Aus gegebenem Anlass scheint mir ein neues Nachrichtenmosaik notwendig,
diesmal zu Aleppo, als Beitrag gegen die allgemeine politische und
mediale Amnesie bei dem Thema
Es kann nur ein Ausschnitt sein, ein unvollständiges Mosaik
• 2011: Die ehemalige FBI-Mitarbeiterin
Sibel Edmonds schrieb schon im November 2011
von Informationen, nach denen auf der US Air Force Base in Incirlik,
Türkei, schon seit April 2011 "Rebellen" ausgebildet und auf den Einsatz
in Syrien vorbereitet wurden. Seit Mai 2011 seien von dort aus
Waffenlieferungen organisiert worden, "
mit voller US-NATO-Beteiligung". "
Die
libanesische Zeitung Al-Binaa berichtete am Wochenende, französische
und britische Militärexperten würden im Libanon Kämpfer auf den Einsatz
in Syrien vorbereiten", war
am 12. Dezember 2011 in der jungen Welt zu lesen. „
Ein
Filmteam der britischen BBC hatte kürzlich eine solche Gruppe vom
Libanon bis nach Homs begleitet. In der Freitagausgabe der türkischen
Zeitung Milliyet hieß es, US- und NATO-Militärexperten würden syrische
Deserteure in der Türkei ausbilden.“
• 2012:
Die Position der Bundesregierung wurde in der Regierungspressekonferenz am 13. Februar 2012 durch den Pressesprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke, deutlich erklärt: "Die
deutsche Position in dieser Frage ist klar. Die Bundesregierung
unterstützt die Kräfte der syrischen Opposition dabei, eine gemeinsame
schlagkräftige Opposition gegen das Assad-Regime aufzubauen. Sie wissen,
dass es bisher innerhalb der Opposition verschiedene Strömungen und
organisatorische Defizite gegeben hat. Wir glauben, dass es höchste Zeit
ist, diese Defizite und diese Fragen schnellstmöglich zu klären, um dem
Assad-Regime in einer breiten geeinten Front begegnen zu können.In
diese Richtung gab es immer wieder wichtige Schritte, so Treffen der
syrischen Opposition im Ausland an verschiedenen Stellen, zum Beispiel
in Kairo und in Istanbul. Die Bundesregierung hat das immer wieder nach
Kräften unterstützt und steht mit dem Syrischen Nationalrat - das ist
die prägnanteste Vertretung der syrischen Opposition - in einem engen
Kontakt. Außenminister Westerwelle ist selbst einmal mit dem
Vorsitzenden des Syrischen Nationalrats zusammengetroffen und hat
mehrere Male mit ihm telefoniert. Wir versuchen, diese Täigkeit der
syrischen Opposition zu stärken und zu unterstützen und wissen uns darin
mit unseren Partnern in der Europäischen Union und auch mit den
Vereinigten Staaten von Amerika einig." (Mehr zur frühzeitigen deutschen Beteiligung am Krieg gegen Syrien hier und hier)
• 2012: "
Der
Krieg in Syrien wird brutaler, selbst der Uno-Generalsekretär fordert
ein Eingreifen. Experten halten einen Einmarsch oder Luftangriffe
dennoch weiter für unwahrscheinlich - der Westen hat jedoch schon längst
in Syrien interveniert. ...Es sind weniger die steigenden
Opferzahlen, die der Diskussion um eine Intervention in diesen Tagen
eine neue Schubkraft verleihen, als der näher rückende Kollaps des
Regimes. Der türkische Premier Erdogan kündigte bereits am Donnerstag
an, Assad und sein Zirkel stünden kurz vorm Abgang. ...Doch
der Westen sieht nicht tatenlos zu. Markus Kaim, Experte für
Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin,
sagt: "Man kann inzwischen von einem militärischen Engagement sprechen."Kaim listete in einer Analyse im Februar die verschiedenen Optionen eines Eingreifens auf. Einige davon werden mittlerweile umgesetzt.Rebellen-Ausbildung: Im Irak und in Saudi-Arabien sollen syrische Aufständische von Ex-Mitarbeitern der britischen Spezialeinheit ausgebildet werden, berichten britische Zeitungen.Bewaffnung der Aufständischen: Die
USA helfen seit Mai Katar und Saudi-Arabien bei deren Waffenlieferungen
an die Aufständischen, melden amerikanische Zeitungen.Hilfe bei der Desertion hochrangiger Regime-Mitglieder: Frankreich bestätigt, dem Ex-Assad-Vertrauten Manaf Tlass bei der Ausreise geholfen zu haben. Er lebt derzeit in Paris.Einsatz von Aufklärungsdrohnen: Ein US-Beamter bestätigt im Februar dem Fernsehsender NBC, dass "einige" amerikanische Drohnen über Syrien im Einsatz sind.Mobilisierung von Spezialeinheiten in der Region: Die
USA, Großbritannien, Frankreich, Jordanien und Israel haben bestätigt,
Spezialeinheiten in Bereitschaft versetzt zu haben. Diese sollen im
Falle eines Sturzes von Baschar al-Assad die Chemiewaffen des Regimes
sichern. ..." (
Spiegel online, 26.7.12)
• 2012: "
Ein
Spionageschiff der Deutschen Marine kreuzt nach Zeitungsinformationen
vor der syrischen Küste, um die dortigen Rebellen für ihren Kampf gegen
Machthaber Baschar al-Assad gezielt mit Informationen zu versorgen.
