Schlagen die USA jetzt zu, nachdem die UN-Inspektoren ihre Untersuchungen abgeschlossen und Syrien verlassen haben? US-Außenminister John Kerry hatte am 30. August laut Spiegel online
erklärt, dass die Ergebnisse der nun anstehenden Untersuchungen in
unabhängigen Labors „keine zusätzlich nötigen Beweise erbringen“ würden.
Der US-Administration von Barack Obama reicht nach Kerrys Worten der eigene Bericht
über den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 21. August aus. Zweifel daran
darf es nicht geben, und wenn solche auftauchen, werden diese ignoriert.
Das gilt zum Beispiel für das, was der ehemalige deutsche
UN-Botschafter Gunther Pleuger am 31. August gegenüber dem Deutschlandfunk
sagte: Er finde die Darlegungen der USA zum Giftgaseinsatz in Syrien
nicht überzeugend. Es seien keine Beweise vorgelegt worden, dagegen nur
gesagt worden, dass es überzeugende Beweise gebe. Pleuger fühle sich an
die Situation vor dem Irak-Krieg erinnert.
Erinnert sei in dem Zusammenhang daran, dass die UN-Experten unter Leitung von Ake Sellström eigentlich die Vorwürfe der syrischen Regierung untersuchen sollten, dass im März 2013 u.a. bei Khan al-Assal nahe Aleppo Chemiewaffen durch die "Rebellen" eingesetzt worden seien. Das geriet durch die Ereignisse am 21. August anscheinend ebenso in Vergessenheit wie die Tatsache, dass die „Rebellen“ mit einem Angriff auf Khan Al-Assal verhinderten, dass die UN-Inspekteure sich dort ein Bild über den angeblichen Chemiewaffeneinsatz machen können, wie u.a. die junge Welt am 26. Juli berichtete. Der Ort wurde von den Regierungs-Gegnern erobert, der Zugang unmöglich gemacht und bei einem mutmaßlichen Massaker Zeugen ersschossen, wie u.a. RIA Novosti am 29. Juli berichtete. Sebastian Range hatte u.a. am 1. August 2013 in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Hintergrund darauf aufmerksam gemacht.
Ich befürchte, dass die USA tatsächlich mit einem „begrenzten Militärschlag“ offen in den Krieg gegen Syrien eintreten, auch ohne "kriegsmüdes" Großbritannien. Frankreich ist ja noch an ihrer Seite. Das wurde zu lange real vorbereitet durch Truppen- und Waffenverlagerungen an die Grenzen Syriens und vor dessen Küste, lange vor dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz, sowie propagandistisch angekündigt. Jetzt auf einen solchen Angriff zu verzichten, hieße, die Ergebnisse der UN-Untersuchungen abzuwarten und den verschiedenen Aufrufen zu einer diplomatischen Lösung zu folgen. Das dürfte für Obama und die Kriegstreiber hinter ihm nicht in Frage kommen, denn sie sorgen sich ja zu allererst darum, ihr martialisches Gesicht nicht zu verlieren und dass irgendjemand auf dieser Welt die Stärke der USA in Frage stellt. Und ein solcher Verzicht würde die Bodentruppen des Westens und seiner Verbündeten, die „Rebellen“ verschiedenster Provinienz und Ausrichtung in Syrien, im Stich lassen.
Obama wird sich wahrscheinlich auch nicht von einem pikanten historischen Fakt abhalten lassen: Dass der zu erwartende Angriff samt seiner Begründung fast auf den Tag genau 74 Jahre nach dem mit der Gleiwitz-Lüge begründeten Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen beginnt. „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von nun an wird Bombe mit Bombe vergolten.", hieß es damals aus deutschen Volksempfängern. Der 1. September wird seit dem als "Weltfriedenstag" bzw. "Antikriegstag" begangen. Ungeachtet dessen wird es in den nächsten Tagen heißen, dass die USA den Giftgasangriff vergelten, die eigenen Interessen verteidigen und den internationalen Frieden sichern müssen und gar nicht anders können. Zu oft wurde das schon vorher verkündet, als dass etwas anderes zu erwarten ist. Das ist ein weiteres Mal Anlass an historische Vorgänger des Kriegsnobelpreisträgers, der den US-Präsidenten geben darf, zu erinnern. 1918 hatte der deutsche Prinz Max von Baden in seiner "Denkschrift über den ethischen Imperialismus" eine Vorlage geliefert: "Eine so ungeheure Kraft, wie wir sie in diesem Kriege entfaltet haben, muss sich vor der Welt ethisch begründen, will sie ertragen werden. Darum müssen wir allgemeine Menschheitsziele in unseren nationalen Willen aufnehmen." (zitiert nach der Dokumentensammlung "Europastrategien des deutschen Kapitals 1900-1945", herausgegeben von Reinhard Opitz, S. 433).
