Gesammelte Nachrichten und Informationen zum Ukraine-Konflikt und dessen
Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast
ohne Kommentar
• Aufständische: Kiewer Verfassungsreform macht Wahlen im Donbass unmöglich
"Die
von Kiew eingeleitete Verfassungsreform macht die in den Minsker
Vereinbarungen vorgesehen Wahlen in der selbsterklärten Donezker
Volksrepublik (DVR) unmöglich, wie Denis Puschilin, Beauftragter der DVR
für die Minsker Friedensgespräche mit Kiew, am Sonntag sagte.
„Die
Werchowna Rada nimmt Änderungen an dem Gesetz über den Sonderstatus des
Donbass vor, die dem (vereinbarten) Maßnamenkomplex zur friedlichen
Regelung völlig widersprechen. Diese Änderungen machen die Durchführung
von Wahlen auf dem Territorium der DVR unmöglich“, so Puschilin.
Die
Verfassungsreform hätte mit Vertretern der „Volksrepubliken“ Donezk und
Lugansk abgestimmt werden müssen; dies sei aber bis jetzt nicht getan
worden, sagte der Chefunterhändler. Also könnten die betreffenden
Punkte (des Minsker Abkommens) als nicht erfüllt betrachtet werden, so
Puschilin." (Sputnik, 3.5.15)
• OSZE bestätigt Beschuss von Donezk und neue Kämpfe
"Ein
Team der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(OSZE) hat am Sonntag in Donezk die Zerstörungen nächtlicher
Artilleriegefechte dokumentiert. Laut Augenzeugen hat der Beschuss am
Samstag gegen 22.30 Uhr begonnen. Nach etwas mehr als zwei Stunden legte
sich der Gefechtslärm, doch die Folgen waren am Sonntag noch spürbar:
In Teilen der Stadt fiel die Gas- und Wasserversorgung aus, Wohnhäuser
und eine Schule wurden beschädigt. Sechs Rebellen und drei Zivilisten
sollen verletzt worden sein.
Vertreter der Separatisten präsentierten
den Beobachtern Bombensplitter, die von der Kanonade stammen sollen.
Der "Verteidigungsminister" der "Donezker Volksrepublik" Eduard Bassurin
warf Kiew dabei nicht nur den Bruch des Minsker Abkommens, sondern auch
der Genfer Konvention vor: Beim Beschuss sei verbotene
Schrapnellmunition verwendet worden, erklärte er. ...
Das
ukrainische Außenministerium wies die Vorwürfe wenig später als
"Provokation" zurück: "Ukrainische Soldaten haben weder diese Stadt,
noch irgendeine andere Ortschaft beschossen", die auf dem von Rebellen
kontrollierten Territorium liege, teilte das Außenamt mit. Die
Anschuldigung diene den Separatisten lediglich dazu, den
Waffenstillstand selbst zu brechen, heißt es in der Erklärung weiter.
Zugleich fordert auch Kiew die OSZE zur Prüfung des Sachverhalts auf.
..." (Der Standard online, 3.5.15)
• Schirokino weiter unter Kontrolle der Freikorps
"Entgegen
der jüngsten Vereinbarung der Normandie-Vier mit dem ukrainischen
Präsidenten Pjotr Poroschenko steht die Wohnsiedlung Schirokino im
Donbass weiterhin unter Kontrolle von Freiwilligenverbänden.
Der
stellvertretende Stabschef der Volkswehr der „Donezker Volksrepublik“,
Eduard Bassurin, hat am Sonntag die Mitteilung des Pressedienstes des
Regiments „Asow“ über einen teilweisen Abzug seiner Angehörigen aus
Schirokino zurückgewiesen. Ihm zufolge wird jetzt eine Rotation von
Soldaten vorgenommen. Kämpfer aus dem Regiment „Asow“ werden durch
Mitglieder des Bataillons „Donbass“ abgelöst, so Bassurin.
Der Pressedienst des Bataillons teilte auf Facebook mit:
„Im Zusammenhang mit der geplanten Rotation und dem Abzug eines Teils
des Regiments ‚Asow‘ hat das Bataillon ‚Donbass‘ zusätzlich
Kampfeinheiten in die Wohnsiedlung Schirokino einziehen lassen und
kontrolliert nun alle Stellungen“.
Der Bataillonskommandeur
Semjon Sementschenko hat diese Information in seinem Facebook-Account
bestätigt. Ihm zufolge steht Schirokino jetzt unter Kontrolle des
ukrainischen Militärs. Sementschenko wies die in Medien und
Sozialnetzwerken erschienen Informationen zurück, laut denen alle
Truppen aus Schirokino abgezogen worden waren.
Früheren
Berichten zufolge hat das ukrainische Freiwilligenregiment „Asow“ im
Raum von Schirokino eine Beobachtungsstelle der speziellen OSZE-Mission
– trotz Protesten der zur Mission gehörigen Offiziere – eingenommen.
..." (Sputnik, 3.5.15)
• Kiewer Truppen beschiessen Donezk
"Der
massive Beschuss von Donezk in der Nacht zum Sonntag hat großflächige
Zerstörungen in der Stadt verursacht, wie die Stadtverwaltung auf ihrer
Webseite mitteilt.
In der Stadt sei schweres Artilleriefeuer zu hören, heißt es.
Wie
der Chef der Verwaltung der Stadtbezirke Kiewski und Kuibyschewski,
Iwan Prichodko, der Donezker Nachrichtenagentur sagte, hat der
nächtliche Beschuss durch das ukrainische Militär großflächige
Zerstörungen im Bezirk Kiewski verursacht. Nach einem Geschosseinschlag
in einem Kesselhaus haben 25 Häuser keine Warmwasserversorgung mehr.
Die
Donezker Volkswehr hatte am Samstagabend mitgeteilt, dass die
ukrainischen Militärkräfte den Flughafen von Donezk sowie nächstgelegene
Ortschaften unter Beschuss genommen haben. Nach Angaben der
Volksmilizen sind Artillerieanlagen im Kaliber 120 bzw. 152 Millimeter
zum Einsatz gekommen. ..." (Sputnik, 3.5.15)
"Nach
Berichten über den Beschuss von Donezk mit großkalibriger Artillerie
hat der russische Außenminister Sergej Lawrow die OSZE aufgerufen, von
Kiew zu fordern, mit der Verletzung der Minsker Vereinbarungen
aufzuhören.
Lawrow hat den OSZE-Vorsitzenden und
Außenminister Serbiens, Ivica Dacic, in einem Telefongespräch
nachdrücklich aufgefordert, „seine Vollmachten geltend zu machen, damit
die Spezielle Beobachtermission der OSZE in der Ukraine von Kiew
fordert, die grobe Verletzung der Minsker Vereinbarungen unverzüglich
einzustellen“, heißt es in einer Mitteilung des russischen
Außenministeriums, die auf Facebook veröffentlicht wurde. ..." (Sputnik, 3.5.15)
• NATO hat "Rotes Telefon" zu russischer Armee eingerichtet
"Die
Nato verfügt erstmals seit Ende des Kalten Krieges wieder über einen
direkten Draht zum russischen Militär. „Die Nato und die russischen
Militärbehörden unterhalten Kommunikationsverbindungen. Sowohl der
Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des
Nato-Militärausschusses haben die Erlaubnis, sich mit ihren russischen
Kollegen in Verbindung zu setzen“, teilte die Allianz auf Anfrage der
Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit. Die Kommunikationskanäle
seien jederzeit offen und würden regelmäßig getestet, heißt es weiter.
