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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!
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Donnerstag, 17. April 2014

Rechtsextreme als "Todesschwadron" in der Ostukraine?

Der US-Journalist Robert Parry macht in einem Text darauf aufmerksam, dass der Einsatz der aus Rechtsextremen gebildeten "Nationalgarde" in der Ostukraine an die "Todesschwadronen" in Zentralamerika im 20. Jahrhundert erinnert.

Parry wirft u.a. der New York Times vor, am 16.4.14 eine "bizarre Geschichte" veröffentlicht zu haben mit dem Vorwurf, Russland habe einen Propaganda-Krieg entfacht, wobei die dafür angeführten "Beweise" von der Zeitung selbst erfüllt würden.
Parry, der u.a. für Associated Press und Newsweek gearbeitet und zu den Enthüllungen über den Iran-Contra-Skandal beigetragen hat, weist auf die Rolle von Andriy Parubij hin, dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine. Dieser, "ein bekannter Neonazi", habe die rechtsextremen Kämpfer, die den Staatstreich am 22. Februar anführten, nun als "Nationalgarde" in die Ostukraine geschickt. Zugleich spreche der Putsch-Präsident Turtschinow von einem "Anti-Terroreinsatz". Die US-Medien würden Parubijs Rolle herunterspielen und es als "russische Propaganda" abtun, dass dieser für seine neofaschistischen Aktivitäten bekannt sei.

Dass die Neonazi-Milizen mit dem Etikett "Nationalgarde" aus der Westumkraine in den Ostteil des Landes geschickt wurden, stelle eine "bedeutende Entwicklung" dar. Die Rechtsextremen hielten die ethnisch fremden Russen für Besatzer, sondern seien auch im Straßenkampf ausgebildet. "Historisch haben rechte Paramilitärs entscheidende Rollen in 'Anti-Terror'-Kampagnen auf der ganzen Welt gespielt." Parry erinnert u.a. an Zentralamerika in den 1980er Jahren, als zum Beispiel rechte "Todesschwadronen" "viel von der Drecksarbeit für US-gestützte Militärregimes taten, in dem sie soziale Proteste und Guerillabewegungen niederschmetterten". "Die Zusammenführung des Konzepts der 'Anti-Terrorismus' mit rechten Paramilitärs ist eine potenziell erschreckende Entwicklung für die Menschen in Ost-Ukraine."

Angesichts dieser Tatsachen und Entwicklungen seien die Vorwürfe von US-Medien wie der NYT an Russland absurd, es betreibe einen Propagandakrieg und verkünde nur Fehlinformationen und Verschwörungstheorien. Dem würden die Fakten und Tatsachen widersprechen. Angesichts der Berichterstattung der US-Medien über die Ereignisse in der Ukraine und auch die Rolle der Neonazis dabei stellt Parry fest: "Ja, in meinen mehr als vier Jahrzehnten im Journalismus habe ich noch nie eine solche gründlich tendenziöse und irreführende Darstellung der großen US-Medien gesehen."

Die argentinische Journalistin Stella Calloni hatte vor zwei Jahren vor ähnlichen Entwicklungen wie in Lateinamerika auch in Europa gewarnt (siehe Neue Rheinische Zeitung vom 9. März 2011). Sie verwies bei Lesungen zu ihrem Buch "Operation Condor" in Frankreich, Deutschland und Italien auf "viele strukturellen Änderungen in Europa, die die Gefahr einer ähnlichen Entwicklung heraufbeschwören könnten:
Anwachsenden und sich radikalisierenden sozialen Protest auf der einen, enge Zusammenarbeit der Geheimdienste mit den US-Diensten auf der anderen Seite.
Armeereformen, die eine Abschottung der Armee von der Öffentlichkeit beinhalten sowie ihre Umstellung auf operative Kleingruppen - bei gleichzeitiger Existenz der Gladio-Geheimarmee in Europa.
Politische Zersplitterung der nationalen europäischen Behörden bei gleichzeitig erfolgender enger Kooperation jedes europäischen Staates mit den US- Geheimdiensten.
"
Und: "Sollten sich die europäischen Staaten in krisenhafter Lage dazu entschließen, die Absicherung der Ökonomie auch durch klandestinen Terror zu bewirken, so wäre die Infrastruktur dafür bereits vorhanden."
Dem Bericht zufolge war Stella Calloni erstaunt, dass diese Fragen in den Debatten der europäischen Linken keine Rolle zu spielen scheinen.Grund für solches Staunen gibt es immer noch, leider.

Freitag, 15. März 2013

Von wegen "Papst der Armen"

Papst/Vatikan: "Mit Gott im Himmel und den Faschisten auf der Erde" – dieses alte Prinzip hat der neue Papst fortgesetzt, bevor er Papst wurde. Es wäre ein Wunder, wäre es jetzt anders.