Obama und die Kriegstreiber hinter ihm und an seiner Seite lassen sich auch nicht von Hinweisen beeindrucken, die ihrer Version des Geschehens vom 21. August widersprechen. Zu solchen Hinweisen gehört u.a., dass laut der russischen Nachrictenagentur RIA Novosti vom 28. August Syrien den UN-Inspekteuren Beweise dafür vorgelegt hat, dass die syrische Armee keine chemischen Kampfstoffe angewendet hatten. Nicht die syrische Regierungsarmee, sondern die Oppositionskämpfer hätten nach russischen Angaben am Mittwoch nahe Damaskus eine Rakete mit unbekanntem chemischem Giftstoff eingesetzt, meldete die Nachrichtenagentur am 21. August. „Die selbstgemachte Rakete wurde am frühen Mittwochmorgen von den Stellungen der Regimegegner aus abgefeuert worden“, erklärte der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Die österreichische Zeitung Der Standard berichetete am 26. August, dass die bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff eingesetzten Geschosse, von denen einige nicht explodierten, wie „Marke Eigenbau“ gewirkt hätten. „Warum die Armee, die über Scud-Raketen aus sowjetischer und nordkoreanischer Produktion verfügt, improvisierte Waffen eingesetzt haben soll, bleibt allerdings ein Rätsel“, so die Zeitung. Ein kurdischer Ingenieur wies in seinem Blog daraufhin, dass nach Analyse von Fotos der Blindgänger diese darauf hindeuten, dass sie aus nördlicher Richtung kamen. Die beschuldigte Einheit der syrischen Armee sei aber im Süden von Damaskus stationiert. In die gleiche Richtung weist ein Bericht der libanesischen Zeitung As-Safir vom 23. August 2013, nach dem Russland dem UN-Sicherheitsrat während der Dringlichkeitssitzung am 21. August Satellitenbilder vorgelegt hat, aus denen hervorgeht, daß nicht die syrische Armee, sondern islamistische Freischärler mutmaßlich das Giftgas eingesetzt haben. Danach soll der Angriff aus einem Gebiet erfolgt sein, der von der Gruppe Liwa Al-Islam (Banner des Islam) kontrolliert werde. Die Raketen seien von den Terroristen selbst gebaut worden und hätten chemische Kampfstoffe transportiert.
Der russische Sicherheitsexperte Wladimir Sotnikow vermutet islamistische Gruppen wie die „Dschabhat al-Nusra“ hinter dem Giftgasangriff, so RIA Novosti am 23. August. Das wird u.a. gestützt durch Berichte wie dem des Onlinejournals Mintpress News vom 29. August, dem zu Folge selbst "Rebellen" in der betroffenen Gegend von Damaskus und deren Bewohner bestätigen, dass es nicht die Armee war, sondern von Saudi-Arabien unterstützte Gruppen. Weitere Indizien für eine mögliche Täterschaft von „Rebellen“-Gruppen hatte u.a. ein Blogger am 24. August zusammengetragen und veröffentlicht.
Aber wie geschrieben: Das wird die US-Administration nicht beeindrucken, wie es das bisher nicht tat. Auch das Völkerrecht wird sie nicht abhalten, selbst nicht, dass Obama-Vorgänger James Carter am 30. August warnte: „Eine militärische Strafaktion ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates oder breite Unterstützung aus der NATO und der Arabischen Liga wäre nach dem internationalen Recht illegal und würde den Verlauf des Krieges wahrscheinlich nicht verändern.“ Nein, die USA haben sich in eine Lage verrannt, aus der sie sich aus ihrer Sicht nur ein weiteres Mal durch Marschflugkörper und Bomben auf einen anderen souveränen Staat und vollwertiges UNO-Mitglied befreien können. Denn der von ihnen mit angeheizte Krieg in und gegen Syrien berührt ja „Schlüsselinteressen“ der USA, wie Obama am 23. August in einem Interview erklärt hatte. Und niemand wird sie daran hindern, zum Einen wegen fehlender militärischer Möglichkeiten, zum Anderen weil niemand einen neuen Weltkrieg auslösen will. Es könnte sogar am "Weltfriedenstag" passieren: „Arabische Diplomaten rechnen derweilen nach Angaben der kuwaitischen Zeitung Al-Kabas mit einem Militärschlag spätestens am Sonntag“, berichtete u.a. die Augsburger-Allgemeine am 31. August.
