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Freitag, 5. Juni 2015

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 216

Gesammelte Nachrichten und Informationen zum Ukraine-Konflikt und dessen Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit, und fast ohne Kommentar (aktualisiert: 6.6.15; 0:49 Uhr)

• Krieg zwischen Ukraine und Russland wegen Transnistrien?
"Russland unterstützt die von Moldau abgespaltene Republik Transnistrien mit Truppen, doch die Ukraine blockiert deren Versorgung. Moskau plant eine "Luftbrücke", die Bewohner des kleinen Landes fürchten den ersten Schuss.
... In Transnistrien stehen seit einem Abkommen aus dem Jahre 1992 zwischen Moldau und Russland etwa tausend Soldaten einer russischen Friedenstruppe. Sie sollen ein Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen der moldauischen Zentralregierung und transnistrischen Truppen verhindern. Jetzt fordert die moldauische Regierung den Abzug der Russen - doch die Transnistrier wollen sie als Schutzmacht behalten. Deren Präsident Jewgenij Schewtschuk lobt die "unbestrittene Effektivität" der von Moskau entsandten Peacekeeper. Moldaus Präsident Nicolae Timofti hingegen wirft Russland "Unterstützung für das Tiraspoler separatistische Regime" vor.
Massive Rückendeckung bekommt die moldauische Führung jetzt von der Ukraine. Denn die Regierung in Kiew hat im Mai jegliche militärische Zusammenarbeit mit Russland eingestellt. Damit stoppt die Ukraine die Versorgung der russischen Truppen in Transnistrien auf dem Landwege.
Russische Militärs sprechen erbost von einer "Blockade" ihrer Armeeeinheiten in Transnistrien. Damit wird die international nicht anerkannte Republik mit einer halben Million Einwohnern zum Streitobjekt von Geostrategen.
General Jurij Jakubow vom russischen Verteidigungsministerium kündigte an, Moskau werde seine Truppen in Transnistrien "über eine Luftbrücke mit Militärtransportflugzeugen versorgen".
Noch ist unklar, ob die Ukraine für diesen Fall ihren Luftraum sperren würde. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sieht in der russischen Truppenpräsenz an der Südwestflanke seines Landes "eine Bedrohung". Er kündigt an, er werde "die Interessen ukrainischer Bürger überall verteidigen, auch in Transnistrien". Etwa 80.000 Bürger der De-facto-Republik haben einen ukrainischen Pass, rund 160.000 sind russische Staatsbürger.
... Odessa. Die russischsprachige Küstenstadt mit ihrem Schmuggler-freundlichen Schwarzmeerhafen gilt bisher als sicheres Hinterland für die Transnistrier. Doch Ende Mai setzte Präsident Poroschenko dort den früheren georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili als Gouverneur ein.
Saakaschwili hatte im August 2008 mit einem Angriff auf die von russischen Friedenstruppen kontrollierte abgespaltene Republik Südossetien einen Moskauer Militärschlag provoziert.
Auch gegenüber Transnistrien setzt der in seiner Heimat wegen Machtmissbrauch mit Haftbefehl gesuchte Politiker auf einen harten Kurs. Bereit zur Eskalation sind auch Hardliner in Moskau ...
Auf eine friedliche Regelung des Konfliktes hofft Nina Stanskij, die Außenministerin Transnistriens. Die 38-jährige Politologin will den Status quo mit den stationierten Friedenstruppen fortsetzen. Denn dadurch, sagt sie mit Blick auf den Krieg im Donbass, seien "hier 23 Jahre lang nicht Menschen getötet worden".
" (Spiegel online, 5.6.15)
Die Marionetten des Westens suchen weiter nach einem Anlass, Russland zu provozieren ... Der Westen ist noch lang nicht fertig mit Russland.
Dazu passt das: "Letzte Woche schrieb der ehemalige NSA-Analyst John Schindler einen eher verstörenden Text auf Twitter. Mit einer Erklärung von der man nur annehmen kann, dass sie einen Verweis auf Russland beinhaltet, schrieb Schindler: Said a senior NATO (non-US) GOFO to me today: “We’ll probably be at war this summer. If we’re lucky it won’t be nuclear.” Let that sink in.
(Sagte ein hoher NATO (nicht-US) GOFO heute zu mir: “Wir werden uns wahrscheinlich in diesem Sommer im Krieg befinden. Wenn wir Glück haben, wird es kein nuklearer sein.” Lassen Sie das einmal sacken.)
Also, wer ist John Schindler? Mit seinen zehn Jahren Erfahrung bei der NSA war er öfters in den Nachrichten zu sehen, bevor Snowden häufiger die Schlagzeilen zierte. Er lehrte als Professor am US Naval War College und ist derzeit als regelmäßiger Mitarbeiter beim Business Insider tätig. Laut seiner Biographie auf Business Insider gab er Unterrichtsstunden zu den Themen Sicherheit, Strategie, Geheimdienste und Terrorismus, und er hat “eng mit anderen Regierungsstellen, die es wahrscheinlich lieber hätten er würde das nicht erwähnen, zusammengearbeitet”. Man kann also mit großer Sicherheit sagen, dass Schindler von Zeit zu Zeit mit hochrangigen Beamten verkehrt hat, und damit sollte man seinen Tweet ernst nehmen.
Es ist erschreckend darüber nachzudenken, dass sich Mitglieder der NATO tatsächlich auf einen Krieg mit Russland vorbereiten und diesen noch in diesem Sommer erwarten. Aber leider ist es nicht so überraschend, wie man denken könnte. Angesichts von einigen Aktivitäten, die wir auf der ganzen Welt sehen können, kann man mit Sicherheit sagen, dass sich die Großmächte wie die USA, Russland und China auf etwas Großes vorbereiten. ...
Während diese Art von Warnungen die ganze Zeit kommen und gehen, ist es trotzdem an und für sich ein wenig beängstigend. Die Tatsache, dass wir jetzt in einer Welt leben in der hochrangige Beamte annehmen, dass ein Atomkrieg gleich um die Ecke lauert, bedeutet, dass wir sehr besorgt sein sollten. Kriege geschehen nur selten, wenn überhaupt, aus heiterem Himmel. Es gibt immer zahlreiche Kriegsgerüchte, bevor es zu ersten Handlungen kommt." (konjunktion.info, 27.5.15)

• Washington denkt über Cruise Missiles in Europa nach
"Die US-Administration erwägt eine Stationierung bodengestützter Raketen als Erwiderung auf angebliche Verstöße Russlands gegen den Vertrag über die Raketen mittlerer und geringerer Reichweite (INF-Vertrag), meldet AP.
Das Weiße Haus behandle laut AP drei Varianten einer militärischen Antwort: Entwicklung von Verteidigungsmitteln, vorbeugender Schlag gegen Waffen, die gegen den INF-Vertrag verstoßen, und einen „Kernwaffenschlag gegen Industriezentren“.
Robert Scher, der für Kernwaffenpolitik zuständige Mitarbeiter des Pentagon-Chefs, erläuterte: „Wir könnten die Rakete (mit der der INF-Vertrag verletzt wurde.- Red.) dort attackieren, wo sie sich in Russland befindet“. Brian McKeon, ein weiterer Vertreter des US-Verteidigungsamtes, erklärte im Dezember, als Gegenmaßnahme werde eine Stationierung bodengestützter Flügelraketen in Europa in Betracht gezogen. ...
In letzter Zeit werfen Russland und die USA einander immer häufiger die Entwicklung von Waffen vor, die gemäß dem 1987 geschlossenen Vertrag verboten sind. Im März erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, Moskau habe den USA mehrmals „konkrete Konsultationen“ angeboten, um von der amerikanischen Seite Fakten statt der „unbegründeten Anschuldigungen“ zu bekommen. Vorerst ist es allerdings nicht zu solchen Kontakten gekommen. ..." (Sputnik, 5.6.15)
Wozu miteinander reden, wenn der Militärisch-Industrielle Komplex der USA neue Profite wittert ...
Und von der einstigen Friedensbewegung  ist höchstens ein Schnarchen beim Schlafwandeln zu vernehmen ...

• Bundesregierung: Minsk II wird "weitgehend eingehalten"
"Nach Kenntnis der Bundesregierung wird der Waffenstillstand im Osten der Ukraine mit dem Stand Ende Mai „an den meisten Punkten der Kontaktlinie weitgehend eingehalten“. An einigen neuralgischen Punkten werde „der wechselseitige Beschuss jedoch mit schwankender Intensität fortgeführt“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung (18/4998) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/4788). Die Konfliktparteien hätten mit dem Abzug schwerer Waffen begonnen. Ein Abzugsplan sie zwischen den Konfliktparteien im Februar („Minsk-II-Abkommen“) konsentiert worden, „er ist jedoch noch nicht vollendet.“ Bislang könne seitens der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auch nicht verifiziert werden, in welchem genauen Umfang ein Abzug bereits erfolgt ist. Die „Special Monitoring Mission“ (SMM) der OSZE bemühe sich um Vermittlung, damit an den neuralgischen Punkten auf Basis der dortigen Begebenheiten lokale Truppenentflechtungen beziehungsweise Demilitarisierungen vereinbart werden. „Die Bundesregierung misst vor diesem Hintergrund der Konstituierung der Arbeitsgruppe Sicherheit unter der Trilateralen Kontaktgruppe am 6. Mai 2015 in Minsk und deren weiterer Tätigkeit große Bedeutung zu.“" (heute im bundestag, 5.6.15)

• Obama will weitere Sanktionen gegen Russland
"US-Präsident Barack Obama will beim G7-Gipfel in Deutschland seine europäischen Amtskollegen zu weiteren Sanktionen gegen Russland aufrufen, berichtet CNN unter Berufung auf Vertreter des Weißen Hauses.
Der andauernde Ukraine-Konflikt werde laut CNN zu den Hauptthemen des Treffens gehören. Wie es im Beitrag heißt, rechnet Washington damit, dass die Verstöße gegen den Waffenstillstand im Donbass die Europäer zu einer Erweiterung von Russland-Sanktionen bewegen würden.
Zugleich werde beim G7-Gipfel höchstwahrscheinlich keine Beschlüsse über Waffenlieferungen an die Ukraine getroffen. Die EU-Länder seien entschieden gegen solche Schritte der USA. ..." (Sputnik, 5.6.15)

• Merkel: Putin darf nicht an G7-Tisch sitzen
"Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rückkehr Russlands in die Gruppe der acht wichtigen Industrienationen (G8) derzeit für unrealistisch. „Eine Teilnahme Russlands ist zurzeit nicht vorstellbar“, sagte die CDU-Vorsitzende in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie betonte aber: „Manche Konflikte, etwa den in Syrien, können wir ohne Russland gar nicht lösen.“ Sie halte deshalb regelmäßig Kontakt zu Präsident Wladimir Putin.
Auf die Frage, wie es ohne Russland in dem G7-Format weitergehen soll, antwortete Merkel: „Seit der internationalen Finanzkrise gibt es regelmäßige G20-Treffen, bei denen auch Russland zusammen mit allen wesentlichen Wirtschaftsnationen vertreten ist. Ich bin froh, dass sich auch dort eine sehr gute Arbeitsatmosphäre entwickelt hat.“
G7 habe aber eine ganz eigene Bedeutung. „Die G7 sind eine Gruppe von Staaten, die Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilen.“ Zu den Prinzipien der Gruppe gehöre die Verteidigung des Völkerrechts und der Unverletzlichkeit von Landesgrenzen. „Russlands Annexion der Krim war dagegen eine Verletzung des Völkerrechts“, sagte Merkel. ..." (Handelsblatt online, 5.6.15)
Ja, die Bundesmutti gibt doch immer wieder Anlass zum Ko...pfschütteln ...
Apropos Krim und Syrien usw.: Die Bundesregierung hat einem Bericht der Tageszeitung junge Welt vom 4.6.15 zu Folge in der von ihr finanzierten Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) ein Projekt über "Die Fragmentierung Syriens" in Auftrag gegeben: "Dabei könnten die Kurden im Nordosten des Landes – mit westlicher Hilfe – abgespalten werden. Die Terrororganisationen IS und Al-Nusra-Front könnten den Osten Syriens, die Provinz Idlib, die Provinz Deraa im Süden und den Golan erhalten. Übrigbliebe ein Syrien, das von Aleppo über Homs und Damaskus bis As-Suwaida reichen würde. Außerdem würden auch die Küstengebiete, die christlichen Regionen und das Qalamoun-Gebirge im Westen zu dem Rumpfstaat gehörten. ..."

