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Samstag, 31. August 2013

Wird am "Weltfriedenstag" gegen Syrien "zurückgeschlagen"?

Nichts deutet daraufhin, dass die US-Administration auf den von ihr mehrfach angekündigten Militärschlag gegen Syrien verzichtet, auch nicht am "Weltfriedenstag".
 
Schlagen die USA jetzt zu, nachdem die UN-Inspektoren ihre Untersuchungen abgeschlossen und Syrien verlassen haben? US-Außenminister John Kerry hatte am 30. August laut Spiegel online erklärt, dass die Ergebnisse der nun anstehenden Untersuchungen in unabhängigen Labors „keine zusätzlich nötigen Beweise erbringen“ würden. Der US-Administration von Barack Obama reicht nach Kerrys Worten der eigene Bericht über den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 21. August aus. Zweifel daran darf es nicht geben, und wenn solche auftauchen, werden diese ignoriert. Das gilt zum Beispiel für das, was der ehemalige deutsche UN-Botschafter Gunther Pleuger am 31. August gegenüber dem Deutschlandfunk sagte: Er finde die Darlegungen der USA zum Giftgaseinsatz in Syrien nicht überzeugend. Es seien keine Beweise vorgelegt worden, dagegen nur gesagt worden, dass es überzeugende Beweise gebe. Pleuger fühle sich an die Situation vor dem Irak-Krieg erinnert.

Erinnert sei in dem Zusammenhang daran, dass die UN-Experten unter Leitung von Ake Sellström eigentlich die Vorwürfe der syrischen Regierung untersuchen sollten, dass im März 2013 u.a. bei Khan al-Assal nahe Aleppo Chemiewaffen durch die "Rebellen" eingesetzt worden seien. Das geriet durch die Ereignisse am 21. August anscheinend ebenso in Vergessenheit wie die Tatsache, dass die „Rebellen“ mit einem Angriff auf Khan Al-Assal verhinderten, dass die UN-Inspekteure sich dort ein Bild über den angeblichen Chemiewaffeneinsatz machen können, wie u.a. die junge Welt am 26. Juli berichtete. Der Ort wurde von den Regierungs-Gegnern erobert, der Zugang unmöglich gemacht und bei einem mutmaßlichen Massaker Zeugen ersschossen, wie u.a. RIA Novosti am 29. Juli berichtete. Sebastian Range hatte u.a. am 1. August 2013 in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Hintergrund darauf aufmerksam gemacht.

Ich befürchte, dass die USA tatsächlich mit einem „begrenzten Militärschlag“ offen in den Krieg gegen Syrien eintreten, auch ohne "kriegsmüdes" Großbritannien. Frankreich ist ja noch an ihrer Seite. Das wurde zu lange real vorbereitet durch Truppen- und Waffenverlagerungen an die Grenzen Syriens und vor dessen Küste, lange vor dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz, sowie propagandistisch angekündigt. Jetzt auf einen solchen Angriff zu verzichten, hieße, die Ergebnisse der UN-Untersuchungen abzuwarten und den verschiedenen Aufrufen zu einer diplomatischen Lösung zu folgen. Das dürfte für Obama und die Kriegstreiber hinter ihm nicht in Frage kommen, denn sie sorgen sich ja zu allererst darum, ihr martialisches Gesicht nicht zu verlieren und dass irgendjemand auf dieser Welt die Stärke der USA in Frage stellt. Und ein solcher Verzicht würde die Bodentruppen des Westens und seiner Verbündeten, die „Rebellen“ verschiedenster Provinienz und Ausrichtung in Syrien, im Stich lassen.

