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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!
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Dienstag, 16. Februar 2021

Nachrichtenmosaik Corona – Folge 33

Gesammelte Informationen und Nachrichten zur Corona-Krise
(persönliche Anmerkungen und Äußerungen von mir sind kursiv gesetzt)

• Covid-Impfstoff von Big Pharma

… Der Plan zur Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs ist gewinnorientiert.
Die US-Regierung hatte bereits im Juli 2020 100 Millionen Dosen bestellt, und die EU soll 300 Millionen Dosen kaufen. Es ist großes Geld für Big Pharma, großzügige Auszahlungen an korrupte Politiker auf Kosten der Steuerzahler.
Ziel ist es letztendlich, Geld zu verdienen, indem der gesamte Planet von 7,8 Milliarden Menschen gegen Sars-Cov-2 geimpft wird.
Der Covid-Impfstoff sieht in einigen Fällen mehr als einen Schuss vor. Wenn diese Initiative wie geplant durchgeführt würde, wäre dies das größte Impfstoffprojekt in der Weltgeschichte und die größte Geldverdienungsoperation für Big Pharma.
Der Covid-Impfstoff ist eine milliardenschwere Big Pharma-Operation, die dazu beitragen wird, die Staatsverschuldung von mehr als 150 nationalen Regierungen zu erhöhen.
Unterstützt von der Angstkampagne ist Geld statt öffentliche Gesundheit die treibende Kraft hinter dieser Initiative.
Quelle: https://www.globalresearch.ca/big-pharmas-covid-vaccine/5736952
Zur Erinnerung:

• Coronavirus, Impfstoffe und die Gates Foundation

Wohl niemand hat die Forschung zu Impfstoffen gegen Coronaviren aktiver gefördert und finanziert als Bill Gates und die Bill and Melinda Gates Foundation. Vom Sponsoring einer Simulation einer globalen Coronavirus-Pandemie wenige Wochen vor Bekanntgabe des Wuhan-Ausbruchs bis zur Finanzierung zahlreicher Unternehmensanstrengungen zur Entwicklung eines neuartigen Impfstoffs gegen das anscheinend neuartige Virus ist die Präsenz von Gates vorhanden. Was bedeutet das eigentlich?
Wir müssen zugeben, dass zumindest Bill Gates prophetisch ist. Er hat jahrelang behauptet, dass eine globale Killerpandemie kommen wird und dass wir nicht darauf vorbereitet sind. …
Quelle: https://www.globalresearch.ca/coronavirus-gates-foundation/5706842

• Pharma-Lobby-Organisation 2019: Tagung zu Pandemie-Vorbereitung mit Empfehlungen für Kommunikation

Am 22. Januar 2019 traf sich die European Scientific Working group on Influenza zu einer “Influenza-Vorsorge-Konferenz” in der britischen Denkfabrik Chatham House aus Anlass des 100. Jahrestages des Ausbruchs der „Spanischen Grippe“ 1918.
siehe: https://eswi.org/eswi-tv/category/eswi-chatham-house-meeting/
Dabei sprach unter anderem Dr. Marc van Ranst, Virologe und offizieller Grippe-Beauftragter der belgischen Regierung, über das Thema „Kommunikation und öffentliches Engagement“ in einer Pandemie. Das Video seines Vortrages wird zur Zeit oft geteilt und als Beleg für die geplante Manipulation der Öffentlichkeit angesehen.

siehe: https://eswi.org/eswi-tv/marc-van-ranst-communication-and-public-engagement/
Im gedruckten Report (https://influenzaconference.org/planning-for-a-pandemic) der Veranstaltung wird sein Vortrag so wiedergegeben:
Eine einzige Stimme für Informationen zu haben, um Verwirrung zu vermeiden, ist entscheidend“, so Dr. Marc van Ranst. Der beste Weg um eine ausbreitende Panik durch eine Pandemie zu vermeiden, ist die Kommunikation mit den Medien und die Öffentlichkeit durch genaue Informationen zu beruhigen, erklärte der belgische Grippe-Beauftragte.
Die Erfahrung als Grippebeauftragter in Belgien während der H1N1-Pandemie 2009 [„Schweinegrippe“ – Anmerkung HS] zeigten, dass es entscheidend war, vom ersten Tag an omnipräsent und kommunikativ zu sein mit den Medien, um sicherzustellen, dass es eine einzige Stimme für Informationen gibt, um Verwirrung zu verhindern. Kommunikationsteams müssen angemessen finanziert werden und gute Beziehungen zu den Medien müssen gepflegt werden. Soziale Medien sind auch eine gute Option für Kommunikation, aber sie ermöglichen auch die Verbreitung von falschen Informationen.
Besonders hilfreich war die Einrichtung eines Callcenters für die Öffentlichkeit. Dies ermöglichte die Beruhigung der Öffentlichkeit und ermöglichte auch dem Grippebeauftragten, zu verstehen, welche Art von Fragen in der in der Gesellschaft diskutiert werden, so dass die Antworten in die Interviews mit den Medien eingearbeitet werden konnten. Eine weitere nützliche Strategie war es, zukünftige Möglichkeiten, wie hohe Fallzahlen und Todesfälle, vorwegzunehmen. Dies schien die Medien und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und eine weit verbreitete Panik zu verhindern.
Es ist jedoch wichtig, sich der anderen Medieneinflüsse bewusst zu sein. Es ist selten, die einzige Informationsquelle zu sein, was sich an den unterschiedlichen Impfquoten zwischen Flandern und Wallonien zeigte: Letztere ist französischsprachig und hörte auch Botschaften aus Frankreich.“
Anmerkung: Der belgische Virologe bezieht sich auf die "Schweinegrippe" 2009, der ersten fake-Pandemie, die die WHO zugunsten der Impf-Industrie ausrief.
Auch die ESWI bekam schon finanzielle Unterstützung von der Gates-Stiftung.
Siehe:
https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2017/05/OPP1172532
Das Magazin „Der Spiegel“ berichtete 2009 im Zusammenhang mit der „Schweinegrippe“, dass die ESWI allein von zehn Pharma-Unternehmen finanziert wird. Und:
… Als einen seiner wissenschaftlichen Berater hat ESWI Walter Haas verpflichtet. Er ist jener Mediziner, der am staatlichen Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin die Maßnahmen koordiniert, mit denen Deutschland auf die Grippe-Pandemie vorbereitet wird. …
Quelle: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67510082.html
Der erwähnte Walter Haas leitet im RKI derzeit die Fachgruppe „Respiratorisch übertragbare Erkrankungen“, die sich unter anderem mit Influenza und ähnlichen Atemwegserkrankungen beschäftigt.
siehe:
https://www.rki.de/DE/Content/Institut/OrgEinheiten/Abt3/FG36/FG36_node.html;jsessionid=89DB2D2343497F45F34580AE80B9CDD6.internet082
2009 war solche Kritik noch möglich:

• Ein Erfolg der Pharma-Lobby?

Transparency International kritisiert Massenimpfung gegen die Schweinegrippe
Nach Meinung von Transparency-Vorstand Angela Spelsberg sind die Fachleute, welche die Impfung gegen die Schweinegrippe empfohlen haben, durch ihre Kontakte zu Pharma-Firmen in massive Interessenkonflikte verwickelt. Die Erklärung zur Pandemie habe eine wissenschaftliche Überprüfung ausgehebelt, so die Ärztin.
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/ein-erfolg-der-pharma-lobby.1008.de.html?dram:article_id=162868
Heute zeigt Transparency ziemlich viel Verständnis für die Politik und wollte auch Vorstandsmitglied Wolfgang Wodarg wegen dessen Haltung zur Corona-Politik rauswerfen.
siehe: https://www.transparency.de/publikationen/detail/article/positionspapier-die-corona-krise-ein-katalysator-fuer-korruption/
und das: https://www.transparency.de/aktuelles/detail/article/in-eigener-sache-vorstand-beschliesst-ruhen-der-mitgliedschaft-von-wolfgang-wodarg-1/

• Milosz Matuschek: Eine Zensur findet statt

Aber nennen Sie es um Himmels Willen bitte nicht so! Eine Kolumne.
Willkommen in der Diktatur. In der Corona-Diktatur. Huch, ist das nicht das Unwort des Jahres 2020? Ich benutze es trotzdem oder gerade deswegen. Denn die Zeit der kosmetischen Kritik ist vorbei. Man kann derzeit gar nicht schnell genug schauen, wie Kritiker stummgeschaltet und wegzensiert werden. Und wie schnell ganze Gesellschaften ihre Grundprinzipien über Bord werfen. Von der westlichen Wertegemeinschaft ist nur noch das übrig, was der Einzelne davon aufrecht erhält.
Oder kennen Sie eine Institution, die gerade glaubwürdig die Grundfesten der Demokratie verteidigt?
Freiheit ist unteilbar und Meinungsfreiheit gehört ebenso wie Gleichheit vor dem Gesetz und Gewaltenteilung zu den unverhandelbaren Pfeilern der Demokratie.
Quelle: https://miloszmatuschek.substack.com/p/zensurfindetstatt

• Schweigemärsche: So sieht Versammlungsfreiheit in Deutschland aus

“Im Gegensatz zur russischen Diktatur herrscht in Deutschland Demonstrationsfreiheit. Wenn man sich an die Hygienevorschriften mit Maskenpflicht und Abstand hält, wird es beispielsweise in der Stadt Köln erlaubt, am 20.2.2021 einen STEHENDEN SchweigeMARSCH am Heumarkt mit 10 Menschen durchzuführen. Die Stadt Köln zeigt damit deutlich auf, wie groß die Unterschiede zwischen Deutschland und den Schurkenstaaten Russland, Weißrussland, China oder Nordkorea sind.” So beginnt eine Pressemitteilung der Initiatoren der Schweigemärsche.
Ich beziehe hier keine Stellung für oder gegen die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Es geht mir zunächst einmal darum, zu dokumentieren, wie weit wir schon sind. Wenn wir in der Tagesschau Bilder vom Vorgehen von Polizisten in Myanmar, Russland und anderen mehr oder weniger autoritär regierten Staaten gegen Teilnehmer nicht genehmigter Demonstrationen sehen, gruseln wir uns im heimischen Fernsehsessel und sind froh, dass wir in einer Demokratie leben, wo das Recht, zu demonstrieren und die Regierung zu kritisieren, selbstverständlich ist und geachtet wird, wo man nicht öffentlich zum gefährlichen Schädling gestempelt wird, wenn man anderer Meinung ist. Pustekuchen.
Wenn man gegen die repressiven Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung von Corona ist, dann hat man das Demonstrationsrecht weitgehend verwirkt.
Quelle: https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/demonstrationsfreiheit/

• PCR-Test-Unsinn: „Seit sechs Wochen Corona-positiv“: Nürnberger erzählt

Der 77-jährige André Berstel erkrankte - und wird immer noch positiv getestet
NÜRNBERG - Positiv - in Zeiten von Corona und als Antwort auf die Frage nach dem eigenen Testergebnis hört man dieses Wort nicht gern. Vor allem nicht ein ums andere Mal: Bei dem Nürnberger André Berstel wurde kurz vor Neujahr eine Infektion mit Covid-19 festgestellt. Und auch Wochen später und frei von Symptomen fallen seine Tests positiv aus.
Quelle: https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/seit-sechs-wochen-corona-positiv-nurnberger-erzahlt-1.10826952

• „Es würde kein größerer Schaden entstehen, wenn man diese Treffen beenden würde“

Die Corona-Gipfeltreffen gehören zur Pandemie wie die täglichen Berichte über Neuinfektionen. WELT AM SONNTAG-Herausgeber Stefan Aust vermisst praktisches Handeln und fühlt sich an ein Politschauspiel zu Demonstrationszwecken erinnert. …
Stefan Aust: Das ist wie im Sport, wenn die Messlatte immer höher gelegt wird und man sich immer mehr anstrengen muss. Fast könnte man glauben, dass die Politik eine heimliche Freude an diesem Lockdown entwickelt hat. Tatsächlich ist es aber wohl so, dass es sehr viel einfacher ist, über Verordnungen und Richtlinien zu regieren als über das praktische Handeln, mit dem zum Beispiel bestimmte Altersgruppen zwar nicht vollständig, aber doch sehr viel besser hätten geschützt werden können. …
Quelle: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article226276321/Stefan-Aust-Kein-groesserer-Schaden-wenn-man-diese-Treffen-beenden-wuerde.html

• China kontrolliert bis vor die eigene Haustür

In Peking ist das Leben dank strenger Kontrollen wieder fast wie vor der Pandemie. China-Korrespondentin Lea Deuber zeigt, warum die Massnahmen trotz Überwachung von der Bevölkerung akzeptiert werden. Ein fast normaler Alltag – im Video.
Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/china-kontrolliert-bis-vor-die-eigene-haustuer-754617033356
Manche träumen auch hierzulande davon:

• Mehr Zwang zugunsten des Gemeinwohls

Hans Michael Heinig im Gespräch mit Liane von Billerbeck
https://www.deutschlandfunkkultur.de/strenger-lockdown-mehr-zwang-zugunsten-des-gemeinwohls.1008.de.html?dram:article_id=490994

Mittwoch, 18. März 2020

Gesammelte unsortierte Gedanken zur Corona-Krise

16.3.2020:

Schon bevor ich las, was der Lungenarzt Wolfgang Wodarg zur Corona-Hysterie bzw. -panik schrieb (https://multipolar-magazin.de/artikel/coronavirus-panikmacher-isolieren), habe ich mich gefragt, wie denn die Todesursachen in Deutschland quantitativ vorher verteilt waren, welche Rolle Lungenkrankheiten dabei spielen. Ich hab nun endlich nachgeschaut und fand die Zahl von 68.400 Erkrankungen des Atmungssystems als Todesursache 2017. An Pneumonie, einer Lungentzündung, (ohne Angaben des Erregers) starben danach rund rund 19.100 Menschen der insgesamt über 930.000 Gestorbenen. (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html) Hier gibt es noch weitere Zahlen: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=23211-0002

Mich beschäftigt in dem Zusammenhang die ganze Zeit die Frage der Verhältnismäßigkeit dessen, was inzwischen zur nationalen Krise hochstilisiert wird. Wenn ich mir die Zahlen anschaue, werden meine Fragezeichen nicht kleiner und die Aussagen von Wodarg verständlicher. Aus meiner Sicht jedenfalls. Ich frage mich, was hier läuft.