Die
Nato machte keine Angaben dazu, wann das System aktiviert wurde. Aus
einer nationalen Delegation erfuhr die F.A.S., dass der russischen Seite
in der vergangenen Woche Kontakt-Nummern übermittelt worden seien. Der
Vorgang wurde als „geheim“ eingestuft. Er geht zurück auf eine
Initiative des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD).
..." (FAZ online, 3.5.15)
• Sachartschenko: Seit dem Odessa-Massaker gibt es keine Ukraine mehr
"Nach
der vorjährigen Brandtragödie in Odessa hat die Ukraine aufgehört, ein
Staat zu sein, wie Alexander Sachartschenko, Chef der selbsterklärten
Volksrepublik Donezk, am Samstag sagte.
Am 2. Mai 2014 haben
„wahnsinnig gewordene ukrainische Politiker ein unerhörtes Verbrechen
gegen das eigene Volk begangen“, zitiert die Donezker Nachrichtenagentur
Sachartschenko. „Entsetzen, Schmerz und Tränen erfassten Odessa.“ Es
sei das Nachspiel vom „Maidan-Albtraum" gewesen.
„An diesem
Tag mussten wir neben den Einwohnern von Odessa zugeben: Ein Land mit
dem Namen Ukraine gibt es nicht mehr – es starb für uns gemeinsam mit
Dutzenden zu Tode gequälten Einwohnern von Odessa.“ Alle Schuldigen
werden dies verantworten, fügte er hinzu. ..." (Sputnik, 2.5.15)
"...
Der ukrainische Parlamentarier Igor Mossijtschuk von der Radikalen
Partei bezeichnete indessen die Ereignisse in Odessa als „markanter Tag
für die Ukraine“ sowie als eine „Säuberungsaktion“. Er würdigte
via Facebook „ukrainische Patrioten“, die „das ukrainische Odessa vor
Besatzern und Kollaborateuren gehalten“ und es zum südlichen Vorposten
der Ukraine am Schwarzen Meer gemacht hätten.
„Ich bin stolz! Ich gratuliere zum Fest, meine Herren“, schrieb er abschließend." (Sputnik, 2.5.15)
• Gericht in Wien lehnt Auslieferung des Oligarchen Firtasch an USA als unzulässig ab
"Österreich liefert den ukrainischen Oligarchen Dmitrij Firtasch nicht an die USA aus. Das hat ein Gericht in Wien entschieden. In der Urteilsentscheidung hieß es, dass die Anklage aus den USA in Teilen politisch motiviert sei und die Auslieferung deswegen “nicht zulässig”. Die USA
hätten Firtasch mit dem erlassenen Haftbefehl, der als wichtiger
Unterstützer des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch gilt, aus
dem politischen Leben in der Ukraine abziehen wollen.
Dem Unternehmer wird nach Ermittlungen des FBI
wegen der angeblichen Verwicklung in einen internationalen
Korruptionsskandal gesucht. Er steht im Verdacht, durch die Bestechung
indischer Behörden im Jahr 2006 eine Ausbeutungslizenz für Titan in
Indien erworben zu haben.
Nach der Urteilsentscheidung
erklärte Firtasch: “Ich bin froh über das Ergebnis. Ich war von Anfang
an davon überzeugt, dass die österreichische Justiz mich fair behandeln
würde. Doch ich war auch besorgt denn die Vereinigten Staaten sind nun
einmal die Vereinigten Staaten. Deshalb hatte ich gemischte Gefühle und
war auf jede Entscheidung vorbereitet. Doch ich wusste, dass ich nichts
falsch gemacht habe und dass dieser Fall von Anfang an politisch
motiviert war.”
Firtasch wurde im März 2014 in Wien
verhaftet. Nach der Zahlung von einer Rekordsumme von 125 Millionen Euro
Kaution konnte er sich in Österreich aber frei bewegen. ..." (Euronews, 1.5.15)
• Berlin drängt angeblich Kiew, Minsk II zu erfüllen
Berlin und seine EU-Partner drängen laut einem Bericht der Financial Times vom 26.4.15
Kiew, das zweite Minsker Abkommen vom Februar zu erfüllen. Dem Blatt
zufolge geschieht das aus Angst, dass Russland sonst eine Entschuldigung
für eine "erneute Aggression" hätte. Die Warnungen kämen aus
Berlin, Paris und London und seien von Jean-Claude Juncker beim
EU-Ukraine-Gipfel an Kiew übermittelt worden. Angeblich wolle die EU die
Spannungen mit Russland entschärfen, während Washington derzeit mit
fortgesetzten und verschärften Sanktionen droht.
EU-Diplomaten würden
den Aufständischen vorwerfen, Minsk II mehr zu verletzen wie Kiew.
Dennoch solle der Kiewer Präsident Petro Poroschenko vorangehen und die
politischen Klauseln von Minsk II umsetzen, so die Zeitung. Deutsche
Diplomaten meinten danach, Kiew müsse sich kooperativer verhalten. Das
Blatt zitiert Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für
Auswärtige Politik (DGAP), demzufolge deutsche Diplomaten mit beiden
Seiten reden, aber vor allem Kiew auffordern, sich zu bewegen. Geschehe
das nicht, habe Russland die Möglichkeit, den Konflikt zu verlängern.
Berlin ist laut der Financial Times besorgt, dass Kiew die
Umsetzung des politischen Teils von Minsk II verschleppe, insbesondere
die politische Dezentralisierung, die Kiew entgegen der Minsker
Vereinbarung erst nach Kommunalwahlen umsetzen will. Zudem habe Außenminister Frank-Walter Steinmeier in einem Schreiben an Juncker
gefordert, die EU solle russische Bedenken zum Freihandelsabkommen mit
der Ukraine berücksichtigen. Der deutsche Außenminister habe Dreier-Gespräche vorgeschlagen und Juncker gebeten "die große Flexibilität, die die Vereinbarung bietet, zu nutzen."
• Führt die Spur der Maidan-Scharfschützen nach Polen?
Die
Scharfschützen, die im Februar 2014 zielgerichtet auf dem Kiewer
Maidan-Platz Demonstranten und Sicherheitskräfte erschossen, seien in
Polen ausgebildet worden. Das sagte der polnische EU-Abgeordnete und
Präsidentschaftskandidat der Partei KORWiN Janusz Korwin-Mikke in einem Interview mit dem polnischen Online-Magazin WP Wiadomosci am 15.4.15. "Wir haben Washington einen Gefallen getan",
so der Politiker auf die Frage, warum das geschehen sei. Für ihn ist
sind der "Maidan" eine Operation des US-Geheimdienstes CIA, unterstützt
aus Polen – "es war auch unsere Operation". Korwin-Mikke, beruft sich u.a. auf den Außenminister Urmas
Paet, neben dem er im Eurpoaparlament sitze. Paet hatte am 26.2.14 in einem abgehörten Telefonat mit der damaligen EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton
von seinem Verdacht berichtet, dass nicht der gestürzte Präsident
Wiktor Janukowitsch hinter den Scharfschützen stecke. Darauf sei er bei
seinem Besuch in Kiew aufmerksam gemacht worden.