Dieses sogenannte Flottendienstboot habe modernste Spionagetechnik des
Bundesnachrichtendienstes (BND) an Bord, berichtet die "Bild am
Sonntag".Damit ließen sich Truppenbewegungen bis zu 600
Kilometer tief in Syrien beobachten. Der BND war zunächst nicht für eine
Stellungnahme zu erreichen. Laut "Bild am Sonntag" gibt der BND die
gewonnenen Erkenntnisse, etwa über militärische Einsätze der
Assad-Armee, an US- und britische Partnerdienste weiter. Von dort aus
gelangten auch Informationen an die syrische Befreiungsarmee, hieß es.
..."Kein westlicher Geheimdienst hat so gute Quellen in
Syrien wie der BND", sagte ein US-Geheimdienstler dem Blatt. Laut "BamS"
wird innerhalb des BND und der Bundesregierung die Rolle des Dienstes
bei der internationalen Zusammenarbeit als große Auszeichnung
wahrgenommen. "Wir können stolz darauf sein, welchen wichtigen Beitrag
wir zum Sturz des Assad-Regimes leisten", erklärte ein BND-Mitarbeiter
der "Bild am Sonntag". ..." (
Die Welt online, 19.8.12)
• 2012: "
Die
syrische Stadt, in der immer noch heftig gekämpft wird, ist nicht die
erste "befreite" Stadt geworden, wie es sich die "Rebellen" und ihre
Unterstützer nach dem Muster des libyschen Benghasi vorstellten. Sie
sind bisher mit ihren entsprechenden Plänen gescheitert, auch weil die syrische Armee stärker ist als die verbal hochgerüstete libysche Armee im vergangenen Jahr.
Die
Zeitschrift Zenith hat auf ihre Homepage einen interessanten Beitrag
dazu veröffentlicht, der unter anderem zeigt, warum eben Aleppo doch
nicht zum zweiten Benghasi wurde bisher: "Die Bevölkerung wurde nicht vor die Wahl gestellt".
Der Text zeigt auch wie andere Berichte über die Kämpfe in der Stadt
zuvor, dass die "Rebellen" die Stadt gewissermaßen für ihre Ziele
mißbrauchen, auch in dem sie aus bewohnten Gebieten heraus die syrische
Armee angreifen. Die westlichen Mainstream-Medien berichten dann nur,
sich auf "Aktivisten" berufend, von den Gegenangriffen der Armee, dass
diese bewohnte Gebiete beschiesse, nicht warum und wer sich in den Gebieten verschanzt hat.
Denn Schuld hat ja nur einer: Syriens Präsident Bashar al-Assad. Dieses
Feindbild wird bis zum bitteren Ende gepflegt und gehegt, trotz aller
gegenteiligen Meldungen, die vereinzelt sogar in den Mainstream-Medien
zu finden sind." (
Text von mir, 4.9.12)
• 2013:
Einer der wenigen Berichte darüber, wie die nordsyrische Stadt von den
„Rebellen“ erobert und zum Schlachtfeld gemacht wurde, stammte von dem
Fotografen Carsten Stormer. Er wurde im März 2013 im Magazin
The Germans veröffentlicht (
online hier). Stormer beschrieb u.a., wie der Krieg im Juli 2012 nach Aleppo getragen und die Stadt zum Schlachtfeld gemacht wurde: „
Wochenlang
haben die Aufständischen den Angriff auf Aleppo geplant. Bis Ende Juli
2012 war die Stadt von Kämpfen weitestgehend verschont geblieben. Nur in
manchen Stadtteilen, wie Salah Eddine, kommt es täglich zu
Massendemonstrationen und Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern
und Opposition.“ Gerade in der Zweimillionen-Einwohnerstadt Aleppo
wohnten viele Regimefreunde und reiche Kaufleute, die vom
Regierungsapparat profitierten und ihn noch immer unterstützten,
berichtete Stormer vor drei Jahren. Auch davon, dass die in die Stadt
eindringenden „Rebellen“ nagelneue Waffen auch westlicher Produktion
mitbrachten und vor ihrem Untertauchen in den Stadtvierteln ihre
Kampfanzüge gegen zivile Kleidung eintauschten. Die „
Revolution“
habe Aleppo erst spät erreicht, meinte der Fotograf nicht ohne
Sympathien für jene, die vermeintlich nur gegen die Unterdrückung durch
das Assad-Regime und für die Freiheit kämpften. Es sei die Stadt
gewesen, „
von der viele glauben, dass das Regime zusammenbricht, wenn sie fällt“.