• "Bürgerjournalismus" als Waffe im Info-Krieg gegen Russland
"Viele deutsche Journalisten verwechseln die Worte »offenbar« und »angeblich«. »Forensische Analyse: Kreml hat offenbar Satellitenfotos zu MH-17-Absturz gefälscht«, hieß es am 1. Juni bei Spiegel online. Die Geschichte über die angeblich gefälschten russischen Fotos war jedoch so außergewöhnlich stümperhaft gemacht, dass einige Medien, darunter Spiegel online selbst, schnell wieder zurückruderten. Die meisten anderen vergaßen das Thema.
Die Falschmeldung kam von der Agentur »Bellingcat«, die sich gern »unabhängige Investigativplattform« nennen lässt. Ein Blick auf ihre Website zeigt, dass sie sich einseitig auf zwei Themen spezialisiert hat: »Enthüllungen« über Russlands angebliche Rolle in der Ukraine und über Waffeneinsätze der syrischen Regierung.
»Bellingcat« ist noch nicht lange auf dem Markt. Der 35jährige Eliot Higgins gab die Gründung am 1. Juli 2014 bekannt. Dafür benutzte er damals noch sein Pseudonym Brown Moses. Unter diesem Namen hatte Higgins seit März 2012 mehrere vorgebliche »Analysen« ins Internet gestellt, mit denen auf der Grundlage von allgemein zugänglichen Satellitenaufnahmen nachgewiesen werden sollte, dass die syrischen Streitkräfte für den Einsatz chemischer Kampfstoffe verantwortlich seien. Im Dezember 2013 gründete Higgins die Firma »Brown Moses Media Ltd.«, die jetzt Eigentümer von »Bellingcat« ist. Journalisten erzählt er gern, dass er aus Langeweile zu dem »Hobby« gekommen sei, sich mit Waffeneinsätzen zu befassen, als er arbeitslos war und sich zu Hause um sein Kind kümmerte.
Zumindest heute arbeitet Higgins eng mit dem Atlantic Council zusammen, der sein Hauptquartier in Washington hat. Er ist Mitautor einer von dieser Organisation herausgegebenen Propagandaschrift »Putin's War in Ukraine«, die sich teilweise auf das von »Bellingcat« veröffentlichte Material stützt. ... Die Organisation stellt zum einen ein Kaderreservoir für die US-Administration dar. Zum anderen ist der Atlantic Council ein Wirkungsfeld des Auslandsgeheimdienstes CIA, der dem State Department unterstellt ist.
Der beschönigende Begriff, unter dem neben »Bellingcat« zahlreiche ähnliche Unternehmen arbeiten, lautet scheinbar uneigennützig »Non-profit journalism« oder gern auch ganz bürgernah »Citizen Journalism«. Im sehr wohlwollenden englischen Wikipedia-Eintrag, den vermutlich Kollegen dieser speziellen Richtung selbst formuliert haben, wird als Stärke solcher Gruppen gerühmt, dass sie »in der Lage sind, dem öffentlichen Wohl zu dienen, ohne sich mit Schulden, Dividenden und den Zwang zum Gewinnmachen abgeben zu müssen«. Andererseits kosten die Recherchen, die oft mit Auslandsreisen verbunden sind, viel Geld, wie die Non-Profit-Journalisten immer wieder betonen. Sie finanzieren sich über Spenden, wobei Stiftungen als verlässliche Geldgeber einen hohen Stellenwert haben. ..." (junge Welt, 5.6.15)

• Poroschenko redet wieder von "russischer Invasion"
"Wenig Neues hatte der Präsident bei seiner jährlichen Rede vor dem ukrainischen Parlament vorzubringen. Poroschenko, ganz Traditionalist, konzentrierte seine Ansprache vor allem auf “die russische Militärpräsenz in der Ukraine.”
Nach neusten Angaben sollen sich, wie Poroschenko erklärte, rund 9.000 russische Soldaten im Donbass befinden. Auch hat sich die Anwesenheit russischer Truppen an der russisch-ukrainischen Grenze im Vergleich zum vorherigen Jahr um das 1,5-fache vergrößert, erklärte der Staatschef weiter. Aktuell müsse man sich auf eine russische Invasion einstellen.
Zudem erklärte er den Rada-Abgeordneten, dass es bezüglich der gegen den Donbass ausgerufenen Wirtschaftsblockade solange keine Veränderungen geben wird, bis Kiew nicht “die totale Kontrolle über die ukrainisch-russische Grenze innerhalb der Region wiedererlangt.” ...
Um Vergleiche mit historischen Persönlichkeiten nicht verlegen, zog der ukrainische Staatschef Parallelen zwischen seiner Amtszeit und der des amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt in der Zeit zwischen 1901 bis 1909. Auch versprach Poroschenko das Jahr 2016 zum Jahr der englischen Sprache zu machen: “Das Beherrschen der englischen Sprache wird für jeden, der im staatlichen Dienst arbeitet, ein Muss.” ..." (RT deutsch, 4.6.15) 

• OSZE wirft Aufständischen Einsatz schwerer Waffen vor – Hinweise auf Kiewer Provokation
"Nach den heftigsten Gefechten seit Monaten in der Ostukraine haben OSZE-Beobachter den Einsatz von verbotener Waffen im Kriegsgebiet bestätigt. Prorussische Separatisten hätten schwere Artillerie im Gebiet Donezk bewegt, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit.
Unter anderem waren dem Bericht zufolge mehrere Kampfpanzer und Armeelaster in Richtung Westen unterwegs. Die ukrainische Militärführung informierte die OSZE zudem darüber, einen Angriff der Aufständischen mit schweren Geschützen erwidert zu haben.
Die Rückkehr großkalibriger Waffen ins Frontgebiet ist ein Rückschlag für den Friedensplan von Minsk. In der weißrussischen Hauptstadt hatten sich die Konfliktparteien Mitte Februar auf den Abzug der Kriegstechnik von der Frontlinie geeinigt.
Im Donbass waren am Mittwoch massive Kämpfe ausgebrochen. Binnen 24 Stunden wurden mindestens 24 Menschen getötet. Wie ein Berater des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, Juri Biriukow, auf seiner Facebook-Seite mitteilte, wurden bei Gefechten mit den prorussischen Aufständischen fünf Soldaten getötet. Ein Vertreter der selbstausgerufenen Volksrepublik Donezk, Eduard Bassurin, vermeldete über die Nachrichtenagentur der Rebellen den Tod von 14 Rebellenkämpfern und 5 Zivilisten.
Die heftigsten Gefechte gab es offenbar bei der Ortschaft Marjinka westlich von Donezk. Nach Darstellung des Außenministeriums wurden mindestens 10 Separatistenkämpfer getötet und mehr als 80 verletzt. Am Abend beruhigte sich die Lage nach OSZE-Angaben wieder. ..." (n-tv, 4.6.15)
Die österreichische Tageszeitung Der Standard berichtete 3.6.15 in ihrer Online-Ausgabe dazu unter der Überschrift "Ukrainische Armee bringt schwere Waffen an Donbass-Front zurück": "Mit dem blutigsten Kampftag seit Monaten sowie dem neuen Einsatz schwerer Waffen hat sich die Lage im Kriegsgebiet Ostukraine wieder verschärft. Bei Beschuss an der gesamten Frontlinie durch die ukrainische Armee seien mindestens 15 Menschen getötet worden, sagte Wladimir Kononow von den prorussischen Separatisten am Mittwoch in Donezk. Mindestens 60 Menschen seien verletzt worden.
Das Militär habe eine Offensive der Aufständischen mit schwerer Artillerie abgewehrt, die zuvor wegen des Minsker Friedensplans eigentlich ins Hinterland zurückgezogen worden war, teilte der Generalstab in Kiew mit. Die Ukraine habe ihre internationalen Partner vorher informiert.
Die kiewtreuen Gesundheitsbehörden zählten sechs verletzte Zivilisten, auch mehr als elf Regierungssoldaten wurden demnach verletzt.
Großkalibrige Geschütze sollen nach dem Friedensplan für den Donbass von Mitte Februar eigentlich von der Front abgezogen werden. Der Tagesbericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom 2. Juni dokumentiert bereits an diesem Tag Artilleriegefechte.
Zu Mittag feuerten kiewtreue Truppen mehrere Granaten aus schweren Geschützen ab, am Nachmittag beschossen Rebellen das Gebiet in der Nähe von Lugansk, das unter Regierungskontrolle steht.
Außerdem merkten die OSZE-Beobachter an, dass am Dienstag insgesamt sieben Mehrfachraketenwerfer vom Typ "Grad", die bis vor Kurzem auf Lagerplätzen der ukrainischen Armee gepakrt waren, verschwunden waren.
Die Armeeführung berichtete von einem Angriff der Separatisten bei der Ortschaft Marjinka westlich von Donezk um 4.00 Uhr mit rund 1.000 Kämpfern und mehreren Panzern. Militärsprecher Andrej Lyssenko in Kiew sagte, die Armee habe die Lage unter Kontrolle. Separatistensprecher Eduard Bassurin wies die Vorwürfe zurück. ..."
Bei Sputnik gab es am 5.6.15 dazu Folgendes zu lesen: "Nach den neuen Gefechten in der Ost-Ukraine haben die Donezker Milizen auf einer Pressekonferenz einen gefangenen ukrainischen Soldaten vorgestellt. Dieser hat bestätigt, dass das ukrainische Militär am Mittwoch als erster das Feuer eröffnet und damit die blutigen Kämpfe provoziert hatte.
Die Regierungskräfte hätten in Marjinka als erste geschossen, sagte Roman Martschenko am Freitag in Donezk. Nach seinen Worten kämpfen viele Ausländer auf der ukrainischen Seite. „Dort gab es tschetschenische und georgische Söldner", so der Gefangene auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vize-Chef der Donezker Volkswehr, Eduard Bassurin. Die Verluste der Kiew-treuen Einheiten in Marjinka schätzte Martschenko auf 200 Tote. ..."
In der "Morgenlage" der Deutsch-Russischen Wirtschaftsnachrichten vom 5.6.15 hieß es zum Thema: "05.06.2015, 07.22 MEZ | Minsk wird zur Farce: Beide Seiten im ukrainischen Bürgerkrieg warfen sich am Donnerstag gegenseitig eine militärische Offensive vor. In Kiew hieß es, die Rebellen hätten in der Nacht zuvor entlang der gesamten Frontlinie angegriffen. Später gestand die ukrainische Armee ein, großkalibrige Artillerie unter Bruch des Waffenstillstands an die Front gebracht zu haben. Davon hatten die Rebellen in Donezk und Lugansk bereits am Vortag berichtet. Sie meldeten am Donnerstag 16 Tote unter ihren Kämpfern. Kiew hatte zuvor stolz kundgetan, 100 „Terroristen“ liquidiert zu haben. ..."

