18. Fortsetzung der Reihe ausgewählter Kommentare von mir zu
den Ereignissen und Vorgängen in der Ukraine und um selbige herum, die ich seit Januar zu eigenen und anderen
Beiträgen auf freitag.de gepostet habe, samt Links zu
interessanten Beiträgen, in chronologischer Reihenfolge.
Einen interessanten Überblick über die Ereignisse und die Mediendarstellung derselben bietet
die Reihe "Machtergreifung" des Bloggers "MopperKopp" auf freitag.de samt der jeweiligen Kommentare in "Live-Ticker"-Art dazu (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8)
3. Mai 2014
• Hier noch ein weiterer Beitrag zum Thema: Rechtsradikale verbrennen 38 Menschen in Odessa
5. Mai 2014
• ... Hinzu kommt, dass der Kriegsfraktion in der politischen Klasse der USA
nicht passte, dass Obama im September 2013 auf den russischen Vorschlag
einging, Syrien nicht anzugreifen, wenn dieses seine Chemiewaffen
abgibt. Die Falken sehen ihren Präsidenten wohl schon länger als "lame
duck". Hinzu kommt auch noch, dass die USA angeblich ihr eigenes Militär kleinsparen
wollen/müssen. Da braucht es natürlich Ausgleich für die
US-Rüstungskonzerne. Die liefern dann eben an die Länder, die Angst vor
Russland und China haben, und wenn sie die noch nicht haben, wird sie
ihnen gemacht ...
• ... Das alte Gangsterprinzip "Haltet den Dieb!" funktioniert prima. Und wenn
es nur bewirkt, dass skeptische Beobachter zwei Verdächtige sehen und
der tatsächliche Täter so zumindest noch eine Zeitlang seinen Kopf aus
der Schlinge ziehen kann, wenn ihm das nicht gar ganz gelingt. Und so
wird uns auch mitgeteilt: Es ist "Bürgerkrieg", wiedermal, erneut ... und schuld daran haben wieder mal beide Seiten, die sich nicht
beherrschen können ... usw. usf. Und die tatsächlichen Brandstifter und
Kriegstreiber schauen dem Treiben und unseren Versuchen, es zu
verstehen, zu und reiben sich die Hände. Ja, so funktioniert sie, die
Meinungsmache ...
• Das Verbrechen von Odessa war kein "Bürgerkrieg", sondern eben ein
Verbrechen, eigentlich ja nach allen entsprechenden Regeln ein Massaker,
verübt von Faschisten und ihren Sympathisanten. Wie heißt es eben:
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Der Weg nach
Odessa hat auf dem Maidan-Platz in Kiew begonnen ... Die Verantwortung
dafür und den weiteren Weg trägt ganz eindeutig eine Seite. Wer das
nicht sehen kann oder will, hat sicher seine "eigenen Gründe" (Jakob
Augstein)
Die westliche Politik im Zusammenhang mit
der Ukraine folgt alten bewährten Mustern, die unschwer zu erkennen
sind, weil sich eben die kapitalistischen Grundkoordinaten Profit und
Konkurrenz nach 1989 nicht geändert haben, höchstens die dabei
eingesetzten Mittel. Dazu gehört auch die aktuelle antirussische
Stoßrichtung, die aber alles andere als neu ist. Verwunderlich
erscheint, dass jene, die sich zu den Linken zählen, in diese
miteinstimmen.
Russland ist heute längst in seinen Grundzügen ein kapitalistisches
Land wie andere auch, mit allen Ähnlichkeiten, aber auch Unterschieden.
Zu diesen gehört, dass es gar nicht zu dem in der Lage ist, was ihm
vorgeworfen wird: Sich imperialistisch zu verhalten wie jene führenden
westlichen Staaten, die Russland mit seinen Rohstoffen, Arbeitskräften
und Absatzmärkten ins Visier genommen haben. Es versucht, seinen eigenen
kapitalistischen Weg zu gehen, sich nach dem Zusammenbruch der
Sowjetunion 1991 und dem folgenden Chaos zu entwickeln und zugleich die
Versuche der führenden westlichen Staaten, es zum zerfallenden Staat zu
machen, abzuwehren. Wer auf Letztere aufmerksam macht, wird gern als
„Verschwörungstheoretiker“ diffamiert. Dabei folgen diese Versuche alles
andere als überraschend nur dem Prinzip „Teile und herrsche“. Das wurde
schon gegen andere Länder mit allen Mitteln, auch militärischen,
durchgesetzt.