aktualisiert: 16:07 Uhr
Erinnert sei in dem Zusammenhang daran, dass die UN-Experten unter Leitung von Ake Sellström eigentlich die Vorwürfe der syrischen Regierung untersuchen sollten, dass im März 2013 u.a. bei Khan al-Assal nahe Aleppo Chemiewaffen durch die "Rebellen" eingesetzt worden seien. Das geriet durch die Ereignisse am 21. August anscheinend ebenso in Vergessenheit wie die Tatsache, dass die „Rebellen“ mit einem Angriff auf Khan Al-Assal verhinderten, dass die UN-Inspekteure sich dort ein Bild über den angeblichen Chemiewaffeneinsatz machen können, wie u.a. die junge Welt am 26. Juli berichtete. Der Ort wurde von den Regierungs-Gegnern erobert, der Zugang unmöglich gemacht und bei einem mutmaßlichen Massaker Zeugen ersschossen, wie u.a. RIA Novosti am 29. Juli berichtete. Sebastian Range hatte u.a. am 1. August 2013 in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Hintergrund darauf aufmerksam gemacht.
Ich befürchte, dass die USA tatsächlich mit einem „begrenzten Militärschlag“ offen in den Krieg gegen Syrien eintreten, auch ohne "kriegsmüdes" Großbritannien. Frankreich ist ja noch an ihrer Seite. Das wurde zu lange real vorbereitet durch Truppen- und Waffenverlagerungen an die Grenzen Syriens und vor dessen Küste, lange vor dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz, sowie propagandistisch angekündigt. Jetzt auf einen solchen Angriff zu verzichten, hieße, die Ergebnisse der UN-Untersuchungen abzuwarten und den verschiedenen Aufrufen zu einer diplomatischen Lösung zu folgen. Das dürfte für Obama und die Kriegstreiber hinter ihm nicht in Frage kommen, denn sie sorgen sich ja zu allererst darum, ihr martialisches Gesicht nicht zu verlieren und dass irgendjemand auf dieser Welt die Stärke der USA in Frage stellt. Und ein solcher Verzicht würde die Bodentruppen des Westens und seiner Verbündeten, die „Rebellen“ verschiedenster Provinienz und Ausrichtung in Syrien, im Stich lassen.
Obama wird sich wahrscheinlich auch nicht von einem pikanten historischen Fakt abhalten lassen: Dass der zu erwartende Angriff samt seiner Begründung fast auf den Tag genau 74 Jahre nach dem mit der Gleiwitz-Lüge begründeten Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen beginnt. „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von nun an wird Bombe mit Bombe vergolten.", hieß es damals aus deutschen Volksempfängern. Der 1. September wird seit dem als "Weltfriedenstag" bzw. "Antikriegstag" begangen. Ungeachtet dessen wird es in den nächsten Tagen heißen, dass die USA den Giftgasangriff vergelten, die eigenen Interessen verteidigen und den internationalen Frieden sichern müssen und gar nicht anders können. Zu oft wurde das schon vorher verkündet, als dass etwas anderes zu erwarten ist. Das ist ein weiteres Mal Anlass an historische Vorgänger des Kriegsnobelpreisträgers, der den US-Präsidenten geben darf, zu erinnern. 1918 hatte der deutsche Prinz Max von Baden in seiner "Denkschrift über den ethischen Imperialismus" eine Vorlage geliefert: "Eine so ungeheure Kraft, wie wir sie in diesem Kriege entfaltet haben, muss sich vor der Welt ethisch begründen, will sie ertragen werden. Darum müssen wir allgemeine Menschheitsziele in unseren nationalen Willen aufnehmen." (zitiert nach der Dokumentensammlung "Europastrategien des deutschen Kapitals 1900-1945", herausgegeben von Reinhard Opitz, S. 433).