Die Papstwahl – was für ein Mummenschanz, der allen religiösen Fundamentalisten auf der Erde zur Ehre gereicht. Und was für ein medialer Mummenschanz, all das Gerede von Papst Franziskus als "Papst der Armen". Sich auf Franz von Assisi zu berufen, wenn denn die Legende von diesem "Heiligen" stimmt, das müsste eigentlich als Blasphemie gelten bei dem Chef einer der mächtigsten und einflussreichsten irdischen Sekten.

Mich überrascht das nicht, was da geschrieben wird über die Vergangenheit des neuen Papstes. Wäre Jose Mario Bergoglio nicht machtorientiert wäre er nicht da, wo er jetzt ist. Erzbischof Arnulfo Romero hat wirklich etwas für die Armen und die Opfer einer brutalen Diktatur getan und ist nicht so weit gekommen. Ein Faschist stoppte das irdische Wirken Romeros. Der war dabei nicht einmal ein "Linker" und eher kein "Befreiungstheologe". Die Rolle der katholischen Kirche bei dem ganzen Fall ist auch nicht ganz so eindeutig, wenn ich mich recht an eine TV-Doku zum Mord an Romero erinnere.

Das passt zu dem, was u.a. Karl-Heinz Deschner über die katholische Kirche schrieb: "Mit Gott und den Faschisten". Im Kampf gegen die Kommunisten, diese Teufelsbrut, war und ist der katholischen Kirche noch jeder Mitsreiter recht. Dass der Pole Karol Woytila 1978 Papst wurde, war ähnlich wie jetzt die Wahl Bergoglios auch weniger zufällig bzw. überraschend, als es vielen damals erschien. Wem das zu sehr nach Verschwörungstheorie klingt, wer aber dennoch an Belegen dazu interessiert ist, dem empfehle ich u.a. das Buch von "Watergate"-Enthüller Carl Bernstein und Marco Politi "Seine Heiligkeit - Johannes Paul II und die Geheimdiplomatie des Vatikans" über die nach Aussage der Autoren "historische Allianz zwischen dem polnischen Papst und dem amerikanischen Präsidenten zur Niederschlagung des Kommunismus in Osteuropa". Auf Seite 320 ist u.a. zu lesen: "Die vom Antimarxismus geprägte historische Beziehung, die sich zwischen einer weltlichen und einer geistigen Supermacht entwickelte, führte zu einer engen Zusammenarbeit, die beiden Seiten großen Nutzen brachte, besonders im Hinblick auf Polen und Mittelamerika."

Es wundert mich angesichts dessen nicht, dass entgegen des Geredes vom "Papst der Armen" lateinamerikanische Linke eher besorgt ob der Wahl Bergoglios zum Papst sind. 2011 war über den "Diktatorenfreund" im österreichen Standard zu lesen: "Der Jesuit Bergoglio unterscheidet sich theologisch kaum von Benedikt. Politisch jedoch ist er fragwürdig: Er tolerierte die argentinische Militärdiktatur und fand nie auch nur ein Wort der Kritik an der Ermordung tausender Regimegegner. Dass so ein Mann unter den Kardinälen auf 40 Stimmen kam, ist eigentlich ein Alarmzeichen. 115 Kardinäle waren damals wahlberechtigt - 40 keine klaren Verteidiger der Menschenrechte." Blase Bonpane, der u.a. Priester in Guatemala war, kommentierte die Wahl Bergoglios zum Papst so: "“We have a situation here like Pius XII and the Third Reich."

Zeit online schreibt am 14. März 2013 im Zusammenhang mit der Papstwahl: "Lateinamerikas linke politische Bewegung ist auch deshalb so stark und erfolgreich, weil sie die öffentliche Armutsdebatte nahezu konkurrenzlos besetzte." Papst Franziskus könnte ein Versuch der weltlich und kirchlich Mächtigen sein, dem etwas entgegenzusetzen. Da dürfte das Gerede vom "Papst der Armen" der passende Mummenschanz sein. Dass es Bergoglio in seiner neuen Rolle nicht um irdische Gerechtigkeit geht, dürfte mit seiner ersten Messe deutlich geworden sein, in der er den Meldungen zu Folge die Kirche zur "Abkehr von weltlichen Versuchungen" aufrief, sonst verkümmere sie zu einer „mitfühlenden Nicht-Regierungsorganisation“. Schon sein Vorgänger, Papst Benedikt XVI., forderte:Kirche muss sich entweltlichen“. Alles andere wäre auch tatsächlich überraschend gewesen.

Papst für die Armen – so wäre es richtig, damit die Armen weiter stillhalten und sich angesichts ihres irdischen Elends weiter auf das Jenseits, auf den Himmel vertrösten. Dort kommen sie ja hin, wenn sie gottesfürchtig leben, untertänig bleiben und sich nicht auch noch um Homoehe, Verhütung und ähnliches Teufelszeug kümmern. Dafür haben sie in ihrem täglichen Existenzkampf sowieso keine Zeit.