Obama wird sich wahrscheinlich auch nicht von einem pikanten historischen Fakt abhalten lassen: Dass der zu erwartende Angriff samt seiner Begründung fast auf den Tag genau 74 Jahre nach dem mit der Gleiwitz-Lüge begründeten Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen beginnt. „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von nun an wird Bombe mit Bombe vergolten.", hieß es damals aus deutschen Volksempfängern. Der 1. September wird seit dem als "Weltfriedenstag" bzw. "Antikriegstag" begangen. Ungeachtet dessen wird es in den nächsten Tagen heißen, dass die USA den Giftgasangriff vergelten, die eigenen Interessen verteidigen und den internationalen Frieden sichern müssen und gar nicht anders können. Zu oft wurde das schon vorher verkündet, als dass etwas anderes zu erwarten ist. Das ist ein weiteres Mal Anlass an historische Vorgänger des Kriegsnobelpreisträgers, der den US-Präsidenten geben darf, zu erinnern. 1918 hatte der deutsche Prinz Max von Baden in seiner "Denkschrift über den ethischen Imperialismus" eine Vorlage geliefert: "Eine so ungeheure Kraft, wie wir sie in diesem Kriege entfaltet haben, muss sich vor der Welt ethisch begründen, will sie ertragen werden. Darum müssen wir allgemeine Menschheitsziele in unseren nationalen Willen aufnehmen." (zitiert nach der Dokumentensammlung "Europastrategien des deutschen Kapitals 1900-1945", herausgegeben von Reinhard Opitz, S. 433).

Obama und die Kriegstreiber hinter ihm und an seiner Seite lassen sich auch nicht von Hinweisen beeindrucken, die ihrer Version des Geschehens vom 21. August widersprechen. Zu solchen Hinweisen gehört u.a., dass laut der russischen Nachrictenagentur RIA Novosti vom 28. August Syrien den UN-Inspekteuren Beweise dafür vorgelegt hat, dass die syrische Armee keine chemischen Kampfstoffe angewendet hatten. Nicht die syrische Regierungsarmee, sondern die Oppositionskämpfer hätten nach russischen Angaben am Mittwoch nahe Damaskus eine Rakete mit unbekanntem chemischem Giftstoff eingesetzt, meldete die Nachrichtenagentur am 21. August. „Die selbstgemachte Rakete wurde am frühen Mittwochmorgen von den Stellungen der Regimegegner aus abgefeuert worden“, erklärte der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Die österreichische Zeitung Der Standard berichetete am 26. August, dass die bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff eingesetzten Geschosse, von denen einige nicht explodierten, wie „Marke Eigenbau“ gewirkt hätten. „Warum die Armee, die über Scud-Raketen aus sowjetischer und nordkoreanischer Produktion verfügt, improvisierte Waffen eingesetzt haben soll, bleibt allerdings ein Rätsel“, so die Zeitung. Ein kurdischer Ingenieur wies in seinem Blog daraufhin, dass nach Analyse von Fotos der Blindgänger diese darauf hindeuten, dass sie aus nördlicher Richtung kamen. Die beschuldigte Einheit der syrischen Armee sei aber im Süden von Damaskus stationiert. In die gleiche Richtung weist ein Bericht der libanesischen Zeitung As-Safir vom 23. August 2013, nach dem Russland dem UN-Sicherheitsrat während der Dringlichkeitssitzung am 21. August Satellitenbilder vorgelegt hat, aus denen hervorgeht, daß nicht die syrische Armee, sondern islamistische Freischärler mutmaßlich das Giftgas eingesetzt haben. Danach soll der Angriff aus einem Gebiet erfolgt sein, der von der Gruppe Liwa Al-Islam (Banner des Islam) kontrolliert werde. Die Raketen seien von den Terroristen selbst gebaut worden und hätten chemische Kampfstoffe transportiert.

Der russische Sicherheitsexperte Wladimir Sotnikow vermutet islamistische Gruppen wie die „Dschabhat al-Nusra“ hinter dem Giftgasangriff, so RIA Novosti am 23. August. Das wird u.a. gestützt durch Berichte wie dem des Onlinejournals Mintpress News vom 29. August, dem zu Folge selbst "Rebellen" in der betroffenen Gegend von Damaskus und deren Bewohner bestätigen, dass es nicht die Armee war, sondern von Saudi-Arabien unterstützte Gruppen. Weitere Indizien für eine mögliche Täterschaft von „Rebellen“-Gruppen hatte u.a. ein Blogger am 24. August zusammengetragen und veröffentlicht.