Kortwin-Mikke
spricht sich in dem Interview auch für eine unabhängige Ukraine aus und
bezeichnet die aktuellen Ereignisse in der Ukraine als eine
amerikanische Aggression gegen Russland.
Auf die polnische Spur zu
den Maidan-Scharfschützen hatte bereits der ehemalige Chef des
ukrainischen Geheimdienstes SBU, Aleksandr Jakimenko, in einem Interview mit der russischen Zeitung Vesti, veröffentlicht am 12.3.14, hingewiesen (siehe auch chartophylakeion tou polemu, 13.3.14). Die radikalen Kräfte auf dem Maidan seien für den Staatsstreich trainiert worden. "Diese Trainingslager bestanden seit den Zeiten Juschtschenkos", so Jakimenko. "Wir
haben sie im Endeffekt nicht ausschalten können. Sobald wir daran
gingen, sie in die Zange zu nehmen, verlagerten sie sich nach Polen,
nach Litauen oder Lettland." Polen habe sich als Mittler des von
den USA betriebenen Umsturzes in der Ukraine betätigt. Die Polen hätten
in Kiew ihre eigenen Ambitionen und eine "sichere Deckung". "Alle
Kommandos kamen aus der US-Botschaft oder aus der Vertretung der EU, von
Herrn Tombiński, der selbst ein polnischer Staatsbürger ist. Die Rolle
Polens beim Umsturz in der Ukraine ist also höchst bedeutend ..."
Die
polnische Spur könnte eine Erklärung für die immer wieder in Berichten
und Beiträgen zum Maidan-Massaker erwähnte mirakulöse "dritte Kraft"
(siehe u.a. FAZ online am 8.2.15)
liefern. Manche der jetzt in Kiew Herrschenden behaupten, diese Kraft
säße in Moskau. Manches deutet daraufhin, dass sie dagegen ihre
Auftraggeber in Warschau hatte, als Dienstleistung für Washington.
Auf die Äußerungen des polnischen Politikers Korwin-Mikke wurde ich durch einen Beitrag auf der Website der "Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg" aufmerksam.
→ hier geht's zu Folge 201
→ alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen
→ die täglichen Berichte der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine
• Wie im Kosovo so in der Ukraine
"Ein
Jahr nach dem von Berlin geförderten Umsturz in der Ukraine werfen
aktuelle Berichte ein neues Licht auf das Kiewer Massaker vom 20.
Februar 2014. Das Blutbad, bei dem mehr als 50 Menschen zu Tode kamen,
forcierte den Sturz von Staatspräsident Wiktor Janukowitsch und wurde
zugleich genutzt - auch in Deutschland -, um ihn zu legitimieren. Wie
Zeugen nun bestätigen, begann es mit tödlichen Schüssen bewaffneter
Demonstranten auf Polizisten; die Repressionskräfte hätten das Feuer
demnach erst erwidert, als sie beim Rückzug erneut in einen Kugelhagel
geraten seien. Trifft dies zu, dann kann von einem von der Regierung
gezielt geplanten Massaker keine Rede sein. Zudem deuten Indizien nach
wie vor darauf hin, dass auch die Scharfschützen, die anschließend
gezielte Todesschüsse abgaben, der damaligen Opposition zuzurechnen
waren. Das Blutbad ist bis heute ebensowenig aufgeklärt worden wie etwa
der Tod von mehr als 40 Kosovo-Albanern Mitte Januar 1999 in Račak, der
vom Westen ungeachtet gegenteiliger Hinweise als Resultat einer
Massenexekution deklariert wurde und maßgeblich zur Legitimation des
Überfalls auf Jugoslawien beitrug. Weitere Fälschungen und Lügen von
Politik und Medien vor und während des Kosovo-Kriegs belegen, dass
Manipulationen wie diejenigen im Ukraine-Konflikt nicht neu sind,
sondern vielmehr zum Standardrepertoire des deutschen Establishments in
eskalierenden Konflikten gehören. ...
Dass das Massaker
trotz aller Unklarheiten bis heute zur Legitimation für Janukowitschs
Sturz herangezogen wird, erinnert an ähnliche Verfahrensweisen in
früheren Konflikten - so etwa bei der Legitimation des Kosovo-Kriegs.
Höchste Bedeutung kam damals dem "Massaker von Račak" zu. Am 16. Januar
1999 waren in dem südserbischen Dorf mehr als 40 Leichen von
Kosovo-Albanern gefunden worden. Die damaligen Behauptungen westlicher
Politiker und Medien, es habe sich bei ihnen um Opfer einer Hinrichtung
durch serbische Repressionskräfte gehandelt, sind nie glaubhaft bewiesen
worden. ...
Weitere Geschehnisse vor und während des
Kosovo-Kriegs belegen ebenfalls, wie im "freien Westen" längst vor dem
Ukraine-Konflikt die Berichterstattung massiv manipuliert wurde. Dies
ergibt sich beispielsweise aus Schilderungen deutscher Militärexperten,
die im Namen der OSZE sowie einer EU-Mission die Lage in der
südserbischen Provinz um den Jahreswechsel 1998/99 beobachteten. ..." (German Foreign Policy, 23.2.15)
Siehe auch den Beitrag "Neue Berichte zu den Todesschüssen auf dem Maidan" im Blog Blauer Bote Magazin vom 20.2.15
• "Antiterroroperation" in Charkiw
"... Auf
eine gleichartige Demonstration in Charkiw wurde am Sonntag offenbar ein
Anschlag verübt. Drei Menschen starben bei einer Explosion zu Beginn
des Marsches, etwa zehn wurden verletzt. Eine Bekennermeldung zu dem
Anschlag gab es zunächst nicht. Die Medien der Aufständischen meldeten
den Vorfall auffallend neutral und vermieden zunächst jede
Kommentierung. Auf der Demonstration wurden die Fahnen des
faschistischen Bataillons »Ajdar« gezeigt. Im Anschluss an den
mutmaßlichen Anschlag erklärte der Chef des ukrainischen
Sicherheitsrates, Alexander Turtschinow, den Beginn einer
»Antiterroroperation« in Charkiw. Die Kiewer Behörden meldeten die
Festnahme von vier Personen, die einen Granatwerfer bei sich gehabt
hätten. Ob es sich um die Täter handelt, ist unklar. Die örtliche
Staatsanwaltschaft hatte eine am Straßenrand abgelegte Sprengladung als
Ursache der Explosion genannt, keinen Beschuss. In Charkiw hat es in den
letzten Monaten etliche Anschläge auf ukrainische Militäranlagen und
Behörden sowie Bahnanlagen gegeben, bisher hatten diese nur Sachschaden
angerichtet. ..." (junge Welt, 23.2.15)
• Verhängnisvoller neuer "Kalter Krieg"
"Der neue Kalte Krieg unterscheidet sich vom früheren in mehreren Punkten. Er könnte gefährlicher werden als der alte.