Obama und die Kriegstreiber hinter ihm und an seiner Seite lassen sich auch nicht von Hinweisen beeindrucken, die ihrer Version des Geschehens vom 21. August widersprechen. Zu solchen Hinweisen gehört u.a., dass laut der russischen Nachrictenagentur RIA Novosti vom 28. August Syrien den UN-Inspekteuren Beweise dafür vorgelegt hat, dass die syrische Armee keine chemischen Kampfstoffe angewendet hatten. Nicht die syrische Regierungsarmee, sondern die Oppositionskämpfer hätten nach russischen Angaben am Mittwoch nahe Damaskus eine Rakete mit unbekanntem chemischem Giftstoff eingesetzt, meldete die Nachrichtenagentur am 21. August. „Die selbstgemachte Rakete wurde am frühen Mittwochmorgen von den Stellungen der Regimegegner aus abgefeuert worden“, erklärte der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Die österreichische Zeitung Der Standard berichetete am 26. August, dass die bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff eingesetzten Geschosse, von denen einige nicht explodierten, wie „Marke Eigenbau“ gewirkt hätten. „Warum die Armee, die über Scud-Raketen aus sowjetischer und nordkoreanischer Produktion verfügt, improvisierte Waffen eingesetzt haben soll, bleibt allerdings ein Rätsel“, so die Zeitung. Ein kurdischer Ingenieur wies in seinem Blog daraufhin, dass nach Analyse von Fotos der Blindgänger diese darauf hindeuten, dass sie aus nördlicher Richtung kamen. Die beschuldigte Einheit der syrischen Armee sei aber im Süden von Damaskus stationiert. In die gleiche Richtung weist ein Bericht der libanesischen Zeitung As-Safir vom 23. August 2013, nach dem Russland dem UN-Sicherheitsrat während der Dringlichkeitssitzung am 21. August Satellitenbilder vorgelegt hat, aus denen hervorgeht, daß nicht die syrische Armee, sondern islamistische Freischärler mutmaßlich das Giftgas eingesetzt haben. Danach soll der Angriff aus einem Gebiet erfolgt sein, der von der Gruppe Liwa Al-Islam (Banner des Islam) kontrolliert werde. Die Raketen seien von den Terroristen selbst gebaut worden und hätten chemische Kampfstoffe transportiert.
Der russische Sicherheitsexperte Wladimir Sotnikow vermutet islamistische Gruppen wie die „Dschabhat al-Nusra“ hinter dem Giftgasangriff, so RIA Novosti am 23. August. Das wird u.a. gestützt durch Berichte wie dem des Onlinejournals Mintpress News vom 29. August, dem zu Folge selbst "Rebellen" in der betroffenen Gegend von Damaskus und deren Bewohner bestätigen, dass es nicht die Armee war, sondern von Saudi-Arabien unterstützte Gruppen. Weitere Indizien für eine mögliche Täterschaft von „Rebellen“-Gruppen hatte u.a. ein Blogger am 24. August zusammengetragen und veröffentlicht.
Aber wie geschrieben: Das wird die US-Administration nicht beeindrucken, wie es das bisher nicht tat. Auch das Völkerrecht wird sie nicht abhalten, selbst nicht, dass Obama-Vorgänger James Carter am 30. August warnte: „Eine militärische Strafaktion ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates oder breite Unterstützung aus der NATO und der Arabischen Liga wäre nach dem internationalen Recht illegal und würde den Verlauf des Krieges wahrscheinlich nicht verändern.“ Nein, die USA haben sich in eine Lage verrannt, aus der sie sich aus ihrer Sicht nur ein weiteres Mal durch Marschflugkörper und Bomben auf einen anderen souveränen Staat und vollwertiges UNO-Mitglied befreien können. Denn der von ihnen mit angeheizte Krieg in und gegen Syrien berührt ja „Schlüsselinteressen“ der USA, wie Obama am 23. August in einem Interview erklärt hatte. Und niemand wird sie daran hindern, zum Einen wegen fehlender militärischer Möglichkeiten, zum Anderen weil niemand einen neuen Weltkrieg auslösen will. Es könnte sogar am "Weltfriedenstag" passieren: „Arabische Diplomaten rechnen derweilen nach Angaben der kuwaitischen Zeitung Al-Kabas mit einem Militärschlag spätestens am Sonntag“, berichtete u.a. die Augsburger-Allgemeine am 31. August.