Eine Antwort dazu aus dem Freundeskreis:
Interessant. Ich habe allerdings gelesen, dass die Todesursache bei Corona ein Organversagen ist, keine Pneumonie. Eine tödliche Überreaktion des Immunsystems. Falls meine Information stimmt, vergleichst Du Äpfel mit Birnen.
Der nachfolgende Beitrag ist eindrücklich, weil ein Arzt nüchtern rechnet:
https://www.medi-sphere.be/fr/debats/coronavirus-armageddon-ou-foutaise.html


Meine Antwort:
Ja, es bleibt die Frage, was die Todesursache ist. Zumindest bleibt da die Zahl von insgesamt 68.400 Erkrankungen des Atmungssystems als Todesursache, also der verschiedenen Arten. Und als Vergleichszahl bleibt die Pneumonie-Sterbezahl interessant. Die lag in Deutschland für 2017 bei 50 Menschen pro Tag!
Vorhin habe ich Dir auch noch einen Link aus der FAZ dazu geschickt. Und der Lungenarzt Wolfgang Wodarg, auf den ich heute schon hinwies, sagt auch Interessantes. Interesant finde ich seine Aussagen, weil er in Medizin und Politik und Epidemiologie gearbeitet hat.
siehe: https://hallolindenlimmer.de/debatte-corona-kontrovers-dr-wodarg-videos/

Und dazu das hier: "Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet." https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren
Da gab es keinen nationalen Notstand …

Noch eine Anmerkung zu Deinen interessanten Gedanken: Ist ein Organversagen nicht immer am Ende eine Ursache, auch bei einer Lunge nach einer Lungenentzündung, oder nach einem Blutgerinnsel oder was auch immer? Das Organversagen steht immer am Ende und erfolgt nicht sofort nach Virusbefall. Ich lese gerade das Buch "Hot Zone", da wird beschrieben, wie das Ebola-Virua zu Organversagen führt. Aber am Ende will ich gar nicht Lungenentzündung direkt mit der Erkrankung durch den neuen Corona-Virus vergleichen. Ich bin ja auch kein Arzt. Was mich dabei beschäftigt, bei diesen Zahlen, sind die Dimensionen, die Größenordnungen im Vergleich, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bei vergleichbaren Krankheiten, ohne diese Krankheiten gleichzusetzen. Und die Zahlen der Grippetoten 2017/18 in D halte ich schon für ebenso bemerkenswert. Da ist der genaue Erreger noch gar nicht benannt.
Und ich weiß nicht, ob nicht jemand, der eine "normale" Grippe, die auch durch einen Corona-Virus ausgelöst werden kann, eben nicht auch eine Erkrankung, grippeähnlich, durch den neuen Corona-Virus überstehen kann. Und wenn eine "normale" Grippe harmloser sein sollte, wäre die Frage, warum sterben daran jährlich so viele. Das ist ja gerade das, was die Experten sagen, dass nicht jeder, der infiziert wird, daran zu Grunde geht. Und das Virus hat bestimmt keinen Rezeptor für das Alter der Betroffenen ... Entscheidend ist wahrscheinlich mit und ausschlaggebend, wie stark das jeweilige Immunsystem der Betroffenen ist. Da sind chronisch Kranke und Ältere sicher gefährdeter. Zu denen ich mit meinem hohen Blutdruck und meinem Heuschnupfen auch zähle, weshalb mich meine Hausärztin im vergangenen Herbst übrigens gegen Lungenentzündung impfte. Diesen Grund hat sie mir heute erklärt, weil ich das schon damals merkwürdig fand.
Die Übertragungsrate wird vom Chef-Virologen der Charité, Christian Drosten, mit 1:3 angegeben. Bei Masern liegt sie nach seinen Angaben bei 1:18.
Aber das sind alles nur Gedanken und ich weiß es auch nicht und bin kein Mediziner. Mir kommen die Verhältnisse der ganzen Geschichte komisch vor. Und warum sollte ich den Politikern und ihren Knechten jetzt glauben und vertrauen, wenn sie mich ganz offensichtlich vorher und nachher anlügen?

Neue Antwort:
Hier nochmals: Corona ist weniger lethal als SARS und MERS, bereitet sich aber viel schneller aus. Die exponentielle Verbreitung ist der springende Punkt. Beachte die Zeitspanne im Text, Corona mit rund 2 Monaten verglichen mit rund 8 Monaten bei den 2 anderen:
https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2020/03/13/ausbreitung-betroffene-todesfaelle-coronaviren-im-vergleich/?indication=covid-19&utm_source=DGP_Fachletter_Presse&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=DGP_Fachletter_Presse_D


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Da sagt ein Virologe: Der Virus ist relativ ungefährlich und er wird nicht zu mehr Toten führen als es jährlich gibt. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/virologe-hendrik-streeck-ueber-corona-neue-symptome-entdeckt-16681450.html
Das hat Drosten auch schon gesagt.
Da frage ich mich, was die ganze Hysterie soll? Oder verstehe ich da was falsch? Läuft hier ‘ne Großübung für was ganz Anderes?

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Mich beschäftigt weiter die Frage, warum wegen eines laut Virologen nur wenig gefährlicher Virus ein Politiker wie der Ministerpräsident vom Saarland sagt, wir wären alle in großer Gefahr, weshalb der Staat zu Maßnahmen greifen müsse wie nach dem letzten Krieg nicht mehr. So weit ich es überblicke, stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht. Mich beschäftigt die Frage, ob da genutzt wird, was Theo Waigel 1996 sinngemäß so schrieb, dass sich in Krisenzeiten am besten Reformen durchsetzen lassen. Also da warnen seit langem verschiedene Finanz- und Wirtschaftsexperten vor der nächsten Wirtschafts- und Finanzkrise, schlimmer als 2008. Das Buch von Dirk Müller „Machtbeben – Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten“ (als Taschenbuch 2020) ist nur eines dazu. Da tauchte bei mir die Frage auf, ob der gewissermaßen geplante Shutdown der Wirtschaft wegen der verkündeten Corona-Gefahr nicht der Versuch sein könnte, die drohende Krise quasi gesteuert vorweg zu nehmen, um die Folgen zu vermeiden und das System gesteuert neu zu justieren, bevor es zum nächsten nicht kontrollierbaren Crash kommt. Die Kosten des Shutdown dürften geringer als die eines neuen Crashs sein, die Großen werden wieder gerettet und die Kleinen interessieren sowieso nicht. Und die Bevölkerung schluckt es besser, da sie ja vor einem gefährlichen Virus gerettet wird. Dafür bringt sie ja gern Opfer. Gab es deshalb im Oktober 2019 das passende Pandemieplanspiel von The Johns Hopkins Center for Health Security, World Economic Forum (WEF) und der Bill & Melinda Gates Foundation? Hieß "Event 201" und hat immer noch eine eigene Website: http://www.centerforhealthsecurity.org/event201/
Rettet sich hier grade der Kapitalismus mit Hilfe eines Virus?
Ich weiß es nicht. Ich frage mich nur und suche die Antwort.

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17.3.2020:

Das finde ich nicht minder bemerkenswert: https://www.helmholtz-hzi.de/de/wissen/themen/keime-und-krankheiten/coronaviren/
Da steht nochmal, was ich schon las und hörte, dass Corona-Viren nicht erst seit SARS oder MERS unter den Menschen sind und unter anderem für Erkältungskrankheiten sorgen. Ich habe den Eindruck, dass zu oft auf die Extremfälle geguckt wird. Und die Grippetotenzahlen in D von 2017/18 wurden damals schon kaum groß bemerkt oder beschrieben.
Und es bleibt für mich weiter die Frage nach der Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu allen Erkrankungen ähnlicher Art und deren Folgen einschließlich der Todesfälle.
Ich weiß wie gesagt fast nichts und versuche nur zu verstehen.

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Mich erstaunt auch, dass die politische Elite plötzlich mit Maßnahmen tief in die Gesellschaft eingreift und das mit dem Schutz der Schwachen und Schwächsten begründet, also genau der Gruppe, die genau diese Politiker und die tatsächlich Mächtigen seit ich weiß nicht wann nur wenig bis gar nicht interessiert, die also nachgewiesenermaßen eine Politik gegen diese Schwachen machen. Da stehen Politiker wie gestern der Ministerpräsident vom Saarland im TV und erklärt, dass eine große Gefahr drohe und alle geschützt werden müsse. Da krieg ich doch meine Zweifel ...
Ich weiß immer noch nicht, warum ich jetzt Politikern glauben sollen, die uns sonst nach Strich und Faden belügen, mit allen Tricks von Massenpsychologie und Propaganda, die ja PR heißt...

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Das passt zu meinen Fragen, wessen Interessen die regierende Politik auch diesmal vertritt:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=59355

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Ist das https://app.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-wie-eine-corona-oekonomie-aussehen-muss/25642468.html
die Bestätigung für das, was ich als vorbeugenden Shutdown durch die Corona-Krise vermute?

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18.3.2020:

Aus den Nachrichten: Covid-19 - Weltärztebund gegen Ausgangssperren
Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, hält Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie für falsch. Der deutsche Radiologe verwies gegenüber der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf auf das Beispiel Italien. Dort habe sich die Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb des Ausgehverbots überhaupt nicht verlangsamt.
http://www.deutschlandfunk.de/covid-19-weltaerztebund-gegen-ausgangssperren.1939.de.html?drn:news_id=1111665
Eine der wenigen Stimmen der Vernunft gegen den politischen Aktionismus

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Vielleicht gehen meine Vermutungen über die politökonomischen Interessen an der Corona-Krise von zu viel Rationalität im Denken der Handelnden aus.
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Zweifel und Fragen an dem politischen Panik-Aktionismus werden in solchem Zeiten ganz schnell in eine schlechte Ecke abgedrängt, schon bevor die Antworten kommen. Das ist eines der Mittel der Kriegspropaganda, Zweifel als Verrat zu diffamieren. Ein Freund, der aus den USA stammt, meint, da läuft ein Krieg, gegen China. Diesmal werde nicht mit Cyberwarfare gegen den Feind vorgegangen, sondern mit Biowarfare, also mit analogen statt digitalen Viren, wobei das Ziel das gleiche ist : Die Wirtschaft des Feindes.
Ich weiß nicht, ob er Recht hat.

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Der Physiker Alexander Unzicker meint, der Chef-Virologe der Berliner Charité solle endlich schweigen, weil er angeblich falsche Ratschläge gebe:
https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Warum-Herr-Drosten-jetzt-endlich-schweigen-sollte-4684176.html
Ich meine dazu:
Was Unzicker schreibt ist interessant. Aber auch er macht einen Fehler, indem er immer wieder zitiert, was einzelne Ärzte ihm erzählt haben, vor allem in Italien. Mich hat am Freitag eine HNO-Ärztin angemeckert, weil ich sie ausversehen kurz angepustet habe, Corona-symptomfrei wie ich bin. Ich war wegen was anderem bei ihr. Meine Hausärztin, die mich im September (sic!) gegen Lungenentzündung impfte, weil sie Impffan ist, wie sie mir dazu erklärt hat, sagte mir am Montag, sie würde sich am liebsten als Erste gegen Covid-19 impfen lassen, sobald der Impfstoff da ist. Der Hausarzt meiner Eltern, beide um die 80 und damit potentiell gefährdet, dagegen ist laut meiner Mutter ganz entspannt und eher skeptisch gegenüber der Hysterie.
Wem glaube ich nun? Unzicker ist sicher ein kluger Kopf, aber warum meint er, als Physiker und Jurist weiß er es besser als ein Virologe und ein Lungenarzt? Sicher können sich auch Drosten und Wodarg irren, aber auch der Drosten-Nachfolger in Bonn hat kürzlich in der FAZ ähnlich wie sein Vorgänger geäußert.
Am schlimmsten finde ich, dass die Hysterie sich noch schneller als das Virus verbreitet. Da fällt mir noch ein, weil Unzicker die chinesischen Massnahmen so gut findet, dass ich las, dass sehr viele Menschen Wuhan bereits verlassen hatten, ehe das Gebiet abgeriegelt wurde, und sich im Land verteilten, eben weil die chinesischen Behörden die Maßnahmen so spät ergriffen. Heute hörte ich im Deutschlandfunk, dass der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, die Ausgangssperren als nicht sinnvoll und nicht zielführend eingeschätzt hat, was sich in Italien gezeigt habe. Wird Unzicker nun auch Montgomery für unwissend erklären, weil der Radiologe ist?
Ich frage mich immer noch, was hier läuft.

An allem ist zu zweifeln, soll Karl Marx mal festgestellt haben.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Von Desinformation und Cyberhysterie

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) kündigte mir am Morgen des 13. Dezember 2016 an, dass ihr Deutschlandkorrespondent Markus Ackeret „nebenbei den russischen Aussenminister als Meister der Desinformation“ enttarnt. „Harter Tobak“, dachte ich mir und habe mir mal genauer angeschaut, worum es dabei geht.

Ackeret berichtet in seinem Beitrag vom 13. Dezember 2016 über die Warnungen deutscher „Sicherheitsbehörden“ vor mutmaßlichen russischen Hackerangriffen im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf 2017. „Die Gefahr der Desinformation wurde lange unterschätzt.“, stellte er fest und den russischen Außenminister vermeintlich bloß: „Russlands Aussenminister Sergei Lawrow konterte mit einem Beispiel aus dem russischen Baukasten für Desinformation: Er behauptete dreist, Bundeskanzlerin Merkel habe das bereits als Unsinn bezeichnet – das Gegenteil ist der Fall.“ Daraufhin habe ich versucht herauszufinden, wann wer was gesagt hat. Hatte doch auch Spiegel online in einem Beitrag vom 13. Dezember 2016 über „angebliche russische Propagandaaktionen“ behauptet: „Russlands Außenminister Sergej Lawrow wies in der vergangenen Woche alle Vorwürfe zurück - und lieferte dabei einen Beleg, wie russische Desinformation funktioniert. Lawrow behauptete, Merkel habe die Anschuldigungen öffentlich als ‚Unsinn und Quatsch‘ bezeichnet. Wann und wo Merkel das gesagt haben soll, verriet Lawrow nicht.“ Eine Sprecherin Merkels habe dazu am 12. Dezember 2016 gesagt, die Kanzlerin habe "nicht die Absicht, eine solche Äußerung zu kommentieren".