Von Wladimir Kosin
Obwohl
der Kalte Krieg offiziell mit der Annahme der »Pariser Charta für ein
neues Europa« am 21. November 1990 für beendet erklärt wurde, hörte
diese besondere Form von Krieg nie auf. Mehr noch, der erste Kalte Krieg
hat zum Jahreswechsel 2014/2015 ein qualitativ neues Ausmaß angenommen.
(...)
Mit der Aufpäppelung eines weiteren antirussischen
Partners in Gestalt der Ukraine und der gewaltsamen Lösung von Aufgaben
anderswo durch die führenden Länder des transatlantischen Bündnisses
wurde eine neue Phase des Kalten Krieges eingeleitet, die weniger
berechenbar und gefährlicher ist als ihre Nachkriegsvariante.
Sie unterscheidet sich von der alten durch folgende Merkmale:
1.
Es gibt vermehrte Versuche eines ungesetzlichen Machtwechsels im
postsowjetischen Raum. Das geschieht insbesondere mit Hilfe von
Spezialdiensten der führenden NATO-Länder, mit breiter Nutzung der
Massenmedien, der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie von
Nichtregierungsorganisationen. (...)
2. Die Massierung
militärischen Potentials und militärischer Aktivitäten der NATO direkt
an den Grenzen der Russischen Föderation hat eine qualitativ höhere
Stufe erreicht. (...) ...
Das Resümee lautet: Die neue Phase des
Kalten Krieges kann sehr schnell in einen »heißen« Krieg« umschlagen.
Die Initiatoren sind die USA und die führenden NATO-Länder (...). Das
Verhängnisvolle dabei ist: Die negativen Folgen dieses Krieges wirken
sich nicht nur auf die russisch-amerikanischen Beziehungen und die
Beziehungen zwischen Russland und der NATO aus, sondern auf die globale
Situation insgesamt. Russland kann keine neue Phase des Kalten Krieges
und keinen irgendwie gearteten »heißen« Krieg für sich oder für die
gesamte übrige Welt zulassen.
Wladimir Kosin leitet die
Beratergruppe beim Direktor des Russischen Institutes für Strategische
Studien in Moskau. Auf der Konferenz »Jalta 1945: Vergangenheit,
Gegenwart, Zukunft«, die am 4. und 5. Februar im Liwadija-Palast auf der
Krim stattfand, hielt er den hier abgedruckten, redaktionell gekürzten
Vortrag. ..." (junge Welt, 23.2.15)
• Schocktherapie des IWF führt in die Katastrophe und bietet Garantie für Spekulanten
"»Ein
gutes Rezept für eine Katastrophe.« So beschreibt Josh Cohen, Experte
für postsowjetische Wirtschaften, die »Schocktherapie«, die der
Internationale Währungsfonds (IWF) mit der Unterstützung des Westens zur
Zeit in der Ukraine durchführt.
Er erläutert: »Die Ukraine
befindet sich wirtschaftlich momentan im freien Fall. Das hat in erster
Linie mit dem Krieg und den Problemen, die das Janukowitsch-Regime und
25 Jahre miserable Regierungsführung hinterlassen haben, zu tun.« Das
Land habe 2014 ungefähr 7,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verloren.
»Das ist deutlich mehr, als ursprünglich vom IWF vorhergesagt«, so
Cohen weiter, der als Kenner der Situation in der Ukraine häufig in The
Moscow Times und Foreign Policy schreibt.
Die Regierung in Kiew hat
schon eine Reihe von Steuern erhöht und die bereits niedrigen Renten und
Gehälter von Regierungsangestellten gekürzt. Darüber hinaus wurde der
Mindestlohn eingefroren. Gassubventionen für Verbraucher werden
vollständig im Verlauf der nächsten zwei Jahre abgeschafft. Als
Bedingung für ein Kreditpaket des IWF mit einem Wert von 17 Milliarden
Dollar über zwei Jahre, verpflichtete sich das neue, prowestliche Regime
in Kiew im April 2014 zu einem umfassenden Sozialabbau. Wenn aber die
einfache Bevölkerung der Ukraine, die bereits in einem der ärmsten
Länder Europas lebt, den Gürtel enger schnallen muss, wem kommt dann
dieses Geld zugute?
Nach einem Artikel des Wall Street
Journal (WSJ) benutzte die US-Investmentfirma Franklin Templeton die
politischen Unruhen, die im November 2013 in der Ukraine ausbrachen, um
auf das Land zu »wetten«. Das Unternehmen kaufte billige ukrainische
Staatsanleihen, die bei einer schnellen Lösung der Krise im Wert steigen
würden. Dem WSJ zufolge hat Franklin Templeton für mehr als sieben
Milliarden Dollar ukrainische Staatsanleihen gekauft. ...
Einer
der Hauptpunkte des IWF-Programms für die Ukraine bestimmt, dass das
Land seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen muss. Mit anderen
Worten, dass Investoren wie Franklin Templeton so weit wie möglich
schadlos bleiben. Cohen argumentiert: »Ich hätte nichts dagegen,
Franklin Templetons Ausgangslage zu haben: Ich pokere und investiere in
ein Land. Wenn dieses Land in Schwierigkeiten gerät, weiß ich, dass
zumindest meine Verluste abgedeckt werden. Bei einem für mich positiven
Verlauf kann ich jedoch enorm profitieren.« ...
»Die
Regierung in Kiew bemüht sich sehr, den IWF-Empfehlungen zu folgen. Die
neuen Minister sind bereit, alles in ihrer Macht zu tun, um das Programm
durchzuführen«, sagt Cohen. Ein Sprecher von Franklin Templeton erzählt
gegenüber dem Economist über die Bedeutung der Hilfspakete und
IWF-Aktivitäten in der Ukraine: »Ihre Anwesenheit oder Abwesenheit hat
unsere Investitionen nicht direkt beeinflusst.« Schon im Herbst erkannte
der IWF, dass das erste Kreditpaket nicht ausreichen und die Ukraine
wahrscheinlich ein zusätzliches Darlehen in der Größenordnung von 19
Milliarden Dollar brauchen werde.
»Wenn du Franklin
Templeton bist und stark in ukrainische Schulden investiert hast, kannst
du nichts anderes als begeistert sein. Dann sitzt du einfach und
wartest, bis der IWF und der Westen auch die neuen Kredite genehmigen«,
fasst Josh Cohen zusammen." (junge Welt, 23.2.15)
Siehe auch: "Der
Anleiheinvestor Michael Hasenstab verärgert mit seinen Investitionen in
die Ukraine das amerikanische Außenministerium. Die politischen Folgen
seiner Kredite sind für den Amerikaner zweitrangig. Für seine Anleger
zahlt sich das aus. ...
Amerikanische Diplomaten waren
verärgert, weil Hasenstab in den vergangenen Jahren in großem Stil
ukrainische Staatsanleihen erworben hatte. Ende 2012 hielt Hasenstab
ukrainische Papiere im Wert von 8 Milliarden Dollar – 16 Prozent der
insgesamt ausstehenden Anleihen. Die Diplomaten nahmen das Hasenstab
übel, weil er aus ihrer Sicht damit den prorussischen Präsidenten Viktor
Janukowitsch stützte, der im Februar gestürzt wurde.