• 2013:
"Der ehemalige französische Aussenminister Roland Dumas erzählte am 10.
Juni 2013 im französischen Parlaments-TV LCP von Kriegsplänen vor dem
"Arabischen Frühling".
Darauf macht das Co-op Anti-War Café Berlin
auf seiner Website aufmerksam.
Die Originalsendung, eine Diskussionsrunde von LCP zu Syrien, kann hier nachgeschaut werden. Die Aktivisten zitieren Dumas aus der Diskussionsrunde:
”
Ich
werde Ihnen etwas sagen. Ich war zwei Jahre vor dem Beginn der
Gewaltausbrüche in Syrien wegen anderer Unterredungen in England.
Während meines Aufenthaltes dort traf ich mich mit britischen
Spitzenbeamten, die mir gegenüber äusserten, dass man sich darauf
vorbereite, etwas in Syrien zu unternehmen.”
“
Dies war in
Großbritannien und nicht in den USA. Großbritannien bereitete die
Organisation einer Invasion von Rebellen in Syrien vor. Sie fragten mich
sogar, obwohl ich nicht mehr Außenminister war, ob ich mich an den
Vorbereitungen beteiligen wolle. Natürlich weigerte ich mich, ich sagte ihnen, ich bin aus Frankreich, das interessiert mich nicht.”
”
Dieser
Vorgang geht weit zurück. Alles war vorbereitet, vorausberechnet und
geplant … in dieser Region ist es wichtig zu wissen, dass das syrische
Regime eine sehr anti-israelische Haltung hat.” ...
Dumas sagte tatsächlich, dass er die britischen Verantwortlichen erst 2011 traf: "
Vor etwa zwei Jahren, bevor die ganzen Feindseligkeiten in Syrien ausgebrochen sind, da war ich in Großbritannien ..." Und weiter: "
Die
haben mir gesagt, dass sich in Syrien etwas vorbereite. Das war in
Großbritannien, nicht in den USA. Großbritannien bereitete die Invasion
von Rebellen in Syrien vor. Man hat mich gefragt, als ehemaligen
Außenminister Frankreichs, ob ich mich beteiligen würde. Ich habe das
Gegenteil gesagt, ich bin Franzose, dass mich das nicht interessieren
würde. Dies nur um zu sagen, dass diese Operation von langer Hand
vorbereitet wurde. Sie wurde vorbereit, geplant ..." ..." (
Text von mir, 18.6.13)
• 2016:
"Der Westen samt Bundeskanzlerin Merkel heuchelt im Fall Syrien, was
das Zeug hält, und will von seiner Schuld an diesem Krieg und der
Zerstörung des Landes ablenken
... Der Krieg in und gegen Syrien ist
und bleibt eines der größten Verbrechen der Gegenwart. Das kann nicht
oft genug betont werden, gerade angesichts der in diesem und anderen
Zusammenhängen ununterbrochen wiederholten
Lügen und Heucheleien auch von deutschen Politikern und ihrer medialen Lakaien.
Und nicht oft genug kann und muss wiederholt werden, dass der Westen
samt seiner arabischen Verbündeten an diesem Verbrechen, an diesem Krieg
mit all seinen Zerstörungen, Opfern und Leid, Schuld trägt. Er ist der
Brandstifter einer Katastrophe,
die ein entwickeltes Land zerstört hat und weiter zerstört. Nicht
Damaskus hat diesen Krieg begonnen, auch nicht Moskau, sondern jene, die
hofften, im Zuge des „Arabischen Frühlings“ auch die Verhältnisse in
Syrien neu in ihrem Interesse ordnen zu können. Und das waren und sind
überhaupt nicht die Interessen der Menschen in Syrien, egal wie sie zu
Assad und der syrischen Führung stehen.