Aber wie geschrieben: Das wird die US-Administration nicht beeindrucken, wie es das bisher nicht tat. Auch das Völkerrecht wird sie nicht abhalten, selbst nicht, dass Obama-Vorgänger James Carter am 30. August warnte: „Eine militärische Strafaktion ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates oder breite Unterstützung aus der NATO und der Arabischen Liga wäre nach dem internationalen Recht illegal und würde den Verlauf des Krieges wahrscheinlich nicht verändern.“ Nein, die USA haben sich in eine Lage verrannt, aus der sie sich aus ihrer Sicht nur ein weiteres Mal durch Marschflugkörper und Bomben auf einen anderen souveränen Staat und vollwertiges UNO-Mitglied befreien können. Denn der von ihnen mit angeheizte Krieg in und gegen Syrien berührt ja „Schlüsselinteressen“ der USA, wie Obama am 23. August in einem Interview erklärt hatte. Und niemand wird sie daran hindern, zum Einen wegen fehlender militärischer Möglichkeiten, zum Anderen weil niemand einen neuen Weltkrieg auslösen will. Es könnte sogar am "Weltfriedenstag" passieren: „Arabische Diplomaten rechnen derweilen nach Angaben der kuwaitischen Zeitung Al-Kabas mit einem Militärschlag spätestens am Sonntag“, berichtete u.a. die Augsburger-Allgemeine am 31. August.