Es handelt sich um eine tatsächliche Verschwörung, die dem
Kapitalismus gewissermaßen in die Wiege gelegt wurde. Denn Konkurrenz
ist sein grundlegendes Wesensmerkmal, die er aber nur zugibt, wenn es
nützlich erscheint, da sie immer auch Krieg bedeutet. Und wer sagt schon
freiwillig Ja zum Krieg? Dazu gehört, wenn es dem Profit der
herrschenden Kräfte dienlich erscheint: gemeinsam zuschlagen, um sich
dann wieder zu streiten, wenn die Beute aufgeteilt wird. Die Liste der
Länder, die das traf, ist lang. Seit langem wird versucht, Russland
darin einzureihen. Die Verschwörung liegt darin, dass die tatsächlichen
Motive und Ziele nie offen und öffentlich verkündet werden. Die
entsprechenden verdeckten und offenen Aktionen werden nie in aller
Öffentlichkeit vorbereitet. Und das Ganze wird mit den Etiketten „Kampf
für Menschenrechte und Demokratie“ und weiteren ähnlich wohlklingenden
versehen. So werden die eigene und die zu „beglückende“ Bevölkerung
irregeführt, um möglichen Widerstand zu verhindern, meist erfolgreich.
Kritiker dieser Versuche werden so notfalls als
„Verschwörungstheoretiker“ diffamiert. Dass die russische Führung sich
gegen diese allerdings offensichtliche westliche Verschwörung wehrt, mit
denen ihr zur Verfügung stehenden und verbliebenen Mitteln, ist
verständlich und berechtigt. Dass ist das Recht eines jeden Landes und
Aufgabe der jeweiligen Führung, soweit sie nicht bereits per Putsch oder
Staatsstreich oder Krieg als Marionette der führenden westlichen
Staaten installiert wurde.
Es ist so etwas wie eine linke Binsenweisheit, dass ohne einen
entwickelten Kapitalismus eine politische Gegenbewegung nicht vorhanden
ist, ihr selbst die Grundlagen fehlen. Dabei geht es um die u.a. von
Karl Marx beschriebenen, aber von ihm nicht erfundenen Produktivkräfte.
Ohne deren Entwicklung ist keinerlei Alternative möglich, nicht im
Kapitalismus und nicht über ihn hinaus. Gerade das hat die Geschichte
der Sowjetunion und des mit ihr verbundenen Staatssozialismus deutlich
gezeigt. Der Versuch, Sozialismus in einem im Verhältnis zu den
westlichen Industriestaaten noch rückständigen Land aufzubauen, musste
auch an den fehlenden Grundlagen scheitern.
In diesem Sinne ist es „links“, Russlands Politik der Verteidigung
gegen den westlichen Imperialismus zu verstehen. Das schließt nicht aus,
die Folgen der kapitalistischen Entwicklung in Russland zu kritisieren
und sich dafür einzusetzen, dass Menschenrechte, die sozialen wie die
politischen, und Demokratie auch dortzulande geachtet und gesichert
werden. Aber auch das geht nicht von außen erzwungen. Sie sind selbst
hierzulande kein Geschenk der Herrschenden aus höherer Einsicht, sondern
hart und bitter erkämpft. Den westlichen Konfrontationskurs gegen
Russland zu kritisieren, ist „links“. Es ist notwendig angesichts der
Folgen. Das gilt ebenso für die Kritik an der westlichen Propaganda, die
den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Schurken und Sündenbock
erklärt. Und es trifft darauf zu, den russischen Versuch, die eigenen
Interessen zu verteidigen, nicht zu verteufeln. Wer das als "nicht
links" und mit anderen Zuschreibungen diffamiert, wer unterstellt, damit
würde nur der „Diktator“ Putin gegen das eigene Volk unterstützt, hat
seine Gründe dafür. Machen das die politischen und medialen Vertreter
und Lakaien der Herrschenden des Westens, ist das nicht verwunderlich.