• Hacker: Washington verschweigt Kiewer Verstöße gegen Minsk II
Die ukrainische Hacker-Gruppe CyberBerkut macht am 4.6.15 darauf aufmerksam, dass Kiew und Washington die Verstöße der Kiewer Truppen gegen das Minsker Abkommen vom Februar 2015 (Minsk II) kennen und diese verschweigen. Die Gruppe beruft sich auf eine gehackte E-Mail des ukrainischen Generalmajors A. Taran vom Gemeinsamen Zentrum für die Kontrolle und Koordination des Waffenstillstands, an dem neben der Ukraine und Russland auch die Aufständischen beteiligt sind. Es sei klar, dass Kiew und Washington alle Informationen kennen und diese Fakten unterdrücken. Ein in die E-Mail eingebetteter Brief des Brief von US-Botschaft-Mitarbeiters T. Podobinska-Schtyk enthalte US-Satellitenaufnahmen, die großkalibrige Artillerie der Kiewer Truppen an der Trennlinie zeigen.

• Poroschenko geht es gut
"Für die ukrainische Volkswirtschaft war das Jahr 2014 katastrophal. Die Wirtschaftsleistung sank um etwa 20 Prozent, der Außenwert der Währung halbierte sich ebenso wie der Durchschnittslohn. Für den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko dagegen war das vergangene Jahr überaus erfolgreich. Die Einkommens- und Vermögenserklärung, die die Präsidialverwaltung schon Anfang April veröffentlichte, weist als persönliches Vorsteuereinkommen Poroschenkos den Betrag von knapp 370 Millionen Hryvnja aus, das waren umgerechnet gut 15 Millionen US-Dollar. Das ist nicht nur absolut ein hübsches Sümmchen, es ist auch um das Siebeneinhalbfache mehr als die 51 Millionen Hryvnja, die Poroschenko für 2013 als Einkommen angab.
Ein Großteil der Einkünfte stammt laut seiner offiziellen Erklärung aus Dividenden und »korporativen Rechten«, d. h. aus seiner Unternehmertätigkeit. Damit ist diskret umschrieben, woraus sie nicht stammten: aus dem von Poroschenko bei seiner Amtsübernahme angekündigten Verkauf seiner Unternehmensgruppe mit Ausnahme des Fernsehsenders 5. Kanal. Doch um dieses Thema ist es in der Ukraine sehr still geworden. Zu guter Letzt war zu hören, dass Poroschenkos Firmen unverkäuflich seien und deshalb bis auf weiteres bei einem Treuhänder geparkt seien.
Das ist eine sehr praktische Lösung, weil Poroschenko für die operative Leitung seiner Unternehmen als Präsident ohnehin keine Zeit haben dürfte, und ihm die Erträge weiterhin zufließen. Dass freilich Unternehmen unverkäuflich sein sollen, die ihrem Eigentümer einen binnen eines Jahres um 650 Prozent steigenden Ertrag abwerfen, kann Poroschenko nur Ukrainern erzählen, die alles vergessen haben, was die ältere Generation einmal bei Marx über das Funktionieren des Kapitals hat lernen können. ..." (junge Welt, 4.6.15)

• Sagt Soros Poroschenko, wo es langgeht?
"Jüngsten Enthüllungen zufolge sollen die USA bereits seit Längerem tödliches Kriegsgerät an die Maidan-Regierung in Kiew geschickt und ukrainische Soldaten in NATO-Staaten wie Rumänien für den Kampf im Donbass ausgebildet haben. Das berichtet die Hackergruppe „CyberBerkut“ unter Berufung auf eine gehackte Korrespondenz zwischen dem umstrittenen US-Milliardär George Soros und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.
Neben Waffenlieferungen sowie fragwürdigen Trainings- und Ausbildungsprogrammen für ukrainische Kämpfer im Ausland, thematisiert der Leak zudem zwischen dem polnischen General Waldemar Skrzypczak und dem US-General Wesley Clark besprochene Pläne, die Kampffähigkeit der ukrainischen Armee, die bis zum Abschluss des Minsker Abkommens im Osten des Landes noch organisiert gegen die eigene Bevölkerung vorging, auszubauen und diese anhaltend schlagkräftig zu halten.
Dabei gelte es vor allem, die in Minsk getroffenen Vereinbarungen zwischen den Konfliktparteien möglichst heimlich zu umgehen, immerhin drohe Kiew ansonsten in der Weltöffentlichkeit die Legitimität bezüglich des Konflikts mit den “pro-russischen Selbstverteidigungskräften” zu verlieren.
Offenbar im Wissen darum, dass der Ukraine mittlerweile jeden Tag der Staatsbankrott drohen könnte, soll der US-Investor George Soros, der mit waghalsigen Spekulationen an den Weltmärkten ein Vermögen verdient, dabei aber nie die politische Komponente seines Handeln zu vergessen scheint, von der EU gefordert haben, der Führung in Kiew jährlich eine Milliarde Euro “zur Wahrung der Stabilität” zur Verfügung zu stellen. Um seiner Argumentation Nachdruck zu verleihen betonte er:  “Die neue Ukraine steht buchstäblich am Rande eines Kollapses.”
George Soros gilt als einflussreicher Förderer der sogenannten Farbrevolutionen. Mittels Stiftungen wie der Open Society Foundations und großzügigen Spenden soll er Kritikern zufolge dabei in zahlreichen Ländern einen für seine wirtschaftlichen und politischen Interessen günstigen Machtwechsel zumindest mitfinanziert haben. Auch der Milliardär selbst bestreitet nicht, dass er die „Orange Revolution“ 2004 und den „Euromaidan“ 2013 mitfinanziert hat. ..." (RT deutsch, 2.6.15)
Das US-Onlinemagazin ZeroHedge hat am 2.6.15 das Thema ebenfalls aufgegriffen und veröffentlicht mehrere Papiere von Soros zur Ukraine und bezeichnet des Milliardär als "Puppenspieler".

• "Das Schweigen der Poroschenkoversteher"
"Kiew steuert Richtung Krieg und Bankrott, Europa empört sich unterdessen über russische Revanchefouls
Drei Themen mit Bezug zum Konflikt zwischen der Ukraine und Russland beherrschten am vergangenen Wochenende die Nachrichten aus der Region: die von Moskau verhängten Einreiseverbote für Dutzende EU-Politiker, der drohende Bankrott der Ukraine und die Ernennung des georgischen Ex-Präsidenten Micheil Saakaschwili zum Gouverneur der ukrainischen Oblast Odessa. Während ersteres EU-weit für Aufregung und Entrüstung und zweiteres für Besorgnis bei den Gläubigern sorgte, blieben zur letzen Meldung die europäischen Regierungen ebenso wie der Großteil der medialen Kommentatoren auffällig still. Dabei verdient sich diese im internationalen Vergleich wohl einzigartige Personalie einen genaueren Blick.
Dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zufolge soll Saakaschwili für Disziplin und Reformen sorgen. Die Entscheidung solle weiters den Einfluss der Oligarchen (zu denen Poroschenko nicht zuletzt selbst zählt) einschränken.
Das wäre ein löblicher und notwendiger Schritt, denn die Ukraine belegt im internationalen Korruptionsranking mittlerweile fast schon traditionell den letzten Platz von allen europäischen Staaten. Dass Saakaschwili daran etwas ändern wird, darf bezweifelt werden: Zwar hat er in seiner zehnjährigen Regierungszeit zunächst einige Reformen durchgeführt, im Laufe der Jahre herrschte er jedoch zunehmend autoritär über Georgien und ging gegen Oppositionelle ebenso wie gegen Journalisten hart vor. Die neue georgische Regierung hat gegen ihn mittlerweile ebenso wie gegen zahlreiche weitere Schlüsselfiguren seiner Herrschaft Verfahren angestrengt. Während sein ehemaliger Premier Wano Merabischwili wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen eine Oppositionsdemonstration zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, setzte sich Saakaschwili in die USA ab. ...
Die Berichte über den verschwenderischen Regierungsstil Saakaschwilis sind Legion: So soll er sich auf Kosten der Steuerzahler Botoxbehandlungen in den USA unterzogen haben. Auch der Erwerb eines Aktbildes, Abnehmkuren in Österreich, Feste in Dubai, Reisekosten für Models, Haarentfernungen, ein Stylist und die Miete für eine Yacht in Italien sollen auf Staatskosten abgerechnet worden sein.
Der Bau von Saakaschwilis Präsidentenpalast in Tiflis soll Berichten zufolge mehrere hundert Millionen Euro verschlungen haben. Alleine die nächtliche Beleuchtung der dem deutschen Reichstag nachempfundenen gläsernen Kuppel kostete 372.000 Euro jährlich, was die neue Regierung rasch abstellte.
Wenn also der Bock zum Gärtner gemacht wird, sollte dies eigentlich bei den europäischen Geldgebern Kiews die Alarmglocken läuten lassen, doch ein Aufschrei der Empörung blieb ebenso aus wie bei Poroschenkos Drohung mit der Einführung des Kriegsrechts und dem Beschluss eines Gesetzes, mit dem Kiew die Rückzahlung der Auslandsschulden per Moratorium verhindern kann. ...
Und das Verhältnis zu Russland wird sich dadurch auch nicht bessern: Moskau hat nicht vergessen, welche Rolle der georgische Ex-Staatschef im Südossetienkrieg 2008 spielte, als die georgische Armee die seit 1992 in der abtrünnigen Provinz stationierten russischen Friedenssoldaten und flüchtende Zivilisten unter Artilleriefeuer nahm. Damals wurden auf georgischer Seite auch ukrainische Waffen und nationalistische Söldner der rechtsextremen Gruppe "UNA-UNSO", aus der mittlerweile der "Rechte Sektor" hervorgegangen ist, eingesetzt.
Für die europäischen Regierungen scheint die Kränkung durch revanchistische Einreiseverbote jedoch wichtiger zu sein als die problematischen Entscheidungen der Kiewer Regierung." (Der Standard online, 1.6.15)
Zur Erinnerung zum Georgien-Krieg 2008:
"... Dass russische Soldaten keinen Fuß auf fremdes Territorium setzten, galt allerdings nur bis zum 9. August 2008. An diesem Tag brachen sie zum ersten Mal ihre Abstinenz. Ort der Handlung war die zu Georgien gehörende, aber faktisch selbstverwaltete und politische Unabhängigkeit anstrebende Provinz Südossetien. Am Vortag waren nach vorbereitendem Artilleriefeuer georgische Streitkräfte in das umstrittene Gebiet vorgedrungen und hatten die Hauptstadt Zchinwali eingenommen. Die russischen Truppen schlugen sie zurück.
Doch während der „eingefrorene“ Regionalkonflikt augenblicklich zur internationalen Großkrise eskalierte, berichteten die Medien wenig bis gar nichts über Zweck und Anlass der russischen Militärpräsenz in Südossetien. Bereits seit dem Ende der Sowjetunion lieferte sich die abspaltungswillige Provinz einen blutigen Krieg gegen das georgische Mutterland. Erst ein Waffenstillstand im Juni 1992 konnte diesen beenden. Das Abkommen, von den Präsidenten Russlands und Georgiens unterschrieben und durch die KSZE-Mission in Georgien mitgezeichnet, setzte eine Kontrollkommission und eine multinationale Überwachungstruppe unter russischem Oberkommando ein. Deren Auftrag lautete, die Einhaltung der Waffenruhe zu gewährleisten.
Das war noch immer die Mandatslage im Sommer 2008. Das russische Vorgehen war somit rechtskonform. ..." (Reinhard Mutz in Blätter für deutsche und internationale Politik, April 2014)