aktualisiert: 16:07 Uhr

Dienstag, 4. Dezember 2012

Chemiewaffen als Interventionsgrund

Aktuelle Meldungen weisen auf US-Pläne für eine Intervention in Syrien wegen der Chemiewaffen des Landes hin.
Bei SPIEGEL online ist zu lesen, dass die USA sich ganz offiziell auf einen Einmarsch in das Land, dass durch den mehr als anderthalbjährigen Krieg geschwächt ist, vorbereiten: "USA planen mögliche Syrien-Intervention mit 75.000 Soldaten". Als Grund müssen nun die Chemiewaffen der syrischen Armee herhalten. Die USA hätten Hinweise, dass Syrien neues Sarin-Gas produziere, weshalb Kriegsnobelpreisträger Barack Obama den syrischen Amtskollegen Bashar al-Assad vor dem Einsatz der chemischen Waffen warnt. Da kann die syrische Regierung hundertmal und noch öfter erklären, diese Waffen nicht gegen das eigene Volk einsetzen zu wollen. Es ist ja auch egal, was die syrische Regierung erklärt, ihre Sicht interessiert gar nicht. Entscheidend ist, was die USA für richtig halten. Es wird sich schon ein angeblicher Beweis finden, dass Syrien Obamas Warnung ignoriert. So erging es schon dem Irak.
Ich bin nicht erstaunt. Das Muster ist bekannt und bewährt. Die Begründungen sind austauschbar. Niemand scheint die westlichen Kriegstreiber stoppen zu können, die, wenn es ihnen notwendig erscheint, um ihre Interessen durchzusetzen und zu sichern, neben dem verdeckten auch den offenen Krieg nicht scheuen. Das besorgt mich immer wieder neu.
Da gewinnen die Patriot-Rakten, die in der Türkei stationiert werden sollen, weil die Türkei angeblich darum gebeten hat, einen neuen Sinn. Sie würden helfen, die US-Interventionstruppen vor der syrischen Luftwaffe zu schützen, bis die US-Air Force die Lufthoheit hat ... Nein, da sist alles kein zufälliges Zusammentreffen vermeintlich unabhängiger Faktoren. Da werden lang vorbereitete Szenarien durchgespielt und umgesetzt. Auch hier gilt: Die Begründungen sind austauschbar.
Nachtrag vom 5.12.12: Irgendeinen Vorwand gibt es immer: "Das USA-Militär hat insgeheim eine Sondereinsatzgruppe von mehr als 150 Planern und anderen Spezialisten nach Jordanien entsandt, die den dortigen Streitkräften bei der Bewältigung der Flüchtlingsflut aus Syrien helfen und Vorbereitungen für den Fall treffen sollen, dass Syrien die Kontrolle über seine chemischen Kampfmittel verliert und der Aufruhr in Syrien sich zu einem größeren Konflikt ausweitet." (Quelle)
Und noch etwas: Bei Counterpunch.org veröffentlicht Franklin Lamb eine Liste der Top 24 Länder unter den mehr als drei Dutzend, die derzeit in die illegalen Waffenlieferungen an die "Rebellen" in Syrien involviert sind: USA, Irak, Libanon, Israel, Türkei, Katar, Saudi-Arabien, Jemen, Bahrain, UK, Frankreich, Kanada, Belgien, Deutschland, Österreich, Brasilien, Portugal, Polen, Jugoslawien, Tschechien, Bulgarien, Italien, Spanien und Argentinien.
Fast zwei Drittel der oben genannten Waffenlieferanten sind Mitglieder der NATO. (Quelle)
Zur Erinnerung von wegen Massenvernichtungswaffen und Krieg um deren Einsatz zu verhindern sei noch einmal auf den Irak hingewiesen. Manche scheinen das ja schon wieder vergessen zu haben. Ist ja auch neun Jahre her ...
Auch daran sei erinnert: "Bush bereut Aussagen über Massenvernichtungswaffen" und "Pentagon gibt zu: Anlass für Irak-Krieg aus der Luft gegriffen" Es klingt wie Hohn angesichts der Lage im Irak in Folge des US-Krieges ... Das hindert aber die deutschen Kriegstreiber in den Medien wie Günter Nonnenmacher in der FAZ nicht, solches von sich zu geben: "Bei aller Vorsicht, die im Umgang mit Geheimdienst-Berichten geboten ist, sollte man annehmen, dass führende politische Akteure - vom amerikanischen Präsidenten bis zum Nato-Generalsekretär - nicht neuerlich Warnungen an die syrische Führung aussenden würden, wenn es das Risiko eines Einsatzes chemischer Waffen in dem Bürgerkrieg nicht gäbe. Das Hantieren mit Massenvernichtungswaffen, das hatten die Amerikaner Präsident Baschar al Assad schon früh klargemacht, hieße, dass eine „rote Linie“ überschritten wird; anders gesagt: Amerika und der Westen könnten dann nicht mehr abseits stehenbleiben, sie würden in diesem Krieg militärisch Partei."