Hasenstab
hält an seinen Anlagen auch nach dem Regierungswechsel fest. Ende
September dieses Jahres besaßen von Hasenstab verantwortete Fonds
ukrainische Anleihen im Wert von 8,8 Milliarden Dollar. ..." (FAZ online, 25.11.14)
• Ex-Premier: Staatsstreich in Kiew nach US-Drehbuch
"Ein
Jahr nach dem blutigen Staatsstreich in der Ukraine wirft der
ukrainische Ex-Ministerpräsident Nikolai Asarow den USA vor, den Umsturz
dirigiert zu haben. Kiew hat unterdessen einen Haftbefehl gegen den im
Exil lebenden Asarow erlassen.
Die Ereignisse von 2013/2014 in Kiew
seien nach einem von den USA verfassten Szenario abgelaufen, sagte
Asarow (67) am Sonntag im russischen Fernsehen. Die Hauptakteure auf dem
Kiewer Protest-Platz Maidan bezeichnete er als Marionetten. „Das
Szenario lag in der US-Botschaft. Auch die wichtigsten Strippenzieher
waren nicht auf dem Maidan. Dort waren nur Strohpuppen ohne Macht und
realen Einfluss.“
Während der Verhandlungen zwischen Präsident Viktor
Janukowitsch und der Opposition sei Arsenij Jazenjuk (damals einer der
Maidan-Anführer und heute ukrainischer Regierungschef) „jeden Tag bei
der amerikanischen Botschaft vorbeigekommen und hat Anweisungen geholt“,
sagte Asarow. Die Abmachungen zwischen Janukowitsch und der Opposition,
die auch von drei EU-Außenministern als Garanten unterschrieben wurden,
seien schließlich nur von Janukowitsch erfüllt worden. Die von den
damaligen Außenministern Deutschlands, Polens und Frankreichs am 21.
Februar mitunterzeichnete Vereinbarung über die Beilegung der Krise
in der Ukraine bezeichnete Asarow als „Höchstmaß an Zynismus und Betrug
in der Geschichte der Diplomatie.“
Laut Asarow hatte der
damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch mit seiner Ablehnung
des Nato-Beitritts Unmut des Westens auf sich gezogen. „Dieser Kurs
gefiel den USA und einigen ihrer EU-Partner nicht: Sie lasen uns immer
wieder die Leviten“, erinnerte Asarow. Auch die Bedenken der damaligen
ukrainischen Regierung gegen das Assoziierungsabkommen mit der EU seien
im Westen auf „Missfallen“ gestoßen. „Wir hatten vor enormen
Wirtschaftsverlusten gewarnt, sollte das Abkommen unüberlegt
unterschrieben werden“, sagte Asarow. „Die EU-Leitung begann uns unter
kolossalen Druck zu setzen, damit wir unsere Zweifel zurückstellen und
das Abkommen doch unterzeichnen…Man suchte nach einem Vorwand, um unsere
Regierung zu stürzen. Uns wurde gesagt: Wenn ihr das Abkommen nicht
unterschreibt, wird eine andere Regierung es unterschreiben“. ..." (Sputnik, 22.2.15)
• Ukraine bereitet sich angeblich auf Krieg gegen Russland vor
"Die
Ukraine bereitet sich laut dem stellvertretenden Außenminister Wadim
Pristajko zu einem „großangelegten Krieg“ gegen Russland vor und
benötigt dafür Waffen aus dem Westen.
„Die Einsätze sind
sehr hoch. Wir wollen keine Angst machen, aber wir bereiten uns auf
einen großangelegten Krieg vor“, sagte Pristajko am Samstag in einem Interview des kanadischen Radiosenders CBC.
Die Ausbildungshilfe, die Kanada seit Jahren der ukrainischen Armee
erweise, reiche nicht mehr aus, so der Kiewer Vizeaußenminister weiter.
„Wir wollen, dass Kanada tödliche Waffen in die Ukraine schickt. Die
Waffen, mit denen wir uns verteidigen könnten.“ Auch lege Kiew großen
Wert auf die Finanzhilfen, die Kanada und Japan versprochen hätten. ..." (Sputnik, 22.2.15)
• Klitschko will Waffen von der NATO
"Der
frühere Boxweltmeister und heutige Bürgermeister von Kiew, Witali
Klitschko, ruft die NATO-Staaten zu Waffenlieferungen an die ukrainische
Armee auf. Seinen Ruf gen Westen nach Kriegsgerät hat er am Freitag über das Springer-Blatt Bild verbreiten lassen.
Die Ukraine brauche »eine Antwort auf die andauernde russische
Aggression – noch viel schärfere Sanktionen und die Lieferung von
Defensivwaffen«, heißt es in einem Gastbeitrag des politischen Zöglings
der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Ziel sei, dass Russlands
Staatschef Wladimir Putin »klar erkennt, er kann so nicht weitermachen«.
Zum
ersten Jahrestag der heftigen Straßenkämpfe auf dem Kiewer
Unabhängigkeitsplatz, bei denen mehr als hundert Menschen getötet worden
waren, schrieb Klitschko: »Der heutige Jahrestag des Maidan sollte auch
Europa an die Verantwortung für die Ukraine erinnern.« Der 20. Februar
2014 sei der »tragischste Tag der Maidan-Proteste und gleichzeitig die
Befreiung von einem Diktator«, erklärte er mit Blick auf den gestürzten
Staatschef Wiktor Janukowitsch. Er »trauere um die vielen Opfer,
angefangen mit den hundert Demonstranten, die von Snipern erschossen
wurden«. Er sei »aber gleichzeitig stolz« auf den Volksaufstand. Kein
Wort äußerte der frühere Boxweltmeister zu den Faschisten, an deren
Seite er im Februar 2014 seinerzeit marschierte. ..." (junge Welt, 21.2.15)
• Kommunisten unter den Aufständischen
"In
den Reihen der Selbstverteidigungskräfte im Donbass kämpfen viele
Kommunisten. Rund 100 haben sich zu einer eigenen Einheit
zusammengeschlossen. Ein Gespräch mit Alexej Markow
Alexej
Markow ist Kommandeur einer kommunistischen Freiwilligeneinheit im
Donbass. Sie wurde im November 2014 als Teil der »Geister«-Brigade
(Prizrak) von Alexej Mosgowoi in der – international nicht anerkannten –
Volksrepublik Lugansk formiert. Die Zahl ihrer Kämpfer stieg von
anfangs 18 auf gegenwärtig mehr als 100 an.
In den
Streitkräften der Volksrepublik Lugansk kämpfen viele Kommunisten. Sie
haben eine eigene Einheit aufgestellt. Wie kam es dazu?
Wir
haben eine Weile darauf gehofft, dass die Kommunistische Partei der
Russischen Föderation, KPRF, die Kommunistische Partei der Ukraine, KPU,
oder irgendeine andere Kraft eine solche Einheit aufstellen würde. Wir
haben bis Oktober 2014 gewartet und dann begriffen, dass wir selbst
handeln müssen. Auch andere Leute waren an dieser Idee interessiert.
Unsere Einheit ist Teil der »Geister«-Brigade von Alexej Mosgowoi.