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alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen


die täglichen Berichte der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine

Freitag, 23. Januar 2015

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 127

Gesammelte Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine und deren Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar (aktualisiert: 21:44 Uhr)

• Kiew bringt mobile Krematorien in Donbass-Region
"Die ukrainische Armee hat mobile Krematorien in die Donbass-Region gebracht, um Leichen ihrer Soldaten einzuäschern. Das teilte der Chef der selbst ernannten Republik Donezk im Osten der Ukraine, Alexander Sachartschenko, am Freitag mit.
„Nach Angaben unserer Aufklärung geht es um drei Krematorien. Nach der Verbrennung der Leichen werden die Soldaten für vermisst oder gefangengenommen erklärt.“ Sachartschenko zufolge weigert sich das Kommando der ukrainischen Armee, die Leichen ihrer Soldaten abzuholen. In mehreren von der Armee kontrollierten und bereits verlassenen Siedlungen lägen dutzende Soldatenleichen. Ihre Gesamtzahl schätzte Sachartschenko auf rund 100." (Sputnik, 23.1.15)

• Regierungsvertreter: Moskau will Ukraine nicht spalten
"Laut dem Ersten Vizepremier Russlands Igor Schuwalow ist Moskau nicht an einer Spaltung der Ukraine interessiert.
„Ich habe niemals vom Präsidenten oder vom Premier Russlands gehört, dass wir Interesse an einer  Abspaltung der Donbass-Region von der Ukraine hätten. Wir sind daran interessiert, dass die Ukraine als ein souveräner Staat ihre Integrität bewahrt“, sagte Schuwalow am Freitag in Davos beim Weltwirtschaftsforum.
„Das Einzige was wir wollen, ist den Krieg stoppen. Denn dieser Krieg wirkt sich auch auf uns aus. Das ist ein geopolitisches Risiko“, so Schuwalow. Dieser Krieg könne allerdings nicht als das größte geopolitische Risiko bezeichnet werden, denn alle regionalen Konflikte würden Einfluss auf Russland haben.
Die Ukraine sei für Russland ein sehr naher Staat und könne als Freund oder sogar als Familienmitglied bezeichnet werden, betonte Schuwalow." (Sputnik, 23.1.15)

• Donezker Aufständische lehnen Gespräche mit Kiew ab
"Im Ukraine-Konflikt scheint eine friedliche Lösung weit entfernt: Der ostukrainische Separatistenführer Alexander Sachartschenko bemüht sich nach eigenen Worten nicht mehr um Waffenstillstandsgespräche mit der Regierung in Kiew.
Stattdessen würden seine Kämpfer bis an die Grenze der Region Donezk vorrücken, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Sachartschenko. Es solle die gesamte Krisenregion erobert werden - "notfalls" auch über die Gebietsgrenze von Donezk hinaus, sagte Sachartschenko. "Falls ich eine Gefährdung für die Donezker Erde von irgendeiner Siedlung sehe, werde ich diese Gefahr auch dort beseitigen", drohte er. Bewaffnete Kräfte der "Volksrepubliken" würden derzeit auf mehrere Orte vorstoßen.
Bundesaußenminister Steinmeier sagte auf einer Pressekonferenz in Tunesien zu den Äußerungen der Separatisten, was er darüber in den Agenturen gelesen habe, sei "nichts als Kriegstreiberei". ..." (Spiegel online, 23.1.15)
"Wir werden bis zu den Grenzen der Region Donetsk (Ukraine) vorrücken, aber wenn ich Bedrohung durch die andere Seite sehe, werden wir sie beseitigen", so Sachartschenko laut Interfax.
Die Milizen würden in die Offensive gehen, um den Beschuss des Donbass zu stoppen, so Sachartschenko in einer weiteren Meldung der Nachrichtenagentur Interfax vom 23.1.15. Nach der erneuten Tragödie eines beschossenen Busses würden keine Gefangenen mehr gemacht oder ausgetauscht. Die Milizen wollen laut Sachartschenko die Kiewer Truppen aus dem Donbass vertreiben, um den weiteren Beschuss der Siedlungen zu verhindern.
Siehe auch: "... Kiew kündigte einen Großeinsatz mit dem Ziel an, die zuvor verlorengegangenen Stellungen am Flughafen der Stadt zurückzuerobern. ..." (Sputnik, 22.1.15)
Kommentar: Mir ist nicht bekannt, dass Außenminister Steinmeier von "Kriegstreiberei" sprach, als Poroschenko am 18.1.15 ankündigte: "Wir holen den Donbass zurück." Aber vielleicht habe ich nur etwas übersehen.


• Putin: Es kann nur eine friedliche Lösung geben
"Der russische Präsident Wladimir Putin hat diejenigen, die die verbrecherischen Befehle erteilten, für den Tod von Menschen im Donbass verantwortlich gemacht.
„Die Leute, die das tun, müssen wissen, dass es außer Friedensgesprächen und politischen Mitteln keine andere Methode zur Lösung solcher Konflikte gibt“, sagte Putin am Freitag in seiner Vorstadtresidenz Nowo-Ogarjowo in einer Beratung mit den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates Russlands.
„Wir bekommen oft zu hören, darunter auch aus dem heutigen Kiew, dass man in diesem Land (Ukraine) gerade an dieser Methode zur Konfliktlösung festhält. In Wirklichkeit aber ist alles ganz anders. Ich hoffe, dass der gesunde Menschenverstand letztlich triumphieren wird“, so Putin.
Der Präsident sagte, dass Russland noch keine klare Antwort Kiews auf den Vorschlag zur Regelung der Situation im Donbass erhalten habe. „Bedauerlicherweise haben wir nicht nur keine klare Antwort auf unseren Vorschlag erhalten, sondern auch das Gegenteil der vorgeschlagenen Handlungen gesehen. Die Kiewer Behörden erteilten nämlich einen offiziellen Befehl, großangelegte Kampfhandlungen faktisch an der ganzen Berührungslinie zwischen den sich bekämpfenden Seiten zu beginnen“, so Putin.
Laut dem Präsidenten setzt das ukrainische Militär Artillerie und Mehrfachraketenwerfer-Systeme sowie die Luftwaffe gegen dichtbesiedelte Gebiete im Donbass ein. „All das wird von propagandistischen Losungen über ein Friedensbestreben und der Suche nach Schuldigen begleitet“, so Putin. ..." (Sputnik, 23.1.15)

• Kiew: Mehr als 9.000 russische Soldaten im Donbass
"Die Zahl der russischen Soldaten in der Ostukraine hat seit Beginn des Konflikts einen Höchststand erreicht. Dort befinden sich mehr als 9000 Militärs aus Russland, gab der Armeesprecher Andrij Lysenko am Freitag bekannt.
Lysenko zufolge werden in den wichtigsten Richtungen die Einheiten der Terroristen durch die russischen Einheiten abgelöst." (Ukrinform, 23.1.15)
Fotos von Uniformierten mit russischen Flaggen am Ärmel werden als Beweis gebracht.

• Jazenjuk fordert, Umstellung auf Kriegswirtschaft vorzubereiten
"Die Chefs der Gebietsverwaltungen sollen endgültige Pläne zur wirtschaftlichen Mobilmachung im Fall einer möglichen „Umstellung auf Kriegswirtschaft“ vorlegen. Dies forderte Regierungschef der Ukraine Arseni Jazenjuk bei einer Beratung am Freitag." (Ukrinform, 23.1.15)

• Aufständische: Busbeschuss in Donezk galt uns
"Das Hauptziel des Feuerangriffs am Donnerstag in Donezk, bei dem nach neuesten Angaben acht Zivilisten an einer Obus-Haltestelle ums Leben gekommen sind, war nach Vermutung des Volkswehrstabs der „Volksrepublik Donezk“ (DVR) die Stadtgarnison der Milizen.
Wie ein Sprecher des Stabs am Freitag zu RIA Novosti sagte, ist das ein Beweis dafür, dass das Feuer von den ukrainischen Militärs geführt wurde.
Bei dem Artilleriebeschuss einer Obus-Haltestelle im Donezker Stadtteil Leninski waren acht Menschen  getötet und 17 weitere verletzt worden, wie die „Donezker Nachrichtenagentur“ unter Berufung auf den Zivilschutz der DVR meldet. ...
Laut den Behörden der selbsterklärten Republik war die Haltestelle vermutlich unter einen Mörserbeschuss durch ukrainische Militärs geraten. Das ukrainische Verteidigungsministerium wies die Anschuldigung zurück und gab der Donezker Volkswehr die Schuld für den blutigen Zwischenfall.
Aus einem aktuellen Bericht der OSZE-Mission geht hervor, dass der Mörser- oder Artilleriebeschuss aus nordwestlicher Richtung erfolgt war. Dort befinden sich Stellungen des ukrainischen Militärs.
„Neben der Haltestelle wurden auch weitere Objekte beschädigt. Die diesbezüglichen Angaben wurden erst am Donnerstagabend gesammelt“, so der Sprecher. Ihm zufolge ist der ehemalige Standort eines Truppenteils, der jetzt unter Kontrolle der Volkswehr steht und als Basis für die Donezker Stadtgarnison genutzt wird, beschädigt worden.
Dem Sprecher zufolge waren es offensichtlich keine Volksmilizen, die die Stadtgarnison beschossen haben. ..." (Sputnik, 23.1.15)