Machen das jene, die sich selbst für „links“ halten, im Namen
irgendwelcher weltfremdem Revolutionsideale, ist das vielleicht noch mit
Unwissenheit zu entschuldigen. Es wird dadurch aber nicht besser oder
richtiger.
Was hat der westliche Angriff auf Russland mit den sozialen
Verhältnissen dort und in der Ukraine zu tun? Diese müssen kritisiert
werden, wo sie kritikwürdig sind. Aber Vorsicht: Auch hier gilt, dass
die westlichen Maßstäbe nicht immer das allein Seligmachende sind. Und
was hat denn der Westen zu bieten, um die sozialen und politischen
Verhältnisse in anderen Ländern zu verbessern? Der Blick auf die EU,
auf den dort stattfindenden Sozial- und Demokratieabbau, zeigt, dass da
wenig bis nichts Exportwürdiges vorhanden ist. Da wäre eher
Aufklärungsarbeit notwendig, was die Illusionen in der Ukraine und
Russland angeht, dass der Weg in den Westen zum Glück für alle führt. Es
müsste gezeigt werden, wie verlogen entsprechende falsche
Versprechungen aus dem Westen sind. Dafür ist ein Blick auf die
„Reformforderungen“ von EU und IWF, die diese an ihre „Hilfsangebote“
für die Ukraine geknüpft haben, nützlich. Ebenso könnte der Blick auf
die Länder helfen, denen der Westen, die USA meist voran, per verdeckter
oder offener Einmischung und auch mit Krieg Demokratie, Menschenrechte
und Freiheit nach seinen Vorstellungen beigebracht hat.
Was wird denn durch den neuen alten Konfrontationskurs für die
Menschen in Russland gewonnen? Er trägt nicht dazu bei, die
wirtschaftlichen Grundlagen für eine sozialere Politik zu stärken. Ganz
unabhängig von der notwendig zu stellenden Frage, wie unsozial die
Politik der russischen Regierung ist. Oder der Frage, ob Russland
tatsächlich autokratisch reagiert wird und ob sein Rechtssystem nicht
mehr am westlichen orientiert ist, als wir wissen, weil uns dazu kaum
etwas in den öffentlich-rechtlichen und privaten Konzernmedien erzählt
wird. Dazu gibt es interessante Antworten, die nicht in die
antirussischen und Anti-Putin-Schubladen passen. Die Konfrontation führt
auch zu inneren Spannungen in Russland und wird Folgen für die
Innenpolitik dort haben. Bedrohung ist nie dienlich, um Demokratie,
Menschenrechte und Freiheit zu fördern, sondern führt zum Gegenteil. Wer
sich darüber wundert oder aufregt, dass es dann zuerst um innere und
äußere Sicherheit geht, der muss sich vorwerfen lassen, weltfremd zu
sein. Ein Extrembeispiel dafür ist derzeit in Syrien zu beobachten.
Jegliche Forderungen nach Demokratie verhallen in den syrischen Ruinen,
die der vom Westen angeheizte mehr als dreijährige Krieg hinterlassen
hat. Wer soll sich in dem kriegsgeschundenen Land noch für Demokratie
einsetzen, wo es um die blanke Existenz geht? Warum sollte der syrische
Präsident Bashar al-Assad sich darum kümmern, wo dieser Krieg unter dem
Etikett „Mehr Demokratie“ angezettelt wurde?
So dürfte es auch in abgeschwächter Form auf Dauer in Russland sein,
wenn der neue alte Kurs in Richtung Konfrontation nicht gestoppt wird.
Er wurde lange vor den ukrainischen Ereignissen vorbereitet. In diesem
und im syrischen Fall wie auch in anderen ähnlichen ist nach der
Verantwortung des Westens für diese Folgen seiner Politik zu fragen.
Daran zu erinnern und auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen, das
wäre Aufgabe für jene, die sich für links halten und als solche gelten.