Die Situation im
nordsyrischen Aleppo ist Teil dieser Katastrophe und zugleich ein
aktuelles Beispiel für die westliche Heuchelei, in welche die deutsche
Bundeskanzlerin wenig überraschend weiter mit einstimmt. Wer fragt denn
noch danach, wie es kam, dass
Aleppo zur angeblichen „Rebellenhochburg“ wurde, die es nie war? Darüber berichtete damals, 2012, kaum eines der Medien, die heute
wie Spiegel online erklären, dass „Putins Bomber“ Aleppo zum „
zweiten Grosny“ machen. ..." (
Text von mir, 9.2.16)
• 2016: "
Interview mit Bischof von Aleppo"Assad hat das Recht, sich Hilfe zu holen"
... Sie
leben auf Territorium, das von der syrischen Regierung kontrolliert
wird. Fällt es Ihnen schwer, sich mit dem Regime zu arrangieren?
Machthaber Baschar al-Assad ist schließlich für den Tod Hunderttausender
Menschen verantwortlich.Assad als Diktator
darzustellen ist westliche Propaganda. In Syrien herrscht Krieg. Viele
Menschen sterben, aber sie sterben nicht nur durch Regierungstruppen.
Warum spricht der Westen nicht über die Kräfte, die ganz im Sinne der
Politik der Türkei und Saudi Arabiens morden? Das ist nun mal die
Wahrheit. Ich muss sie ohne Angst aussprechen.Könnten Sie die Regierung überhaupt öffentlich kritisieren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?Ja,
das ist möglich. Aber ich bitte Sie. Wenn Sie Damaskus kritisieren
wollen, dann kritisieren sie doch bitte auch Riad und Ankara, die ganze
Region. Syrien ist ein wunderbares und starkes Land. Wir brauchen
niemanden, der sich da von außen einmischt, um es zu zerstören.Sie
kritisieren das Wirken des Auslands in Syrien. Was ist mit Russland?
Der einzige Grund, warum Assad derzeit noch so stark ist, sind die
Bomben russischer Kampfjets.Ich habe immer mein
Land verteidigt. Alle hier in Syrien können zusammenleben. Die Regierung
Syriens ist die rechtmäßige Regierung des Landes. Assad hat das Recht,
sich Hilfe zu holen.Sie sagen, dass die Syrer ihre
Angelegenheiten selbst erledigen könnten. Wie soll eine nationale Lösung
jetzt noch Frieden bringen?Erstens brauchen wir
einen Waffenstillstand. Zweitens darf niemand mehr Waffen an die
Konfliktparteien liefert. Drittens brauchen wir einen politischen
Prozess, der von den Menschen im Land ausgeht. ..." (
n-tv, 23.2.16)
• 2016: "
In
Aleppo haben islamistische Rebellen chemische Waffen eingesetzt. Der
Angriff, vermutlich ausgeführt von der durch Saudi-Arabien unterstützen
Gruppe Ahrar ash-Sham, ist gut dokumentiert. Lizzie Phelan berichtet für
RT vom Ort des Angriffs. Bei dem Stoff handelt sich um Gelben Phosphor.