• Zeitung: Kein Ausweg aus Konflikt in Sicht
"Die Aufständischen in der Ostukraine haben am Mittwoch die Trümmer des Donezker Flughafens unter ihre Kontrolle genommen.
Nach der Wiederaufnahme der intensiven Militäraktionen Mitte Januar, mit denen Kiew nach eigenem Bekunden auf angebliche Waffenlieferungen über die Grenze reagiert, wird regelmäßig von neuen zivilen Opfern berichtet, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte nach dem Treffen der Außenminister im Normandie-Format in Berlin, das die Situation „bis an die Grenzen der Geduld aller Beteiligten ging“. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete am Donnerstag in Davos den russisch-ukrainischen Konflikt als Verletzung der „elementaren Prinzipien der europäischen Friedensordnung“.
Die Teilnehmer des Treffens in Berlin kehrten zu den Forderungen der Minsker Gespräche zurück: Rückzug der Truppen unter der Bedingung, dass der Sonderstatus des Donezbeckens anerkannt wird. Doch diese Forderungen werden unterschiedlich gedeutet. Während der amerikanische UN-Vertreter die Bedingungen Moskaus als „russischen Besatzungsplan“ bezeichnet, ruft Frankreich die Ukraine hingegen dazu auf, dem Donezbecken eine weitreichende Autonomie unter Beibehaltung der Souveränität des Landes einzuräumen. Auch Kiew stimmt formell der Autonomie zu – das im September verabschiedete Gesetz über den Sonderstatus des Donezbeckes ist bislang formell nicht aufgehoben worden, obwohl ein Gesetzentwurf über seine Aufhebung in die Oberste Rada (Prarlament) eingebracht wurde.
Das Problem besteht darin, dass die Seiten unter Autonomie sehr verschiedene Dinge verstehen. ...
Dass bislang noch keine Lösung gefunden wurde, schadet der Ukraine am meisten. Russlands Wirtschaftskrise ist eher auf den Rückgang der Ölpreise als auf die Sanktionen zurückzuführen. Die ukrainische Armee schafft es nicht, das Problem mit militärischen Mitteln zu lösen.
Die Drohungen des Westens, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen, führen ebenfalls nicht zur Deeskalation. Moskau strebt nach eigenen Angaben mit allen Kräften einen Frieden an, während Kiew eine Annäherung ablehnt. ..." (Sputnik, 23.1.15)

• Ermittlungen gegen Oligarch Achmetow
"Die Staatsanwälte haben am Donnerstag den reichsten Mann der Ukraine Rinat Achmetow ins Verhör genommen.
Ein ranghoher Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte diese Information der Agentur Ukrinform. Achmetow würde im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wegen der Terrorismusfinanzierung verhört. Die Generalstaatsanwaltschaft solle später mehr Auskinft darüber geben.
Die ukrainischen Medien berichten heute, dass das Verhör von Achmetow 6 Stunden dauerte." (Ukrinform, 23.1.15)

• EU will humanitäre Hilfe aufstocken
"... Derweil will die EU angesichts der zunehmenden Kälte in der Ukraine ihre humanitäre Hilfe aufstocken. Er werde nächste Woche nach Kiew reisen, um ein »Zeichen der Solidarität« zu überbringen, so Nothilfekommissar Christos Stylianides. Bisher wurden 76 Millionen Euro bereitgestellt." (Neues Deutschland, 23.1.15)

• Todesschwadronen im Einsatz?
"Am Mittwoch abend sprach Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin nach einer Unterredung mit seinen Kollegen aus Russland, Kiew und Frankreich zur Ukraine-Krise von »wahrnehmbaren Fortschritten«. Die Gesprächspartner hätten sich auf die im Minsker Abkommen vom September 2014 festgelegte Demarkationslinie, den Abzug schwerer Waffen sowie auf ein baldiges Treffen der Kontaktgruppe verständigt.
All das schien wenige Stunden danach hinfällig. Im als »ruhig« geltenden Lenin-Bezirk von Donezk – etwa 15 Kilometer entfernt von der Frontlinie zwischen Kiewer Truppen und Widerstandsmilizen – nahmen Anwohner gegen 8.30 Uhr Ortszeit Granatwerferfeuer wahr. Wenig später starben mindestens 13 Menschen beim Beschuss einer im Berufsverkehr belebten Bushaltestelle. Weitere Personen wurden verletzt. Die Geschosse trafen einen Trolleybus sowie einen Pkw. Die Fensterscheiben der umliegenden Wohnhäuser wurden zerstört. Gegen Mittag teilten die örtlichen Behörden mit, eine verdeckt kämpfende Gruppe sei verhaftet worden. Sie sei vermutlich für den Angriff verantwortlich.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk erklärte laut RIA Nowosti: »Unsere Beamten waren vor Ort auf Grund von Informationen, es gebe Granatwerferbeschuss aus einem der Nachbarbezirke. Offenbar schlugen zwei Granaten an der Haltestelle ein. Kurz danach verhafteten Selbstverteidigungskräfte eine verdeckt handelnde Gruppe ukrainischer Sicherheitskräfte unweit des Schauplatzes.« Bald darauf waren sieben Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor Ort. ..." (junge Welt, 23.1.15)
Zu den vermuteten Todesschwadronen würde das passen, was von RIA Novosti am 13.11.14, aber auch von ukrainischen Medien gemeldet wurde: "Kiew hat sich zum “Partisanenkrieg” auf dem Territorium der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine bekannt. „Unsere Einheiten führen Kampfoperationen im Hinterland des Feindes erfolgreich durch“, teilte Sorjan Schkirjak, Berater des ukrainischen Innenministers, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Kiew mit."
Dazu passt eben auch, dass der Bus im bisher von Kämpfen verschonten, aber von den Aufständischen kontrollierten Stadtbezirk Leninski beschossen wurde.

• Merkel bietet Russland Freihandelszone an, wenn in der Ukraine für Frieden gesorgt wird
""Von Wladiwostok bis Lissabon" - das könnte nach den Worten von Angela Merkel der neue Wirtschaftsraum aus EU und Eurasischer Union sein. Wirtschaftsminister Gabriel ging in Davos sogar noch einen Schritt weiter. Doch es gibt Bedingungen.
Ohne Waffenstillstand geht nichts laut Kanzlerin. Zwischen Russland und der Ukraine muss Angela Merkel zufolge Stabilität herrschen. Dann aber wäre es wünschenswert, so Merkel, "in einem größerem Rahmen zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Union zu überlegen, welche Kooperationsmöglichkeiten haben wir in einem Wirtschaftsraum, der ja selbst von Präsident Putin benannt wurde - von Wladiwostok bis Lissabon - zu kooperieren."
"Es wäre wünschenswert, auf der Basis des Minsker Abkommens erst einmal eine gewisse Stabilität herzustellen und dann in einem größeren Rahmen zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Union zu überlegen, welche Kooperationsmöglichkeiten haben wir in einem Wirtschaftsraum, der ja selbst von Präsident Putin benannt wurde, von Wladiwostok bis Lissabon, zu kooperieren. Das muss ja unser Ziel sein. Ich hoffe, dass sich da Möglichkeiten ergeben. Darunter würde sich dann vielleicht auch das Thema der Assoziierungsschwierigkeiten zwischen der EU und der Ukraine lösen lassen. Und ich will ausdrücklich sagen: Dazu sind wir bereit. Aber die Voraussetzung ist, dass wir erst einmal einen Waffenstillstand haben, dass wir eine Rückgewinnung der Kontrolle für die Ukraine an der russisch-ukrainischen Grenze bekommen. Und dieser Prozess muss jetzt endlich eingeleitet werden. Es hat schon viel zu viele Menschenleben gekostet." Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos
...Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel geht einen Schritt weiter: Er nennt in Davos ausdrücklich TTIP als Vorbild, das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA: Als Nächstes könnte Europa mit Russland über den Freihandel reden. ..." (ARD tageschau.de, 23.1.15)
"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach dem Berliner Außenministertreffen zurückhaltend zur Entwicklung in der Ukraine-Krise geäußert. „Es gibt leichte Fortschritte, obwohl es auch viele Rückschritte gibt“, sagte Merkel beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa.
Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland seien kein Selbstzweck, aber unausweichlich gewesen. Sie könnten aufgehoben werden, wenn der Grund ihrer Implementierung entfalle. „Da sind wir aber leider nicht.“ Die Kanzlerin betonte, das Minsker Abkommen bleibe „die Grundlage, auf der wir versuchen wollen, diesen Konflikt zu lösen“. ..." (Sputnik, 22.1.15)

• Aufständische melden hunderte tote Soldaten bei Kampf um Flughafen Donezk
"Während heftiger Kämpfe um den Flughafen von Donezk haben sich 44 Soldaten der ukrainischen Armee ergeben. Das teilte der Vize-Stabschef der Donezker Volkswehr, Eduard Bassurin, am Donnerstag mit.
„Bei den Kämpfen um den Flughafen verloren die ukrainischen Militärs insgesamt 597 Mann an Toten. Ich spreche nur von jenen, deren Leichen auf dem Flughafengelände und in der Siedlung Peski gefunden werden konnten. Rund 1500 verwundete ukrainische Soldaten wurden aus der Kampfzone in Sicherheit gebracht und werden medizinisch behandelt. Zudem verlor die ukrainische Armee 49 Panzer und 47 sonstige gepanzerte Fahrzeuge“, sagte Bassurin." (Sputnik, 22.1.15)

• Schwere Kämpfe trotz diplomatischer Bemühungen 
"Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte seine Kollegen aus Russland, Frankreich und der Ukraine wieder einmal nach Berlin gebeten, um den Konflikt in der Ostukraine zu entschärfen. Wie ein Gespenst wird immer wieder das Minsker Abkommen von allen Seiten beschworen. Doch beide Konfliktparteien haben an dessen Umsetzung von Anfang an kein Interesse gezeigt, den anfänglichen Waffenstillstand zur Neuaufstellung der Truppen genutzt, aber immerhin Gefangene ausgetauscht.
Während vor allem die Kämpfe um den Flughafen in Donezk und Raketenangriffe auch anderswo verstärkt aufflammten und die Ukraine eine Verstärkung der Truppen und eine Teilmobilmachung verkündete, glaubte Steinmeier nach den Gesprächen am Mittwochabend zumindest ein wenig Optimismus verbreiten zu müssen. Durchbruch habe es keinen gegeben, aber "wahrnehmbare Fortschritte", sagte. Einmal wieder habe man sich auf die im Minsker Abkommen beschlossene Demarkationslinie und den Abzug schwerer Waffen geeinigt. Russland wolle entsprechenden Druck auf die Separatisten ausüben. Und es soll wieder die Kontaktgruppe mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der Separatisten unter Leitung der OSZE zusammenkommen. In der gemeinsamen Erklärung werden wieder einmal alle Konfliktparteien zur Einstellung aller Kampfhandlungen aufgefordert.
Es ist zu vermuten, dass es so lange keinen wirklichen Fortschritt geben wird, bis Kiew direkt mit den Separatistenvertretern verhandelt. Das ist ein primäres Anliegen Russlands, während Kiew dies vermeiden will, um damit nicht die De-facto-Existenz der "Volksrepubliken" und deren Führer anzuerkennen, die offiziell als "Terroristen" bezeichnet werden, schließlich führt man keinen Krieg, sondern eine Antiterroroperation (ATO). Versucht wurde auch, wenn auch bislang vergeblich, die "Volksrepubliken" international als Terrororganisationen einzustufen. Das freilich hat viel Blut und große Verwüstungen gefordert. ..." (Telepolis, 22.1.15)