Eine weitere Erinnerung: "Die Hilfe der Amerikaner für Saddam Hussein während des Iran-Irak-Krieges ging offenbar weiter als bisher bekannt. US-Geheimdienstler sollen die Militärs in Bagdad bei der Schlacht-Planung unterstützt haben, obwohl die US-Regierung von Giftgas-Einsätzen der irakischen Armee wusste. " (Quelle)
Und noch ein interessanter Beitrag über "Saddam Hussein und die Giftgaslüge": "Die Anschuldigung, daß der Irak chemische Waffen gegen seine eigene Bürger eingesetzt hätte ist weithin bekannt. Ein in letzter Zeit immer wieder vorgebrachter Beweis dreht sich um die Vergasung von irakischen Kurden in der Stadt Halabja im März 1988, kurz vor Ende des achtjährigen Irak-Iran-Kriegs. Präsident Bush selbst sagte wörtlich: 'Der Irak vergast seine eigenen Menschen'. Er meinte damit den Gaseinsatz in Halabja und leitete damit eine Begründung für den von ihm angestrebten Sturz von Saddam Hussein her.
Das einzige, das feststeht, ist: Kurden wurden an diesem Tag mit Giftgas in Halabja bombardiert. Wir können aber nicht mit Sicherheit sagen, daß es irakische Chemiewaffen waren, die dort zum Einsatz kamen. Diese Behauptung ist nicht die einzige Verfälschung im Zusammenhang mit der Halabja-Geschichte."
Zum Thema Saddam und Giftgas hier noch der Hinweis auf zwei kontroverse Beiträge zu diesem Thema, erschienen in der jungen Welt.
Und noch ein Hinweis: "Inmitten einer Propagandaschlacht"
Nachtrag vom 5.12.12: Es gibt längst Hinweise darauf, dass nach dem Gleiwitz-Muster ein Anlass vorbereitet wird, bei dem Syrien der Einsatz von chemischen Waffen unterstellt und als Reaktion ein Einmarsch als unumgänglich hingestellt wird: "NATO Plot To Use Ambulances As Cover For Humanitarian Invasion of Syria" 
In der Neuen Rheinischen Zeitung vom 3. September 2012 wurde dieses Szenario ebefalls erwähnt: "... Bewährte Kriegsverbrecher wie das Obama-Regime und das Cameron-Regime, und ebenso der französische Präsident Sarkozy 2.0, also Francois Hollande, haben in den letzten Tagen vor einem Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen gewarnt. Besonders lustig: Obama hat auch davor gewarnt, sie könnten in die „falschen Hände“ fallen. Damit kann er doch nur seine eigenen Söldner aus der CIA-Datenbank Al Qaida gemeint haben.
Doch wir sollten diese Warnungen ernst nehmen, weil darin ein denkbares Szenario für eine neue Aktion unter falscher Flagge stecken könnte, eine Regieanweisung, wie eine imperialistische Invasion ausgelöst werden kann: Die Terrorbanden bringen Giftgas über die Grenzen Saudi-Arabiens und der Türkei, und setzen es in Syrien ein, die NATO macht den Diktator Assad verantwortlich für einen „Krieg gegen das eigene Volk“ und hat ihren gewünschten, selbst geschaffenen Vorwand für den direkten Kriegseintritt. ..."
RIA Novosti wiederholt es nochmal: "Experten zufolge deuten die Warnungen und Drohungen aus den USA darauf hin, dass ein Großangriff vorbereitet wird."
Nachtrag vom 6.12.12: Und es geht weiter: "Die syrischen Behörden haben laut dem TV-Sender Fox News Ladungen für Chemiewaffen vorbereitet und sind zu ihrer Anwendung bereit. Das teilte der Sender am Mittwochabend unter Hinweis auf einen ranghohen Vertreter der US-Administration mit.
Fox News zufolge wurde der chemische Kampfstoff Sarin produziert und ist zum Einsatz bereit.
Wie eine Quelle des TV-Senders sagte, macht die Gültigkeitsdauer des chemischen Gemisches insgesamt zwei Monate aus, sodass die Anwendung von Chemiewaffen in der nächsten Zeit zu erwarten sei. ..." (RIA Novosti, 6.12.12)
Sie wollen ihren Krieg, sie wollen Syrien endgültig in die Knie zwingen, mit allen Mitteln. Dafür setzen sie auch solch vertrauenswürdige Quellen wie FOX News ein ...
Jegliche Befürchtung wird bestätigt, die Hoffnung auf ein Ende des Krieges gegen Syrien immer kleiner. Am Ende bleibt ein zerstörtes Land, einer weiterer zerfallener Staat, für die Übernahme mit Hilfe in- und ausländischer Terroristen sturmreif geschossen, am Ende so mit sich selbst beschäftigt, dass er westlichen Interessen nicht mehr im Wege steht.
Dazu passt folgende Meldung: LONDON, 5. Dezember. / Korrespondent. ITAR-TASS
Der Flugzeugträger der US Navy "Dwight Eisenhower" kam heute im östlichen Teil des Mittelmeers an und ist in der Nähe der Küste vor Syrien eingelaufen. Dies berichtete heute die britischen Medien.
Nach den vorliegenden Informationen, sind an Bord des Flugzeugträgers 70 Jagdbomber. Die Gesamtzahl der Seeleute, Marines und  Bomberpiloten an Bord beträgt achttausend Einsatzkräfte
In diesem Teil des östlichen Mittelmeers sind jetzt insgesamt 17 Kriegschiffe die vor Syriens Küste lagern. - Erinnert mich an das Lied „wir lagern vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord...“ die Verbündeten beinhalten auch ein Kreuzer mit Marschflugkörpern an Bord, 10 Zerstörer und Fregatten. Vier Schiffe die mit Mehrzweck-Raketenabwehrsysteme bewaffnet sind.
Mit der Ankunft des Flugzeugträgers ist die Gesamtzahl der US-Soldaten erreicht Zehntausend auf Kriegsschiffen in der Nähe vor Syrien. (Quelle)
Die Süddeutsche berichtet am 6.12.12: "Nato-Führung erwägt militärische Intervention in Syrien"
Interessant ist u.a. folgende Passage: "Anders nämlich als die USA oder Rasmussen trauen viele europäische Außenminister amerikanischen Geheimdienstberichten nicht über den Weg, wonach Syrien möglicherweise den Einsatz von Chemiewaffen vorbereitet. Europäischen Geheimdiensten, darunter dem im Nahen Osten gut vernetzten deutschen Bundesnachrichtendienst, liegen dem Vernehmen nach "keine Erkenntnisse" in dieser Richtung vor. Am Dienstag hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Arbeitstreffen mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel davor gewarnt, alle Berichte über diese Waffen in Syrien für bare Münze zu nehmen. Russland sei in den vergangenen Jahren vielen Gerüchten und Meldungen nachgegangen, und viele hätten sich als falsch oder nur halb wahr erwiesen."
Nachtrag vom 7.12.12: RIA Novosti hat das mit dem Flugzeugträger "Eisenhower" am 6.12.12 auch gemeldet, aber mit Ergänzungen: "... US-amerikanische Militäranalysten schätzen die Chancen für einen Kampfeinsatz der reparaturbedürftigen "Eisenhower" als äußerst gering ein, wie das Internetportal Antiwar schrieb. Die Zwischenstation des Flugzeugträgers im Mittelmeer wird vielmehr als "Muskelspiel" gegenüber Syriens Präsident Baschar al-Assad gewertet."
Warten wir's ab.
Zum Text bei freitag.de gibt es interessante Kommentare.
Nachtrag vom 10.12.12: Der ehemalige UN-Biowaffeninspekteur und heute Linkspartei-MdB Jan van Aken am 6.12.12: "Und es ist, militärisch betrachtet, ein schlechter Witz, dass nun ausgerechnet das Raketenabwehrsystem »Patriot« Schutz vor den Chemiewaffen Assads bieten soll. Denn die Raketen sind ausschließlich geeignet, ballistische Raketen oder Flugzeuge abzufangen. Und niemand - auch das Weiße Haus nicht - wird ernsthaft annehmen, dass Assad eine Scud-Rakete mit Giftgas auf Rebellen abschießen würde. Die militärische Waffe der Wahl wären dann Granaten oder Bomben, die mit Giftgasen bestückt sind. Davon abgesehen geht nicht einmal Ankara selbst davon aus, dass Assad die Türkei vorsätzlich angreift - nicht mit dem sporadischen und irrtümlichen Artilleriebeschuss der letzten Wochen und erst recht nicht mit Marschflugkörpern, die dann auch noch Giftgase transportieren.
Wir sollten uns hüten, jetzt auf das Chemiewaffen-Getöse einzusteigen und damit einen Bundeswehreinsatz samt »Patriot«-Stationierung in der Türkei zu rechtfertigen. Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun - genauso wenig, wie es vor zehn Jahren Biowaffen in Irak gab. Und wir sollten nie vergessen, dass der Irak-Krieg, der mit einer Biowaffenlüge begann, mit über 500 000 Toten endete und ein Land hinterlassen hat, das sich absehbar nicht von den Folgen erholen wird." (Quelle)