RT steht im Kontakt mit den Opfern. ..." (
RT deutsch, 10.3.16)
• 2016: "
Aleppo vor und nach der "Revolution"Fünf
Jahre schon herrscht in Syrien Krieg. Das griechische Online-Portal
Olympia.gr hat jetzt Fotos veröffentlicht, auf denen Orte in Aleppo vor
und nach Ausbruch des Konfliktes gegenüber gestellt werden. Aleppo war
vor dem Krieg die größte syrische Stadt, es ist eine der ältesten Städte
der Welt und ihre Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt. ..." (
RT deutsch, 29.7.16)
• 2016: "
Aleppo
ist eingekreist. Die Niederlage der Terroristen, die sich weiter in der
nordsyrischen Stadt verschanzen, scheint nur noch eine Frage der Zeit
zu sein. Um mögliche Verluste unter der Zivilbevölkerung zu minimieren,
führen russische und syrische Militärs eine humanitäre Operation durch
und rufen die Extremisten auf, die Waffen zu strecken. RT-Kolumnist Ilja
Ogandschanow beschreibt die militärische Lage rund um die strategisch
wichtige Metropole. ...'Aleppo hat eine erstrangige
Bedeutung für alle Konfliktparteien, weil es eines der wichtigsten
Wirtschafts- und Handelszentren ist. Diese Stadt liegt auf der Kreuzung
von Handelswegen und nimmt eine herausragende geopolitische Lage ein',
meint Wladimir Schapowalow, Direktor des Instituts für Politik, Recht
und soziale Entwicklung an der Moskauer Staatlichen Humanitären
Scholochow-Universität.'Die Kontrolle über Aleppo
ermöglicht es, nicht nur den ganzen Norden Syriens, sondern auch die
Gebiete an der Grenze zur Türkei, die von Kurden bewohnten Gebiete und
das Territorium des nordwestlichen Irak zu kontrollieren. Das ist das
dominierende Zentrum der Region. Für Regierungstruppen und ihre Gegner,
für die Türkei und Saudi-Arabien, aber auch für die USA ist die
Kontrolle über Aleppo ein Schlüssel zur Kontrolle über das Territorium
Syriens und die Anrainergebiete.' ...Die syrische Armee
will die Situation trotzdem nicht forcieren. Regierungstreue Truppen und
Volksverteidigungseinheiten haben Aleppo völlig eingekreist und die
Terroristen von allen Nachschubrouten abgeschnitten. Auf diese Weise ist
ein Aufmarsch für eine Offensive und die darauffolgende Rückeroberung
der Metropole gegeben. Während die Atempause in den Kampfhandlungen
andauert, muss die Führung Syriens ihre Hauptaufgabe lösen: Wie kann der
Konflikt mit so wenig Blut wie möglich beigelegt werden?Zu diesem Zweck hat sich das Militär an die Bevölkerung und die Terroristen mit folgendem Appell gewandt:'Um
das Blutvergießen zu stoppen, geben wir allen bewaffneten Menschen im
Umkreis des östlichen Aleppo die wirkliche Chance, den Konflikt
beizulegen. Sie sollen die Waffen abgeben und in Aleppo bleiben. Sie
dürfen aber auch die Waffen abgeben und die Stadt verlassen. Das Angebot
gilt für alle. Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand und
schlagen allen vor, die nationalen Interessen zu wahren, um Sicherheit
und Stabilität in Aleppo wiederherzustellen.' ...Bei der
Rückeroberung von Aleppo wird das Territorium, das von den syrischen
Kurden kontrolliert wird, eine sehr wichtige Rolle spielen.'Es
geht darum, dass sich auf diesem Territorium mehr als 2.000 Angehörige
der NATO befinden“, erklärt Semjon Bagdassarow gegenüber RT. „Die eine
Hälfte sind US-amerikanische Spezialkräfte und Pioniertruppen, die
andere – dänische, britische, französische und deutsche Truppen. Die
Grenze ist nicht präzise markiert. Im Laufe von Kampfhandlungen könnten
Konfliktparteien aneinander geraten.' ...Eine nicht zu
unterschätzende Rolle in der Beilegung des Konfliktes, oder umgekehrt
bei dessen Eskalation, können die Vereinigten Staaten spielen.„Die
Vereinigten Staaten und ihre Partner können die Extremisten aufrufen,
die Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen, um ein
Blutvergießen zu vereiteln“, glaubt Schapowalow.Die Frage
sei jedoch, inwiefern die USA daran interessiert sind. Zwei der vier
größeren Terrormilizen, die in Syrien am Werk sind, werden von den
Vereinigten Staaten unterstützt. Mit ihrer Hilfe hofft das Weiße Haus
immer noch, al-Assad zu stürzen. ..." (
RT deutsch, 1.8.16)
• 2016: "
In Aleppo haben islamistische Terroristen, jüngst vom Spiegel zur „letzten Hoffnung“ der Stadt gekürt, laut russischen Angaben massiv zivile Wohngebiete beschossen.Der
Nachrichtenagentur Sputnik zufolge gab das russische Außenministerium
bekannt, dass die Terrororganisationen „Islamischer Staat“ und die
„Eroberungsfront der Levante“, die Nachfolgerorganisation des
Al-Qaida-Ablegers „Al-Nusra-Front“, bewohnte Gebiete in der syrischen
Provinz Aleppo beschossen haben:„Innerhalb der letzten 24
Stunden haben Terroristen in der Provinz Aleppo das bewohnte Gebiet
Ansar, die Artillerieschule, den Flughafen al-Nayrab und das
Leramon-Viertel der Stadt Aleppo mit improvisierten Mörsern und
Artillerie beschossen. Die Terroristen haben ebenfalls Kabun, Hutayta,
al-Dscharasch, Harasta, Zamalka, Dschaubar, Duma, Hausch al-Farah und
Mazraat Kawkab beschossen.“ ..." (
RT deutsch, 9.8.16)
• 2016: "
Die arabischen Golfstaaten unterstützen einem Bericht der "Financial Times"
zufolge weiterhin die belagerten Dschihadisten in der syrischen Stadt
Aleppo, die gegen die Truppen der syrischen Regierung kämpfen. Es ist
von "dutzenden LKWs mit Waffen und Munition" die Rede, die mit Duldung
der USA über die Türkei nach Aleppo gebracht werden. Die Aufständischen
in der Stadt bestehen größtenteils aus dschihadistischen Terrorgruppen.
