendum: "Zornig in langen Schlangen". Hier noch ein "unbequemer" Text dazu: "Donezk und Lugansk nehmen beim Referendum ihr Schicksal in die Hand" ...
Conrad Schuhler vom isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. in München schreibt im Zusammenhang mit den Berichten über US-Söldner in der Ostukraine:
"Die Bundesregierung nahm diese Informationen zur Kenntnis, ohne ihren Kurs auch nur im Geringsten zu ändern oder sie auch nur an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Die Losung blieb die alte, sie wurde noch lauter vorgetragen: Der Russe ist der Aggressor, das Problem liegt nicht in Kiew oder gar bei der Politik des Westens, es liegt allein in Moskau. Der Knackpunkt sei: Putin müsse sich bewegen, endlich die Machthaber in Kiew machen lassen. Eine Abstimmung in der Ost-Ukraine würde man nicht anerkennen, die sei völkerrechtswidrig.
Wenn Berlin oder Washington das Wort "völkerrechtswidrig" in den Mund nehmen, muss man nun noch mehr aufmerken als zuvor. Dass die Blackwater-Söldner in der Ukraine ihr Unwesen treiben können, setzt die Unterstützung Kiews und des CIA und damit der Regierung in Washington voraus. Die Kenntnis und damit die insgeheime Billigung durch die deutsche Regierung liegen vor. Etwas, das völkerrechtswidriger ist als der geheim gehaltene Einsatz hochbezahlter Killer-Kommandos gegen die Bevölkerung, ist kaum vorstellbar. Und doch lässt die Bundesregierung dies unkommentiert geschehen und greift die Seite an, die auch von Blackwater angegriffen wird. Diese Regierung ist nicht nur unglaubwürdig, sie handelt pflichtvergessen, sie unterstützt Kriegsverbrechen."
14. Mai 2014
• Jens Berger dazu auf den Nachdenkseiten am 14.5.14: "Am Montag vermeldete der ukrainische Energiekonzern Burisma eine Personalie mit besonderer Bedeutung: Hunter Biden soll künftig als neues Vorstandsmitglied den Konzern in rechtlichen Fragen beraten und in internationalen Gremien vertreten. Hunter Biden ist der Sohn des US-Vizepräsidenten Joseph Biden und Burisma hat starke wirtschaftliche Interessen im Süden und Osten der Ukraine. Selbst im schmutzigen Öl- und Gasgeschäft kommt es selten vor, dass die politische Klasse derart schamlos persönliche Interessen verfolgt. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?"
Die Reihe wird fortlaufend aktualisiert. (Hier geht es zu Folge 1, hier zu Folge 2, hier zu Folge 3, hier zu Folge 4, hier zu Folge 5, hier zu Folge 6, hier zu Folge 7, hier zu Folge 8, hier zu Folge 9, hier zu Folge 10, hier zu Folge 11, hier zu Folge 12, hier zu Folge 13, hier zu Folge 14, hier zu Folge 15, hier zu Folge 16, hier zu Folge 17, hier zu Folge 18)