Die Revolutionsromantik, die westliche Brandstifter und Regimewechsler
längst für ihre Zwecke gezielt ausnutzen, bringt den Menschen in der
Ukraine ebenso wenig wie denen in Russland, in Syrien und anderswo. Noch
nie haben Imperialisten eine tatsächliche Revolution gefördert und
verteidigt. Das wäre auch verwunderlich weil gegen ihre eigenen
Interessen. Die Liste der Revolutionen, die sie verdeckt und offen
niedergeschmettert haben, ist lang. Seit einigen Jahren geben sie aber
das Gegenteil vor, im Namen von Demokratie und Menschenrechten.
Es hat den Anschein, als würden selbsternannte und tatsächliche Linke
aber lieber auf den von US-Präsident Barack Obama und den
Kriegstreibern hinter ihm gesteuerten Zug der westlichen Konfrontation
aufspringen – Hauptsache, es geht gegen Putin. Rein politisch und
grundsätzlich gesehen müssten sie mindestens an der Strecke stehen und
Stoppschilder hochhalten, vor der Weiterfahrt warnen oder im Idealfall
den Zug zum Halten bringen. Das wäre im Interesse der Menschen in der
Ukraine und Russland und anderswo, auf die sie sich so gern berufen. Das
wäre ein Beitrag dafür, das Ende der Konfrontation zu erreichen. Wenn
dann der russische Präsident weiter erzählen würde, Russland würde
bedroht und müsse sich verteidigen, dann wäre Putin vorzuwerfen, dass er
das nur macht, um seine Macht nach innen zu sichern. Es gibt keinen
Grund, ihm dazu auch noch einen Anlass zu geben, vor allem nachdem die
russische Regierung in den letzten Jahren so viele Signale in den Westen
gesandt hatte, die den Willen zur Zusammenarbeit deutlich gemacht
haben. Das wäre höchstens Stoff für den Vorwurf, dass Russland sich dem
Westen anbiedern wollte.
Es hat dagegen für den neuen alten Konfrontationskurs des Westens
keinen Anlass geboten, außer dass es auf einer eigenständigen
Entwicklung und den eigenen Interessen besteht. Alles deutet daraufhin,
dass ein solcher Anlass durch den Westen mit den Ereignissen in der
Ukraine mindestens provoziert, wenn nicht geschaffen wurde. Denn es geht
um nicht mehr und nicht weniger als die Ausweitung der Profitzone für
die westlichen führenden Konzerne, denen die russischen Interessen und
Unternehmen im Wege sind. Um diese zu überwinden und beiseite zu räumen,
wird sich der Politiker der führenden westlichen Staaten bedient. Das
deutlich zu machen, vor den Folgen zu warnen und eine Kursumkehr
einzufordern, das wäre tatsächlich linke Politik. Eine solche ignoriert
nicht die Fragen von Demokratie und Menschenrechten in der Ukraine und
Russland. Aber sie sollte sich nicht auf die entsprechende Heuchelei der
Herrschenden der westlichen führenden imperialistischen Staaten
einlassen und diese nachplappern.
Steyr Panzer stellt Produktion in Wien ein - Bis zu 210 Jobs weg
Seit Ende 2010 gehören vier moderne Radpanzer des österreichischen Typs Pandur II 8×8 zum tschechischen ISAF Kontingent in Afghanistan.
Der Konflikt um die Ukraine und der daraus entstandene, damit begonnene und weiterwachsende neue Ost-West-Konflikt ist ja auch so etwas wie eine Frischhalte- bzw. belebende Dusch für die Rüstungsindustrie. Vielleicht kann Steyr ja demnächst damit die Arbeitsplätze in Wien sichern ... Und so hängt vieles immer mit vielem zusammen, manchmal auch so, wie es nach außen gar nicht ist oder eben anders aussieht ...
Mit Steyr hat der fahrende Zug mit niederlandischem Kriegsgerät anscheinend nichts zu tun, über den auch die Website heute.at berichtete: "Dabei handelt es sich allerdings nicht um NATO-Truppen für einen Krieg in der Ukraine, wie im Web vermutet wird, sondern um niederländische Panzer, die nach Ungarn unterwegs sind. Dort nahmen sie an einem gemeinsamen Manöver der USA, Niederlande und Ungarns teil." Die niederländische Armee hat laut Wikipedia nur Gewehre von Steyr, aber keine gepanzerten Fahrzeuge. Sie will dagegen ihre Panzer angeblich sogar verkaufen.