Diesem haben wir uns angeschlossen, weil er eine völlig unabhängige
Position vertritt. Zunächst wollte man uns nicht akzeptieren, weil viele
Kämpfer kommen und dann ganz schnell wieder verschwinden. Schritt für
Schritt verbesserte sich dann unsere Reputation: Eine Einheit aus
gebildeten Kämpfern, in der niemand trinkt und die über eine gute
Disziplin verfügt – das ist hier etwas Besonderes. Es schlossen sich uns
noch mehr Leute an, auch von anderen Einheiten. Mit Beginn der aktiven
Kriegsphase verdoppelte sich die Zahl der Kämpfer unserer Einheit trotz
der Nachschubprobleme. Ohne diese hätten wir noch mehr Leute. Wir haben
jetzt fast Bataillonsstärke. ...
Warum kämpfen Sie in diesem Krieg?
Die
Antwort darauf mag leichter fallen als auf Fragen politischer
Philosophie. Ich kann es nicht akzeptieren, dass Frauen und Kinder
getötet werden – zynisch, zum Vergnügen. Dabei ist es unwichtig, wer auf
der Gegenseite steht – Nazis, Nationalisten, Imperialisten. Nach
unserer Auffassung haben Faschisten in Kiew die Macht übernommen. Jeder
Versuch zu beweisen, dass es keinen Faschismus in der Ukraine gibt, ist
ein Witz. Der Versuch, es so darzustellen, als sei das ein Krieg
zwischen Russen und Ukrainern, ist abwegig. Mir kommt es so vor, als
hätten wir auf unserer Seite mehr Ukrainer. Ideologie ist hier ein
wichtiger Punkt. Auf unserer Seite kämpfen Leute mit unterschiedlichen
Ideologien. Auf der Gegenseite ist die einzige ideologische Komponente
unter den Streitkräften der Faschismus. Der Rest sind schlecht
mobilisierte Leute.
Warum ist Ihre Einheit nicht in die
offiziellen Streitkräfte der Volksrepublik Lugansk integriert? Wie
arbeiten Sie mit denen zusammen?
Im letzten Sommer schlug
der Kreml den Kurs ein, ein vertikales System der Regierungsmacht für
die Volksrepubliken Lugansk und Donezk aufzubauen. Es ist dem in
Russland sehr ähnlich, aber schwächer, viel korrupter, viel stärker
kontrolliert. Politisches Gewicht hängt hier mehr davon ab, wie viele
bewaffnete Kämpfer du hast und wie gut dein Zugang zu Nachschub ist.
Wenn du nicht über eigene Truppen und Nachschub verfügst, bist du ein
Niemand, selbst wenn du eine Persönlichkeit bist und bekannt. Jene, die
sich den offiziellen Strukturen anschließen durften, erhielten auch
Nachschub und Munition. Wer dagegen irgendwie opponierte, wurde von
jedem Nachschub, auch dem humanitären, abgeschnitten. Strukturen ohne
Nachschub konnten aber effektiv nicht existieren. Deshalb ist die
»Geister«-Brigade die einzige große und unabhängige Militäreinheit. Uns
will man auf keinen Fall in irgendeiner offiziellen Einheit sehen. ..." (junge Welt, 21.2.15)
• Weiter Beschuss von Donezk - Faschisten mit eigenem Stab
"Trotz
der Bestimmungen des Minsker Waffenstillstands wird die Waffenruhe in
der Ostukraine offenbar nur teilweise eingehalten. Der Leiter der
OSZE-Mission für die Ukraine, Michael Bocjurkiw, beklagte in Kiew, die
Kriegsparteien setzten des Abkommen nur selektiv um. Er bezog seine
Kritik sowohl auf die Aufständischen wie auch die ukrainischen Truppen.
Diese setzten nach Berichten aus dem Donbass ihren Beschuss von Donezk
und Umgebung fort. Die Stadtverwaltung berichtete über pausenloses
schweres Feuer am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag. Mindestens
ein Bewohner sei getötet worden. ...
Die Chefs von 13
ukrainischen Freiwilligenbataillonen gründeten in Dnipropetrowsk einen
eigenen Führungsstab. Ihm gehören unter anderem der Chef des
faschistischen »Rechten Sektors«, Dmitro Jarosch, und der des Bataillons
»Donbass«, Semjon Semjontschenko, an. Die Bataillone wollen nach
eigenen Angaben künftig ihren Kampf für die »nationalen Interessen«
koordinieren. ..." (junge Welt, 21.2.15)
• Schulunterricht trotz Artilleriebeschuss
"Trotz Granatenbeschuss durch die ukrainische Armee: Im Donbass geht der Schulbetrieb weiter. Ein Gespräch mit Alexander Chulkow
Interview: Sergej Artemow
In der Ostukraine herrscht Krieg, wie können die Kinder bei dem Beschuss mit Granaten und Raketen noch unterrichtet werden?
Das
laufende Schuljahr war von Anfang an sehr schwierig, es begann am 19.
September, später also als gewöhnlich. Am 14. August hatte die
ukrainische Artillerie unser Schulgebäude beschossen. Es tat jedem von
uns Lehrern in der Seele weh, die Zerstörungen zu sehen, die
ausgebrannten Fensterlöcher.
Wir haben das Gebäude aus
eigenen Kräften wieder nutzbar gemacht, die Bevölkerung half dabei.
Gemeinsam beschafften wir neue Fenster und räumten jede Menge Schutt und
Geröll weg. Die italienische Band »Banda Bassotti« spendete uns Geld,
das sie in der Toskana für uns gesammelt hatte. Der reguläre
Schulbetrieb startete dann am 1. Oktober. Seitdem gibt es auch samstags
Unterricht, damit wir die verlorene Zeit aufholen können.
Sind
Sie sicher, dass die Granaten von der ukrainischen Armee kamen? Es
hätte doch auch die Artillerie der Volksmiliz sein können.
(Lacht)
Gott bewahre, um das beurteilen zu können, braucht man kein Ballistiker
zu sein. Ich habe selber gesehen, aus welcher Richtung die Granaten
kamen: von der ukrainischen Seite. Ich möchte mich übrigens bei der
Volksmiliz bedanken, dass sie uns dabei unterstützt, das Schulgebäude
vor Plünderern zu schützen.
Ihre Schule kann jederzeit wieder beschossen werden, wie läuft unter solchen Umständen der Unterricht ab?
Wir
sind ständig in erhöhter Bereitschaft. Sobald ein Lehrer oder eine
Lehrerin Schüsse oder Granateinschläge hört, wird die Unterrichtsstunde
beendet. Die Eltern wissen das auch und holen die Kinder möglichst
schnell ab. Für den Fall des direkten Beschusses haben wir eine Reihe
von Massnahmen vorbereitet, als erstes müssen sich die Kinder an einer
relativ sicheren Stelle im Haus versammeln.
Der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko hatte ja damit gedroht, dass der Donbass so zerstört wird, dass unsere Kinder in Kellern leben müssen. ..." (junge Welt, 21.2.15)
• Leichen im Keller der neuen Kiewer Führung
"Die
rund 100 Toten in der Schlussphase des Kiewer Euromaidan sind die
Grundlage des Kiewer »Revolutions«-Mythos. Als »himmlische
Hundertschaft« verklärt, sind sie in der offiziellen Ukraine Gegenstand
eines anhaltenden Totenkults. Sollen sie doch diejenigen gewesen sein,
die für den Wunsch nach einer prowestlichen Ukraine ihr Leben durch
Polizeikugeln des Janukowitsch-Regimes verloren haben.
