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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!
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Donnerstag, 20. Juni 2013

Was Obama nicht gesagt hat

Vor dem Auftritt des US-Präsidenten Barack Obama in Berlin am 19. Juni 2013, vor dem Brandenburger Tor und hinter dickem Panzerglas, hatte ich geschrieben "Was Obama nicht sagen wird". Das wurde bestätigt, die (Nicht)Erwartungen erfüllt. Eine gute Beschreibung und Analyse des Obama-Auftritts gibt Wolfgang Lieb auf den NachDenkSeiten am 20. Juni 2013: "Politik braucht Darstellung, zur Demokratie gehören Massenversammlungen, große Reden brauchen Sätze, die sich ins kollektive Gedächtnis eingraben. Nichts davon, war gestern bei Obamas und Merkels Auftritt auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor ausfindig zu machen. Die ganze Inszenierung war wie eine bombastische Attrappe, die jeden Augenblick zu zerbersten drohte. Da saßen die Hauptakteure wie in einem Aquarium hinter einer riesigen schusssicheren Glaswand. Auf den umstehenden Dächern wachten unverkennbar Scharfschützen. Der Platz auf der westlichen Seite des Brandenburger Tors war leergefegt und die Straße des 17. Juni war menschenleer. ..."

"Historisch war einzig der Ort", stellt Patrick Marcolli im Schweizer Tages-Anzeiger am 20. Juni 2013 fest. Und weil vieles fehlte, was Obama hätte sagen können, hier noch ein Nachtrag dazu:

Auch das, was John F. Kennedy am 27. April 1961 in New York vor den US-Zeitungsverlegern sagte, war nicht im Ansatz von Obama am 19. Juni 2013 in Berlin zu hören. Weil es so passt, sei nochmal daraus zitiert: Kennedy sprach damals u.a. von der "Notwendigkeit für weitreichende öffentliche Information; und erst in zweiter Linie die Notwendigkeit für weitergehende Geheimhaltung."
Und weiter: "Schon vor langer Zeit haben wir entschieden, daß die Nachteile einer übermäßigen Geheimhaltung die Gefahren übersteigen, mit denen diese gerechtfertigt wird. Es macht wenig Sinn, einer unfreien Gesellschaft zu begegnen, indem man ihre Beschränkungen imitiert.
Auch heute hat das Überleben unserer Nation keinen Wert, wenn unsere (freiheitlichen) Traditionen nicht ebenfalls fortbestehen. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, daß der Vorwand der Sicherheit mißbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen.
...
Diese Administration beabsichtigt, freimütig zu ihren Irrtümern zu stehen. Denn wie ein weiser Mann einst sagte: "Ein Irrtum wird erst zu einem Fehler, wenn man sich weigert, ihn zu korrigieren." Wir beabsichtigen, die volle Verantwortwortung für unsere Irrtümer zu übernehmen; und wir erwarten von Ihnen, diese aufzeigen, wenn wir dies versäumen. ..."
Im Gegensatz zu vielen, die von der Rede erzählen und gar für eines der Motive für Kennedys Ermordung halten, halte ich sie nicht für eine Warnung vor einer inneren Gefahr, eine Verschwörung vielleicht des Militärisch-Industriellen Komplexes in den USA, vor dem Kennedy-Vorgänger Dwight D. Eisenhower warnte. Kennedy schien eher vor den Spionage-Aktivitäten des Ostens gegen die USA zu warnen bzw. diese als Ausgangspunkt zu nehmen. Es sind eher Warnungen vor den inneren Folgen des "Kalten Krieges" gewesen. Dennoch bleiben seine Schlußfolgerungen interessant, weil sie eben andere sind, als diejenigen, die das US-Machtsystem heute, mit welchem Präsident auch immer an der Spitze, zum Beispiel aus dem "Krieg gegen den Terror" zieht. Und das gehört zu den Unterschieden zwischen Kennedy und Obama.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Was Obama nicht sagen wird

Die Rede von US-Präsident Barack Obama vor dem Brandenburger Tor in Berlin wird mit Interesse erwartet. Was er nicht sagen wird, zeigt eine Rede von John F. Kennedy.
Der einstige und ermordete US-Präsident Kennedy wird immer wieder als Vorgänger und Vorbild für Barack Obama bezeichnet bzw. Obama als dessen Wiedergänger. Doch an diesen dürfte er nicht herankommen, auch nicht mit seiner Rede, die für 15 Uhr am heutigen Mittwoch angekündigt ist.
Wie weit Obama von Kennedy entfernt ist, zeigt eine Rede, die der im November vor 50 Jahren ermordete US-Präsident am 10. Juni 1963 vor der "American University" in Washington hielt. Knut Mellenthin hat vor einigen Tagen in der jungen Welt daran einnert: "Kennedys Rede in der American University kreiste nach den üblichen höflichen Einleitungsworten ausschließlich um ein Thema, »über das allzu oft Ignoranz herrscht und zu selten die Wahrheit wahrgenommen wird, obwohl es das wichtigste Thema der Erde ist: der Weltfrieden«. »Ich spreche von echtem Frieden«, sagte der Präsident, »die Art von Frieden, die das Leben auf Erden lebenswert macht, die Art, die Menschen und Nationen ermöglicht zu wachsen, zu hoffen und ein besseres Leben für ihre Kinder aufzubauen. Nicht nur Frieden für die Amerikaner, sondern Frieden für alle Männer und Frauen. Nicht nur Frieden in unserer Zeit, sondern Frieden für alle Zeiten.« ...
Nicht nur die Führer der Sowjetunion müßten ihre Einstellung ändern, betonte Kennedy im erstaunlichsten Teil seiner Rede, sondern »auch wir müssen unser Verhalten überprüfen – als Individuen und als Nation –, denn unser Verhalten ist ebenso wesentlich wie ihres«. ..."
Mellenthin erinnert auch daran, dass den guten Worten wenig an realen politischen Schritten folgte, aber immerhin: "Am 5. August 1963 unterzeichneten die Vertreter der Sowjetunion, der USA und Großbritanniens das sogenannte Begrenzte Teststoppabkommen.". Doch: "Dieser Vertrag ist jedoch bis heute nicht in Kraft getreten, weil ihn unter anderem die USA nicht ratifiziert haben."
Ob Obama in Seiner Rede vor dem Brandenburger Tor unter Ausschluss der Öffentlichkeit und vor ausgesuchtem Publikum Russland u.a. anbietet, nicht nur atomar (ein wenig) abzurüsten, sondern auch diesen Vertrag endlich umzusetzen? Sicher wird er wieder von Frieden und Freiheit und der weltweiten Förderung von demokratischen Werten reden, so wie diese die USA bzw. die US-Regierung und die hinter ihnen stehenden real Herrschenden und Mächtigen verstehen und meinen. Kennedys Worte "auch wir müssen unser Verhalten überprüfen", werden von Obama höchstwahrscheinlich nicht wiederholt.