• Da gibt es einen kleinen Punkt, der alles doch miteinander verbindet oder zumindest verbdinden könnte: In Ungarn gibt es ein NATO-Manöver, in einem ehemaligen Ost-Block-Land. Das Land hat ein kleines Stück gemeinsame Grenze mit der Ukraine. Sicher war auch dieses Manöver schon vor dem Staatsstreich in Kiew geplant und vorbereitet. Da habe ich keinen Zweifel, wie auch die NATO seit Jahren schon Manöver in der Ukraine durchführt:
Ukrainian, US, and Polish Air Forces training together, July 29, 2011 (photo: EUCOM)
Quelle: Atlantic Council 17.3.14
Ob das alles ein Beitrag zur Deeskalation ist, das ist die nächste Frage.
• Russia Today hat in einem Beitrag am 5.5.14 Videoaufnahmen des Geschehens in Kiew analysiert. Danach deutet manches auf eine gezielte Provokation hin.
6. Mai 2014
• Wolfram Heinrich schrieb am 5.5.14 nach dem Satz "Ich habe es herausgefunden": ... der Zug rollt von links nach rechts, also donauaufwärts. Dort aber liegt nicht Ungarn, sondern Deutschland. ... Wolfram Heinrich schrieb am 6.5.14: Vom Steyr-Werk geht die Bahn auch in die andere Richtung, zum Westbahnhof bzw. dem zentralen Rangierbahnhof. Von da aus geht es weiter nach Budapest.
Die österreichische Website heute.at berichtete am 4.5.14: "Dabei handelt es sich allerdings nicht um NATO-Truppen für einen Krieg in der Ukraine, wie im Web vermutet wird, sondern um niederländische Panzer, die nach Ungarn unterwegs sind. Dort nahmen sie an einem gemeinsamen Manöver der USA, Niederlande und Ungarns teil."
Passt doch, und nichts mit Transport Richtung Norden, aber eben auch nicht in die Ukraine.
• Hier gibt es noch Informationen zu dem erwähnten gemeinsamen Nato-Manöver von US-, niederländischen und ungarischen Einheiten in Ungarn: U.S. Army Europe aviators train with Dutch, Hungarian partners
7. Mai 2014
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen veröffentlichte 2009 die Broschüre “Kein Frieden mit der NATO – Die NATO als Waffe des Westens” herausgegeben, in der sie auf die Revitalisierung der NATO hinwies, wofür die "Neue Transatlantische Partnerschaft" notwendig sei. "Der Umgang mit dem „Chaos in der Welt“, den Folgeerscheinungen der kapitalistischen Globalisierung, sowie das Bestreben, die aufkommenden Mächte Russland und China auf die Plätze zu verweisen, soll die künftige Grundlage für die Neue Transat-lantische Partnerschaft darstellen. Vor diesem Hintergrund ist mit einer Stärkung der NATO zu rechnen. So finden sich in Obamas Umfeld zahlreiche Befürworter, die NATO zu einer „globalen Allianz der Demokratien“ (selbstredend unter amerikanisch-europäischer Führung) auszubauen, um sie gegen die „autoritären“ aufstrebenden Staaten Russland und China in Stellung zu bringen ..."
Dazu müssen Anlässe geschaffen werden, notfalls auch durch einen Staatsstreich ...
9. Mai 2014
• ... Und eine passende Erinnerung an etwas, was am 22. Februar 2014 gemeldet wurde: Polizei in Kiew wechselt auf Seite der Opposition
10. Mai 2014
• Willy Wimmer hat etwas Interessantes zum Thema festgestellt: "Es waren doch die Vereinigten Staaten selbst, die in Hochzeiten der Kooperation zwischen 1987 und 1993 davon ausgingen, Russland habe wegen seiner schrecklichen Erfahrungen mit Napoleon und Hitler selbst seine gewaltige militärische Präsenz im Warschauer Pakt – und damit Mitteleuropa – nur zum Schutz von „Mütterchen Russland“ initiiert. Erkenntnis des Westens nur noch nach Bedarfslage oder weil es zutrifft?"