Zweifel
an dieser eindimensionalen Darstellung der Vorgänge hatte es schon
rasch gegeben. Nicht nur deshalb, weil auch auf seiten der Polizei
etliche Todesopfer zu beklagen waren. ...
Die offizielle
Kiewer Version ist sehr dubios und unkonkret: wenn es keine
Scharfschützen der Polizei gewesen sein sollten, dann entweder Vertreter
russischer Geheimdienste oder Agenten einer »dritten Kraft«. Dass auch
Aktivisten des Maidan über Schusswaffen verfügt und diese eingesetzt
haben könnten, wird von offizieller Seite bis heute bestritten.
In
der Sendung »Newsnight« präsentierte dagegen der britische
Fernsehsender BBC vor einigen Tagen einen Mann, der zugibt, als Mitglied
der Maidan-Selbstverteidigung auf Polizisten geschossen zu haben, und
zwar bevor die Polizei ihrerseits das Feuer eröffnet habe. ...
Dass
auf dem Maidan Schusswaffen vorhanden waren, lässt sich auch aus
Plakaten erschließen, die der Autor wenige Tage vor der finalen
Eskalation auf dem Maidan gesehen hat. Darauf wurde um Spenden »für
Zigaretten und Munition« gebeten. Schon im vergangenen Oktober hatte ein
Vertreter des ukrainischen Innenministeriums eingeräumt, dass bei der
Besetzung von Polizei- und Armeekasernen im Januar 2013 auch zahlreiche
Waffen in die Hände des Euromaidan gekommen seien. Die »dritte Kraft«,
die auf seiten der Regimegegner das Feuer eröffnete, könnte auch eine
»Kraft Nummer zweieinhalb« gewesen sein, zumal in jenen Tagen der
Abgeordnete Sergej Paschinski von der »Vaterlandspartei« mit einem
Scharfschützengewehr in der Hand fotografiert wurde. Die neuen
Machthaber haben bisher weder eigene Untersuchungsergebnisse über den
Hergang vorgelegt noch eine internationale Untersuchung genehmigt.
Link zu dem BBC-Beitrag:
http://kurzlink.de/E6lkkqun1 (Video)
http://kurzlink.de/Z7LPBZART (Textfassung)" (junge Welt, 21.2.15)
• Läuft alles nach Plan aus dem Kreml?
"Nach
Angaben der angesehenen Moskauer Tageszeitung "Nowaja Gaseta" könnte
Russland die Eskalation in der Ukraine von langer Hand geplant haben.
"Dieses Szenario wurde geschrieben, bevor (der damalige Präsident der
Ukraine, Anmerkung der Redaktion) Wiktor Janukowytsch seines Amtes enthoben wurde", sagte der Chefredakteur der Zeitung, Dmitrij Muratow.
Dem
Blatt sei ein entsprechendes Strategiepapier aus dem Kreml in die Hände
gefallen. Muratow zitierte während einer Sendung des Radiosenders Echo
Moskau einige Kernsätze aus dem Papier, das die Ukraine-Strategie des
Kreml beschreiben soll. Man müsse "auf die Zentrifugalbestrebungen
verschiedener Regionen des Landes setzen, mit dem Ziel, den Anschluss
der östlichen Gebiete an Russland zu initiieren." Dabei sei das
Hauptaugenmerk auf "die Krim und das Gebiet Charkiw" zu richten. Muratow
kündigte an, das Papier in der kommenden Woche zu veröffentlichen.
Brisant an dem Papier: Die "Nowaja Gaseta" datiert seine Erstellung auf
einen Zeitraum zwischen dem 4. und 15. Februar 2014. Janukowytsch aber
wurde erst später von den Maidan-Revolutionären vertrieben. Das Dokument
legt deshalb nahe, dass der Kreml vor dem Sturz ein Drehbuch für den
weiteren Verlauf der Ukraine-Krise vorliegen hatte. ...
Die
"Nowaja Gaseta" hat auch eine Theorie zur genauen Herkunft des
Strategiepapiers. Es sei dem Kreml zugetragen und von mehreren Personen
angefertigt worden, darunter ein russischer Oligarch namens Konstantin
Malofejew.
Russische Medien hatten seit dem Ausbruch der
Krise in der Ukraine mehrfach über Malofejews Rolle spekuliert. Der
Journalist Oleg Kaschin berichtete bereits im Mai, Malofejew habe den
prorussischen Aufruhr auf der Krim geschürt und dem "Volksbürgermeister"
von Sewastopol eine Million Dollar überwiesen.
Unklar
bleibt, inwieweit sich der Kreml die Ideen der Autoren des Papiers
tatsächlich zu Eigen gemacht hat. Bislang war in der russischen
Hauptstadt gemutmaßt worden, Malofejew habe auf eigene Faust gehandelt.
..." (Spiegel online, 20.2.15)
Solche Meldungen sind nicht neu. So hatte u.a. der TV-Sender Bloomberg in seiner Onlineausgabe am 17.12.14
einen Beitrag veröffentlicht, dem zufolge laut Insidern der russische
Präsident gemeinsam mit Beratern während der Olympischen Spiele in
Sotschi im Februar 2014 die Frage diskutiert haben soll, ob Russland
sich eine Übernahme der Krim wirtschaftlich leisten könne. Die russische
Zeitung Wedomosti übernahm diese Informationen, Auch das wurde als Planung der späteren Ereignisse durch den Kreml gedeutet, so u.a. vom russischen Kremlkritiker Andrej Illarjonow und von der deutschen Historikerin Anna Vero Wendland.
In den erwähnten Beiträgen wird nicht diskutiert oder mal gefragt, bis auf Ansätze bei Spiegel online,
ob es nicht normal sein könnte, dass angesichts der damaligen
Zuspitzung der Ereignisse in Kiew, die bereits den Sturz von Wiktor
Janukowitsch als möglich erschienen ließ, sich die russische Führung mit
möglichen Folgen beschäftigte, dazu auch von verschiedener Seite
verschiedene Vorschläge bekam. Auch nicht, dass es sich dabei um eine
normale Aufgabe von Politik handelt, Alternativen zu diskutieren,
unabhängig von den folgenden konkreten Entscheidungen. Dafür wird die
Legende weiter gepflegt, dass Putin hinter allem steckt.
• Berät EU-Polizeimission ukrainische Faschisten?
