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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!
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Dienstag, 15. Januar 2013

Frankreichs Rohstoffsicherungskrieg

Frankreich führt nun richtig Krieg in seiner ehemaligen Kolonie Mali. Sicherheit und Demokratie sind ein weiteres Mal Vorwand für simplen Neokolonialismus.
So sehr ich die Mainstream-Medien kritisiere, so gern zitiere ich sie dann, wenn das, was sie schreiben oder senden, für sich spricht. Und so muss ich  wiedergeben, was Spiegel online vor drei Stunden meldete: "Erst wirkte es wie eine kurze Intervention, jetzt verlegt Frankreich 2500 Soldaten nach Mali. Präsident Hollande ruft weitreichende Ziele aus: ein Ende der Terror-Herrschaft im Norden Malis und Demokratie für das ganze Land." Natürlich bleibt sich das angebliche investigativste Medium treu und belegt das Gegenteil seines Anspruches, in dem es den französischen Neokolonialkriegern erklärt: "Bis dahin ist es ein langer Weg." Unkritisch wird Frankreichs Präsident François Hollande zitiert: "Bevor wir wieder gehen und die Mission beenden, muss Mali sicher sein, eine legitime Ordnung und einen Wahlprozess haben, und die Terroristen dürfen die Integrität des Territoriums nicht mehr gefährden." Es werden keine Fragen zu den tatsächlichen Beweggründen der Neokolonialmacht gestellt, nur solche von der ganz besorgten Art wie, ob denn die französische Regierung auch die richtige Militärstrategie gewählt hat.
Wer Hintergründe erfahren will muss u.a. ein anderes Medium lesen, das zwar auch zum Mainstream gehört, aber da gibt es immer wieder Überraschungen. So ist bei der Wirtschaftswoche online von Frank Doll Folgendes zu lesen: "Den Militäreinsatz in Mali mit Sicherheitsinteressen zu begründen ist zynisch. Tief im Herzen Afrikas will Frankreichs Staatspräsident Hollande die Versorgung seines Landes mit dem Atomkraftbrennstoff Uran sichern. Geht die Operation schief, ist seine Regierung am Ende." Da bleibt mir nur zu sagen: Es geht doch, Kollegen! Und weil es so gut ist, sei noch ein bisschen aus der Wirtschaftswoche zitiert: "Die einzigen bekannten und strategisch wichtigen europäischen Interessen in der Region sind die Uran- und Ölvorkommen in Mali und die französischen Uranminen im angrenzenden Niger. Frankreich hängt als Atommacht und Atomstromland stark von der Versorgung mit Uran ab. Ein Drittel seines Uranbedarfs bezieht Frankreich aus dem Niger.  Um die weitere Destabilisierung des Landes zu verhindern greift Frankreich jetzt in Mali ein." Leider ist nicht zu hoffen, dass das Wirtschaftsmagazin nun dauerhaft das neue investigative Magazin ist, das der Spiegel sein will.
Und was macht die Bundesregierung, wenn in Paris zum Krieg gerüstet wird: Sie bietet logistische Unterstützung an, ganz wie es sich gehört. Über den längst vorhandenen deutschen Anteil an dem Konflikt in Mali hat Christoph Wackernagel auf hintergrund.de berichtet: "Umso fataler sind und waren die internationalen Bestrebungen, die politisch unverantwortliche und für Afrikas Zusammenhalt kontraproduktive Forderung der 'nationalen Unabhängigkeit der Tuareg' zu unterstützen. Als ein Beispiel sei hier nur die deutsche 'Gesellschaft für technische Zusammenarbeit', GTZ (heute: GIZ) genannt, die dort mit einem milliardenschweren Programm undurchsichtige Politik machte, deren Mitverantwortlichkeit für die auch dadurch möglich gemachte Katastrophe heute nicht mehr geleugnet werden kann.
Dies ist besonders bitter, weil gerade Mali innerhalb Westafrikas eine führende Rolle und die höchst entwickelte Kultur der Verständigung unter den Ethnien und der Überwindung althergebrachter Stammeskonflikte entwickelt und bis zur Eskalation Anfang dieses Jahres auch erfolgreich betrieben hatte. ..." Auch diesmal bin ich nicht überrascht von dem Geschehen, nur ein weiteres Mal enttäuscht, dass niemand die westlichen Kriegstreiber stoppen kann und will.

Mittwoch, 28. März 2012

Wissenswertes zu Mali

Ursprünglich wollte ich mich nicht zu Mali äußern, nun will ich doch etwas beisteuern.
Auch weil ich mir vorgenommen habe, auf Zusammenhänge, Hintergründe und Ursachen von Ereignissen aufmerksam zu machen, soweit mir das möglich ist. Und so sei auf einen interessanten und wissenswerten Beitrag von Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. hingewiesen: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie: Mali".  Er macht auf den Zusammenhang des in Folge des Libyenkrieges ausgebrochenen Konfliktes im Norden des Landes mit der „EU-Strategie für den Sahel", aber auch mit dem DESERTEC-Projekt aufmerksam.
"Kritiker_innen des Projekts wiesen früh auf die instabile Lage in der Region hin und darauf, dass die geopolitische Aufwertung der Region als Energielieferant und Investitionsstandort mit einer massiven Militarisierung einhergehen werde. Diese Befürchtungen basierten bereits u.a. auf den Planungen der EU-Sahel-Strategie, die ebenso wie ihr Pendant in Ostafrika im Kern darauf abzielt, die Staaten beim Aufbau ihrer Polizei- und Militärkräfte zu unterstützen."
Mir war vorher schon klar, dass auch in Mali der Westen ein Einflussfaktor und nicht ganz tatenlos ist, schon allein durch die frühere Kolonialmacht Frankreich. Die ist in all ihren ehemaligen Kolonien mehr oder weniger immer noch aktiv. Der Text von Marischka zeigt, welchen westlichen Einfluss es in Mali und der Region gibt.
Auch dazu soll nicht lang zitiert werden, sondern zum IMI-Beitrag verlinkt werden, denn selber lesen ist besser.
Hingewiesen sei auch nochmal auf einen Blogtext aus dem Februar von Angelika Gutsche zur Tuareg-Revolte.
aktualisiert 28.3.12, 23.51 Uhr