Fangen wir mit der vermeintlichen Äußerung von Angela Merkel an, auf die sich Lawrow als „Meister der Desinformation“ anscheinend berief. „Auf welche Äußerungen der Kanzlerin sich Lawrow bezog, blieb unklar“, schrieb die österreichische Zeitung Der Standard in ihrer Onlineausgabe am 9. Dezember 2016. „Merkel hatte im November vielmehr erklärt, sie könne russische Versuche der Einflussnahme auf die Bundestagswahl durch Cyber-Attacken und Desinformationskampagnen nicht ausschließen.“ Die Bundeskanzlerdarstellerin soll das auf einer Pressekonferenz zum Besuch der norwegischen Ministerpräsidentin Erna Solberg am 8. November gesagt haben. Laut Wiedergabe der Äußerungen dabei durch die Bundesregierung auf deren Website wurde Merkel gefragt: „Frau Bundeskanzlerin, erwarten Sie, dass Russland auch hier in den Wahlkampf eingreifen wird?“ Ihre norwegische Amtskollegin sollte darauf antworten: „Sehen Sie, dass Russland auch bei Ihnen intern in die Politik des Landes eingreift?“
„Wir wissen ja, dass wir auch heute zum Teil schon mit Meldungen aus Russland beziehungsweise durchaus auch Angriffen von Internetvertretern, die russischen Ursprungs sind, oder mit Meldungen, bei denen wir uns zum Teil auch mit falschen Informationen auseinandersetzen müssen, zu tun haben. Das zu tun, ist eine tägliche Aufgabe für uns. Deshalb kann es auch sein, dass das im Wahlkampf eine Rolle spielt“, so die etwas unklare Antwort von Merkel. Und Solberg fügte hinzu: „Wir in Norwegen erleben natürlich, wie alle anderen Länder, Cyberaktivitäten von verschiedenen Ländern und auch von Russland. Es gibt aber keinen Grund oder keine Anzeichen für uns, zu glauben, dass es systematische Eingriffe von russischer Seite gibt, um dort einzuwirken.“ Es gebe eine „recht offene Zusammenarbeit mit den russischen Behörden“, so die norwegische Ministerpräsidentin anders als ihre deutsche Amtskollegin. Und: „Natürlich gibt es einzelne Angelegenheiten, in denen wir sehen, dass man versucht, Aufmerksamkeit für bestimmte Standpunkte zu erlangen. Wir handhaben das aber auf eine gute Weise, und in Norwegen wäre es, glaube ich, diskreditierend, wenn man einen russischen Link sehen würde. Insofern glaube ich nicht, dass man damit in Norwegen so viel erreichen würde.“ Ich finde die norwegische Antwort interessant angesichts der Unterschiede zur deutschen Sicht.

Cyberhysterie als Ablenkung vom realen Cyberwar


Was hatte nun der russische Außenminister Sergej Lawrow dazu gesagt, wie hat er Merkel wiedergegeben? Er antwortete während einer Pressekonferenzam 9. Dezember 2016 während des OSZE-Gipfels in Hamburg auf eine Frage zu den deutschen Behauptungen, Russland wolle die Bundesregierung durch Propaganda destabilisieren und unterstütze dazu extremistische Gruppen, laut der Wiedergabe durch die Website des russischen Außenministeriums: „По-моему, уже даже канцлер Германии А.Меркель публично комментировала эти бредни, назвала их бреднями. Здесь я уже ничего не могу добавить.“ Übersetzt: „Meines Erachtens nach hat sogar schon die deutsche Kanzlerin Angela Merkel öffentlich diese Phantastereien kommentiert, sie als Phantastereien bezeichnet. Hier kann ich nichts hinzufügen.“ Die englische Wiedergabe von Lawrows Aussage kann ebenfalls beim russischen Außenministerium nachgelesen werden. Meines Erachtens nach hat nicht nur Lawrow nicht korrekt wiedergegeben, was Merkel einen Moment vorher zu angeblichen russischen Hackerangriffen auf die bundesdeutsche Politik sagte. Wer seine Worte nachliest oder -hört, ob im russischen Original oder in der Übersetzung, kommt nicht umhin festzustellen, dass auch der russische Außenminister nicht korrekt wiedergegeben wurde. So u.a. vom österreichischen Standard am 9. November, der das so tat: "‘Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Vorwürfe öffentlich als Unsinn und Quatsch zurückgewiesen‘, sagte Lawrow am Freitag am Rande eines OSZE-Außenministertreffens in Hamburg.“ Lawrow hat keinesfalls wie auch von Spiegel online geschrieben, „behauptet“, was Merkel gesagt haben soll. Er hat ganz wörtlich nur seine Meinung wiedergegeben, nicht mehr und nicht weniger, aber keine Tatsachenbehauptung aufgestellt. Als solche wurden seine Worte aber bis heute u.a. von deutschsprachigen Medien wiedergegeben.

Vielleicht hätten diese mal bei RT deutsch nachlesen sollen, wie dort am 9. Dezember Lawrows Aussagen auf der Pressekonferenz in Hamburg übersetzt wurden: „Soweit ich weiß, …“ Fakt ist, dass eine solche Formulierung den möglichen Irrtum einschließt und nicht eine vermeintliche Tatsache behauptet, was tatsächlich eine Lüge, eine Falschinformation wäre. Vielleicht wusste der russische Außenminister ja von den Aussagen auf der deutsch-norwegischen Pressekonferenz am 8. November. Ich kann mir vorstellen, dass er einen Monat später bei einer Pressekonferenz aus anderem Anlass nicht mehr konkret in Erinnerung hatte, wer da genau den vermeintlichen systematischen russischen Cyberangriffen widersprach. Vor allem, da Merkels Antwort vom 8. November nicht ganz verständlich ist. Aber ich kann das auch nur vermuten. Diese doch eigentlich kleine Episode und ihre Nachwirkungen zeigen aus meiner Sicht, wie sehr die irrationale antirussische Cyberhysterie wirkt. Vernünftige Argumente haben da kaum eine Chance. Die Frage, ob denn tatsächlich erst russische Hackerangriffe die bundesdeutsche Demokratie gefährden oder ob das nicht längst durch die eigene Politik hierzulande geschieht, die wird in dieser Atmosphäre gar nicht erst gestellt. Ich vermute, das soll auch genauso sein. Ich kann da nur u.a. das Buch von Wolfgang Koschnick „Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr“ empfehlen. Da kann sich der vermeintliche „Meister der Desinformation“ Lawrow doch gelassen zurücklehnen und unter anderem mal bei ARD und ZDF oder den bundesdeutschen Konzernmedien schauen, wie richtig desinformiert wird. Und russische Hacker haben bestimmt lohnenswertere Ziele. Oder sie haben mitbekommen, was unter anderem RT deutsch Ende 2015 vom 32. Kongress desChaos Computer Clubs in Hamburg berichtete: „Frank Rieger, seit vielen Jahren einer der bekanntesten Sprecher der Organisation, kritisiert, die deutsche Regierung setze sich nicht ausreichend für den Schutz von sensiblen Daten ein.“ Rieger habe gewarnt, dass 2016 „wieder große Mengen an sensiblen und sogar intimen Daten gestohlen werden“. Und weiter: „Er verwies auf dramatische Fälle im vergangenen Jahr, als etwa die kompletten Personaldateien der US-Bundesregierung, einschließlich der Ergebnisse von Tests mit Lügendetektoren, von Unbekannten entwendet wurden. Angesichts des aktuellen Stands in der Informationstechnik seien solche Fälle nicht zu verhindern, befürchtet Rieger.“ Auch CCC-Sprecherin Constanze Kurz habe kritisiert, „die Bundesregierung würde sich zunehmend weniger für den Schutz von kritischen Daten einsetzen“. Ich würde mich nicht wundern, wenn das mancher Hacker nicht als einladende Herausforderung ansah und -sieht.

Und was den „Cyberwar“ angeht, da haben die entsprechenden staatlichen Stellen in Russland eventuell anderes zu tun, als zu versuchen, den bundesdeutschen Wahlkampf aufzumischen: Hacker des US-Militärs seien in wichtige elektronische Infrastrukturen Russlands, bis hinein in die des Kreml, eingedrungen, meldete NBC News am 4. November 2016. Das sei geschehen, um diese Strukturen „verwundbar“ zu machen für den Fall eines US-Cyberwar-Angriffes auf Russland. Ein solcher werde angeblich nur als „aktive Verteidigung“ erfolgen, wenn „zurückgeschlagen“ werden müsse, falls Russland die US-Wahl störe, wurde dazu erklärt. Der Sender berief sich auf einen hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter und geheime Dokumente. Zitiert wurden US-Militärs, denen zufolge die USA die am weitesten entwickelten Cyberwaffen hätten. Es handelt sich aus meiner Sicht um die alte, aber bewährte Strategie: Das potenzielle Kriegsziel wird als Aggressor hingestellt und alle eigenen Kriegsvorbereitungen werden als angebliche Verteidigungsmaßnahmen dargestellt. Und die Menschen lassen sich entsprechend manipulieren und in Angst versetzen, notfalls auch mit einem ungenauen Lawrow-Zitat. Die von der NZZ gemeldete „Deutsche Angst vor Manipulation“ wird genau von jenen geschürt, die seit langem das tun, was sie anderen vorwerfen.

Sonntag, 31. Januar 2016

Ist der Westen pervers?

Menschen zu Flüchtenden machen, sie locken und dann die Grenzen dicht machen. Und die eigenen betrogenen Bürger zu Handlangern machen. Wenn das nicht pervers ist ... Eine Polemik

Erst zerstört er direkt und indirekt durch offene und verdeckte Kriege funktionierende Staaten und Gemeinwesen, wie zum Beispiel Irak, Libyen und Syrien, zuvor in Jugoslawien. Das geschieht auch mit nichtmilitärischen Mitteln. So beispielsweise in Somalia, wo erst die Lebensgrundlage der Fischer zerstört wird und sie dann als Piraten bekämpft werden. Die genannten Länder sind nur einige Beispiele für eine größere Zahl. Die zerstörten Staaten werden dann von uns fälschlicherweise „zerfallende Staaten“ genannt. Wenn dann sich deren Bewohner zu uns auf den Weg machen, dann schließt der Westen seine Grenzen. Kurzzeitig werden sie auch mal zur Flucht aufgerufen und in den Westen eingeladen. Aber das ist nur eine politisch bedingte Ausnahme und Teil der bewussten Zerstörung von Staaten. Das geschieht auch, weil es in der Geschichte schon mehrmals erfolgreich funktionierte.

Doch irgendwann behaupten die selben westlichen Politikdarsteller, die Menschen auf Boote locken, dass nun aber das eigene Boot voll sei. Die Leistungsfähigkeit des Westens komme an ihre Grenzen, weshalb die wieder geschlossen werden müssten. Die westlichen Staaten wollen angeblich zu allen freundlich sein, aber das können sie ja nicht, heißt es. Flugs werden nicht mehr jede und jeder reingelassen und zurückgeschickt, wer das Pech hatte, zu lange mit der Flucht zu warten. Und wer es geschafft hat, dem wird der Aufenthalt so schwer und schlecht wie möglich gemacht.

Und zahlreiche Menschen, die von ihnen regiert werden, folgen ihnen, Das tun sie selbst wenn sie fordern, dass die Kanzlerin zurücktritt. Sie erledigen das dreckige Geschäft der für die Lage Verantwortlichen. Selbst wenn sie auf die Regierenden schimpfen und bei rechten und rechtsextremen Rattenfängern ihr Heil suchen. Sie merken nicht, wie sie missbraucht und manipuliert werden. Es zumindest verständlich oder besser gesagt verstehbar, dass es schwer verständlich ist: Erst wird ihnen über Jahre politisch erklärt wird, dass gespart und verzichtet werden müsse. Als Ziel wird ausgegeben, dass nur so es Deutschland wieder besser gehen könne. Und wir alle sollen ja Deutschland sein. Der Sparkurs war immer begleitet von einem „neuen Nationalgefühl“ und Patriotismus. Während deutsche Fußballer bejubelt wurden, wurde gleichzeitig gespart, damit es Deutschland besser gehen soll. Dann erleben sie nach und während der Sparpropaganda, dass nun anscheinend für andere, für Fremde, Geld da sein soll.

Die aktuelle Debatte gegen Flüchtlinge ist voll Wut und Hass und Dummheit. Sie beruht auf tatsächlichem Sozialneid, der zwar verstehbar, aber deshalb nicht richtig oder berechtigt ist. Zugleich lenkt diese Debatte voller Fremdenhass ab. Davon, dass all das viele Geld, das bei den Bürgern gespart wurde und wird, gar nicht bei den Flüchtlingen landete und landet. Das ist längst u.a. bei den Banken, die in Folge der Finanzkrise 2008 „gerettet“ wurden und werden. Dabei handelt es sich zum Teil auch um weit mehr, als im Sozialbereich bisher gespart wurde. Zugleich kommen jährlich die Berichte, dass die Reichen auch hierzulande immer reicher werden.

Doch fragt noch einer danach? Die herrschende Politik und ihre Darsteller werden es natürlich tunlichst unterlassen. Sie werden ihre medialen Lakaien nicht dazu anstiften, ausführlich dazu zu recherchieren. Die vermeintlich „besorgten Bürger“, die rechten und rechtsextremen Demagogen und Brandstiftern hinterher laufen, fragen auch nicht danach. Statt von der politisch gewollten und verursachten Finanzkrise reden alle nur noch von der „Flüchtlingskrise“. Sie fragen auch nicht, wem die rechten und rechtsextremen Parolen denn eigentlich nutzen? Auch nicht danach, wie jene im Hintergrund von AfD, NPD und anderen rechtsextremen Gruppierungen zu ihren Geldern gekommen sind? Nein, der dumpfe Sozialneid der von den Politikdarstellern hierzulande und anderswo Betrogenen richtet sich gegen jene, die um ihre Heimat, ihren Wohlstand und ihre Zukunft betrogen wurden. Die nun zu uns kommen, dahin, wo ihr Unglück begann, in der irrigen Hoffnung, hier neues Glück zu finden. Und das soll auch so bleiben, denn Wut und Hass auf alle Fremden und Flüchtenden, die ihnen angeblich was wegnehmen, der macht blind.