• NATO sieht angeblich russische Truppenbewegungen über die Grenze
"Die Nato beobachtet Truppenbewegungen aus Russland über die Grenze in die Ostukraine. Genau Zahl der russischen Truppen im Gebiet kann die Allianz aber nicht nennen, sagte Nato-Oberkommandeur in Europa Philip Breedlove.
Nach Angaben von Breedlove unterstützen die Truppenbewegungen die Einheiten der Flugabwehr und der elektronischen Kampfführung der Russen. ..." (Ukrinform, 22.1.15)

• Moskau fordert, Blutvergießen in der Ukraine zu stoppen
"Russland wird laut Außenminister Sergej Lawrow alles daran setzen, das Blutbad in der Ukraine zu stoppen.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Partei des Krieges in Kiew, die vom Außen protegiert wird (…) die Oberhand in der Ukraine gewinnt“, sagte Lawrow am Donnerstag. „Wir werden alles tun, um das weitere sinnlose Blutvergießen zu stoppen.“
Das ukrainische Militär hatte am Sonntag seine Angriffe auf die Rebellenhochburg Donezk verschärft. Kiew kündigte einen Großeinsatz mit dem Ziel an, die zuvor verlorengegangenen Stellungen am Flughafen der Stadt zurückzuerobern. ..." (Sputnik, 22.1.15)

• OSZE: Keine russischen Truppenbewegungen an Grenze zu Ukraine
"Die OSZE-Sonderbeobachtermission in der Ukraine hat keinerlei Bewegungen von russischer Militärtechnik an den Krenzkontrollpunkten Gukowo und Donezk festgestellt, außer von Transportmitteln des russischen Grenzdienstes, wie die Organisation am Donnerstag in einer Pressemitteilung berichtete.
Zuvor hatte der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine behauptet, dass zwei taktische Gruppen der russischen Streitkräfte angeblich die russisch-ukrainische Grenze passiert hätten. Das Verteidigungsministerium Russlands bezeichnete diese Äußerungen als „völliger Unsinn“, der „keiner Kritik standhält“. ..." (Sputnik, 22.1.15)

• Kiewer Truppen angeblich weiter auf Flughafengelände
"Die ukrainischen Soldaten halten im Flughafen Donezk die Feuerwache, die Piste und das Gelände um den Tower. Das teilte der Armeesprecher Andrij Lysenko am Donnerstag mit. 
Laut Lysenko wurden am Mittwoch die Soldaten aus dem neuen Flughafenterminals zurückgezogen. Der Terminal sei völlig zerstört. Bei Gefechten würden 16 Soldaten verwundet und in Gefangenschaft der Terroristen geraten." (Ukrinform, 22.1.15)
"Nach monatelangen verlustreichen Kämpfen haben ukrainische Regierungssoldaten das Hauptterminal des zerstörten Flughafens von Donezk aufgegeben. "Es zu halten, hat keinen Sinn mehr", teilte der Berater von Präsident Petro Poroschenko, Juri Birjukow, in Kiew mit. In den vergangenen Tagen sei eine Offensive erfolglos verlaufen. "Der Flughafen bleibt aber Frontlinie", meinte Birjukow. Militärsprecher Wladislaw Selesnjow präzisierte anschließend, dass sich die Armee nicht völlig vom Areal zurückgezogen habe. Mehrere Gebäude seien noch in der Hand der Regierungstruppen. ..." (n-tv, 22.1.15)

• Südafrikanischer Ex-Präsident: Kiew hat Ukraine-Krise ausgelöst
"Laut dem früheren Präsidenten der Republik Südafrika, Frederik de Klerk, liegt die Ursache für die gegenwärtige Krise in der Ukraine in „der antirussischen Einstellung der Behörden“ des Landes. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des Ex-Präsidenten hervor.
„Die Krise in der Ukraine wurzelt in deren Unfähigkeit, verschiedene ethnische und sprachliche Besonderheiten zu berücksichtigen. 77,5 Prozent der Bevölkerung sind ethnische Ukrainer und 17,2 Prozent ethnische Russen. Da aber Russisch für viele ethnische Ukrainer die Muttersprache ist, haben die betreffenden Bevölkerungsanteile ein Verhältnis von 67 zu 30. Die politische Diskrepanz stimmt mit der sprachlichen Trennlinie überein“, so De Klerk.
Nach der Amtsenthebung von Präsident Viktor Janukowitsch sei als erstes die Benutzung von Russisch als regionale Sprache verboten worden, so der Ex-Präsident. „Auch wenn diese Maßnahme später zurückgenommen wurde, zeugte sie von einer antirussischen Einstellung der Behörden“, so De Klerk.
Zur Wiedervereinigung der Krim mit Russland und zum Recht der vorwiegend russischsprachigen Bevölkerung der Halbinsel auf Abtrennung von der Ukraine äußerte De Klerk: „Das gleiche Recht würde in Québec oder in Schottland anerkannt, wenn sie bei ihren Referenden für die Abtrennung gestimmt hätten.“
De Klerk ruft den Westen auf, „den russischen Bären, der sich in gereiztem Zustand befindet, nicht zu ignorieren“. Die Unfähigkeit des Westens, die besondere Bedeutung der Ukraine zu erkennen, sei „ein fataler Fehler“.
Der frühere Staatspräsident der Republik Südafrika und Friedensnobelpreisträger hatte seinerzeit einen friedlichen Übergang von der Apartheid zur Demokratie ohne Rassentrennung gesichert. Seiner Meinung nach könnten die von seinem Land gesammelten Erfahrungen für die Beilegung des Ukraine-Konfliktes nützlich sein. „Man muss mit den Versuchen aufhören, die Russen zu erniedrigen; es gilt auch, die Interessen aller Seiten zu berücksichtigen, neue Verfassungsverhandlungen aufzunehmen, ein neues Referendum auf der Krim unter internationaler Kontrolle durchzuführen, die Souveränität der Ukraine zu garantieren – unter der Bedingung, dass die sprachlichen und kulturellen Rechte der Minderheiten gewahrt werden, sowie ein starkes Signal dafür zu senden, dass dieses Ziel mit keinen militärischen Mitteln zu erreichen ist“, so De Klerk. „Die künftige Stabilität und Sicherheit des größten Teils der Welt hängt davon ab“, unterstreicht der ehemalige Präsident." (Sputnik, 22.1.15)

• Schlagabtausch auf Sitzung des UN-Sicherheitsrates
"Bei dem Treffen des Weltsicherheitsrats zur Lage in der Ukraine flogen für diplomatische Verhältnisse die Fetzen. Berlin und seine Gesprächsrunde samt der dortigen vorsichtigen Zuversicht sind hier in New York weit weg.
Die jüngsten Friedensvorschläge des russischen Präsidenten seien ein Plan zur Besatzung, sagt Samantha Power, die amerikanische Botschafterin bei der UNO. Stattdessen müsse man die schon vorhandenen Friedenspläne umsetzen, die Russland unterzeichnet und gebrochen habe. Wenn es Russland mit dem Frieden ernst meine, so Power weiter, solle es sich an das Minsker Abkommen halten, dem es vor über vier Monaten zugestimmt habe.
Die USA hätten sich in der Ukrainekrise destruktiv verhalten, sagt dagegen der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin. Man müsse die Dinge beim Namen nennen: Die USA hätten provoziert. Jedesmal, wenn hohe amerikanische Vertreter Kiew besucht hätten, so Tschurkin, sei die ukrainische Regierung wieder auf Konfrontation ausgewesen. ..." (Euronews, 22.1.15)
"Jurij Sergejew, ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen (UN), hat in der Sitzung des UN-Sicherheitsrates am Mittwoch eine direkte Frage an die russische Delegation gestellt: Was machen konkrete Einheiten russischer Streitkräfte auf dem Territorium der östlichen Ukraine? Dabei wechselte er sogar in seiner Ansprache aus dem Englischen ins Russische, berichtet der eigene Ukrinform-Korrespondent.
In seiner Frage nannte er beim Namen konkrete russische Einheiten in bestimmten ukrainischen Ortschaften. Er zählte die Armeeeinheiten aus Wolgograd, Kaliningrad, Kostroma, Schylowo, Jurga, Olejsk, Gusinoozjorsk, Petschenga, Sputnik, Noworossijsk, Tula, Naro-Fominsk und anderen russischen Städten auf, deren Präsenz die russische Seite verheimlicht. „Insgesamt mehr als 8 000. Sind sie alle dort im Urlaub, wie wir mehrmals aus den Erklärungen von russischer Seite gehört haben? Wissen ihre Familien davon?“, fragte Sergejew den Leiter der russischen Delegation. ...
Zugleich machte Jurij Sergejew den UN-Sicherheitsrat darauf aufmerksam, dass die illegalen bewaffneten Gruppen in letzter Zeit die Angriffs- und Beschusszone nach Erhalt der Verstärkung und Waffen aus Russland erweitern, die mit sogenannten „humanitären Konvois“ gebracht wurden.
Die gestellten Fragen an russische Delegation blieben also ohne Antwort." (Ukrinform, 22.1.15)

• Die Jazenjuk-Regierung schützt die Interessen der Oligarchen
Unter dieser bemerkenswerten Überschrift veröffentlichte die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine am 19.12.14 die Ergebnisse einer Analyse der Open Society Foundation, die bekanntermaßen von George Soros finanziert wird. 92 Prozent der geplanten Haushaltskürzungen gingen zu Lasten der einfachen Bürger des Landes, hieß es weiter. Die Stiftung habe den Koalitionsvertrag und das Programm der von Arseni Jazenjuk geführten Regierung analysiert. Die Experten der Stiftung hätten gemeinsam mit ihren Kollegen der "Reanimation package of reforms – Kyiv initiative", festgestellt, dass die angekündigte Politik die populistischen Praktiken fortsetze und kaum etwas zu Reformen beitrage: "Dieser Ansatz führt zur Frustration der Wähler und untergräbt das Vertrauen in die Politik."
Laut Ivan Sikora, Direktor der Open Society Foundation, würden die Wahlversprechen des Präsidenten Petro Poroschenko keine Rolle spielen und seien "irgendwie 'vergessen'" worden. Sikora habe von "reinem Populismus" gesprocvhen, der sich im Regierungsprogramm zeige. Lesya Shevchenko, Mitglied der Kyiv Initiative und Präsidentin der Open Society Foundation in der Ukraine,  habe erklärt, das nach berechnung der Stiftung 92,5 Prozent der angekündigten Sparmaßnahmen zu Lasten der  der allgemeinen Bevölkerung und 7,5 Prozent zu Lasten der Beamten gehen würden. Für die Oligarchen ergäben sich nur "ein paar hundertstel Prozent Verlust". Sie habe gefragt: "Haben die Wähler der Pro-Regierungs-Koalition diese Art von sozialer Gerechtigkeit gewollt?" Die Jazenjuk-Regierung und die Parlamentsmehrheit würden die populistischen praktiken ihrer Vorgänger wiederholen.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 114

Gesammelte Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine und deren Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar (aktualisiert: 20:55 Uhr)