aktualisiert: 16:07 Uhr
Auch daran sei erinnert: "Bush bereut Aussagen über Massenvernichtungswaffen" und "Pentagon gibt zu: Anlass für Irak-Krieg aus der Luft gegriffen" Es klingt wie Hohn angesichts der Lage im Irak in Folge des US-Krieges ... Das hindert aber die deutschen Kriegstreiber in den Medien wie Günter Nonnenmacher in der FAZ nicht, solches von sich zu geben: "Bei aller Vorsicht, die im Umgang mit Geheimdienst-Berichten geboten ist, sollte man annehmen, dass führende politische Akteure - vom amerikanischen Präsidenten bis zum Nato-Generalsekretär - nicht neuerlich Warnungen an die syrische Führung aussenden würden, wenn es das Risiko eines Einsatzes chemischer Waffen in dem Bürgerkrieg nicht gäbe. Das Hantieren mit Massenvernichtungswaffen, das hatten die Amerikaner Präsident Baschar al Assad schon früh klargemacht, hieße, dass eine „rote Linie“ überschritten wird; anders gesagt: Amerika und der Westen könnten dann nicht mehr abseits stehenbleiben, sie würden in diesem Krieg militärisch Partei."
Und noch ein interessanter Beitrag über "Saddam Hussein und die Giftgaslüge": "Die Anschuldigung, daß der Irak chemische Waffen gegen seine eigene Bürger eingesetzt hätte ist weithin bekannt. Ein in letzter Zeit immer wieder vorgebrachter Beweis dreht sich um die Vergasung von irakischen Kurden in der Stadt Halabja im März 1988, kurz vor Ende des achtjährigen Irak-Iran-Kriegs. Präsident Bush selbst sagte wörtlich: 'Der Irak vergast seine eigenen Menschen'. Er meinte damit den Gaseinsatz in Halabja und leitete damit eine Begründung für den von ihm angestrebten Sturz von Saddam Hussein her.
Das einzige, das feststeht, ist: Kurden wurden an diesem Tag mit Giftgas in Halabja bombardiert. Wir können aber nicht mit Sicherheit sagen, daß es irakische Chemiewaffen waren, die dort zum Einsatz kamen. Diese Behauptung ist nicht die einzige Verfälschung im Zusammenhang mit der Halabja-Geschichte."
Zum Thema Saddam und Giftgas hier noch der Hinweis auf zwei kontroverse Beiträge zu diesem Thema, erschienen in der jungen Welt.
Und noch ein Hinweis: "Inmitten einer Propagandaschlacht"
Doch wir sollten diese Warnungen ernst nehmen, weil darin ein denkbares Szenario für eine neue Aktion unter falscher Flagge stecken könnte, eine Regieanweisung, wie eine imperialistische Invasion ausgelöst werden kann: Die Terrorbanden bringen Giftgas über die Grenzen Saudi-Arabiens und der Türkei, und setzen es in Syrien ein, die NATO macht den Diktator Assad verantwortlich für einen „Krieg gegen das eigene Volk“ und hat ihren gewünschten, selbst geschaffenen Vorwand für den direkten Kriegseintritt. ..."
RIA Novosti wiederholt es nochmal: "Experten zufolge deuten die Warnungen und Drohungen aus den USA darauf hin, dass ein Großangriff vorbereitet wird."
Nachtrag vom 6.12.12: Und es geht weiter: "Die syrischen Behörden haben laut dem TV-Sender Fox News Ladungen für Chemiewaffen vorbereitet und sind zu ihrer Anwendung bereit. Das teilte der Sender am Mittwochabend unter Hinweis auf einen ranghohen Vertreter der US-Administration mit.
Fox News zufolge wurde der chemische Kampfstoff Sarin produziert und ist zum Einsatz bereit.
Wie eine Quelle des TV-Senders sagte, macht die Gültigkeitsdauer des chemischen Gemisches insgesamt zwei Monate aus, sodass die Anwendung von Chemiewaffen in der nächsten Zeit zu erwarten sei. ..." (RIA Novosti, 6.12.12)
Jegliche Befürchtung wird bestätigt, die Hoffnung auf ein Ende des Krieges gegen Syrien immer kleiner. Am Ende bleibt ein zerstörtes Land, einer weiterer zerfallener Staat, für die Übernahme mit Hilfe in- und ausländischer Terroristen sturmreif geschossen, am Ende so mit sich selbst beschäftigt, dass er westlichen Interessen nicht mehr im Wege steht.