Die offenen und versteckten Kriege und der ökonomische Raubbau für unseren Wohlstand auf Kosten anderer – das geschieht im Namen der vermeintlich hehren westlichen Werte Freiheit, Demokratie, Wohlstand und Rechtsstaat. Wobei diese gewissermaßen nur die Tarnkleidung für die simplen ökonomischen Interessen des Nordens abgeben. Das macht das alles auch pervers. Diese Werte, samt der angeblichen „Zivilisation“, die gelten dann aber natürlich nicht für jene, die mit ihrem Leben direkt und indirekt bezahlen. Die sich dann auf dem Weg in den Westen machen, in der irrigen Hoffnung, dort sei noch etwas übrig für sie. Das ist alles nichts Neues seit den Hochzeiten des Kolonialismus. Und doch ist es erschreckend, dass es immer noch so ist und funktioniert. Und es war und es bleibt pervers und ist durch nichts schön zu reden.

Erschreckend finde ich auch, wie jene, die als Bürger dieses Landes erleben, dass auch für sie selbst diese gepriesenen westlichen Werte samt der im Grundgesetz als „unantastbar“ behaupteten Menschenwürde nicht mehr gelten, darauf reagieren. Indem sie auf die eine oder andere Weise kundtun: Dann soll Recht auf Menschenwürde auch für andere, ob Flüchtling oder überhaupt Fremder, auch nicht gelten! Das lässt sich alles erklären und verstehen, was es aber leider nicht besser macht. Können sich die Mächtigen und die für sie Herrschenden immer noch so auf die Dummheit ebenso wie auf die Unwissenheit der von ihnen Beherrschten verlassen? Auch diese Frage gilt nicht nur hierzulande.

Dass das immer noch so ist wie vor 100 Jahren und früher – das gehört zu den Erfolgen der Herrschenden und der in ihrem Auftrag Regierenden. Anderswo zerstören sie ganze Staaten samt der dazu gehörigen Gesellschaften. Hierzulande zerstören sie seit Beginn der 1990er Jahre den historisch erstrittenen Sozialstaat und damit die eigene Gesellschaft. Für den Fall, dass die eigenen Betrogenen doch zu den Palästen und Anwesen der Herrschenden marschieren, wird schon geübt. Darauf werden sie vorbereitet sein. Das Schicksal der Flüchtenden hat sie nicht interessiert, als sie deren Heimat zerstören ließen, und interessiert sie auch heute nicht weiter. Notfalls lassen sie die AfD mitregieren, wenn es darum geht, die Grenzen tatsächlich wieder zu schließen. In dem Fall wird auf „Volkes Wille“ gehört. Das war schon einmal so und diente auch nur zur Absicherung der eigenen Herrschaft und Interessen.

Und wie hierzulande so anderswo im Westen, in den Ländern, die dazu gezählt werden. Und die Kriege, die anderen angeblich Freiheit, Demokratie, Wohlstand und vor allem die Zivilisation des Westens bringen sollen, die gehen weiter. Die Menschen, deren Lebensgrundlagen dadurch zerstört werden, wenn sie denn überleben, werden sich weiter auf den Weg machen, wenn sie können. Sie werden weiter versuchen, sich ihren Anteil an dem Wohlstand zu holen, den wir auf ihre Kosten erreicht haben und sichern, in dem sie zu uns kommen. Es fehlen auf beiden Seiten die Kräfte, die diesen Prozess stoppen, die einen Stock in dieses Rad der Geschichte werfen, damit es sich nicht weiterdrehen kann.

Ach ja: Natürlich ist nicht einfach der „perverse Westen“ und dessen Tun. Es ist das Handeln der Herrschenden und der regierenden Politikdarsteller der führenden westlichen Staaten. Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als um Kapitalismus in seinen Formen und Erscheinungen, modernisiert und doch noch genauso brutal und menschenfeindlich wie in seiner gesamten Geschichte. Wer über ihn nicht reden will, der sollte auch über Flüchtlinge schweigen und ihnen höchstens helfen. Der sollte aber auch über AfD und Pegida nicht weiter lamentieren.

aktualisiert: 1.2.16, 3:09 Uhr

Samstag, 25. Juli 2015

MH17-Abschuss als inszenierte Provokation?

Es gibt weiterhin Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Abschuss von Flug MH17 vor allem eine gezielte Provokation war - von Seiten Kiews und seiner US-Berater. (aktualisiert: 29.7.15, 14:52 Uhr)

Die Frage, ob es sich um eine Inszenierung oder mindestens gezielte Provokation gehandelt haben könnte, spielte in der diesjährigen massenmedialen Erinnerung an die MH17-Katastrophe vom 17. Juli 2014 keine Rolle. Das sicher auch, weil das schnell mit dem Etikett „Verschwörungstheorie“ abgetan und diskreditiert würde und wird. Nur auf einigen Internetseiten wurde und wird immer mal wieder erwogen, dass das Ereignis, bei dem 298 Menschen starben, gewollt gewesen sein könnte – von den in Kiew per Putsch an die Macht Gekommenen, ihren inländischen Hintermännern  und ihren US-Beratern.
Diese Frage ist eigentlich am Ende entscheidend, mehr noch als die Frage, ob die malaysische Boeing nun von einer Flugabwehr-Rakete vom Boden aus oder von einer Luft-Luft-Rakete eines Flugzeuges abgeschossen wurde. Die Antwort ist vor allem wichtig, was die strafrechtliche Frage angeht, ob es sich um Mord handelte, aber auch für die Frage, wem die Katastrophe nützte und nutzt. Ich hatte neben anderen ziemlich früh darauf hingewiesen, zum Beispiel in meinem Beitrag vom 20. Juli 2014 „Nachdenkliches zur Katastrophe von MH 17“. Da habe ich auch auf die Ähnlichkeiten zu Ereignissen im Krieg in und gegen Syrien hingewiesen, wo anscheinend von den kriegstreibenden und -interessierten Kräften bewusst eine „Massaker-Strategie“ verfolgt wird, um jeglichen Ansatz einer Verständigung mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu verhindern und ihn dämonisieren zu können. Die Menschen, die dieser Strategie zum Opfer fallen und dafür mit dem Leben zahlen müssen, sind den dafür Verantwortlichen, die unbeirrt ihre Interessen verfolgen,  egal.
Nur vereinzelt sind noch Beiträge zu finden, die weiter fragen, was da am 17. Juli 2014 geschah und vor allem warum. Umso aufmerksamer registrierte ich, was in einem Kommentar zu dem Beitrag von U. Gellermann im Online-Magazin Rationalgalerie „MH 17: Ursache in Kiew – Der Absturz in den Europa-Krieg“ vom 20. Juli 2015 zu lesen war: "Da ich an einem vertraulichen Vortrag, Thema "Sicherheitspolitische Soiree" teilgenommen habe, der Referent :Herr OBERST a.D.Karl-Bernhard Müller eheml. Kommandeur der Schule für Nachrichtenwesen für Bundeswehr, eheml.Berater der Bundesregierung kann ich seine Aussagen jetzt mal zitieren: Der Absturz des Fluges MH17 wurde von der USA inszeniert! Auch er wußte vorher, dass dieses Flugzeug abstürzt. Auch sagte er:"Glauben sie nichts, was in den Medien, Fernsehen, Rundfunk gesagt, gezeigt oder erklärt wird, der Bürger wird in Angst und Schrecken versetzt, um Ihn besser zu handhaben, manipulieren zu können." Dies sagte einer, der es ja Wissen muß, da er auch mit allen Geheimdiensten der Welt in Kontakt stand. Vor allen Dingen mit USA,CIA."

Einsichten eines Insiders


Ich war etwas elektrisiert, auch weil der erwähnte ehemalige Oberst nicht irgendwer zu sein schien, was die fachliche Beurteilung angeht. Ich fand zumindest heraus, dass es diese Veranstaltung am 7. November 2014 in Frankfurt/Main tatsächlich gab, hier die Einladung dazu. Ein weiterer Hinweis war, was die „Traditionsgemeinschaft der 75er Artillerie e.V.“ in ihrem Mitgliederbrief 1/2015 ankündigte "Am Donnerstag, 16. April wird Oberst a.D. Karl Bernhard Müller für uns und die Offiziere und Unteroffiziere des PzArtLehrBtl 325 einen Vortrag mit dem Thema:“Krieg ist auch nicht mehr das, was er mal war!“ am Beispiel Ukraine und Syrien halten.
Im Kern geht es in diesem Vortrag darum, wie wir durch Politik, Medien und Geheimdienste manipuliert und gesteuert werden.
Der Vortrag wird vormittags stattfinden. Näheres  dazu (Zeiten und Ablauf)  teile ich Ihnen kurzfristig mit. Wir hoffen, dass viele aus unserer Mitte an diesem Vortrag teilnehmen können. Oberst Müller hält häufig solche Vorträge. ..."
Inzwischen habe ich aus sicherer Quelle bestätigt bekommen, dass der ehemalige Bundeswehr-Oberst Müller nicht nur tatsächlich im letzten November bei der "Sicherheitspolitischen Soiree" in Frankfurt/Main sprach, sondern dass er sinngemäß auch das gesagt hat, was in dem erwähnten Kommentar zu erfahren war, neben anderen interessanten Äußerungen aus Sicht eines ehemaligen Offiziers, der weiß, wie mit Informationen umzugehen ist. Ich fasse mal zusammen, was nach meinen Informationen Oberst a.D. Müller sagte: So u.a.,  dass der Absturz der malaysischen Boeing mit der Flugkennung MH17 von den USA inszeniert wurde. Der ehemalige Nachrichtenoffizier erklärte, dass die Verantwortlichen im Kiewer Innenministerium und im Kriegsministerium samt der US-Berater gewusst haben mussten, was am 17. Juli 2014 geschehen würde. Nur so habe das Kiewer Innenministerium wenige Minuten nach der Katastrophe mit einem vorgefertigten Statement zu dem Absturz in der Ostukraine an die  Öffentlichkeit gehen können. Müller verwies auch auf den spanischen Fluglotsen, der auf dem Kiewer Borispol arbeitete und sich per Twitter zu dem Vorfall äußerte und sich über das Vorgehen der Kiewer Behörden wunderte (siehe dazu auch meinen erwähnten Beitrag vom 20. Juli 2014). Dass der Twitter-Account des Lotsen gelöscht und er selbst spurlos verschwand sowie seine Aussagen offenbar in den bisherigen offiziellen Untersuchungen nicht berücksichtigt wurden, spreche nicht für eine unparteiisch-sachliche Ermittlung der Vorgänge. Das deute eher auf eine zielgerichtete, politisch dominierte Untersuchung hin.
MH17 war meinen Informationen zufolge nur ein Teilthema dessen, was Oberst a.D. Müller bei der mehrstündigen Veranstaltung sagte. Einen Großteil seiner Ausführungen machte die politische Einflussnahme des Westens in der Ukraine und Russlands, samt angeblich regierungsunabhängiger Organisationen und vermeintlicher „Farbrevolutionen“, seit dem Erscheinen des Buches von Zbigniew Brzezinski "Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft" in den 90er Jahren aus. Er verwies dabei wohl auch auf die Rolle deutscher Stiftungen. Der frühere Bundeswehroffizier habe bei der Veranstaltung in Frankfurt/Main dazu aufgefordert, wie ich erfuhr, nichts unkritisch zu glauben, was in den Medien gesagt, gezeigt oder erklärt werde. Die Bürger würden bewusst in Angst und Schrecken versetzt, um besser gesteuert und manipuliert werden zu können.
Was Oberst a.D. Müller in Frankfurt/Main und wohl nicht nur einmal öffentlich sagte, halte ich für einen wichtigen Mosaikstein des Bildes vom Konflikt in der und um die Ukraine sowie von der MH17-Katastrophe. Es muss nicht der entscheidende Stein sein, aber er könnte helfen, mehr Klarheit in das Bild zu bekommen, auch weil ich denke, dass der ehemalige Nachrichtenoffizier der Bundeswehr weiß, wovon er redet und wie Informationen einzuschätzen sind. Dazu nochmal zur Erinnerung aus der Einladung zu der Veranstaltung am 7. November 2014 in Frankfurt/Main: „ Oberst Müller ist durch vielfältige Verwendungen in Politik und Militär ein ausgewiesener Experte im Bereich des militärischen Nachrichtenwesens (MilNW) und psychologischer Kriegsführung (PsyOps). Stationen seines Wirkens waren u. a. als Kommandeur der Schule für Nachrichtenwesen der Bundeswehr, als außen- und sicherheitspolitischer Berater im Bundesministerium der Verteidigung, im Bundeskanzleramt sowie auf internationaler Ebene bei NATO und EU.  Seine Verwendungen führten ihn in eine Vielzahl unterschiedlicher Länder in allen Kontinenten.

MH17 als Version der "Operation Northwoods"?