• Merkel will Sanktionen gegen Russland nicht aufheben"Die Botschaft der Kanzlerin war eindeutig. In einigen EU-Staaten, aber auch in ihrer eigenen Koalition sind in den vergangenen Wochen Stimmen laut geworden, die im Ukraine-Konflikt eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland anmahnen. „Die Sanktionen können nur aufgehoben werden, wenn die Ursachen beseitigt sind“, sagte Angela Merkel nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk am Donnerstag in Berlin. Was die Krim angehe, habe sie da „momentan wenig Hoffnung“. ...
Voraussetzung für ein Ende dieser Sanktionen sei, dass das gesamte Minsker Abkommen umgesetzt werde, betonte die Kanzlerin.
„Wir brauchen sichtbare Fortschritte, aber nicht nur in einem, sondern in allen Punkten des Minsker Abkommens“, sagte Merkel. Man dürfe nicht einfach einen der Punkte vergessen und sagen, der sei nicht wichtig. Das in der weißrussischen Hauptstadt von der Ukraine, Russland und der OSZE ausgehandelte Protokoll, das insgesamt zwölf Punkte enthält, verpflichtet die Unterzeichner auf eine Waffenruhe, eine effektive Kontrolle der Grenze sowie den Abzug von Kämpfern, Militärausrüstung und illegalen bewaffneten Gruppen aus der Ostukraine.
„Die Ukraine hat ihren Teil des Abkommens eingehalten und auch unpopuläre Gesetze verabschiedet“, sagte Jazenjuk unter Berufung auf den von der Ukraine gewährten Sonderstatus für die Ostukraine und eine Amnestie für die Separatisten. „Russland dagegen hat keinen Punkt des Minsker Abkommens erfüllt.“ ..." (Der Tagesspiegel online, 8.1.15)
"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bezüglich Fortschritten bei der Lösung des Ukraine-Konflikts skeptisch gezeigt. Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk ließ sie weiter offen, ob ein dazu geplantes Gipfeltreffen zustande kommt.
Es soll in der kommenden Woche in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Geplant ist, dass Russland Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zusammentreffen. Vermitteln sollen Frankreichs Präsident Francois Hollande und Merkel. Poroschenko hatte dies angekündigt. Die Bundesregierung hatte den Termin jedoch nicht bestätigt.  ...
Merkel sicherte Jazenjuk Hilfe für die wirtschaftlich angeschlagene Ukraine zu. Am Dienstag hatte die Bundesregierung die Bürgschaft für einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro an die Ukraine übernommen. Die EU-Kommission kündigte ihrerseits an, bis zu 1,8 Milliarden Euro zusätzliche Hilfen in die Ukraine zu pumpen.
Jazenjuk mahnte den Westen bei einer Veranstaltung in Berlin, bei einer gemeinsamen Haltung gegenüber Russland zu bleiben. "Wir können nur Erfolg haben, wenn wir gemeinsam handeln - wenn jeder in der EU, in den USA und in der Ukraine zusammen und geeint bleibt." Putin warf er vor, Zusagen immer wieder gebrochen zu haben. Zuvor hatte Jazenjuk im Tagesthemen-Interview um Hilfe für die Ukraine gebeten. ..." (tagesschau.de, 8.1.15)

• "Jazenjuk zeigt Berlin, wo es lang geht"
"Hausaufgaben erledigt, Sozialausgaben und Beamtenapparat gekürzt, rechtfertigt sich der ukrainische Ministerpräsident in Berlin. Nun müsse Deutschland gegen die "russische Aggression" helfen
Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk gibt sich bei seinem Berlin-Besuch äußerst selbstbewusst. Er spürt, dass die deutsche Regierung, trotz kritischen Fragen zur Korruptionsbekämpfung, auf ihn setzt. Bereits gestern wurden der Ukraine vom deutschen Wirtschaftsministerium 500 Millionen Euro Kreditbürgschaften zugesagt.

Der ukrainische Regierungschef Jazenjuk beim Treffen mit Wirtschaftsminister Gabriel. Bild: kmu.gov.ua
Deutsche Politiker wagen neuerdings kritische Fragen an die ukrainische Regierung. Doch diese Frage beziehen sich nur auf Strukturreformen und Korruptionsbekämpfung. Nach den massenhaften Verletzungen der Menschenrechte wird nicht gefragt. Deutschland leistet weiterhin finanzielle Hilfe an die Ukraine, ohne diese an Bedingungen zu knüpfen, etwa die Aufklärung der Brand-Tragödie in Odessa und der Scharfschützen-Morde auf dem Maidan. Dass die Verletzung der Menschenrechte in der Ukraine unter der neuen proeuropäischen Regierung in Kiew massiv zugenommen hat, wird von Politikern und Medien in Deutschland nicht wahrgenommen oder heruntergespielt. ...
Vorsichtigen Fragen, ob nun nicht auch die Ukraine in der Bringschuld ist, wich Jazenjuk gestern in den ARD-Tagesthemen mit dem Verweis auf die "russische Aggression" auf der Krim und der Ost-Ukraine aus. Ihre Hausaufgaben habe die Ukraine bereits erledigt, meint der Ministerpräsident. Der Beamtenapparat sei reduziert und die Sozialabgaben seien gekürzt worden. Jetzt sei es an Europa, die Ukraine zu unterstützen. Die Ukraine, die sich zu Europa bekannt habe, sei jetzt in Gefahr, erklärte Jazenjuk mit Verweis auf den Zweiten Weltkrieg, als die Sowjets schon mal gen Westen marschierten: "Die russische Aggression in der Ukraine, das ist der Angriff auf die Weltordnung und auf die Ordnung in Europa. Wir können uns noch alle sehr gut an den sowjetischen Anmarsch in die Ukraine und auf Deutschland erinnern. Das muss man vermeiden. Und keiner hat das Recht, die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges neu zu schreiben."
Der "sowjetische Anmarsch auf die Ukraine und Deutschland" ist das Lieblingsthema ukrainischer Nationalisten, welche in den letzten zehn Jahren das offizielle Geschichtsbild der Ukraine komplett umgekrempelt haben. ..." (Ulrich Heyden auf Telepolis, 8.1.15)

• EU sagt Kiew weitere Milliardenhilfe zu
"Die EU-Kommission stellt laut ihrem Präsidenten Jean-Claude Juncker der Ukraine einen mittelfristigen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung.
„Die EU-Kommission hat beschlossen, die Ukraine finanziell zu unterstützen“, teilte Juncker am Donnerstag in Riga mit.
Zuvor am gleichen Tag hatte die EU-Kommission einer zusätzlichen makrofinanziellen Hilfe in Höhe von bis 1,8 Milliarden Euro für die Ukraine zugestimmt.
„Die EU-Kommission hat beschlossen, die Ukraine finanziell zu unterstützen“, teilte Juncker am Donnerstag in Riga mit.
Zuvor am gleichen Tag hatte die EU-Kommission einer zusätzlichen makrofinanziellen Hilfe in Höhe von bis 1,8 Milliarden Euro für die Ukraine zugestimmt. ..." (Sputnik, 8.1.15)

• George Soros im Krieg mit Russland
"Der US-Großinvestor Milliardär George Soros hat in einem Interview für die Zeitung Financial Times die Ukraine-Krise als Hauptbedrohung für die Existenz der Europäischen Union bezeichnet. ...
Nach Ansicht von Soros müssen die europäischen Politiker nicht nur Sanktionen gegen Moskau verhängen, sondern auch Kiew finanziell unterstützen.
Die Strafmaßnahmen der westlichen Länder gegenüber Russland haben neben dem Ölpreissturz einen viel größeren Einfluss auf das Land ausgeübt, als bisher angenommen, so Soros. Er schließt eine künftige Zahlungsunfähigkeit Russlands ebenfalls nicht aus.
„Die Sanktionen gegen Russland erhöhen den Druck in Richtung Deflation und Rezession, der bereits vorhanden war, aber jetzt Realität geworden ist. Die Insolvenz kann zu einem großen Schlag gegen die in Russland präsenten Banken werden“, sagte Soros gegenüber der Zeitung.
Die Verschlechterung der Wirtschaftslage werde die aggressive nationalistische Rhetorik Moskaus verstärken. Folglich werde es für Brüssel eine noch größere Bedrohung darstellen. Gleichzeitig sollten die Sanktionen gegen Russland nicht aufgehoben werden, weil sie „das notwendige Böse“ seien.
Zuvor hatte Soros den Internationalen Währungsfonds dazu aufgerufen, zusätzliche Hilfsgelder in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar für Kiew unverzüglich bereitzustellen. Er begründete das damit, dass die europäischen Länder de-facto an einem Krieg mit Russland teilnehmen. ..." (Sputnik, 8.1.15)
"Europa agiert in der Krise um die Ukraine zögerlich und unentschlossen" hatte sich Soros bereits am 23.10.14 in der FAZ online beklagt und gewarnt: "Doch das Zurückweichen vor Putins Aggression könnten die Staaten der EU und ihre Bürger noch bitter bereuen." Denn: "Russland fordert Europa in seiner Existenz heraus. Doch weder Europas Führungen noch seine Bürger sind sich des Umfangs dieser Herausforderung vollumfänglich bewusst, und sie wissen auch nicht, wie sie am besten damit umgehen sollen." Und der Großspekulant und vermeintliche Demokratieförderer lobte Angela Merkel: "Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in Bezug auf die von Russland ausgehende Bedrohung als echte Europäerin erwiesen.
Sie war die stärkste Befürworterin von Sanktionen gegenüber Russland und mehr als bei jedem anderen Thema bereit, sich der öffentlichen Meinung in Deutschland und seinen Wirtschaftsinteressen zu widersetzen. Erst als im Juli das malaysische Zivilflugzeug abgeschossen wurde, hat die öffentliche Meinung zu ihr aufgeschlossen."
Doch ebenfalls in der FAZ zeigte sich Soros in einem online am 8.1.15 veröffentlichten Gastbeitrag zufriedener: "... Sanktionen sind ein notwendiges Übel. Notwendig sind sie, da weder die EU noch die Vereinigten Staaten einen Krieg mit Russland riskieren wollen, und ökonomische Sanktionen als der einzige Weg bleiben, um der russischen Aggressionspolitik standzuhalten. Sie sind ein Übel, da sie nicht nur dem Land schaden, gegenüber welchem sie verhängt werden, sondern auch den Ländern, die sie verhängen. Der Schaden hat sich als deutlich größer erwiesen als irgend jemand vorhergesehen hatte. Russland befindet sich inmitten einer Finanzkrise, was der drohenden Deflation in der Eurozone dazu verhilft, eine Realität zu werden." Er stellt zugleich interessante Behauptungen auf: "Die Europäische Union sieht sich nicht mehr mit den Überresten einer todgeweihten Sowjetunion, sondern mit einem wiedererwachenden Russland konfontiert, das sich vom strategischen Partner zum strategischen Konkurrent verändert hat. ...
Die neue Ukraine wird von den Gebildetsten der bürgerlichen Gesellschaft gelenkt, jungen Leuten, von denen viele im Ausland studiert und nach ihrer Rückkehr abgelehnt haben, in Regierung und Geschäftswelt zu arbeiten, da ihnen beides unerträglich schien. Viele von ihnen fanden ihren Platz in akademischen Institutionen, Think-Tanks und staatsunabhängigen Organisationen. Eine weit verbreitete Bewegung Freiwilliger, von einem in anderen Ländern bis dahin unbekannten Ausmaß und Einfluss, wirkte daran mit, dass sich die Ukraine gegen die russische Aggressionspolitik  behaupten konnte."
Da sind sie auch wieder, die Nazis als "Freiwillige" ...