11. Mai 2104
• Die Ukraine-Krise ist nicht von dem Thema zu trennen, selbst, wenn das gewollt und gewünscht wäre. Dafür sorgen die Handelnden schon selbst: "Der ukrainische Interimspremier Arseni Jazenjuk hat seine Landsleute aufgerufen, von der Teilnahme an Massenaktionen am 9. Mai anlässlich des 69. Jahrestages des Sieges im Zweiten Weltkrieg abzusehen."1. Dazu gehören ebenso die Traditionen, auf die sich die ukrainischen Faschisten im Nationalistengewand berufen mit ihrer Bandera-Verwehrung und der Huldigungen an die SS-Division "Galizien".
2. Dazu gehört auch das Engagement der US-Regierung in der Ukraine seit dem Zusammenbruch der UdSSR, das u.a. dieser von Willy Wimmer schon 2001 beschriebenen Linie folgt: "4. Der Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien sei geführt worden, um eine Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gründen dort nachgeholt werden müssen." Es geht generell um die Korrektur der Geschichte nach dem 2. Weltkrieg, unter dem Stchwort "Neue Weltordnung".
3. Da gibt es eine blutige Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Punkt: "Ab Ende der 40er Jahre begannen US-Dienststellen gezielt mit der Anwerbung von ehemaligen Nazi-Kollaborateuren und SS-Veteranen für den Widerstand in der Ukraine und im Baltikum. Denn aus Sicht der Amerikaner waren es genau die Leute, die man dort brauchte. Die Aufständischen vor Ort wurden mit Waffen und Sprengstoff versorgt und von Radio Free Europe zum Durchhalten ermuntert. Dazu wurden immer wieder kleine Teams von Spezialisten mit Fallschirmen abgesetzt, die für Propaganda, Sabotage und Attentate ausgebildet waren. Ein Oberst erzählte später noch mit einer gewissen Begeisterung: "Einige dieser Männer waren die besten Berufskiller, die ich je kennengelernt habe." Man sollte wie gesagt nicht denken, dass es sich bei diesem vergessenen Krieg um eine Kleinigkeit gehandelt hat. Der CIA-Leiter für Geheimoperationen Frank Wisner schätzte, dass allein in der Ukraine bis 1960 etwa 35.000 sowjetische Kader durch Guerillas ermordet wurden. Dass die Zahl derer, die durch die Unterdrückung des Aufstandes ums Leben kamen, um ein Vielfaches höher lag, versteht sich von selbst."
• Ergänzung aus einem älteren Kommentar von mir dazu: Der Westen führte auch einen Untergrundkrieg gegen die UdSSR nach 1945, auch auf dem Boden der Ukrainischen Sowjetrepublik: "Bandera, dessen Milizen im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Massaker begingen, darunter Massaker an Juden, erhielt nach Kriegsende Zuflucht in der Bundesrepublik - wie zahlreiche andere ukrainische NS-Kollaborateure auch. Andere wurden von der CIA in die Vereinigten Staaten verbracht, um dort für die Unterstützung verdeckter Operationen auf sowjetischem Territorium zur Verfügung zu stehen. Gemeinsames Ziel der Bundesrepublik und der USA war es, durch Unterstützung der ukrainischen Nationalisten die Sowjetunion zu schwächen und einen Sieg im Systemkampf herbeizuführen." (Quelle) In der TV-Doku "Hinter den feindlichen Linien - Geheimoperationen im Kalten Krieg" gibt es ebenfalls Infos dazu, u.a. hier nachschaubar
13. Mai 2014
"Im Interview hat sich Kanzlerin Angela Merkel zur Ukraine-Krise geäußert: „Sämtliche Gesprächskanäle müssen offengehalten werden.“ Notfalls fordert sie härtere Sanktionen gegen Russland."
So lange das so ist und bleibt, werde ich weiter versuchen, Gegeninformationen zu bringen, so weit mir das möglich ist. Da müssen Sie durch. Sie müssen das ja nicht lesen.
Der aktuelle westliche Konfrontationskurs hat u.a. etwas zu tun mit der russischen Politik im Fall Syrien. Ich habe mich schon mehrmals dazu geäußert, siehe u.a. hier und hier: "... mich daran erinnert, dass ich im September 2013 nach der durch russische Politik (mit)verhinderten offenen Intervention des Westens in Syrien und all den Beiträgen über den "Sieg Putins über Obama" dachte, dass die Revanche nicht auf sich warten lassen wird und der Westen Russland wieder die Schranken und Grenzen zeigt, sobald sich ein Anlass dafür bietet oder notfalls geschaffen wird ... Da hat sich das Geschehen in der Ukraine gewissermaßen angeboten."