..." (
RT deutsch, 10.8.16)
• 2016: "
Strom- und Wassermangel durch Angriffe der Islamisten. 1,5 Millionen Menschen bisher geflohen»Hunderttausende
können auf Rettung hoffen«, überschrieb das Nachrichtenportal
t-online.de (7.8.2016) einen Artikel über Aleppo. »Syrische Rebellen
haben die Belagerung der umkämpften Stadt Aleppo durchbrochen und damit
Hunderttausenden Eingeschlossenen Hoffnung auf Rettung gebracht.«
Entlang des »befreiten Korridors« werde heftig gekämpft, wird die u. a.
von der Europäischen Kommission unterstützte Syrische Beobachtungsstelle
für Menschenrechte mit Sitz in England zitiert. »Assads Truppen« seien
»eingekesselt«, »Dschihadisten kämpfen verzweifelt«. Bewohner hätten
nach dem erfolgreichen Durchbruch der Gotteskrieger »auf den Straßen der
eingekesselten Viertel« gefeiert und »Gott ist groß« und »Unsere
Rebellen werden uns retten« gerufen. Als Quellen nennt t-online.de die
Nachrichtenagenturen AP und dpa. Die wiederum berufen sich auf Aussagen
der Fatah-Al-Scham-Front (früher Fatah-Al-Scham-Front) und auf die
syrische Nachrichtenagentur SANA.Wenigstens einmal wird in
dem Text erwähnt, dass neben den mit den bewaffneten Kämpfern
eingeschlossenen rund 300.000 Menschen in Aleppo noch weitere 1,2
Millionen Menschen in der Stadt leben, in einem Gebiet, das »vom Regime
gehalten« werde. Über diese Bewohner von Aleppo wird selten in deutschen
Medien berichtet. Auch hier sterben täglich Menschen durch Raketen und
Beschuss aus Mörsern, oder sie werden verletzt, ihre Wohnungen und
Häuser zerstört.Mindestens drei Millionen Menschen lebten
einst in der nordsyrischen Metropole. Als 2012 die ersten bewaffneten
Gruppen – damals nannten sie sich noch »Freie Syrische Armee« – in
Aleppo einfielen, zerstörten sie nahezu alles, was die Bewohner der
Stadt aufgebaut hatten: Fabriken am Stadtrand in allen Größenordnungen
wurden geplündert. Ganze Einrichtungen, Werkbänke, Computer,
Telefonanlagen, Firmenfahrzeuge aller Art verschwanden in Richtung
Türkei, wo die Beute versilbert wurde.1,5 Millionen
Bewohner flohen seitdem aus Aleppo, die andere Hälfte blieb in der
Hoffnung, der Spuk möge bald vorbei sein. Doch es kam anders. Die Nähe
der Stadt zur türkischen Grenze und ihre historische Symbolik als eine
der ältesten bewohnten Städte der Welt weckt regionale und
internationale Begehrlichkeiten. Westliche Militärstrategen betonen die
Bedeutung der Stadt für die Kontrolle der Region. ..." (
junge Welt, 12.8.16)
• 2016: "
Die
48-stündige Waffenruhe lässt auf sich warten: Syrische
Regierungstruppen ringen mit russischer Hilfe um die Kontrolle der Stadt
Aleppo. Auf der anderen Seite stehen bewaffnete Rebellengruppen.