• Deutsche Übersetzung von Oliver Stones Meinung zum Putsch in KiewDie Redaktion Luftpost in Kaiserslautern hat Oliver Stones Facebook-Beitrag vom 30.12.14 über die CIA-Handschrift beim Staatsstreich in Kiew vollständig ins Deutsche übersetzt:
"... Der Umsturz in der Ukraine ist also eine durch und durch schmutzige Geschichte, auchweil hinterher nur noch vom "Anschluss der Krim an Russland" und nicht mehr von der "feindlichen Übernahme der Ukraine durch die USA" die Rede war. Diese Wahrheit wird im Westen verschwiegen. Die Tatsachen werden wieder genau so pervers verdreht, wie Bush das mit seiner Kampagne über "Massenvernichtungswaffen" vor dem Überfall auf den Irak getan hat. Ich hoffe, dass sich die Wahrheit trotzdem möglichst bald im Westen durchsetzen wird, damit der Wahnsinn diesmal noch rechtzeitig gestoppt werden kann. ..."

• Jazenjuk: Sowjetunion hat Deutschland überfallen
Jens Bernert macht in seinem Blauer Bote Magazin am 8.1.15 auf Äußerungen des ukrainischen Premierministers gegen über den ARD-Tagesthemen am 7.1.14 aufmerksam:
"Dass die Ukraine ein Naziproblem hat, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat einen Teil der Führer der Nazikampfeinheiten in seine Partei integriert. In dem Interview in den Tagesthemen mit Pinar Atalay vom 7.1.2015 anläßlich seines Besuches bei seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel vergleicht er Russland mit der Sowjetunion der Vierziger Jahre und Deutschland mit dem damaligen Deutschen Reich unter Adolf Hitler (Hier in dem Video des Interviews ab 1:05 Minuten) und zieht Paralellen zum Ende des II. Weltkriegs: “Die russische Aggression in der Ukraine, das ist der Angriff auf die Weltordnung und auf die Ordnung in Europa. Wir können uns alle sehr gut auf den sowjetischen Anmarsch in die Ukraine und nach Deutschland erinnern. Das muss man vermeiden.”. Das alles unwidersprochen in einer deutschen Hauptnachrichtensendung im Jahre 2015. Wieso gibt sich die Bundesregierung mit diesem Mann ab?"

• Lettland will mehr EU-Erweiterung und in Ukraine-Krise vermitteln
"Wer in Riga das Okkupationsmuseum mit seinen KZ- und Gulag-Attrappen besucht, wundert sich über die Offenheit der meisten Letten gegenüber Russland und Deutschland – und versteht auch, welch Balsam die von Italien übernommene EU-Ratspräsidentschaft für die lettische Seele ist. Seit zehn Jahren ist der kleine Baltenstaat zwar EU- und Nato-Mitglied, seit einem Jahr wird mit Euro bezahlt, doch zu sagen hatte man in Brüssel bisher wenig. Dies dürfte sich 2015 ändern – auch wenn die turnusmäßigen Halbjahrespräsidentschaften unwichtiger geworden sind, weil die Ministertreffen nur noch in Brüssel stattfinden. ...
„Wir werden weder eine pro- noch eine antirussische EU-Ratspräsidentschaft führen“, versicherte deswegen die lettische Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma. Vielmehr wolle Lettland die geografische und historische Nähe zu Russland nutzen, um einen Ausgleich zu finden und idealerweise auch in der Ukraine-Krise zu vermitteln, heißt es in lettischen Regierungskreisen. So hat Außenminister Edgars Rincevics angekündigt, im Jänner sowohl Kiew als auch Moskau besuchen zu wollen. Diese Aufgabe dürfte Lettland nicht leicht fallen, hatte Riga doch den oppositionellen „Euromaidan“ in der Ukraine von Anfang an unterstützt. ..." (Die Presse online, 7.1.15)

FAZ meldet deutsche Unterstützung für Kiew, das angeblich im Krieg mit Russland ist, und verharmlost Faschisten
"Die Zerstörung im Osten der Ukraine ist durch den Krieg mit Russland groß. Deutschland gewährt der Region nun eine halbe Milliarde Euro Kredit für den Wiederaufbau.
Der deutsche Staat hilft der Ukraine mit einer Kreditbürgschaft in Höhe von einer halbe Milliarde Euro. „Diese Garantien dienen der Absicherung eines Kredits zur Finanzierung von Vorhaben für den Wiederaufbau in der Ostukraine“, teilte das Wirtschaftsministerium an diesem Mittwoch mit. Zuvor hatte Staatssekretär Matthias Machnig für die deutsche Seite eine entsprechende politische Vereinbarung unterzeichnet. Sie regele „die politischen Eckpunkte des von Bundeskanzlerin Merkel Anfang August in Aussicht gestellten ungebundenen Finanzkredits“, erklärte das Ministerium.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte der Ukraine in einem Gespräch mit Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Berlin weiteren Beistand zu. „Deutschland wird die Ukraine auf ihrem schwierigen Weg der politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung auch weiterhin unterstützen“, erklärte der SPD-Politiker. Dafür seien allerdings weitere Reformen notwendig.
Welche konkreten Vorhaben mit dem in Aussicht gestellten Kredit finanziert werden und welche Banken diesen Kredit vergeben, stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Das Instrument der „Garantien für ungebundene Finanzkredite“ nutzt die Bundesregierung zur Absicherung von Vorhaben im Ausland, die sie als förderungswürdig einstuft. Es wird relativ selten genutzt. ..." (FAZ online, 7.1.15)
Jens Bernert hat in seinem Blog Blauer Bote Magazin auf Folgendes in dem FAZ-Beitrag aufmerksam gemacht: Darin "bezeichnet die Frankfurter Allgemeine Zeitung Nazi-Kämpfer des ukrainischen Asow-Batallions unreflektiert als “Freiwillige Kämpfer” beziehungsweise zeichnet ein eher positives Bild von ihnen: Die Nazis werden in dem Bericht mit dem Titelfoto mit der Unterschrift “Freiwillige Kämpfer leisten am 3. Januar in Kiew einen Eid bevor sie in den umkämpften Osten des Landes aufbrechen.” geehrt. Auf dem Foto sind die vermummten Kämpfer samt ihrer Fahne mit dem in Deutschland verbotenen Nazisymbol “Wolfsangel” zu sehen. ..."
In der Frankfurter Rundschau online wurde am selben Tag ein ähnliches Bild von der Vereidigung der Faschisten veröffentlicht, aber mit der Bildunterschrift: "Die Vermummung ist in der Ukraine zur zweiten Haut geworden: Aufmarsch des rechtsextremistischen Asow-Bataillons."

• Michail Gorbatschow warnt vor neuem "Kalten Krieg"
"Mit dem Ende des Jahres 2014 wird deutlich, dass die seit 1989 vorhandenen europäischen und internationalen politischen Strukturen ihre Bewährungsprobe nicht bestanden haben. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat die Welt kein derart angespanntes und schwieriges Umfeld mehr erlebt, in dem vor dem Hintergrund eines Abbruchs des Dialogs zwischen Großmächten in Europa und im Nahen Osten Blut vergossen wird. Die Welt scheint sich an der Schwelle eines neuen Kalten Krieges zu befinden. Manche behaupten sogar, er habe bereits begonnen.
Unterdessen spielt das wichtigste internationale Gremium der Welt – der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen – kaum eine Rolle oder ergreift konkrete Maßnahmen, um die Brandherde einzudämmen und das Morden zu beenden. Warum hat er nicht entschlossen gehandelt und eine Beurteilung der Lage vorgenommen, um  einen gemeinsamen Aktionsplan zu entwickeln?
Ich glaube ein wesentlicher Grund ist der Zusammenbruch des Vertrauens, das durch harte Arbeit und die gemeinsame Bemühung geschaffen wurde, den Kalten Krieg zu beenden. Ohne  dieses Vertrauen sind friedliche internationale Beziehungen in der globalisierten Welt von heute undenkbar. ...
Die Ereignisse der vergangenen Monate sind die Konsequenzen aus einer kurzsichtigen Politik, die darauf abzielt, vollendete Tatsachen zu schaffen und die Interessen des Partners zu ignorieren. Als Beispiele wären die NATO-Erweiterung, der Krieg in Jugoslawien (vor allem Kosovo), Raketenabwehrpläne, Irak, Libyen und Syrien zu nennen. Infolgedessen ist aus einer Blase eine schwärende Wunde geworden.
Und Europa leidet am meisten darunter. Anstatt den Wandel in einer zunehmend globalisierten Welt zu gestalten, hat sich der Kontinent in einen Schauplatz politischer Unruhen,  Konkurrenz um Einflusssphären und militärischer Konflikte entwickelt. Die unweigerliche Folge ist eine Schwächung Europas in einer Zeit, in der andere Zentren der Macht und des Einflusses stärker werden. Wenn es so weitergeht, wird Europa seinen Einfluss in der Weltpolitik verlieren und allmählich in die Bedeutungslosigkeit abdriften. ...
Obwohl ich von Hause aus Optimist bin, muss ich gestehen, dass es ausgesprochen schwer fällt, nicht schwarz zu sehen während sich das Jahr 2014 seinem Ende nähert. Gleichwohl dürfen wir uns nicht Panik und Verzweiflung hingeben oder uns in den Sog pessimistischer Trägheit ziehen lassen. Die bittere Erfahrung der letzten Monate muss in den Willen verwandelt werden, den Dialog und die Kooperation wieder aufzunehmen.
Dies ist mein Appell an unsere politischen Verantwortlichen und an uns alle: Lasst uns gemeinsam denken, Vorschläge unterbreiten und handeln." (Internationale Politik und Gesellschaft, 6.1.15)

• Kiew rüstet für Krieg auf
Ein englischsprachiger Beitrag der Deutschen Welle (DW) vom 6.1.15 stellt klar, was die immer wieder gemeldeten Waffenübergaben durch Präsident Petro Poroschenko bedeuten: "Ukraine preparing for war despite peace talks" (Ukraine bereitet sich trotz Friedensgespräche auf Krieg vor)
Und weiter heißt es da: "In the face of ongoing ceasefire talks in Berlin and a summit next week in Kazakhstan, Ukraine is arming its military for war. European leaders are becoming less optimistic about the Kazakhstan plan. ..."
So deutlich ist das in deutschen Medien nur selten zu lesen. Und so heißt passend die Überschrift der deutschen Fassung des DW-Beitrages auch leicht abgemildert: "Poroschenko rüstet auf". Aber auch hier wird hinzugefügt: "Die ukrainische Regierung schickt Panzer und Kampfjets in den Osten des Landes, während in Deutschland über eine Friedenslösung verhandelt wird. Das erste Treffen brachte vor allem eines: Ernüchterung."
Wenn die Gespräche endgültig für gescheitert erklärt werden werden aber wieder die Aufständischen in der Ostukraine und Moskau als schuldig dafür erklärt werden.

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alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen


die täglichen Berichte der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine