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Donnerstag, 1. Oktober 2020

Nachrichtenmosaik Corona – Teil 6

• Hamburger Ärztechef: Kein Killervirus, aber „Räuberpistolen“ von Drosten und Lauterbach


Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg, Walter Plassmann, erklärte in einem am 14. September 2020 online veröffentlichten Gastbeitrag in der Zeitung Hamburger Abendblatt, Hiobsbotschaften machen Menschen krank, und forderte, die Pandemie müsse realistisch eingeschätzt werden.

„… Für die aktuelle Corona-Diskussion ist das Söder’sche Muster typisch: Unter mehreren Möglichkeiten wird immer die dramatischste genommen, notwendige Relativierungen werden als „Verharmlosung“ verunglimpft und der „Schlag auf die Zwölf“ gilt so lange als probates politisches Mittel, solange die Bevölkerung dies mit guten Umfragewerten belohnt. Das hat Konsequenzen.
Permanenter Stress, ununterbrochene Aufgeregtheit und Angst schädigen Körper und Seele eines Menschen. Sie machen ihn krank. Das ist bei einem Volkskörper und einer Volksseele nicht anders. Wer die Gesellschaft mit immer neuen Hiobsbotschaften auf immer höhere Bäume treibt, der macht die Gesellschaft krank …“

Die Informationsplattform Corona Transition fasste Plassmanns Beitrag so zusammen:

„…Schon im April sei Ärzten und Ärztinnen aufgefallen, ‚dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der politisch-medialen Aufgeregtheit und dem, was sie erleben‘, so der Verbandsvorsitzende weiter. ‚Es ist ja bezeichnend, dass unter denjenigen, die zur Mäßigung aufrufen, überdurchschnittlich viele Ärzte sind.‘
Plassmann bewertet auch die ständigen ‚Räuberpistolen‘ des Virologen Christian Drosten sowie des ‚SPD-Gesundheitsexperten‘ Karl Lauterbach als hochgradig kontraproduktiv.
Speziell bei Corona sei laut Plassmann ‚die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, sehr gering, die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, hoch gering und die Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken oder gar zu sterben, äußerst gering‘.
‚Das sind die Botschaften, die Politik und Medien aussenden sollten, anstatt die Ausnahme zur Norm zu machen‘, fordert Plassmann in seinem Gastbeitrag und schlussfolgert: ‚Es ist kein ‹Killervirus›, das uns zwingt, im aseptischen ‹Panikraum› zu zittern, bis der Spuk vorbei ist.“ …“

Siehe auch den Beitrag von Focus online  dazu

Am 25. September 2020 legte Plassmann gegenüber Focus online nach: 

„ … ‚Wir müssen uns von dieser vollkommenen Fixierung auf Infektionszahlen lösen. Wer infiziert ist, ist nicht krank. Wichtig ist aus meiner Sicht, wie viele Menschen krank sind, wie viele wegen Corona auf der Intensivstation liegen und wie viele daran gestorben sind – also an dieser Infektion gestorben sind und nicht mit ihr. Wenn die Infektionszahlen hochgehen, aber es sind nicht mehr Menschen krank oder sterben, dann ist das nicht schlimm. Ein Ampelsystem, das zum Beispiel Professor Hendrik Streeck nochmals unterstützt hat, oder ein Score, der all diese Faktoren berücksichtigt, würde aus meiner Sicht dabei helfen, den Alltag wieder normaler zu gestalten und schneller zu einer Normalität zurückzukehren, wie wir sie vor Corona kannten, ohne zu große Risiken einzugehen.‘ …

Von den AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) ist die Maskenpflicht die unwichtigste. Ungeschützt anderthalb Meter Abstand halten, bietet mehr Schutz als eine Maske. Aber die Maske ist auch ein Symbol – sie erinnert uns daran, dass es noch nicht vorbei ist. Dass so intensiv über sie diskutiert wird, zeigt aber, dass etwas nicht stimmt.‘ …“

• Gesundheitswissenschaftler: Corona-Maßnahmen schaden besonders armen Menschen


Der Gesundheitswissenschaftler Ansgar Gerhardus hat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ein Interview über die Folgen der Corona-Maßnahmen gegeben, das am 24. September online veröffentlicht wurde. Er untersucht am Institut für Public Health und Pflegeforschung in Bremen Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Sars-Cov 2.
Zu den Folgen, dass Menschen mit anderen Krankheiten aus Angst vor dem Virus nicht zum Arzt gehen, sagte Gerhardus:

Für die Menschen war es sehr schwer, die Situation richtig einzuschätzen, und überall waren diese Bilder präsent von den Leichenlastern aus Bergamo. Da kann es schwer werden, die Leute noch zu erreichen. … Vielleicht wurde auch am Anfang etwas zu oft ‚bleibt zu Hause‘ kommuniziert und zu selten ‚bitte kommt‘. …“

Zu den sozialen Folgen meint er:
„… Das Virus verstärkt die Ungleichheit auf allen Ebenen, auch bei der Gesundheit. …
Es beginnt schon bei der Ansteckungsgefahr. Menschen mit niedrigem Einkommen leben in beengteren Verhältnissen und haben öfter Arbeitsplätze, an denen sie dem Kontakt mit vielen Menschen ausgesetzt sind. Sie haben zudem öfter Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes, Risikofaktoren für einen schweren Verlauf. …

Ärmere Menschen haben meist ein kleineres soziales Netzwerk, sodass sie die Isolation stärker trifft und psychisch besonders belastend wird. Wer ohnehin schon ein niedriges Einkommen hat, entwickelt schneller Existenzsorgen – die sorgen für dauerhaften Stress, der sehr schädlich für die Gesundheit ist.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass Arbeitslosigkeit und Arbeit im Niedriglohnsektor mit erhöhten Risiken für Depressionen und Suizide sowie mit Suchterkrankungen, Verkehrsunfällen, Herzinfarkten und Krebserkrankungen einhergehen. Nimmt also die Armut infolge von Corona-Maßnahmen und Wirtschaftsabschwung zu, drohen auch mehr Gesundheitsprobleme. …“

Gerhardus kritisiert die derzeitig Corona-Politik und fordert, nicht nur auf Virologen und Mediziner zu hören, wenn es um die Pandemie und die Folgen geht:

„… Wir sind dafür, ganz genau hinzuschauen und gezielt solche Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen, die den größten Nutzen und die geringsten Einschränkungen bedeuten. Ich glaube nicht, dass das momentan der Fall ist. Eine Möglichkeit wäre, ein interdisziplinäres Expertengremium zu schaffen, das ähnlich wie unsere Arbeitsgruppen verschiedene Disziplinen abdeckt: nicht nur die Virologie und Medizin, sondern unter anderem auch die Psychologie, Gesundheits- und Sozialwissenschaften. …“

• Chef von Gesundheitsamt Frankfurt/Main kritisiert Corona-Politik der Bundesregierung 


Die Berliner Zeitung berichtet am 1. Oktober 2020 über Aussagen des Leiters des Gesundheitsamtes von Frankfurt/Main, Professor René Gottschalk, in denen dieser die aktuelle Corona-Politik deutlich kritisiert:

„René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes: ‚Die Bevölkerung muss sachgerecht informiert werden.‘ Trotz einer „deutlichen Zunahme von Meldezahlen‘ gebe es ‚weniger schwere Erkrankungen mit weniger Krankenhauseinweisungen‘, so der Professor.

Einschneidende Maßnahmen, mangelnde Fachexpertise und eine massive Gefährdung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen: Der Mediziner und Leiter des Gesundheitsamtes im hessischen Frankfurt kritisiert den Umgang der Bundesregierung mit der Corona-Pandemie scharf. Zudem vergleicht er Corona mit Grippe und vergangenen Hitzewellen. In zwei Artikeln, die auf der Seite der Landesärztekammer Hessen veröffentlicht wurden, fordert Prof. Dr. med. René Gottschalk jetzt eine ‚dringend erforderliche, breite öffentliche Diskussion zu den Zielen und Mitteln der Pandemie-Bekämpfung‘. Diese Diskussion müsse, ‚über rein virologische Fragen hinaus, ethische Aspekte sowie rechtliche Fragen zum legitimen Zweck, der Geeignetheit, Erforderlichkeit und Angemessenheit der Maßnahmen‘ umfassen.

Der Mediziner ist überzeugt, dass man derzeit ‚von den (richtigen) Strategien Containment (Eindämmungsstrategie), Protection (Schutzstrategie für vulnerable Gruppen) und Mitigation (Folgenminderungsstrategie)‘, die im nationalen Pandemieplan des Robert-Koch-Institutes (RKI) beschrieben sind, ‚komplett abweicht und derzeit ausschließlich Containment betreibt, was angesichts der Fallzahlen dringend überdacht werden sollte‘. …

Nach Auswertung vieler Daten des Statistischen Bundesamtes stellt Gottschalk in seiner Bilanz zudem fest: ‚Eine Übersterblichkeit ist weder in der Gesamtbevölkerung noch in der Gruppe der Hochrisikopatienten (Bewohner von Altenpflegeheimen) zu verzeichnen. Die Sterbestatistik (tägliche Sterbefälle) zeigt im ersten Halbjahr 2020 keine Auffälligkeiten – im Gegensatz zu der erkennbar höheren Sterbezahl während der Influenza-Zeiten 2017 und 2018 sowie während der Hitzeperiode im Juli 2018.‘ …

Auch die derzeit geführte Diskussion der Übertragungsmöglichkeit durch Aerosole sei ‚von der Realität weit entfernt: Wäre dies ein wichtiger Übertragungsweg, hätten wir eine gänzlich andere epidemiologische Ausbreitung‘. …“

• Corona-Untersuchungsausschuss legt Kurzbericht vor


Der von Juristen im Juli 2020 gegründete Untersuchungsausschuss zu den Corona-Maßnahmen der Politik hat am 14. September 2020 seinen Kurzbericht zu den bisherigen Anhörungen von Fachleuten verschiedener gesellschaftlicher Bereiche und von Betroffenen vorgelegt. Darin heißt es:

Es spricht nach derzeitigem Erkenntnisstand sehr viel dafür, dass das von SARS-CoV-2 ausgehende Risiko stark überschätzt, die Risiken und Schäden durch die Maßnahmen aber nicht hinreichend berücksichtigt wurden. Die Regierung hat bereits im April 2020 erklärt, dass sie keine Folgenabschätzung vorgenommen habe und dies auch nicht plane. In einem von der Rechtsanwältin Jessica Hamed geführten Verfahren vor dem Bayrischen Verwaltungsgericht hat die Bayerische Staatskanzlei wissen lassen, dass es bis zum heutigen Tage – unter Verletzung des Rechtsstaatsprinzips, wonach alles staatliche Handeln überprüfbar sein muß - keine Unterlagen, keine schriftlichen Expertisen zur Folgenabschätzung gebe. Dies ist als zumindest grob fahrlässig anzusehen, speziell angesichts der sich immer massiver mehrenden Berichte über Lockdown-Schäden bei den Unternehmen, den Kindern, den Alten etc.

Die Risikoabwägung ergibt, dass ein überschaubares Risiko (grippeähnlicher Virus ohne Gefahrenpotential für das Gesundheitssystem als Ganzes) mit einem hochriskanten Maßnahmenpaket bekämpft worden ist. Die Lockdown- und Maßnahmenrisiken haben sich in einem extremen Umfang bereits jetzt verwirklicht. Sie haben die erhofften Auswirkungen nicht gezeitigt, da die Infektionen bzw. die positiven Testergebnisse, wie sich zumindest rückblickend durch Auswertung des Sterbegeschehens zeigt, bereits im Zeitpunkt der Verhängung des Lockdowns rückläufig war. Seit Ende Juni 2020 scheinen sich die positiven Testergebnisse nun im Bereich des falsch-positiven Grundrauschens des Tests zu bewegen. Durch die fortdauernden Maßnahmen (Masken, Abstandsgebot und diesbezügliche Umsatzeinbußen, Schließung von Konzerthäusern etc.) realisieren sich tagtäglich weitere große Schäden für die Wirtschaft, die Gesundheit, das kulturelle, soziale Leben der Menschen in Deutschland. Schaden und Nutzen sind außer Verhältnis. Damit stellen sich die Grundrechtseingriffe als unverhältnismäßig und folglich rechtswidrig dar. …“

• Drosten 2014: PCR-Test zu empfindlich – Ergebnis sagt nichts über Erkrankung 


Der Virologe Christian Drosten in einem Interview mit der Wirtschaftswoche, veröffentlicht im Mai 2014, zum Mers-Virus in Saudi-Arabien:

„... die dortigen Ärzte, alle Patienten und das komplette Krankenhauspersonal auf den Erreger zu testen. Und dazu wählten sie eine hochempfindliche Methode aus, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ...“

„... Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben...“ 


„... Es wäre sehr hilfreich, wenn die Behörden in Saudi-Arabien wieder dazu übergehen würde, die bisherige Definitionen der Krankheit einzuhalten. Denn was zunächst interessiert, sind die echten Fälle. Ob symptomlose oder mild infizierte Krankenhausmitarbeiter wirklich Virusträger sind, halte ich für fraglich. Noch fraglicher ist, ob sie das Virus an andere weitergeben können. Das Beraterteam des neuen Gesundheitsministers sollte stärker zwischen medizinisch notwendiger Diagnostik und wissenschaftlichem Interesse unterscheiden ...“

„... Unser Körper wird ja ständig von Viren und Bakterien angegriffen. Sie scheitern aber oftmals schon an Barrieren wie der Haut oder den Schleimhäuten in Nase und Rachen. Dort werden sie erfolgreich abwehrt, bevor sie Unheil anrichten können. Nur gegen solche Krankheitserreger, die unseren Körper ernsthaft befallen, entwickelt die Immunabwehr auch Antikörper. Wenn Antikörper da sind, bedeutet das, der Mensch hat tatsächlich eine Infektion gehabt. Ein solcher Antikörpertest würde die Unterscheidung zwischen wissenschaftlich interessanten und medizinisch relevanten Fällen sehr erleichtern ...“

Dienstag, 8. September 2020

Nachrichtenmosaik Corona – Teil 1

Ich beginne hiermit ein neues Nachrichtenmosaik mit interessanten Informationen und Hinweisen zur Covid-19-Pandemie, die allgemein als Corona-Pandemie bezeichnet wird. Das ist zwar nicht korrekt, da es um das Virus Sars-Cov 2 und die von ihm laut Weltgesundheitsorganisation WHO ausgelöste Krankheit Covid-19 geht. Aber im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff "Corona" für dieses eine Corona-Virus und seine Folgen eingebürgert. Daher übernehme ich das.

Die Folgen werden nicht chronolgisch korrekt sein, da ich auch Informationen aus vergangenen Wochen und Monaten bringen werde, da ich dieses Mosaik erst heute beginne.

• Forscher: Corona-Weltkarten verzerren den Blick und schüren Angst

  Aus der Berliner Zeitung, online am 5.9.2020:


"... Es ist geradezu ein Symbol der Corona-Pandemie geworden: das Covid-19-Dashboard. Es handelt sich dabei um eine interaktive, grafisch aufbereitete Übersichtswebsite im Internet, eine Art lebendiger Weltkarte, die in Echtzeit mit Daten aus aller Welt gespeist wird. Das bekannteste ist das Covid-19-Dashboard der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU). ...
So eindrucksvoll dies auf den ersten Blick ist – es gibt Kritik an solchen Darstellungen. Aus der Zahl der positiv Getesteten geht nämlich nicht hervor, wie viele ernsthaft erkrankten und wie viele überhaupt keine Symptome hatten. Die ansteigenden Kurven hängen auch von der steigenden Zahl der Tests ab. Außerdem vermittelt die Zahl von 26,3 Millionen ein Gefühl der Gleichzeitigkeit, die gar nicht existiert. Auch die reine Zahl der Todesfälle lässt viele Fragen ungeklärt.
Dashboards lieferten „vereinfachte Erklärungen für sehr komplexe Probleme“, kritisiert Jonathan Everts, Professor für Anthropogeographie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. ... Dabei entstehe jedoch ein verzerrtes, angstbesetztes Bild von der Pandemie. ...
Denn das Muster von Covid-19 ähnele dem anderer Epidemien. Städte und Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte seien – von Ausnahmen abgesehen – im Allgemeinen früher betroffen als ländliche und abgelegene Orte. Die Virusausbreitung rolle auch weniger von einem Ort zum nächsten. Sondern sie hüpfe und springe, lasse dazwischen Gegenden aus, bilde anderswo Cluster. Die Dashboard-Ansicht, an der sich auch Politiker orientierten, suggeriere jedoch einen territorialen Ansatz zur Bekämpfung der Pandemie, während die tatsächlichen Krankheitsereignisse einen lokaleren Ansatz erforderten und die schwersten Ausbrüche sogar nur an einzelnen Orten aufträten: in Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen. Dies sei zu spät erkannt und berücksichtigt worden.  ..."

• Europäische Umweltagentur: Luftverschmutzung ist die größte Bedrohung für die Gesundheit

"... 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in der EU lassen sich auf Umweltfaktoren zurückführen - und wären vermeidbar.
Mehr als 400.000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA), der am Dienstag in Kopenhagen veröffentlicht wurde. ...

Die Untersuchungen stützen sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Todes- und Krankheitsursachen von 2012. Demnach lassen sich rund 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in der EU - das entspricht 630.000 vorzeitig Verstorbenen - auf Umweltfaktoren zurückführen und wären daher vermeidbar. Zu den häufigsten Todesursachen zählen dabei Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfälle. ..."

• Krankenkasse: Trotz Corona: Kran­ken­stand im 1. Halb­jahr 2020 stabil - Anstieg bei psychi­schen Diagnosen

Die Techniker-Krankenkasse (TK) meldete am 7.9.2020:
"Mit einem Anteil von 4,36 Prozent ist der Krankenstand der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen im ersten Halbjahr 2020 trotz Corona-Krise nicht übermäßig gestiegen. Im Vergleich: 2019 betrug der Krankenstand für diesen Zeitraum 4,33 Prozent, 2018 waren es 4,48 Prozent.
Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass nach einem deutlichen Anstieg im März zum Beginn der Pandemie ab April die Krankmeldungen merklich zurückgegangen sind. So betrug der Krankenstand für März rund 5,98 Prozent, mit einem Rekordhoch zum Ende des Monats von 6,92 Prozent nach Einführung der Kontaktbeschränkungen. Im April sank der Krankenstand bereits merklich auf 4,01 Prozent, um sich dann im Mai und Juni auf vergleichsweise niedrigem Niveau einzupendeln (Mai 3,39 Prozent, Juni 3,40 Prozent). ...
Die Diagnose Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle. Im März war sie für nur 0,29 Prozent des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Wert leicht auf 0,68 Prozent, um dann im Mai (0,38 Prozent) und Juni (0,21 Prozent) wieder zu sinken. ..."

Ähnliches meldete das Wissenschaftliche Institut der AOK (WiDo) Anfang Juli:
"... Insgesamt erhielten von den 11,6 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen von März bis Mai 2020 circa 55.000 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Zusammenhang mit einer Covid‑19-Diagnose. Das entspricht 474 je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte oder 0,5 % der AOK-versicherten Erwerbstätigen. ...
Insbesondere Beschäftigte aus den Gesundheitsberufen waren bis Mai 2020 vergleichsweise häufig von Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Die höchste Rate wurde mit 1.283 Betroffenen je 100.000 Beschäftigte in den Berufen der Altenpflege sowie in der Gesundheits- und Krankenpflege (1.237 Betroffene je 100.000 Beschäftigte) erreicht. Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich bei den Berufen in der Hochschullehre und -forschung (110 Betroffene je 100.000 Beschäftigte) und in der Landwirtschaft (121 Betroffene je 100.000 Beschäftigte). ...
Insgesamt wurden von März bis Mai 2020 circa 10.500 AOK-versicherte Erwerbstätige im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 in einem Krankenhaus behandelt. Das entspricht 91 Betroffenen je 100.000 AOK-versicherte Beschäftige. Die durchschnittliche Behandlungsdauer dieser hospitalisierten Beschäftigten lag bei etwa sieben Tagen. Die Daten zeigen, dass von einem möglichen schweren Covid-19-Verlauf eher die älteren Erwerbstätigen betroffen sind als die jüngeren: Von 100.000 Beschäftigten über 60 Jahren wurden 168 stationär behandelt, während der Vergleichswert der jüngeren Beschäftigten unter 20 Jahren bei weniger als einem Drittel liegt (51 je 100.000 Beschäftigte). ..."