Journalistin Karin Leukefeld erzählt, wie sie die Lage in der Stadt
erlebt.... Wer kontrolliert welchen Teil der Stadt?Ich
habe mit einer internationalen humanitären Organisation gesprochen, die
hier arbeitet. Weil sie versucht, die Bevölkerung vor allem mit Wasser
zu versorgen, weiss sie relativ gut, wer was kontrolliert. Die Kämpfe
und die Frontlinie verschieben sich dauernd – manchmal zwar nur um
wenige hundert Meter, doch kann das in einer bewohnten Umgebung tausende
von Menschen betreffen, die dann in ein anderes Gebiet fliehen. Es gibt
Berichte aus der Bevölkerung, wonach plötzlich Vertriebene aus einem
anderen Stadtteil auftauchen.Sie sprachen auf der Strasse
mit Personen, die schon jahrelang mit dem Bürgerkrieg leben. Was haben
Ihnen diese Menschen erzählt?Ich habe mit Menschen
gesprochen, welche die letzten Jahre in einem von bewaffneten Gruppen
kontrollierten Gebiet lebten, seit zwei Monaten nun aber nicht mehr. Und
mit Menschen, die im Westteil der Stadt leben und fast täglich mit
ihren Bekannten im Ostteil telefonieren. Für alle Familien und
Zivilisten bedeutet der Krieg eine ungeheure Anspannung. Die Menschen
sind erschöpft und müde. Sie wünschen sich, dass dieser Krieg endlich
ein Ende hat.Können die Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden?Das
ist sehr schwierig. Die humanitären Organisationen, die hier tätig sind
– allen voran Unicef und das IKRK zusammen mit dem syrisch-arabischen
Roten Halbmond –, versuchen die ihnen zugänglichen Gebiete täglich mit
Essen und vor allem mit Wasser zu versorgen. Wenn sich die Frontlinie
nun aber oft verschiebt, stehen sie täglich vor neuen Herausforderungen.
Die Gebiete, die ausschliesslich unter Kontrolle der bewaffneten
Gruppen stehen, werden von den bewaffneten Gruppen versorgt. Es handelt
sich aber um eine sehr unzulängliche Versorgung. Das haben mir Menschen
erzählt, die Angehörige in diesen Gebieten haben. Da, wo ich mich
befinde, kontrolliert die syrischen Armee das Geschehen. Wenn ich hier
über die Strasse an den Märkten vorbeigehe, habe ich den Eindruck, dass
ich alles bekomme. Allerdings kostet die Ware sehr viel und ich weiss
nie, ob sie am nächsten Tag auch noch zur Verfügung stehen wird. ...Dürfen die Menschen in Aleppo auf eine baldige Waffenruhe hoffen?Sie
wünschen sich das sehr. Aber die militärische Seite, die hier das Sagen
hat, verhandelt noch nicht, sondern kämpft. Weder die bewaffnete
Opposition noch die syrische Armee sind bereit, sich auf eine Waffenruhe
einzulassen. Das hat strategische Gründe. Die einen wollen sich Gebiet
sichern, die anderen wollen das verhindern. Die syrische Regierung hat
aber gesagt, dass sie die Forderung der UNO grundsätzlich unterstütze.
Die Frage ist nur wann." (
SRF, 22.8.16)
• 2016: "
Die
Journalistin Karin Leukefeld berichtet direkt aus Aleppo über den Krieg
in Syrien. Die deutschen Medien berichten gleichlautend und einseitig
über Syrien, so die einzige deutsche Korrespondentin im Kriegsgebiet.
Mit RT Deutsch spricht sie über die Bevölkerung in Aleppo und die
schwierigen Fronten in Syrien. ..." (
RT deutsch, 25.8.16)
• 2016: Am 6. Oktober 2016 war u.a.
in der Online-Ausgabe der österreichischen Zeitung Der Standard Folgendes zu lesen: „
Der
UN-Sondergesandte für Syrien ist nach eigenen Worten bereit, in die
umkämpfte Großstadt Aleppo zu reisen. Er würde in den Osten der Stadt
gehen und bis zu 1.000 islamistische Kämpfer aus dem Gebiet eskortieren,
wenn das dem Beschuss durch das russische und syrische Militär ein Ende
setze, sagte Staffan de Mistura am Donnerstag in Genf.“ Die russische Regierung sagte, sie wolle den Vorschlag Misturas unterstützen, wie
Sputnik einen Tag später meldete. Doch das wurde wenig überraschend daraus: „
Syriens
Opposition hat Aussagen des UN-Gesandten Staffan des Mistura zur
Fatah-al-Sham-Front (früher: Nusra-Front und mit Al-Kaida verbündet) als
"gefährlich" zurückgewiesen. … Ein Sprecher der Fatah-al-Sham-Front
warf De Mistura vor, seine Erklärung stehe im Einklang mit Äußerungen
des syrischen Regimes, das Aleppo von Rebellen leeren wolle, wie
syrische Oppositionsmedien meldeten.“ Das
berichtete Der Standard online am 7. Oktober. Und
am 13. Oktober berichtete Sputnik: „
Die
al-Nusra-Front hat sich geweigert, die kriegsgebeutelte syrische
Metropole Aleppo freiwillig - durch einen sicheren Korridor - zu
verlassen. Damit lehnte die Terrormiliz den Vorschlag des
UN-Syrien-Beauftragten Staffan de Mistura ab.