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Syrien: Schutz- und Flugverbotszone auf Umwegen

Die türkischen Angriffe auf syrische Armeeeinheiten im Grenzgebiet nach den Granaten von syrischem Gebiet könnten dem Ziel dienen, doch noch die seit langem geforderte "Schutzzone für Flüchtlinge" samt Flugverbotszone einzurichten. Darauf deutet zum einen hin, dass die Türkei ihre vermeintlichen Gegenangriffe nicht wirklich beendet (siehe auch hier)und dass zum anderen die syrische Armee sich aus dem Grenzgebiet zurück zieht, eigentlich als Maßnahme, um die Situation zu entspannen. Das Ergebnis wäre ein Gebiet ohne Kontrolle durch die syrische Armee, frei zur Übernahme durch die "Rebellen", die von der Türkei aus agieren und durch diese selbst und andere Staaten unterstützt werden. Doch während die syrische Armee sich zurückzieht, verstärkt die türkische Armee ihre Einheiten im Grenzgebiet. Inzwischen rüstet auch die NATO verbal auf, ungeachtet der syrischen Entspannungssignale und Entschuldigungen.
Dass mehr dahinter stecken könnte als nur die an sich berechtigte Antwort des souveränen Staates Türkei auf vermeintliche Grenzverletzungen durch Truppen des souveränen Staates Syrien, diese Vermutung drängt sich angesichts der beschriebenen Vorgänge regelrecht auf. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die syrische Regierung warnt, dass eine "befreite Zone" in Nordsyrien eingerichtet werden soll, die schon lange von der Türkei und den "Rebellen" samt exiloppositionellem Syrischen Nationalrat (SNC) gefordert wird. Das bestätigte auch der türkische Politikwissenschaftler Kamer Kasim in einem Interview mit dem österreichischen Standard: "Das Problem ist, dass natürlich derlei 'Unfälle' im Grenzgebiet immer wieder passieren und weiterhin passieren werden. Das ist die eigentliche Gefahr, da dies wiederum die Türkei unter Zugzwang bringen würde.
Daher denke ich, dass die Türkei eine andere Möglichkeit der Prävention (die sogenannte Pufferzone, Anm.) suchen muss. Um das zu erreichen, wurden auch gestern UNO und NATO eingeschaltet. Es geht also nicht um das Ausrufen des NATO-Bündnisfalls, sondern um die Umsetzung einer Pufferzone im türkisch-syrischen Grenzgebiet. All das wäre natürlich nicht geschehen, wenn die von der Türkei früh geforderte Pufferzone etabliert worden wäre."
Inzwischen erhielt die Vermutung neue Nahrung, dass die Granaten auf das türkische Dorf Akcakale nicht von der syrischen Armee stammten, sondern von "Rebellen", die sich in dem Grenzgebiet Gefechte mit der syrische Armee liefern. In dem Blog "Syrien Info" ist zu lesen: "Die türkische Zeitung Yurt schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, die Granaten die auf Akçakale abgefeuert wurden, stammen aus NATO-Beständen. Damit ist klar, nicht das syrische Militär hat geschossen, die diese Munition gar nicht besitzt, sondern die von der NATO angeheuerten Terroristen selber. Wieder eine inszenierte Provokation, um einen Grund für einen Krieg gegen Syrien zu haben.
Laut dem Chefredakteur von Yurt, Merdan Yanardag, hat die Zeitung verlässliche Informationen erhalten, die Türkei hat die Granaten an die sogenannte Free Syrian Army (FSA) geliefert, welche fünf türkische Zivilisten in Akçakale tötete und zahlreiche verletzte.
'Diese Informationen bestätigen, die falsche Politik der Erdogan-Regierung steckt hinter dem Beschuss der Stadt mit Mörsergranaten, die fünf Türken das Leben kostete,' schrieb Yanardag."

Nachtrag: Hinweise darauf, dass die Granaten auf Akcakale aus einer anderen Quelle als angeblich von der syrischen Armee stammen können, gab es schon in den Kommentaren zu dem Beitrag "Vergeltung und Versuchung" von Lutz Herden auf freitag.de, was ich heute aber erst bemerkte.
Interessant und passend ist auch, was Ulrich W. Sahm auf hagalil.com schreibt: "Der syrische Beschuss türkischer Dörfer, jordanischer Stellungen und der von Israel kontrollierten Golanhöhen geht nach Einschätzungen israelischer Militärs mit hoher Wahrscheinlichkeit von der syrischen Opposition aus. Das berichteten das israelische Fernsehen und der Rundfunk…" Die Methode "Gleiwitz" scheint tatsächlich wieder angewandt worden zu sein.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Seit 21.19 Uhr wird zurückgeschossen ...