Das Ziel der mutmaßlich gezielt herbeigeführten Katastrophe wurde jedenfalls erreicht: Die russische Führung wird bis heute ohne jede Beweise verdächtigt, mindestens verantwortlich zu sein. Das Ereignis diente als eine der Begründungen und Anlässe für das Ingangsetzen der antirussischen Sanktionen des Westens. Selbst unter kritischen Eingestellten und jenen, die sich für links halten, wurden seitdem erfolgreich Zweifel gesät, ob die Aufständischen in der Ostukraine und ihre Anliegen Unterstützung verdient hätten.
In dem Zusammenhang sei noch einmal die in den 60er Jahren von US-Militär gegen Kuba geplante, aber nicht umgesetzte „Operation Northwoods“ erinnert. Seit längerem frage ich mich, ob die MH17-Katastrophe die diesmal verwirklichte ukrainische Variante davon war bzw. ist. Der Plan gegen Kuba wurde nicht umgesetzt, aber das darin beschriebene Ziel klingt irgendwie aktuell, auszutauschen ist bloß das Land: "Die Weltmeinung und die Vollversammlung der Vereinten Nationen sollten positiv beeinflusst werden, indem man ein internationales Bild von der Kubanischen Regierung zeichnet, das diese als unbesonnen, unverantwortlich und als eine erschreckende und unkalkulierbare Bedrohung des Friedens in der westlichen Hemisphäre erscheinen lässt." Wer sich aktuelle Äußerungen aus den USA und deren Marionetten in Kiew zur angeblichen Bedrohung durch Russland anschaut, kommt an den Parallelen nicht vorbei. James Bamford schrieb dazu in seinem Buch „NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt“ (2001, dt. Taschenbuchausgabe 2002) u.a.: „Die Idee war vielleicht sogar von Präsident Eisenhower in den letzten Tagen seiner Amtszeit entwickelt worden. … Tatsächlich kündigte er am 3. Januar [1961] gegenüber Lemnitzer und anderen Beratern im Kabinettszimmer an, dass er noch vor Kennedys Amtseinführung gegen Castro vorgehen werde – vorausgesetzt dass ihm die Kubaner einen wirklich guten Vorwand lieferten. Als die Zeit dafür knapp wurde, setzte Eisenhower eine neue Idee in Umlauf. Wenn Castro nicht für den Grund sorge, sagte er, könnten vielleicht die vereinigten Staaten ‚etwas fabrizieren, das allgemein akzeptiert werden würde‘. Er schlug vor, für einen Anlass zu sorgen – einen Bombenanschlag, einen Angriff, einen Sabotageakt – der heimlich von den vereinigten Staaten gegen die Vereinigten Staaten durchgeführt würde, um die Eröffnung von Feindseligkeiten zu rechtfertigen. Es war ein gefährlicher Vorschlag von einem in die Enge getriebenen Präsidenten.“ (S. 112f.)
Bamford beschreibt in seinem Buch die geplanten Täuschungsmanöver der „Operation Northwoods“, die Lyman L. Lemnitzer, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der USA, und seine Kollegen aus den Teilstreitkräften ausarbeiteten. Dazu gehört  auch der vorgetäuschte Abschuss eines US-Zivilflugzeuges durch die kubanische Luftabwehr. „Lemnitzer war geradezu tollwütig in seinem Hass auf den Kommunismus im Allgemeinen und Castro im Besonderen.“ (S. 118) Muss auf Ähnlichkeiten – alles andere als zufällig – zu heute handelnden Personen insbesondere in den USA  und deren Äußerungen hingewiesen werden? Bamford stellt fest: „Rückblickend bieten die Dokumente neue Einsichten in die Denkweise der ordensgeschmückten Führung des US-Militärs. Zwar gelang es den Generälen nicht, Amerika durch einen falschen Vorwand in einen Krieg gegen Kuba zu treiben, aber sie könnten den Vietnamkrieg auf diese Art ausgelöst haben.“ (S. 122) Ihre Nachfolger könnten die Erfahrungen und Vorschläge in den Konflikt in der Ukraine angewandt haben.
Eines ist sicher: Der Aufforderung des ehemaligen Bundeswehroffiziers Karl-Bernhard Müller, kritisch gegenüber dem zu bleiben, was uns massenmedial erzählt und berichtet sowie politisch erklärt wird, ist im positiven Sinne unbedingt Folge zu leisten.

Nachtrag vom 26.7.15 aus interessanten und weiterführenden Kommentaren zum Text auf freitag.de:
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Stine 25.07.2015 | 17:44
Für mich sind unterschiedliche Ursachen denkbar. Es könnte so gewesen sein, wie im Skript des australischen Videos dargestellt oder auch als versehentlicher Abschuss durch eine Buk, weil ein Militärjet die Passagiermaschine gezielt als Deckung benutzt hat oder eben ganz bewusst als False Flag. 
Zu der Strategie dieser Art staatlichen Terrors gibt es übrigens aktuell den 3. Teil einer Artikelserie von Sascha Pommrenke.
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45422/1.html
Die Fortsetzung des Krimis erfolgt ja nun mit dem Antrag, ein UN Tribunal durchzuführen.
Gestern fand dazu in Malaysia eine russische Pressekonferenz zu MH17 statt, die von ARD und ZDF  anscheinend nicht beachtet wurde. Eine Übersetzung habe ich hier gefunden
http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2015/07/mh17-ard-und-zdf-verschweigen-russische.html
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Hans Springstein 25.07.2015 | 17:53 
@marie hanulak
Da gibt es u.a. die Methode des Verschweigens als Teil der Meinungsmache. Albrecht Müller hat kürzlich auf den Nachdenkseiten darauf hingewiesen.
Und Oberst a.D. Müller ist ja zum Glück nicht der Einzige der so etwas sagt oder schreibt, da kam ja auch schon Einiges aus den USA.
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RichardK 25.07.2015 | 18:55 
@Hans Springstein
Ein Profil von Oberst AD Müller befindet sich auf Linkedin ich bin dort wie bei allen "sozialen Netzwerken" nicht angemeldet, aber vielleicht ist jemand von Euch angemeldet und kann da noch tiefer hineinschauen und vielleicht sogar eine Kontakt-Email-Adresse erfahren?
Absolut interessant, welche Aufgaben er in seinem Dienstleben hatte und in wie vielen wichtigen Ländern er schon eingesetzt war:
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Gunnar Jeschke 25.07.2015 | 20:05 
"Der Plan gegen Kuba wurde nicht umgesetzt, ..."
Das lag an der Intelligenz der damaligen Kennedy-Administration und daran, dass diese Leute "einen Arsch in der Hose" hatten, wie immer man auch gewisse andere Entscheidungen betrachten mag, die sie getroffen haben.
Wenn ich mich richtig erinnere, ist "Operation Northwoods" schon an Robert S. McNamara gescheitert, dem damaligen Verteidigungsminister, der übrigens später ein sehr lesenswertes Buch über die Fehler (auch seine eigenen) im Vietnamkrieg geschrieben hat ("In Retrospect - The Tragedy and Lessons of Vietnam") und sich nach seiner US-Administrations-Karriere für Entwicklungshilfe (ja ich weiss, über die Weltbank) und für die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen eingesetz hat. Insofern gibt es hier vielleicht sogar eine Parallele zu Oberst a.D. Müller.
Ich bin auch gar nicht so sicher, ob es nicht schon vorher eine weiterentwickelte "Operation Northwoods" gegeben hat. Bei der von einem sowjetischen Jäger beim Einflug in ein hochsensibles Sperrgebiet mit Abschussrampen von Atomraketen abgeschossene südkoreanische Zivilmaschine gab es Hinweise, dass die Navigation manipuliert war (die Maschine war weitab der vorgesehenen Flugroute und des internationalen Luftkorridors) und dass es eine absichtliche "Zielkreuzung" mit einer US-Spionage-Boeing gab. Bewiesen ist das allerdings nicht.
Ich denke, wir werden auch im Falle von MH-17 keine endgültigen Beweise sehen- wenn es aber auch keine Beweise für einen Abschuss durch ostukrainische Rebellen geben wird, nachdem die Untersuchungskommission so viel Zeit und alle Möglichkeiten hatte und wenn bestimmte offene Fragen von der Untersuchungskommission nie beantwortet werden, kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es die Kiewer Seite zumindest mit westlicher Unterstützung nach dem Abschuss war.
Um mehr sicher zu wissen, bräuchte man mehr Leute wie Oberst a.D. Müller. Vielleicht hat ja auch der Privatmann/die Privatfrau schon Beweise in der Hand, der/die so viel Geld ausgelobt hatte, um den Fall zu lösen.
...
H.L. 25.07.2015 | 20:28
Es mutet surreal an, daß über ein Jahr nach dem Abschuß von MH17 immer noch von einer BUK-Rakete geredet wird. Sie können eine ausführliche Begründung, warum es keine BUK war, z.B. bei Biedermann oder hier bei Gunnar Jeschke nachlesen:
http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2015/mh-17-und-kein-ende/
https://www.freitag.de/autoren/gunnar-jeschke/correct-v-korrigiert
Der Start einer BUK-Rakete ist wegen des Lärms und des Rauchschweifs viel zu auffällig, um in einer dicht besiedelten Gegend wie dem Donbass unbemerkt zu bleiben! Das gilt sowohl für ukrainische als auch für separatistische BUKs. Egal ob die in Snischne oder Saroschenskoje oder anderswo gestartet werden. Es gibt auch keine Zeugen. Nur ein paar von Marcus Bensmann herbei gelogene "anonyme Zeugen" und ein paar ukrainische Fälschungen (wie das Foto eines angeblichen Rauchschweifs), die Teil des Plots waren.
Auch wenn es in den Massenmedien unendlich oft wiederholt wurde: Es wurde dort nirgendwo eine BUK gestartet. Vielleicht wurden BUKs auf dem Boden transportiert - wenn die Fotos nicht gefälscht sind, aber davon stürzt kein Flugzeug ab.
Andererseits braucht der Abschuß von MH17 durch einen ukrainischen Kampfjet natürlich nicht von den Amerikanern oder von Kiew geplant worden sein. Es gibt viele Indizien, die auf einen Alleingang des Oligarchen Kolomoiski schließen lassen:
 + Kolomoiski ist einer der reichsten Oligarchen der Ukraine und dürfte vermutlich über ausreichend Selbstbewußtsein verfügen, um so eine False-Flack-Attack ohne Rückendeckung von Jazenjuk oder Poroschenko mit einem kleinen Kreis von Mitwissern durchzuziehen.
+ Als damaliger Gouverneur von Dnipropetrowsk dürfte K. gute Kontakte zu DniproRadar gehabt haben, konnte also MH17 auf den Kurs über den Donbass schicken. (Es soll doch eine schon lange verschwundene Fluglotsin Anna Petrenko involviert gewesen sein?)
 + Die Piloten der Su-25 aus Aviatorskoye bei Dnipropetrowsk dürften auf der Gehaltsliste von K. gestanden haben und würden ihrem Gönner sicher eine Gunst erweisen. Das erklärt dann, warum nur die beste in Dnipropetrowsk verfügbare Su-25M1 verwendet wurde und keine wesentlich besser geeignete Mig-29 o.ä.
 + Möglicherweise hatten K. und seine Mitverschwörer keine Ahnung, wie laut und auffällig eine BUK ist und daß es eigentlich eine ziemlich dämliche Idee ist, MH17 mit einer Su-25 abzuschießen und dann zu behaupten, es wäre eine BUK gewesen.
 + Vielleicht ist K. auch noch gerissen genug, die Piloten mit einer dreisten Lüge herein zu legen: Er erzählt den Piloten die plausible Lüge, sie sollten den an diesem Tag aus Südamerika zurückkehrenden Putin abschießen. Er läßt also die Piloten im unklaren darüber, daß in Wirklichkeit der Abschuß eines Zivilflugzeugs beabsichtigt ist. So kann er sich sicher sein, daß die Piloten keine Skrupel bekommen. Das würde dann auch noch erklären, warum der Pilot Woloschin nach der Rückkehr völlig entsetzt ist und sinngemäß "es war das falsche Flugzeug" gesagt hat.
So könnte Kolomoiski sowohl Poroschenko und Jazenjuk hintergangen haben und auch die Amerikaner müssen nichts vom Abschuß von MH17 gewußt haben. Was die Amerikaner natürlich nicht daran hindert, das Unglück propagandistisch auszuschlachten und gleichzeitig zu vertuschen und die Vermittlung zu verschleppen! Übrigens arbeitet Hunter Biden für Kolomoiski, d.h. K. ist gut genug mit dem Amerikanern verbändelt, um ihnen gedeckt zu werden.
...
H.L. 25.07.2015 | 21:18 
@Gunnar Jeschke
Werter Gunnar Jeschke, wie beurteilen Sie denn die Pressekonferenz von Almaz-Antey vom 2. Juni 2015? Dort wurde versucht, den Schaden an MH17 durch eine in Saroschenskoje gestartete BUK zu erklären.
Der Niederländer Max von der Werff hat das hier zusammengefaßt: http://7mei.nl/2015/06/03/mh17-bad-day-for-the-putin-did-it-crowd/
Ich halte das eher für ein "Verhandlungangebot" an den Westen, um noch irgendwie mit Beteiligung einer BUK aus dem MH17-Schlamassel heraus zu kommen, als für eine ernst gemeinte technische Erklärung. Was denken Sie darüber?
...
Hans Springstein 25.07.2015 | 21:23 
@Gunnar Jeschke
Zu Vielleicht hat ja auch der Privatmann/die Privatfrau schon Beweise in der Hand, der/die so viel Geld ausgelobt hatte, um den Fall zu lösen. siehe auch den Bericht der Zeitschrift Capital dazu vom 15.6.15, den Sie wahrscheinlich schon kennen