Es hat etwas mit Konkurrenzkampf zu tun, mit dem Verhindern einer multilateralen Weltordnung durch die "einzige Weltmacht" USA, usw. usf. Ja, und die zu erwartende russische Reaktion wird nun genutzt, um Russland und dessen Präsident als "Provokateur" hinzustellen. Das überrascht mich nicht. Das war schon vor hundert Jahren so. Es ist nur bedauerlich, dass sich anscheinend nichts geändert hat.
• ... "Hass auf Kiew treibt Ostukrainer an die Wahlurne", berichtete Spiegel online aus Mariupol, der Stadt, in der zuvor die ukrainische Nationalgarde aus Neofaschisten mordete. Ich wunderte mich, dass da nicht stand: "Putin lässt Ostukrainer an die Wahlurnen treiben". Erstaunlich sachlich ein FAZ-Bericht zum Referendum: "Zornig in langen Schlangen". Hier noch ein "unbequemer" Text dazu: "Donezk und Lugansk nehmen beim Referendum ihr Schicksal in die Hand" ...
Conrad Schuhler vom isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. in München schreibt im Zusammenhang mit den Berichten über US-Söldner in der Ostukraine:
"Die Bundesregierung nahm diese Informationen zur Kenntnis, ohne ihren Kurs auch nur im Geringsten zu ändern oder sie auch nur an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Die Losung blieb die alte, sie wurde noch lauter vorgetragen: Der Russe ist der Aggressor, das Problem liegt nicht in Kiew oder gar bei der Politik des Westens, es liegt allein in Moskau. Der Knackpunkt sei: Putin müsse sich bewegen, endlich die Machthaber in Kiew machen lassen. Eine Abstimmung in der Ost-Ukraine würde man nicht anerkennen, die sei völkerrechtswidrig.
Wenn Berlin oder Washington das Wort "völkerrechtswidrig" in den Mund nehmen, muss man nun noch mehr aufmerken als zuvor. Dass die Blackwater-Söldner in der Ukraine ihr Unwesen treiben können, setzt die Unterstützung Kiews und des CIA und damit der Regierung in Washington voraus. Die Kenntnis und damit die insgeheime Billigung durch die deutsche Regierung liegen vor. Etwas, das völkerrechtswidriger ist als der geheim gehaltene Einsatz hochbezahlter Killer-Kommandos gegen die Bevölkerung, ist kaum vorstellbar. Und doch lässt die Bundesregierung dies unkommentiert geschehen und greift die Seite an, die auch von Blackwater angegriffen wird. Diese Regierung ist nicht nur unglaubwürdig, sie handelt pflichtvergessen, sie unterstützt Kriegsverbrechen."
14. Mai 2014
• Jens Berger dazu auf den Nachdenkseiten am 14.5.14: "Am Montag vermeldete der ukrainische Energiekonzern Burisma eine Personalie mit besonderer Bedeutung: Hunter Biden soll künftig als neues Vorstandsmitglied den Konzern in rechtlichen Fragen beraten und in internationalen Gremien vertreten. Hunter Biden ist der Sohn des US-Vizepräsidenten Joseph Biden und Burisma hat starke wirtschaftliche Interessen im Süden und Osten der Ukraine. Selbst im schmutzigen Öl- und Gasgeschäft kommt es selten vor, dass die politische Klasse derart schamlos persönliche Interessen verfolgt. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?"
Die Reihe wird fortlaufend aktualisiert. (Hier geht es zu Folge 1, hier zu Folge 2, hier zu Folge 3, hier zu Folge 4, hier zu Folge 5, hier zu Folge 6, hier zu Folge 7, hier zu Folge 8, hier zu Folge 9, hier zu Folge 10, hier zu Folge 11, hier zu Folge 12, hier zu Folge 13, hier zu Folge 14, hier zu Folge 15, hier zu Folge 16, hier zu Folge 17, hier zu Folge 18)