Dazu passt folgende Meldung: LONDON, 5. Dezember. / Korrespondent. ITAR-TASS
Der Flugzeugträger der US Navy "Dwight Eisenhower" kam heute im östlichen Teil des Mittelmeers an und ist in der Nähe der Küste vor Syrien eingelaufen. Dies berichtete heute die britischen Medien.
Nach den vorliegenden Informationen, sind an Bord des Flugzeugträgers 70 Jagdbomber. Die Gesamtzahl der Seeleute, Marines und Bomberpiloten an Bord beträgt achttausend Einsatzkräfte
In diesem Teil des östlichen Mittelmeers sind jetzt insgesamt 17 Kriegschiffe die vor Syriens Küste lagern. - Erinnert mich an das Lied „wir lagern vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord...“ die Verbündeten beinhalten auch ein Kreuzer mit Marschflugkörpern an Bord, 10 Zerstörer und Fregatten. Vier Schiffe die mit Mehrzweck-Raketenabwehrsysteme bewaffnet sind.
Mit der Ankunft des Flugzeugträgers ist die Gesamtzahl der US-Soldaten erreicht Zehntausend auf Kriegsschiffen in der Nähe vor Syrien. (Quelle)
Interessant ist u.a. folgende Passage: "Anders nämlich als die USA oder Rasmussen trauen viele europäische Außenminister amerikanischen Geheimdienstberichten nicht über den Weg, wonach Syrien möglicherweise den Einsatz von Chemiewaffen vorbereitet. Europäischen Geheimdiensten, darunter dem im Nahen Osten gut vernetzten deutschen Bundesnachrichtendienst, liegen dem Vernehmen nach "keine Erkenntnisse" in dieser Richtung vor. Am Dienstag hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Arbeitstreffen mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel davor gewarnt, alle Berichte über diese Waffen in Syrien für bare Münze zu nehmen. Russland sei in den vergangenen Jahren vielen Gerüchten und Meldungen nachgegangen, und viele hätten sich als falsch oder nur halb wahr erwiesen."
Nachtrag vom 7.12.12: RIA Novosti hat das mit dem Flugzeugträger "Eisenhower" am 6.12.12 auch gemeldet, aber mit Ergänzungen: "... US-amerikanische Militäranalysten schätzen die Chancen für einen Kampfeinsatz der reparaturbedürftigen "Eisenhower" als äußerst gering ein, wie das Internetportal Antiwar schrieb. Die Zwischenstation des Flugzeugträgers im Mittelmeer wird vielmehr als "Muskelspiel" gegenüber Syriens Präsident Baschar al-Assad gewertet."
Zum Text bei freitag.de gibt es interessante Kommentare.
Nachtrag vom 10.12.12: Der ehemalige UN-Biowaffeninspekteur und heute Linkspartei-MdB Jan van Aken am 6.12.12: "Und es ist, militärisch betrachtet, ein schlechter Witz, dass nun ausgerechnet das Raketenabwehrsystem »Patriot« Schutz vor den Chemiewaffen Assads bieten soll. Denn die Raketen sind ausschließlich geeignet, ballistische Raketen oder Flugzeuge abzufangen. Und niemand - auch das Weiße Haus nicht - wird ernsthaft annehmen, dass Assad eine Scud-Rakete mit Giftgas auf Rebellen abschießen würde. Die militärische Waffe der Wahl wären dann Granaten oder Bomben, die mit Giftgasen bestückt sind. Davon abgesehen geht nicht einmal Ankara selbst davon aus, dass Assad die Türkei vorsätzlich angreift - nicht mit dem sporadischen und irrtümlichen Artilleriebeschuss der letzten Wochen und erst recht nicht mit Marschflugkörpern, die dann auch noch Giftgase transportieren.
Wir sollten uns hüten, jetzt auf das Chemiewaffen-Getöse einzusteigen und damit einen Bundeswehreinsatz samt »Patriot«-Stationierung in der Türkei zu rechtfertigen. Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun - genauso wenig, wie es vor zehn Jahren Biowaffen in Irak gab. Und wir sollten nie vergessen, dass der Irak-Krieg, der mit einer Biowaffenlüge begann, mit über 500 000 Toten endete und ein Land hinterlassen hat, das sich absehbar nicht von den Folgen erholen wird." (Quelle)