Hans Springstein 25.07.2015 | 21:40 
@H.L.
Ihre Kolomoiski-These klingt bedenkenswert, aber wäre er, jetzt abgesetzt als Gouverneur und bei Poroschenkos angeblichem Kampf gegen die Oligarchie nicht der gefundene "Sündenbock" auch im Fall von MH17, egal ob auch der richtige oder nicht?
Zudem, warum sollte die russische Buk-Hersteller-Firma versuchen, irgendwie mit Beteiligung einer BUK aus dem MH17-Schlamassel heraus zu kommen? Wem sollte damit geholfen werden? Es gab bei den ersten Berichten Hinweise darauf, dass es dem Rüstungskonzern auch um das eigene Ansehen ginge, ausgehend von der vermeintlich akzeptierten These, dass es eine Buk-Rakete war, die MH17 vom Himmel holte.
Zum Abschuss durch eine Luft-Luft-Rakete noch der Hinweis, dass der niederländische Chefermittler Westerbeke mehrmals sagte, dass diese Variante nicht ausgeschlossen werden könne, am 27.1014 gegenüber dem Spiegel und jüngst wieder in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, online veröffentlicht am 17.7.15
Siehe dazu auch nochmal das: 
• Russische Ermittler und Experten: Abschuss durch Flugzeug
"Ein Jahr nach der Katastrophe der Boeing Flug MH17 über der Ost-Ukraine hat eine Gruppe von Luftfahrtexperten im Internet ihren eigenen Ermittlungsbericht veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die malaysische Verkehrsmaschine mit 298 Insassen mit einer israelischen Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden sein konnte.
In dem 16 Seiten umfassenden Bericht werden die Schäden am Rumpf anhand der öffentlichen Bilder detailliert gemessen und analysiert. Anhand dieser Daten modellierten die Experten den Explosionsbereich der Rakete und berechneten die Masse von deren Gefechtskopf. Nach ihren Angaben explodierte der 10 bis 40 kg schwere Sprengkopf 0,8 bis 1,6 m von der Fensterscheibe des MH17-Flugkommandanten entfernt. Dabei wurden etwa 2000 bis 4000 Parallelepiped-förmige Splitter mit einem Durchschnittsgewicht von jeweils drei Gramm mit Abmessungen von 8х8х6 mm ausgestoßen.
Ihre Erhebungen verglichen die Experten mit den technischen Daten der russischen Flugabwehrraketen und kamen zu dem Schluss, dass keine mit derartigen Splittern gespickt ist. So unterscheiden sich die Splitter der Boden-Luft-Rakete vom Typ Buk sowohl in der Form (Doppel-T-Form statt Parallelepiped) als auch im Gewicht (8,1 statt drei Gramm) deutlich.
Darüber hinaus sind alle russischen Fla-Raketen mit Gefechtsköpfen bestückt, die deutlich mehr als 40 kg wiegen. Dass die Rakete in der Nähe des Cockpits explodierte, zeuge davon, dass sie einen Infrarot-Selbstsuchkopf hatte und auf die Strahlung des Radars zusteuerte, der sich unter dem Cockpit befindet.
Nach der Eischätzung der Experten passt die israelische Luft-Luft-Rakete vom Typ Python zu diesen Daten. Diese Rakete ist nämlich mit einem Infrarot-Suchkopf ausgerüstet, der Sprengkopf wiegt elf kg, die Splitter haben eine passende Form.
Laut öffentlichen Angaben hatte die ehemalige Sowjetrepublik Georgien Anfang der 2000er Jahre Kampfjets des Typs Su-25 modernisiert und an die Raketen Python 4 und Python 5 angepasst. Die Python-Raketen sind äußerlich von den sowjetischen R-60-Raketen – der Standard-Waffe der Su-35 – kaum zu unterscheiden.
Dieser inoffizielle Bericht passt mit den Aussagen des ehemaligen ukrainischen Luftwaffentechnikers Jewgeni Agapow zusammen, der vor dem Krieg in seinem Heimatland nach Russland geflüchtet war. Laut dem Mann, der im Juli 2014 auf einer ukrainischen Luftwaffenbasis gedient hatte, hatte ein ukrainischer Kampfjet vom Typ Su-25 am Tag der MH17-Katastrophe seine Basis mit Luft-Luft-Raketen an Bord verlassen und war etwas später ohne Munition zurückgekehrt. Der Pilot, Hauptmann Woloschin, soll zu seinen Kameraden gesagt haben, er sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. ..." (Sputnik, 16.7.15)
"Russische Experten gehen davon aus, dass die malaysische Boeing MH17 vor einem Jahr über der Ostukraine mit einer Luft-Luft-Rakete nicht russischer Produktion abgeschossen wurde. Das sei die Hauptversion des russischen Ermittlungsausschusses, wie sein Sprecher Wladimir Markin am Mittwoch in Moskau mitteilte.
„Die von Russland gewonnenen Daten basieren unter anderem auf Resultaten von Expertisen. Mehr noch. Die Experten wollen auch den Typ der nicht in Russland gebauten Rakete festgestellt haben.“
Markin zufolge werden die vom Ermittlungsausschuss gezogenen Schlüsse auch durch Aussagen des Zeugen Jewgeni Agapow bestätigt. Dieser hatte seinen Dienst als Mechaniker der ersten Staffel einer Brigade der taktischen Fliegerkräfte der Ukraine abgeleistet und war für die Bewaffnung von Flugzeugen zuständig. Er habe gesehen, dass ein Kampfjet nach einem Einsatz am Tag der Tragödie ohne eine Rakete zurückgekehrt sei, hatte der Zeuge ausgesagt. ..." (Sputnik, 15.7.15)

Gunnar Jeschke 25.07.2015 | 22:20 
@H.L.
Ich denke nach wie vor, dass ein Abschuss durch ein Flugzeug deutlich wahrscheinlicher ist, aber dass man einen Abschuss durch eine BUK eben nicht 100%ig ausschliesen kann (wie schon in der Diskussion zum CORRECT!V-Artikel erwähnt).
In Russland hat man wahrscheinlich bemerkt, dass man in eine propagandistisch schwierige Lage kommen würde, wenn doch ein Abschuss durch eine BUK nachgewiesen werden könnte und dass man deshalb die Möglichkeit in den Raum stellen muss, auch ein BUK-Abschuss könne auf die Kiewer Seite zurückgehen (was ja sicherlich auch so ist).
Daraus folgt meines Erachtens, dass Russland nicht sicher weiss, wie genau der Abschuss erfolgt ist, also keine Beweise in der Hand hat, dass keine BUK im Spiel war.
Allerdings denke ich, dass die Untersuchungskommsission mit sehr grosser Sicherheit seit Monaten wissen muss, wie genau der Abschuss erfolgt ist. Nach allem, was wir wissen, ist sie im Besitz von Schrapnell und konnnte also die Zusammensetzung der Legierung analysieren, sie konnte die Trümmer weitgehend zu einem Flugzeugmodell zusammenbauen und muss damit Information über den Splitterkegel bzw. die Einschussrichtung(en) haben. Wenn die Untersuchungskommission nicht im Besitz der Cockpit-Wände wäre, mit denen sich dieser Punkt klären lassen muss, hätte die westliche Propaganda diesen Diebstahl von Beweismaterial längst ausgeschlachtet.
Weil ich also sehr sicher bin, dass die Untersuchungskommission zumindest das eingesetzte Waffensystem schon lange genau kennen muss, dazu aber nichts verlauten lässt, gehe ich eher davon aus, dass auch die Untersuchungskommission gefunden hat, dass es keine BUK war. Denn das umgekehrte Ergebnis würde ja in das Bild passen, das sich die niederländischen Politiker und westlichen Geheimdienste von der Kommission erwünschen- warum also sollte man die Veröffentlichung zurückhalten?
Es gäbe dafür meines Erachtens nur einen Grund: Es war eine BUK, aber es lässt sich tatsächlich nachweisen, dass es ein "Auslandsmodell" war, also keine russische. Dadurch ergäbe sich eine schwere Erklärungsnot, selbst dann noch, wenn doch die Separatisten mit einer zuvor von der ukrainischen Armee erbeuteten BUK versehentlich MH-17 abgeschossen haben sollten.
Das ukrainische Präsidialamt hatte nämlich zwei Tage vorher den Abschuss einer ukrainischen Militärmaschine durch die Separatisten in 6000 Metern Höhe vermeldet. Schon das hätte unbedingt zur Sperrung des Luftraums über dem Kriegsgebiet führen müssen, denn jedes System, dass so etwas kann, erreicht auch eine Zivilmaschine. Wenn Parubi (der damalige Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates) ausserdem wusste, dass die Separatisten im Besitz eines ukrainischen BUK-Systems waren, so war die unterlassene Sperrung des Luftraums unentschuldbar.
Die Behauptung, die Separatisten seien in Besitz eines ukrainischen BUK-Systems gelangt, kam übrigens in den ersten Tagen nach dem Abschuss von ukrainischer Seite, wurde aber sehr schnell zurückgenommen. Inzwischen ist die offizielle Lesart, das sei nicht der Fall gewesen und wenn schon, dann sei dieses System nicht operativ gewesen (Beides wurde in den Monaten nach dem Abschuss behauptet).
Verfolgt man die Kommunikation von ukrainischer Seite aus, insbesondere, aber nicht nur, diejenige des Geheimdienstes SBU, so ist diese voller Widersprüche. Versionen, die zu verschiedenen Zeitpunkten in Umlauf gebracht wurden, schliessen einander logisch aus, mal ganz abgesehen von dem falschen Foto einer BUK-Rampe, die angeblich auf dem Weg nach Russland war und inzwischen als nach wie vor in ukrainischem Besitz befindlich identifiziert wurde. Dass der SBU in der Sache MH-17 Falschinformation in Umlauf gebracht hat- und zwar mehrfach- steht ausser Zweifel.
An ein "Verhandlungsangebot" an den Westen in dieser Richtung glaube ich eher nicht, schliesse es aber nicht völlig aus. Russland hat ein Interesse, die Beziehungen zur EU und zur USA wieder zu normalisieren und würde für dieses Ziel durchaus auch eine weiterbestehende Unklarheit über MH-17 hinnehmen.

Hans Springstein 25.07.2015 | 22:21
Der in Deutschland lebende US-Publizist William Engdahl hat übrigens in einem am 1.8.14 von Russia Today veröffentlichten Beitrag dargelegt, warum die MH17-Katastrophe eine "False flag"-Operation der CIA gewesen sein könnte und dabei auf interessante Fakten und Zusammenhänge aufmerksam gemacht, z.B. das zeitgleich stattfindende NATO-Manöver "Sea Breeze 2014": "... Jetzt kommen wir zu einem höchst interessanten Zusammentreffen. Genauso wie bei den Anschlägen auf das World Trade Center im September 2001 und dem Terroranschlag des sogenannten Boston-Bombers und anderen Terrorattacken, fanden an den Tagen vor und nach dem MH17-Zwischenfall wichtige NATO-Ukraine-Manöver statt.
Wie der Washingtoner NSA-»Whistleblower« Wayne Madsen berichtet, führten NATO und die ukrainischen Streitkräfte zehn Tage lang gemeinsame militärische »Übungen« unter dem Codenamen »SEA BREEZE« durch, zu denen auch der Einsatz elektronischer Kriegsführung und elektronischer Aufklärungsflugzeuge wie die Boeing EA-18G Growler und das Boeing E3 Sentry Airborne Warning and Control System (AWACS) gehörte. An SEA BREEZE war laut Madsen auch der Lenkwaffenkreuzer Vella Gulf beteiligt. Vom Schwarzen Meer aus »könnte die Vella Gulf Malysian Airlines MH 17 über das Schwarze Meer und auch jede Rakete, die auf das Flugzeug abgefeuert wurde, verfolgen.« Außerdem waren US-AWACS-Flugzeuge der Elektronischen Aufklärung (ELINT) zur Zeit des Fluges von MH17 über die Ukraine in der Schwarzmeerregion unterwegs. Growler-Flugzeuge können Radarsysteme bei allen Boden-Luft-Bedrohungen stören.
Die NATO-Übung fiel mit dem Abschuss von MH17 am 17. Juli, nur rund 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, zusammen. NATO-Schiffe und Flugzeuge hatten die Regionen Donezk und Luhansk unter völliger Radar- und elektronischer Kontrolle. ..." Das vor der Krise in der Ukraine geplante Manöver sollte eigentlich am 13.7.14 enden, ging dann aber bis zum 17.7.14, dem Tag der MH17-Katastrophe. "Zur Ursache für die Verlängerung der Übung machte das Verteidigungsamt Bulgariens keine Angaben", so RIA Novosti am 17.7.14.
Engdahl weist auch auf die Verbindungen zu Kolomoiski und dessen mögliche Verquickung in die Ereignisse am 17.7.14 hin. Dieser habe Verbindungen u.a. zu US-Geheimdiensten. "Kolomoisky scheint indirekten Zugang zu den höchsten Ebenen der Macht im Verteidigungsministerium, bei der NATO und in der US Intelligence Community zu haben. Eine seriöse, wahrheitssuchende Ermittlung sollte mit Kolomoisky und seinem internationalen Netzwerk beginnen.", so Engdahl in einer deutschen Fassung des Beitrages, veröffentlicht am 26.7.14 auf der Website des Kopp-Verlages, zu dem ich nicht verlinke, da der Verlag selbst mehr als fragwürdig erscheint. [Ich habe den Link am 26.7.15 aus Fairness-Gründen doch hinzugefügt, weil auch auf meinen Beitrag verlinkt wurde. Ansonsten bleibe ich bei meiner sehr kritischen Sicht auf den Kopp-Verlag.]

Hans Springstein 25.07.2015 | 22:28 
@Gunnar Jeschke 
Russland hat ein Interesse, die Beziehungen zur EU und zur USA wieder zu normalisieren und würde für dieses Ziel durchaus auch eine weiterbestehende Unklarheit über MH-17 hinnehmen.
Das erscheint bedenkenswert und plausibel.

Gunnar Jeschke 25.07.2015 | 22:29 
@Gunnar Jeschke
Ich muss mich selbst kommentieren, um ein mögliches Missverständnis auszuschliessen:
"aber dass man einen Abschuss durch eine BUK eben nicht 100%ig ausschliesen kann"
sollte besser heissen:
" aber dass man mit der öffentlich zugänglichen Information einen Abschuss durch eine BUK eben nicht 100%ig ausschliessen kann"
Was übrigens auch nichts über die Expertise in Bezug auf einen möglichen Abschuss durch eine Python-Luft-Luft-Rakete aussagen soll. Mit den Mitteln eines Amateurs kann man diese Analyse bezüglich Splitterkegel und Gefechtskopfgrösse anhand der Fotos nicht leisten. Ein Expertenteam mit entsprechender Software und ausreichender Zeit für die Untersuchung kann das vermutlich schon. Es ist nur für einen Aussenstehenden schwer nachzuprüfen.
...
H.L. 25.07.2015 | 23:19 
@Gunnar Jeschke
Die Russen haben drei englische Dokumentationen bei RT veröffentlicht, die von einem Abschuß von MH17 duch einen Kampfjet ausgehen: "MH-17 – The Untold Story" am 22. Oktober 2014, "Reflections on MH17" am 26. Januar 2015 und "MH17: 'No one deserves to die that way'" am 17. Juli 2015. Sie scheinen sich also ihrer Sache recht sicher zu sein ...
Interessant fand ich folgenden Artikel: "MH17 couldn’t be shot from rebel areas, West pressuring investigators – Russian Air Agency"
“If the missile, as Western authorities claim, were sent from Snezhnoe area [controlled by the rebels], then according to all experts and specialists, it would have been detected by radar station in Rostov-on–Don [region in Russia which borders on Donetsk Region],” Deputy chief of Russia’s Federal Air Transport Agency Oleg Storchevoy said during a briefing on MH17 investigation Thursday.
He also added that if the missile that targeted the Malaysian plane was sent from Zaroshchensk town which was at that time controlled by Kiev troops, specialists say that “the radars would have recorded neither the launch, nor the movement of the missile towards the plane.”
http://www.rt.com/news/310057-malaysian-flight-mh17-investigators/
Demnach hätten die Russen keine BUK auf ihrem (militärischen) Radar gesehen!

Gunnar Jeschke 26.07.2015 | 06:33 
@H.L.
Ich glaube, dass die Spitzenpolitiker sehr bald nach dem Abschuss wussten, wer verantwortlich war. Putin hat kurz darauf den Vorfall in einem Telefongespräch mit Obama angesprochen und die russische Seite hat sofort informiert, dass er den Vorfall in diesem Gespräch thematisiert hatte. Die US-Administration wollte diesen Gesprächsinhalt zuerst weder bestätigen noch dementieren. Als sich Obama zu ersten Mal äusserte, hat er sofort gemauert: Zu diesem Vorgang werde in der Zukunft viel irreführende Information in die Welt gesetzt werden (sinngemäss).
Bereits nach diesen Nachrichten hielt ich es für sehr wahrscheinlich, dass Putin beim Telefongespräch und Obama bei seiner Aeusserung wussten, dass es die KIewer Seite bzw. US-Geheimdienste waren. Nur ist solches Zwischen-den-Zeilen-Lesen eben kein Beweis.
Von den RT-Doumentationen kenne ich nur diejenige vom 22. Oktober 2014, die ich zuf$llig eine Woche später in einem Hotel in Luzern gesehen habe (zu Hause verfolge ich RT nicht).
Das ein modernes Radar in Rostow am Don eine von Snizhne aus gestartete BUK hätte sehen müssen, glaube ich auch. Russland konnte das also vermutlich überprüfen. Vor der Weltöffentlichkeit zu beweisen, dass sie nicht gesehen wurde und hätte auf jeden Fall gesehen werden müssen, ist eine andere Frage. Russland hat vermutlich die meisten westlichen Experten überzeugt, nicht aber die westliche Oeffentlichkeit.
...
Hans Springstein 26.07.2015 | 13:14 
@Gunnar Jeschke
Ja, uns völlig außenstehenden Beobachtern bleibt nur, Mosaiksteine zusammenzutragen, auch aus der Flut an Informationen, die ein Bild ergeben könnten, das der Realität nahe kommt.
Und natürlich laufen solche Aktionen bzw. verdeckte Operationen ohne irgendwelche schriftlich festgehaltenen Abmachungen oder Festlegungen ab, damit auch für den Fall des Scheiterns keine Spuren nachzuvollziehen sind, auch im Fall eines Gerichtsverfahrens. In den USA wurde dazu 1954 die NSC 5412/2 Special Group des Nationalen Sicherheitsrates geschaffen, die in den Folgejahrzehnten immer mal den Namen wechselte. Diese Gruppe hoher Regierungsbeamter war verantwortlich dafür, die verdeckten Operationen der USA zu organisieren und zu führen, mit Wissen des US-Präsidenten und nicht ohne seinen Befehl, aber eben so, dass es keinen Hinweis auf die Beteiligung des Präsidenten gab und dieser sich ggf. immer als unwissend hinstellen konnte. Bei Wikipedia gibt es einen guten Überblick über diese Gruppe bzw. diese Komitee. Ich hatte in einem Beitrag für die junge Welt vom 8.6.04 zum Fall des 1967 von Israel angegriffenen US-Spionageschiffes "Liberty" u.a. darauf hingewiesen (hier ist der Text noch online). Das nur als Nebenbemerkung, die hoffentlich nicht zu viel Binsenweisheit enthält.
Danke für die Erinnerung an das Putin-Telefonat mit Obama am 17.7.14. Interessant und passend, was dann unter anderem bei Spiegel online am 19.7.14 dazu zu lesen war: "Präsident Putin schürt den politischen Konflikt, er gibt Kiew die Schuld am Absturz von Flug MH17. Doch der Reflex aus Washington bleibt aus: Barack Obama erhöht zwar den Druck, vermeidet aber allzu scharfe Vorwürfe." Allein die Aussage, das Putin den Konflikt schüre ... Naja. Spiegel online erwähnt übrigens in dem Beitrag ebenfalls den mutmasslichen Abschuss eines südkoreanischen Passagierflugzeuges durch ein sowjetisches Kampfflugzeug 1983 und die US-Reaktion darauf: "Ronald Reagan übrigens, daran erinnerte die "Washington Post" dieser Tage, ließ 1983 seinen starken Worten so gut wie keine Taten folgen. Seinen Sicherheitsberatern habe er damals erklärt, dass man bitteschön nicht überreagieren möge."

Hans Springstein 26.07.2015 | 13:49 
@Gunnar Jeschke
Hier, auf dieser Plattform, ist übrigens der Beitrag zum Angriff auf die USS Liberty 1967 ebenfalls noch online. [siehe auch hier] War mir zuerst entfallen. Laut dem Dokumentarfilmer und Buchautor Peter Hounam könnte das Ziel der Aktion "gewesen sein, durch das angeblich von Ägypten versenkte Schiff die USA auf seiten Israels in den Sechstage-Krieg von 1967 hineinzuziehen. Es habe einen Plan "Operation Cyanide" gegeben, heißt es in Film und Buch, mit dem Ziel, Ägypten zu überfallen und dessen Präsident Abdel Nasser zu stürzen. James Ennes, einer der "Liberty"-Überlebenden, weiß von einem Dokument vom April 1967, in dem dieser Plan erwähnt wird. Es stammt von einer Sitzung des "Committee 303", eines Gremiums der US-Regierung, das verdeckte Aktionen der USA plante und im Namen des US-Präsidenten entschied. Das geschah, damit der Präsident bei einem Scheitern nicht belastet werden könne, erklärte Ex-CIA-Chef Richard Helms in dem BBC-Film. ..."
Nein, die Muster sind wirklich nicht neu.

Ich sah gerade, dass mir die Website des Kopp-Verlages viele Leser bescherte ... Naja, die Gedanken und die Informationen sind frei.

Nachtrag vom 27.7.15: Hier noch ein online zugänglicher Beitrag von Wayne Madsen im russischen Online-Journal der Strategic Culture Foundation vom 24.7.14 über die möglichen Zusammenhänge zwischen der "Operation Northwoods" und der MH17-Katastrophe.
Hier der Beitrag zur "Operation Northwoods" im National Security Archive der USA, samt Originaldokumenten. Es hat fast 40 Jahre gebraucht, bis die Dokumente das Licht der Öffentlichkeit erblickten ...

Nachtrag vom 29.7.15: Weitere Kommentare zum Text auf freitag.de:
mymind 26.07.2015 | 15:47 
@Gunnar Jeschke 
…Nur ist solches Zwischen-den-Zeilen-Lesen eben kein Beweis.
Kein Beweis, aber ein Indiz! Nach allem was in den letzten Jahrzehnten passiert ist, vor allem wie oft kriegsverbrecherische Inszenierungen mitsamt anschließenden Ad-hoc-Beschuldigungen geschahen, wo Jahre später diese Anschuldigen als nicht erwiesen bzw. voll & ganz entkräftet wurden.  Doch das interessiert dann keinen mehr, der geostrategische Plot wurde bereits umgesetzt. Die Tatsachen wurden geschaffen _ der Mythos bleibt…
Ich bin mir sehr sicher, dass die russische Regierung weiß, was am 17.07.2014 passiert ist. Sie erwähnten in Ihrem Blog-Thread, dass dieses Wissen als Faustpfand benutzt wird. Ich denke, dass das absolut zutrifft, nur scheint die russische Regierung zu meinen, dass es für sie  ´klüger´ ist, dieses Pfand politisch-diplomatisch zu nutzen. Das Vertrauen in die westliche, russophob eingetrimmte Öffentlichkeit ist scheinbar gering _ was ich nicht verdenken kann. Gleichzeitig würde die Erkenntnis über einen absichtlichen Beschuss der MH17 seitens der ukrainischen oder welcher Seite auch immer einen Gesichtsverlust sämtlicher europäischer Regierungen bedeuten, so erbärmlich wie nie zuvor geschehen.
Im Prinzip würden das die mit der USA-sympathisierenden Hardliner, die russophoben Betonköpfe, die Mitmacher der US-Vasallen als auch die unter Minderwertigkeitskomplex- leidenden & abhängigen EU-Regierungen als Kriegserklärung verstehen & entsprechend reagieren. Die Ukraine-Kriegs-Krise hat mir ein noch erschütternderes Bild von dem Zustand der EU in Europa gemacht…
einem Europa, das ich kulturell, landschaftlich, klimatisch so wunderbar finde, warum machen wir nicht mehr daraus, indem wir die Lehren aus der Geschichte als auch den aktuellen Konfrontationen ziehen? Wenn nicht jetzt, wann dann?

H.L. 26.07.2015 | 19:08 
@Gunnar Jeschke
Natürlich kann man nicht zu 100% ausschließen, daß eine BUK involviert war. Auf jeden Fall war es nicht die von John Kerry und Bellingcat behauptete BUK südliche von Snischne, die von Correctiv nördlich von Snischne vermutet wurde. Die Ingenieure des BUK-Herstellers Almaz-Antey haben die Gründe, die dagegen sprechen, in ihrer Pressekonferenz erklärt, laut Oleg Storchevoy hat das russische Radar in Rostow keinen Start einer BUK in Snischne registriert.
Könnte es also eine BUK in einem Ort "X" - sagen wir mal Dingenskoje - gewesen sein? Dagegen spricht ebenfalls die fehlende Sichtung einer fliegenden BUK, ihres Rauchschweifs usw. Aber vielleicht hat ja gerade keiner hingeguckt, und die BUK konnte unbemerkt gestartet werden. Dann müßte es aber ein Fehlschuß gewesen sein - denn sonst wäre ein zusätzlicher Angriff mit einem Kampfjet nicht nötig gewesen.
Außerdem sprechen die von Kiew gefälschten Fotos eines Rauchschweifs einer BUK aus Snischne gegen eine BUK aus "Dingenskoje" - wenn hunderte von Leuten diese BUK gesehen und ihren Rauchschweif fotografiert hätten, dann gäbe es plötzlich Fotos von zwei BUK-Rauchschweifen und das wäre einer zuviel!
Max van der Werff hat heute noch einen Artikel veröffentlicht, der sich mit dem gefälschten Bild des BUK-Rauchschweifs befaßt: "MH17 – ‘Buk plume’ burns witness – Part I"
http://7mei.nl/2015/07/26/mh17-buk-plume-burns-witness-part-i/

Hans Springstein 27.07.2015 | 10:48 
@Hans Springstein
Hier noch ein online zugänglicher Beitrag von Wayne Madsen im russischen Online-Journal der Strategic Culture Foundation vom 24.7.14 über die möglichen Zusammenhänge zwischen der "Operation Northwoods und der MH17-Katastrophe.
Hier der Beitrag zur "Operation Northwoods" im National Security Archive der USA, samt Originaldokumenten. Es hat fast 40 Jahre gebraucht, bis die Dokumente das Licht der Öffentlichkeit erblickten ... 
 
H.L. 27.07.2015 | 20:37 
@Hans Springstein 
Der russische Filmemacher Andrei Karaulov hat in seinem spekulativen Film "Ukraine: Wie #MH17 abgeschossen wurde (deutsche Version)" die These aufgestellt, daß Kolomoiski, der einer der reichsten Oligarchen der Ukraine ist und damals Gouverneur von Dnipropetrowsk war, den Abschuß von MH17 organisiert hat.
https://www.youtube.com/watch?v=G5yiRdQveC4
Kolomoiski kann natürlich auch wegen seiner Beteiligung an MH17 (und weiterer Eigenmächtigkeiten) als Gouverneur abgesetzt worden sein.

Ohne Beteiligung einer BUK-Rakete kommt "der Westen" nicht ohne einen erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust (der westlichen Medien) aus der MH17-Affäre heraus. Man könnte sich doch auch auf einen "versehentlichen" Abschuß von MH17 durch eine ukrainische BUK (z.B. aus Saroschenskoje) einigen, unabhängig davon, ob der jemals so statt gefunden hat - Papier ist geduldig ...