• Bild-Zeitung über "Die Corona-Zahlen, die sie WIRKLICH kennen müssen"

Die Bild-Zeitung am 7.9.2020 auf Seite 3 der Druckausgabe:
"Der Anteil der schweren Corona-Fälle sinkt immer weiter. ..."
Trotz des Anstieges der Infektionen sinkt die Zahl der Patienten auf Intensivstationen, derzeit bei 235 bundesweit.
Zuletzt meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 20 bis 30 Tote im Zusammnehang mit Covid-19 pro Woche. Bild dazu: "In den vergangenen Jahren starben in Deutschland im Juli jede Woche ca.16.000 Menschen. Statistisch ist die Sterblichkeit durch Corona derzeit nicht signifikant...."
Zum Anteil der positiven Testergebnisse."... Im Frühjahr waren es noch knapp 10 %, seit Ende Juni lag die Rate nicht mehr über 1 %."

Montag, 9. Mai 2016

Fragen über Fragen zur Vernunft

Im Großen wie im Kleinen stellen sich mir folgende Fragen:

Wie lange geht das schon, dass die Vernunft schläft?

Goya-Capricho-43
Quelle: Francisco Goya [Public domain], via Wikimedia Commons


Und wie lange noch? Wer hat die Vernunft in den Schlaf versetzt? War sie je munter? Warum muss sie schlafen? Wollte sie das selbst? Wer oder was hat sie so ermüdet? Wie wäre sie munter zu bekommen? Und was ist dann mit den Gespenstern, die ihren Schlaf ausnutzten?

Montag, 7. März 2016

Was Frauen und Männer unterschiedet

Fundstück(e) 39: Zwei interessante Fakten zu den Unterschieden zwischen Frauen und Männern in dieser Gesellschaft. Über die Gründe dafür wäre trefflich zu streiten

Unterschied 1: "... Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Land Europas.
Nach Daten des Bundesarbeitsministeriums liegt der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttoverdiensten von Männern und Frauen in Deutschland bei 21,6 Prozent, nur in Estland (28,3 Prozent) und Österreich (22,9 Prozent) ist der Verdienstabstand demnach größer. ...
Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. ...
Zieht man bei der Lohnlücke Faktoren wie Branche, Hierarchie oder Teilzeitbeschäftigung ab, die Einfluss auf die Lohnhöhe haben, bleibt bei vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Berufserfahrungen ein Unterschied bei den Bruttoverdiensten in Deutschland von durchschnittlich sieben Prozent. Die Regierung beklagt, es gebe eine „zumeist mittelbare Benachteiligung“ bei den Einkommen von Frauen: Sie hätten weniger berufliche Chancen, Einkommensperspektiven sowie Förder- und Aufstiegsmöglichkeiten. Verantwortlich für die Lohnlücke seien auch Verhaltensmuster bei Beschäftigten und Arbeitgebern, die von gesellschaftlichen Rollenbildern geprägt seien. ...
" (WAZ, 2.3.16)

Unterschied 2: "Die Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an: Sie beträgt nach der auf die aktuellen Sterblichkeitsverhältnisse bezogenen Periodensterbetafel 2012/2014 für neugeborene Jungen 78 Jahre und 2 Monate, für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 1 Monat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich die Lebenserwartung Neugeborener in den letzten zehn Jahren damit bei den Jungen um 2 Jahre und 3 Monate, bei den Mädchen um 1 Jahr und 6 Monate im Vergleich zur Sterbetafel 2002/2004 erhöht.
Auch für ältere Menschen hat die Lebenserwartung weiter zugenommen. Nach der Sterbetafel 2012/2014 beläuft sich zum Beispiel die noch verbleibende Lebenserwartung – die sogenannte fernere Lebenserwartung – von 65-jährigen Männern mittlerweile auf 17 Jahre und 8 Monate. Für 65-jährige Frauen ergeben sich statistisch gesehen fast 21 weitere Lebensjahre. Das entspricht einem Anstieg um 1 Jahr und 5 Monate bei den Männern beziehungsweise 1 Jahr und 2 Monate bei den Frauen innerhalb von zehn Jahren. ..." (Statistisches Bundesamt, 4.3.16)