„Wir haben extra für
die al-Nusra dieses Angebot gemacht und nun eine negative Antwort
bekommen“, sagte de Misturas Stellvertreter, Ramzy Ezzeldin Ramzy, am
Donnerstag. …“ Da half es auch nichts, dass die russische Armee den „Rebellen“ einen sicheren Rückzug aus Ost-Aleppo zusicherte, wie u.a.
Der Standard online am selben Tag meldete.
• 2016: "
Die
syrische Regierungsarmee, die Aleppo Viertel um Viertel von den
Militanten befreit, kommt ohne russische Luftunterstützung aus. Die
russische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben bereits seit 44 Tagen
keine Angriffe auf die Millionenstadt und die Umgebung.„Die
russische Luftwaffe hat am 18. Oktober ihre Flüge im Raum Aleppo völlig
eingestellt“, bestätigte General Sergej Rudskoj, der Chef der
Hauptverwaltung Operatives des russischen Generalstabs, am Mittwoch.
„Seit 44 Tagen fliegen die russischen Flugzeuge nicht näher als auf zehn
Kilometer an die Stadt heran.“Die syrische Armee werde bei
ihrer Offensive von den Volksmilizen unterstützt und habe bereits 16
Viertel in Ost-Aleppo von den Militanten befreit. „Die Regierungstruppen
brachten Gebiete unter ihre Kontrolle, in denen mehr als 90.000
Zivilisten leben“, so Rudskoj. ..." (
Sputnik, 30.11.16)
• 2016: "
Der
Vormarsch der syrischen Armee und ihrer Verbündeten wird begleitet von
einer Dämonisierungskampagne westlicher Medien und Regierungen ...
Bezeichnenderweise
wird in fast sämtlichen Medienberichten der Öffentlichkeit
vorenthalten, wer überhaupt in Aleppo gegeneinander kämpft – denn sonst
ließe sich dieses Schwarz-Weiß-Bild nicht zeichnen. Diesem zufolge
stehen auf der einen Seite die in den Leitmedien durchweg als „Rebellen“
bezeichneten Guten. Unerwähnt bleibt, dass die von den Aufständischen
gehaltenen Gebiete in Aleppo „vor allem von al-Nusra“ kontrolliert
werden, wie ein Sprecher des Pentagon im April erklärte.
Der syrische al-Qaida-Ableger, der sich einst vom „Islamischen Staat“
abspaltete, sei „natürlich kein Teil von
Waffenstillstandsvereinbarungen“, so der Sprecher.
Seitdem konnte al-Qaida die Vormachtstellung in Ostaleppo weiter ausbauen, berichtete
Foreign Policy im September. Neben al-Nusra zählt das US-Magazin mit
der Ahrar al-Sham auch die größte islamistische Kampfgruppe zu al-Qaida,
die als „zentraler Knotenpunkt“ des Terrornetzwerks beschrieben wird.
Zusammen dominieren sie das Kampfbündnis Jaysh al-Fatah („Armee der
Eroberer“), das gemeinsam mit dem Bündnis Fatah Halab („Eroberer
Aleppos“), ein Zusammenschluss von islamistischen Gruppen und
Kampfverbänden der „Freien Syrischen Armee“, gegen die Regierungstruppen
in Aleppo kämpft.
Zur Fatah Halab zählt auch die „Armee des Islam“,
die ebenso wie Ahrar al-Sham von US-Außenminister John Kerry als
„Untergruppe“ al-Qaidas bezeichnet wurde. Eine der kampfstärksten Gruppen der „Eroberer Aleppos“, die islamistische Nour al-Din al-Zenki, bekannte sich Ende September ausdrücklich zur Nusra-Front.
Alle
gegenwärtig in Aleppo gegen die Regierung kämpfenden Gruppen gehören
al-Qaida an beziehungsweise kooperieren mit der Terrororganisation,
deren Führungsanspruch sie sich untergeordnet haben – und sind damit
Gegenstand der im November 2015 einhellig vom UN-Sicherheitsrat
verabschiedeten Resolution, laut der al-Nusra und alle anderen mit al-Qaida kooperierenden Gruppen von der Staatengemeinschaft zu bekämpfen seien. ..." (
Hintergrund.de, 1.12.16)
wird fortgesetzt