Gunnar Jeschke 28.07.2015 | 06:54 
@H.L. 
"Man könnte sich doch auch auf einen "versehentlichen" Abschuß von MH17 durch eine ukrainische BUK (z.B. aus Saroschenskoje) einigen..."
Das Problem ist, dass diese Version völlig unglaubwürdig ist. Was für einem Flugzeug hätte der Abschuss denn dann gelten sollen? Ausserdem würde diese Aenderung der Geschichte nach monatelangem Mauern und Schuldzuweisungen an die Separatisten und an Russland bei jedem Menschen intuitiv Verdacht errgene, selbst bei unpolitischen.
Die Version liesse sich also nicht einmal an den deutschen Michel mit seiner Schlafmütze verkaufen, geschweige denn an die Niederländer. Dort würde das vermutlich eine Regierungskrise auslösen, der Rückhalt für die Ukraine- und Russlandpolitik der EU in der Bevölkerung würde wohl europaweit zusammenbrechen.
Die eigentlich laufende geostrategische Operation wäre dadurch zwar noch nicht völlig gescheitert, würde aber einen weiteren erheblichen Rückschlag erleiden.
In den USA hat es sowieso schon einmal eine Parlamentsmehrheit gegeben, die der US-Adminstration explizit die Unterstützung ultranationaler Militäreinheiten in der Ukraine verboten hat. Wenn man die Schuld der Ukraine zuweist, wird die Unterstützung für die derzeitige Ukraine-Politik auch in den USA zusammenbrechen. In diesem Falle könnte man schwer sicherstellen, dass in der Ukraine nicht doch jemand quatscht, der zuviel weiss.
...
H.L. 28.07.2015 | 11:09 
@Gunnar Jeschke
Die Frage ist, welche Version man überhaupt im Untersuchungsbericht präsentieren wird. Ich hatte im Blog von Gabriele Wolff schon mal spekuliert:
1) Der Untersuchungsbericht nennt als Ursache für den Absturz von MH17 eine ukrainische Su-25. Meiner Meinung nach die traurige Wahrheit, aber für den Westen, der sich völlig auf die BUK-Variante festgelegt hat, wohl nicht akzeptabel. Dieses Szenario wäre mit einem großen Glaubwürdigkeitsverlust der westlichen Medien, der ukrainischen Regierung usw. verbunden. Die Russen sind fein raus, sie haben mit MH17 nichts zu tun und immer die Wahrheit gesagt.
2) Natürlich könnte auch die von John Kerry genannte BUK aus Snischne als Ursache des Absturzes für MH17 genannt werden. Aber diese BUK hat es nachweislich nie gegeben und damit sind wohl die Russen nicht zufrieden, die nach über einem Jahr Propagandakrieg rehabilitiert werden möchten.
3) Der Untersuchungsbericht bleibt genau so vage wie der vorläufige Bericht. Dann könnte man sich ewig weiter streiten …
4) Der Untersuchungsbericht nennt als Ursache die von Almaz-Antey ins Spiel gebrachte ukrainische BUK aus Saroschenskoje. Da dort (laut Marcus Bensmann) keine BUK gestartet worden ist, wäre das eine dreiste Lüge. Natürlich auch peinlich für die Ukraine, die den Vorfall so lange verheimlicht hätte …
Die Frage ist, welche Version des Untersuchungsberichts denn für alle Seiten akzeptabel ist. Vielleicht die ukrainische BUK aus Saroschenskoje? Dann sind die Ukrainer die Täter, die Separatisten und Russen sind unschuldig und die westlichen Medien von Bellingcat in die Irre geführt worden. Dazu paßt dann ja auch die Geschichte, daß bei Zielübungen versehentlich auf den Knopf gedrückt wurde.
In diesem Fall wäre es aber für die Ukraine peinlich, erst nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts die Schuld einzugestehen. Da wäre es doch besser, man tritt vor die Weltpresse und gesteht den schrecklichen Fehler vor der Veröffentlichung ein!

Ratatörskr 28.07.2015 | 11:24 
@H.L.
Der Westen hat einen erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust!
Lügen haben kurze Beine und ziehen deshalb weitere hinterher.
S. das Verschweigen der  Flugschreiberprüfung  und den spurlos vermissten Fluglotsen, über dessen Verbleib bisher keine Zwischeninformation vorliegt.
Wenn der Abschuss ein Versehen war, was nicht unmöglich wäre, dann würde aber die Tatsache, dass ein russisches Flugzeug, in dem Putin mitflog, angepeilt gewesen sein sollte, eine ganz anderer Wirkung haben.

Gunnar Jeschke 28.07.2015 | 21:30 
@H.L.
Was die Untersuchungskommission präsentieren kann, ist eben nicht nur ein Problem diplomatischer und politischer Rücksichten, sondern auch eines der offenen Fragen und der vorliegenden Evidenz. Sobald sich die Untersuchungskommission auf eine Version festlegt, muss sie zumindest die Frage beantworten, auf welcher Basis sie ihre Schlüsse gezogen hat.
Wenn sie sich aus politischen Gründen auf eine Version festlegt, die nicht der Wahrheit entspricht, kann sie keine Beweise vorlegen. Ihr Bericht wird dann angegriffen werden und man wird von der Kommission verlangen, zu allen offenen Fragen Stellung zu nehmen, zum Beispiel zu den Fragen nach der Legierung der gefundenen Splitter und nach dem Splitterkegel. Die Kommission wird nach einem Abschlussbericht auch erlauben müssen, dass Aussenstehende die vollständige MH-17-Rekonstruktion aus den Trümmerteilen sehen.
Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass Sie und ich mit unseren Wahrscheinlichkeitsaussagen richtig liegen und MH-17 nicht durch eine BUK abgeschossen wurde, kann die Kommission das in einem Abschlussbericht auch nicht behaupten, ohne einen grossen Teil der Beweismittel zu verbergen. Sie würde sich damit vor allen Experten völlig unglaubwürdig machen und auch angreifbar.
Wenn die Kommission sich aber auf etwas anders Anderes festlegt als eine BUK, werden sofort die Schuldzuweisungen an die Separatisten und an Russland hinfällig. Da ja aber jeder weiss, dass irgendjemand geschossen haben muss, gibt es dann einen riesigen politischen Skandal, dessen Konsequenzen ich schon weiter oben angesprochen hatte.
Das Verhalten der Kommission seit Ende August 2014 ist vollständig konsistent mit der Annahme, dass sie seitdem vor genau diesem Dilemma steht. Ich kann auch keinerlei andere Erklärung für dieses Verhalten erkennen.
Deshalb hat die Kommission ihren Zwischenbericht zuerst verzögert und dann einen nichtssagenden Bericht fast ohne jegliche Festlegungen abgegeben und insbesondere ohne Festlegung auf das verwendete Waffensystem. Deshalb hat die Kommission den Termin für den Abschlussbericht immer wieder hinausgeschoben. Es war zwischendurch mal von März 2015 die Rede, dann sollte zumindest der bei der Installation der Kommission genannte Termin von einem Jahr gehalten werden, dann war von Oktober 2015 die Rede und inzwischen habe ich schon Aeusserungen gehört, die von Ende 2015 sprechen.
Die Situation ist im Grunde aussichtslos. Die Kommission kann weder einen korrekten noch einen falschen Bericht veröffentlichen, ohne sich und vor allem ihre Auftraggeber blosszustellen und einen politischen Skandal zu erzeugen.
Die Idee mit dem UN-Tribunal war ein Versuch, die Sache in der Oeffentlichkeit zu zerreden, ohne einen Bericht oder irgendwelche Beweise vorzulegen und sich dadurch selbst angreifbar zu machen. Bemerkenswerterweise waren die meisten westlichen Mainstream-Journalisten bereits zu angewidert, um aus der russischen Ablehnung eines solchen Tribunals antirussische Propaganda zu produzieren. Die intelligenteren unter den westlichen Journalisten wissen doch längst, was da gespielt wird.
Meine Vorhersage ist daher, dass die Untersuchungskommission die Veröffentlichung eines Abschlussberichtes so lange wie irgend möglich hinauszögern wird. Sollte ein Abschlussbericht gar nicht mehr vermeidbar sein, so wird er aller Voraussicht nach nicht wesentlich über den Zwischenbericht hinausgehen (können), das heisst, er wird eine Festlegung vermeiden (müssen), welches Waffensystem genau zum Einsatz gekommen ist.
Die Oeffentlichkeit wird das mit Misstrauen aufnehmen. Russland wird erneut Antwort auf einige präzise gestellte technische Fragen verlangen und erneut keine Antwort bekommen und dann wird der Fall MH-17 in der gleichen Schublade verschwinden wie der Fall MH-370. Wenn es nötig erscheint, wird man unmittelbar nach der Veröffentlichung des Abschlussberichtes ein Ereignis inszenieren, das die MH-17-Diskussion sehr schnell aus den Medien verdrängt.
Danach werden die Fragen und der Verdacht zwar nicht verschwunden sein, aber jeder, der auf die Fragen zurück kommt, wird in die Schublade mit den Verschwörungstheoretikern gesteckt werden.
Es wird sein wie immer. Oder glauben Sie, wir werden jemals erfahren, wie tief nun genau der Verfassungsschutz in der NSU-Mordserie dringesteckt hat? Die Oeffentlichkeit will so etwas doch gar nicht so genau wissen. Man ahnt zwar, dass da irgendetwas ist, aber so lange man es nicht genau weiss, kann man es besser verdrängen. Man schaut zwar gern Horrorfilme, aber man möchte doch nicht das Gefühl haben, in einem zu leben.

Gunnar Jeschke 29.07.2015 | 07:26
Wenn hier nun schon die Frage einer möglichen Planung des MH-17-Abschusses durch amerikanische Dienste diskutiert wird, stellt sich ja auch die Frage: Warum MH? Hätte es ein Motiv für diese Auswahl der abzuschiessenden Zivilmaschine gegeben?
In diesem Zusammenhang ist möglicherweise die Kuala Lumpur War Crimes Commission (KLWCC) von Interesse, die im November 2011 George W. Bush und Tony Blair wegen der völkerrechtswidrigen Invasion des Irak schuldig gesprochen hat und im Mai 2012 George W. Bush, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und weitere weniger bekannte Beteiligte wegen Folter und weiterer Kriegsverbrechen.
Der Vorsitzende der KLWCC, Mahatir bin Mohamad war zwischen 1981 und 2003 Premierminister von Malaysia. Ich bin kein Freund Mahatir bin Mohamads, er ist eindeutig ein Antisemit. Allerdings muss man auch sagen, dass einer der Richter der KLWCC, Richard A. Falk, jüdischer Abstammung ist. Falk war von 2008 bis 2014, also überlappend mit seiner Beteiligung an den Urteilen der KLWCC, Sondergesandter des UN-Menschenrechtsrates für die Palästinensischen Autonomiegebiete. Er gilt in Bezug auf 9/11 als, Sie ahnen es, Verschwörungstheoretiker. Falk gilt auch als Antisemit jüdischer Abstammung. Die Dinge sind also etwas komplex.


Hans Springstein 29.07.2015 | 09:51 
@Gunnar Jeschke
Die Frage Warum MH? Hätte es ein Motiv für diese Auswahl der abzuschiessenden Zivilmaschine gegeben? ist aus meiner Sicht nicht unberechtigt.
Neben der Antwort, dass die Ukrainer, ob Buk-Rampenbesatzung oder Kampfpilot die Bemalung der malaysischen Maschine mit der einer russischen, ob nun Staats- oder Aeroflot-Flieger verwechselt haben könnten, habe ich vor längerer Zeit schon, ich weiß nicht mehr genau wann, darauf hingewiesen, dass es zwischen Russland und Malaysia gute Beziehungen gab, die bis hin zu umfangreicher russischer Ausrüstung der malaysischen Armee führte. Malaysia stand z.B. an 8. Stelle, was den Umfang russischer Waffenlieferungen ins Ausland in den Jahren von 1991 bis 2012 angeht und lag bis 2009 noch weiter vorn, dann brachen die Beziehungen anscheinend ab. Zudem gehört Malaysia zu den Ländern, die sich den IWF-Sparprogrammen verweigerten und einen eigenen wirtschaftspolitischen Kurs einschlugen, der ihnen mehr brachte, siehe dazu das Buch "Sparprogramme töten" von Sanjay Basu und David Stuckler.
Es gäbe also eine Reihe von Motiven, Malaysia mal eins auszuwischen ...


Hans Springstein 29.07.2015 | 11:35 
@Hans Springstein
Die malaysische Luftwaffe fliegt z.B. mit russischen Kampfflugzeugen des Typs Su-30.
Ich hatte mich schon mal in einem Kommentar dazu geäußert, irgendwann im Laufes des letzten Jahres, aber leider zeigen mir alle Suchmaschinen nicht die passende Stelle.
In einer Studie der regierungsfinanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) vom Juli 2014 über "Russland als euro-pazifische Macht" heißt es u.a.: "... Umfassender dagegen sind die Beziehungen mit Malaysia, Indonesien und Myanmar, mit denen nicht nur bilaterale, sondern auch regionale und internationale Fragen besprochen werden. Dabei profitiert Moskau davon, dass diese Länder den Machtausbau der USA und Chinas mit Skepsis betrachten und ihrerseits nach einer multipolaren Regionalordnung streben. In einer stärkeren Involvierung externer Kräfte, etwa Russland, in regionale Belange sehen Malaysia, Indonesien und Myanmar eine Möglichkeit, dieses Ziel zu verwirklichen. ... 
Für manche der ost-asiatischen Länder entwickelte sich Russland hier zu einem wichtigen Modernisierungspartner. Dies gilt insbesondere für Staaten, denen es wegen westlicher Waffenembargos an alternativen Lieferanten fehlt(e) (wie China, Myanmar und Indonesien), sowie Länder, die den regionalen Machtzuwachs Chinas und der USA mit Sorge betrachten (wie Vietnam und Malaysia). ..."
Wenn das nicht potenzielle Gründe bietet, mal dazwischen zu funken, mit was auch immer ...
...
Hans Springstein 29.07.2015 | 14:21 
@Gunnar Jeschke
Ich hab gefunden, was ich suchte, ein Kommentar vom 28.7.2014 zum Beitrag "Tatort MH17" von Mopperkopp:
(Die Links musste ich neu einfügen)
Malaysia scheint ein nicht unbeachtliche wirtschaftliche/militärische Verbindung zu Russland zu haben. Das muss nicht im aktuellen Zusammenhang stehen, ist trotzdem interessant. Dazu folgende Informationen, auf die ich aufmerksam gemacht wurde:
Das Land hat in der Vergangenheit ziemlich viel Militärtechnik von Russland gekauft (siehe z.B. hier, oder auch hier)
und ist gerade dabei, weitere Militärtechnik einzukaufen. 2002 z.B. kaufte es Militärtechnik aus Russland und Europa
(siehe hier).
Diesmal bewerben sich aber außer den europäischen auch
US-Waffenkonzerne (Lockheed Martin, Boeing) um den Deal (siehe hier).
(Shukoi ist jetzt nur einer unter vielen und hat nicht mal unbedingt die besten Karten). D.h. auch hier geht es um eine
US-amerikanisch-europäisch-russische Konkurrenz.
Zuletzt hatte Malaysia Panzer aus Polen gekauft, jetzt überlegen die Militärs dort, russische (technisch bessere) Panzer zu kaufen (siehe hier, außerdem Luftabwehrgeräte.
Die USA haben ja in der Vergangenheit auch schon versucht, Malaysia mit "nichtmilitärischen" Mittel "auf (ihren) Kurs" zu bringen. Siehe dazu unbedingt hier