Die Türkei greift als Antwort auf Tote durch eine vermutlich syrische Granate Ziele in Syrien an, meldete das ZDF online 21.19 Uhr.
Wird ein weiteres Mal die Methode Gleiwitz angewandt? Ist das der Anlass für die seit langem befürchtete Invasion in Syrien, für die direkte militärische Einmischung nach der verdeckten mit allen Mitteln?
Soll die syrische Armee wirklich so blöd sein und der Türkei einen Grund für einen solchen Gegenschlag, gar eine Invasion liefern? Oder war der Granatenbeschuss des türkischen Dorfes Akcakale eine gezielte Provokation der "Rebellen", die seit langem um eine militärische Invasion des Westens und seiner Partner betteln?
Ich habe keine Antworten, aber auch wie schon bei den angeblichen, vermeintlich von den Regierungstruppen verübten Massakern große Zweifel an dem, was da berichtet wird. Selbst SPIEGEL online schreibt: "Ob die Granaten von Truppen des Diktators Baschar al-Assad oder den Rebellen abgefeuert wurden, ist unklar." Die türkische Regierung, die seit langem mit dem Säbel rasselt und die "Rebellen" unterstützt, die von türkischem Gebiet aus gegen Syrien operieren, behauptet, die syrische Armee habe die Granate abgefeuert. Nein, ich glaube ihnen auch diesmal nicht. Das klingt alles zu sehr nach der Methode Gleiwitz.
Die "Rebellen", die Syrien mit Krieg überzogen haben, sind zu allem bereit, um ihre Ziele zu erreichen. Dafür nehmen sie auch zivile Opfer in Kauf. Das haben sie schon so oft bewiesen in diesem krieg. Wer sollte sie daran hindern, auch zu solchen Provokationen zu greifen, um endlich vom Westen und seinen Partnern militärisch unterstützt zu werden? Was sie alleine bisher nicht geschafft haben, das wollen sie mit direkter NATO-Unterstützung erreichen, wie im vergangenen Jahr in Libyen. Der NATO-Rat ist schon zusammen getreten. Droht jetzt das Überschreiten der roten Linie?
Wer beendet endlich diese Schande des Krieges in Syrien, die Zerstörung dieses Landes, für die nicht der syrische Präsident Bashar al-Assad die Verantwortung trägt? Der müsste die politische Identität Syriens aufgeben, wie Lutz Herden im April schrieb, um diesen Krieg durch "die ganz große Kapitulation" zu beenden. Von welchem Staatsoberhaupt kann das verlangt werden?
Nachtrag von 23.25 Uhr: Der türkische Fernsehsender NTV hat laut RIA Novosti gemeldet, dass es sich um "verirrte syrische Geschosse" gehandelt haben soll. "Zum Unglück sei beim Beschuss der Positionen der Aufständischen durch die reguläre syrische Armee gekommen, hieß es."
Nachtrag vom 4.10.12, 14.38: Inzwischen hat das türkische Parlament das Ermächtigungsgesetz zum Krieg gegen Syrien beschlossen, wie SPIEGEL online meldet. Die Kriegsmehrheit stört dabei Folgendes nicht: "Wer genau die Geschosse abfeuerte - syrische Regierungstruppen oder Rebellen, ist bisher noch nicht genau geklärt."

Nachtrag vom 5.10.12, 18.03:
Na wer sagt's denn ...:
ZDF: syrische Rebellen haben sich zu Angriff auf türkisches Dorf bekannt
etwa ab 00:50:  „Raketen und Granatfeuer – die Türkei übt Vergeltung für einen Angriff von syrischer Seite gestern Nachmittag. Seit Wochen warnt Ankara davor, die Türkei zu provozieren. Bis tief in die Nacht dauern die Gefechte. Inzwischen haben sich syrische Rebellen zu der Provokation bekannt.