""Entweder
erkennt die Bundesregierung die politische Brisanz der
EU-Polizeimission in der Ukraine wirklich nicht, oder sie versucht
bewusst, diese zu verschleiern. Weder der militärisch relevante
Charakter der Mission noch die rechtsextreme Durchsetzung zahlreicher
offizieller und halblegaler bewaffneter Einheiten in der Ukraine wird
von ihr als Problem wahrgenommen", erklärt die innenpolitische
Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, zur Antwort der
Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (BT-Drs. 18/3968). Jelpke
weiter:
"Die Polizeimission beschränkt sich offiziell auf
Beratung des zivilen Sicherheitssektors. Dem ukrainischen
Innenministerium untersteht aber eine Vielzahl militärischer Einheiten,
darunter die Nationalgarde und von Rechtsextremen dominierte Verbände
wie etwa das Asow-Bataillon. Asow-Vizekommandant Wadim Trojan ist
Polizeichef der Oblast Kiew, und in Kiew-Stadt kooperiert die Polizei
offiziell mit dem Rechten Sektor. Die Antwort der Bundesregierung lässt
nicht erkennen, dass sie in dieser engen Zusammenarbeit der ukrainischen
Innenbehörden mit Faschisten ein Problem sieht.
Mit wem
genau sich die Mission getroffen hat, weiß die Bundesregierung angeblich
nicht. Selbst zu Gesprächen, an denen die acht deutschen
Missionsteilnehmer unmittelbar beteiligt waren, lägen ihr 'keine
Erkenntnisse' vor, behauptet sie Sie räumt zwar ein, dass es
'rechtsextreme Tendenzen in einigen Einheiten' ukrainischer
Freiwilligenverbände gibt, sie hat aber an die deutschen Polizisten
'keine besonderen Anweisungen, Empfehlungen oder sonstige Hinweise'
herausgegeben, Begegnungen mit Rechtsextremen zu vermeiden. Das ist
faktisch ein Freibrief dafür, Nazi-Kommandeuren Tipps für eine
effektivere Organisation zu erteilen. ..." (Pressemitteilung MdB Ulla Jelpke, Linksfraktion, 20.2.15)
• Russischer Militär: Debalzewo gehört zum Gebiet der Aufständischen
"Die
Stadt Debalzewo gehört laut Plan zum Abzug schwerer Waffen der
rivalisierenden Seiten zu dem von Donezk und Lugansk kontrollieren
Gebiet. Das sagte der russische Generaloberst Alexander Lenzow am
Freitag in Donezk.
„Der Kreis Debalzewo ist demnach inneres
Gebiet der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk“, wurde
Lenzow von der Donezker Nachrichtenagentur DAN zitiert. Der General
vertritt Russland im Gemischten Koordinierungszentrum zur Kontrolle über
die Feuereinstellung und Stabilisierung der Lage im Donbass." (Sputnik, 20.2.15)
• Für Berlin gibt es keine Faschisten in Kiew
"Kurz
vor dem ersten Jahrestag des blutigen Scharfschützenmassakers auf dem
Kiewer Maidan, das bis heute nicht aufgeklärt wird, und dem Sturz des
ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch hat die Bundesregierung den
Abgeordneten des Deutschen Bundestages eine Handreichung zur
»richtigen« Bewertung des Ukraine-Konflikts zukommen lassen.
»Realitätscheck: Russische Behauptungen – unsere Antworten «, heißt das
acht Seiten umfassende Papier des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Das
Ministerium von Frank-Walter Steinmeier (SPD) verharmlost dabei die
Rolle von Faschisten beim Putsch in Kiew im Februar 2014 (»An den
Maidan-Protesten beteiligten sich radikale Gruppen, einige davon mit
rechtsextremer Gesinnung«). Die Beteiligung von Rechtsextremisten in der
vom Westen unterstützten Übergangsregierung wird offen geleugnet, die
Durchsetzung der ukrainischen Sicherheitsorgane mit Rechten bis heute
ignoriert. Die Bundesregierung stellt ausdrücklich in Abrede, dass die
Machtübernahme durch die Oppositionsführer Arseni Jazenjuk, Witali
Klitschko und »Swooboda«-Chef Oleg Tjagnibok vor einem Jahr ein
»Staatsstreich« war. Staatschef Janukowitsch sei schließlich zuvor
»geflohen«. ...
junge Welt dokumentiert das Papier »Realitätscheck: Russische Behauptungen – unsere Antworten« im Wortlaut: Hier klicken" (junge Welt, 20.2.15)
• Kein geordneter Rückzug aus Debalzewo
"Der Abzug der ukrainischen Truppen aus Debaltseve war wohl weniger "geplant und organisiert", wie das der ukrainische Präsident Poroschenko öffentlich versicherte (Poroschenko lässt ukrainische Soldaten aus Debaltseve abziehen).
Kritik war schon länger am Generalstab laut geworden, die Milizen
drohten mit der Einrichtung eines "parallelen Kommandos". Jetzt hatten
offenbar die eingekesselten Kommandeure der Truppen entschieden, sich
aus der aussichtslosen Lage im Kessel zurückzuziehen. Einige hundert
Soldaten haben sich ergeben. Wäre der Befehl früher gekommen, wären die
Verluste nicht so groß gewesen. Poroschenko feierte nur die Tapferkeit
der Soldaten, die schlecht ausgerüstet, die seit langem umkämpfte Stadt
verteidigen sollten, um die Tasche in das Gebiet der Separatisten zu
halten. ...
Die Separatisten werfen
nun den westlichen Medien Einseitigkeit vor. Sie hätten kein Interesse
an einer objektiven Berichterstattung. So hätten gestern die
Separatisten mit dem Rückzug schwerer Waffen begonnen. Man habe Medien
wie die BBC oder CNN als Beobachter eingeladen, aber es habe nicht
einmal eine Antwort gegeben. Der stellvertretende Militärchef Basurin
mahnte an, dass die Situation in Debaltseve keine Entschduldigung für
eine Verletzung des Minsker Abkommens sein dürfe. Er erklärte,
die Separatisten hätten nicht angegriffen, während die ukrainische
Seite versuche, die Separatisten zu schlagen, indem man die Städte
bombardiere. ..." (Telepolis, 19.2.15)
• Ukrainischer Politiker hofft auf NATO-Luftangriffe gegen Aufständische
Der
Parlamentsabgeordnete aus dem "Block Petro Poroschenko" Vadim Denisenko
hofft auf Luftangriffe der NATO gegen die Aufständischen innerhalb der
nächsten Monate. Das hat er laut eines Berichts der englischen Ausgabe des russischen Informationsportals Sputnik vom 18.2.15 in der Sendung "Ukraina Ponad Use" ("Ukraine über alles") des privaten TV-Sender Kanal 5 am Vortag gesagt. Danach rechnet Denisenko damit, dass "in naher Zukunft" westliche Waffenlieferungen an Kiew erfolgen werden. "Und danach wird der nächste Schritt offensichtlich Luftangriffe sein."
Vor einem halben Jahr habe auch noch niemand über Waffenlieferungen
gesprochen, erklärte er. Der Politiker beklagte die langsamen
Entscheidungen der NATO, weshalb es noch "weitere drei bis vier Monate"
dauern werde. Denisenko sieht "keine Möglichkeit für einen politischen
Kompromiss", um den Konflikt in der Ostukraine friedlich zu lösen.
Angesichts der Umstände sei "alles, was noch zu tun ist, offiziell den Krieg zu erklären". Dafür hofft Denisenko auf "so viele Waffen und Ausbilder wie möglich" von der NATO. Das zu erreichen, sei die "Hauptsache".
→ hier geht's zu Folge 153
→ alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen
→ die täglichen Berichte der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine

