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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!
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Dienstag, 17. Juni 2014

Papst: Der Kapitalismus braucht den Krieg

Papst Franziskus hat in einem Interview erneut deutlich den Kapitalimus kritisiert

"Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben. Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen." Das hat Papst Franziskus laut Süddeutscher Zeitung vom 13. Juni 2014 in einem Interview mit der spanischen Zeitung La Vanguardia gesagt. Auf der Homepage des katholischen Senders Domradio ist das Interview auf deutsch zu finden, wenn auch einige Passagen nicht vollständig übersetzt sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Papst den Kapitalismus und seine Folgen auf eine deutliche Weise kritisiert, wie es sonst hauptsächlich nur von Marxisten, Materialisten, Kommunisten,  Humanisten und Anarchisten zu hören ist. Natürlich haben sich auch Gläubige schon so geäußert, aber kein religiöses Oberhaupt zuvor in solch deutlicher Weise, dass jene Herrschenden, die sich u.a. auf den christlichen Glauben berufen und auf Gott schwören, ob bei ihrer Vereidigung oder wenn sie andere in den krieg schicken, ein Problem haben dürften. Im November 2013 hatte Papst Franziskus schon festgestellt: „Diese Wirtschaft tötet.“ Alles drehe sich heute um Konkurrenzfähigkeit und das Gesetz des Stärkeren, zitierte ihn u.a. die Frankfurter Rundschau am 27. November 2013. „Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann.

Natürlich ist seine Antwort die eines Gläubigen und aus der Sicht der Kirche. Aber für mich als Atheist ist seine deutliche Kapitalismuskritik erstaunlich und bedenkenswert, auch weil sie etwas mit der Realität zu tun hat, egal, woran einer glaubt oder welche Weltsicht jemand hat, solange es eine realistische ist. Und sicher haben auch die Militärpfarrer, die Waffen segnen, ein Problem mit diesem Papst.

Dem kann ich nur noch ein Zitat von Karl Marx hinzufügen: "Von allen Dogmen der bigotten Politik unserer Tage hat keine mehr Unheil angerichtet als die, daß 'um Frieden zu haben, man sich zum Kriege rüsten muß'. Diese große Wahrheit, die sich hauptsächlich dadurch auszeichnet, daß sie eine große Lüge enthält, ist der Schlachtruf, welcher ganz Europa zu den Waffen gerufen und einen solchen Landsknechtsfanatismus erzeugt hat, daß jeder neue Friedensschluß als neue Kriegserklärung betrachtet und gierig ausgebeutet wird. ...
Unter solchen Umständen dürfen wir uns nicht wundern, wenn die allgemeine Disposition zur Barbarei eine gewisse Methode annimmt, die Unsittlichkeit zum System wird, die Gesetzlosigkeit ihre Gesetzgeber und das Faustrecht seine Gesetzbücher erhält." Karl Marx  am 30. Juli 1859 in "Das Volk" (London), siehe MEW, Bd. 13, S. 444

Folgendes hat nicht der Papst geschrieben, auch nicht Karl Marx, sondern der Philosoph Elmar Treptow, aber es passt so gut dazu: "Unter den Voraussetzungen des Kapitalismus herrscht permanente Friedlosigkeit. Das zeigen die Theorie und die Praxis des Kapitalismus in Geschichte und Gegenwart, einschließlich des Imperialismus damals und heute. Seit Jahrhunderten versuchen die kapitalistischen Länder, ihr System anderen Ländern aufzuzwingen, und zwar durch ökonomische Vorherrschaft, politische Gleichschaltung, kulturelle Bevormundung und militärische Gewalt. Dass Imperialismus und Demokratie sich nicht ausschließen, wurde seit dem Vietnam-Krieg deutlicher als je zuvor." (In: "Die widersprüchliche Gerechtigkeit im Kapitalismus - Eine philosophisch-ökonomische Kritik", S. 21)

aktualisiert: 23:12 Uhr

Freitag, 15. März 2013

Von wegen "Papst der Armen"

Papst/Vatikan: "Mit Gott im Himmel und den Faschisten auf der Erde" – dieses alte Prinzip hat der neue Papst fortgesetzt, bevor er Papst wurde. Es wäre ein Wunder, wäre es jetzt anders.

Die Papstwahl – was für ein Mummenschanz, der allen religiösen Fundamentalisten auf der Erde zur Ehre gereicht. Und was für ein medialer Mummenschanz, all das Gerede von Papst Franziskus als "Papst der Armen". Sich auf Franz von Assisi zu berufen, wenn denn die Legende von diesem "Heiligen" stimmt, das müsste eigentlich als Blasphemie gelten bei dem Chef einer der mächtigsten und einflussreichsten irdischen Sekten.

Mich überrascht das nicht, was da geschrieben wird über die Vergangenheit des neuen Papstes. Wäre Jose Mario Bergoglio nicht machtorientiert wäre er nicht da, wo er jetzt ist. Erzbischof Arnulfo Romero hat wirklich etwas für die Armen und die Opfer einer brutalen Diktatur getan und ist nicht so weit gekommen. Ein Faschist stoppte das irdische Wirken Romeros. Der war dabei nicht einmal ein "Linker" und eher kein "Befreiungstheologe". Die Rolle der katholischen Kirche bei dem ganzen Fall ist auch nicht ganz so eindeutig, wenn ich mich recht an eine TV-Doku zum Mord an Romero erinnere.

Das passt zu dem, was u.a. Karl-Heinz Deschner über die katholische Kirche schrieb: "Mit Gott und den Faschisten". Im Kampf gegen die Kommunisten, diese Teufelsbrut, war und ist der katholischen Kirche noch jeder Mitsreiter recht. Dass der Pole Karol Woytila 1978 Papst wurde, war ähnlich wie jetzt die Wahl Bergoglios auch weniger zufällig bzw. überraschend, als es vielen damals erschien. Wem das zu sehr nach Verschwörungstheorie klingt, wer aber dennoch an Belegen dazu interessiert ist, dem empfehle ich u.a. das Buch von "Watergate"-Enthüller Carl Bernstein und Marco Politi "Seine Heiligkeit - Johannes Paul II und die Geheimdiplomatie des Vatikans" über die nach Aussage der Autoren "historische Allianz zwischen dem polnischen Papst und dem amerikanischen Präsidenten zur Niederschlagung des Kommunismus in Osteuropa". Auf Seite 320 ist u.a. zu lesen: "Die vom Antimarxismus geprägte historische Beziehung, die sich zwischen einer weltlichen und einer geistigen Supermacht entwickelte, führte zu einer engen Zusammenarbeit, die beiden Seiten großen Nutzen brachte, besonders im Hinblick auf Polen und Mittelamerika."

Es wundert mich angesichts dessen nicht, dass entgegen des Geredes vom "Papst der Armen" lateinamerikanische Linke eher besorgt ob der Wahl Bergoglios zum Papst sind. 2011 war über den "Diktatorenfreund" im österreichen Standard zu lesen: "Der Jesuit Bergoglio unterscheidet sich theologisch kaum von Benedikt. Politisch jedoch ist er fragwürdig: Er tolerierte die argentinische Militärdiktatur und fand nie auch nur ein Wort der Kritik an der Ermordung tausender Regimegegner. Dass so ein Mann unter den Kardinälen auf 40 Stimmen kam, ist eigentlich ein Alarmzeichen. 115 Kardinäle waren damals wahlberechtigt - 40 keine klaren Verteidiger der Menschenrechte." Blase Bonpane, der u.a. Priester in Guatemala war, kommentierte die Wahl Bergoglios zum Papst so: "“We have a situation here like Pius XII and the Third Reich."

Zeit online schreibt am 14. März 2013 im Zusammenhang mit der Papstwahl: "Lateinamerikas linke politische Bewegung ist auch deshalb so stark und erfolgreich, weil sie die öffentliche Armutsdebatte nahezu konkurrenzlos besetzte." Papst Franziskus könnte ein Versuch der weltlich und kirchlich Mächtigen sein, dem etwas entgegenzusetzen. Da dürfte das Gerede vom "Papst der Armen" der passende Mummenschanz sein. Dass es Bergoglio in seiner neuen Rolle nicht um irdische Gerechtigkeit geht, dürfte mit seiner ersten Messe deutlich geworden sein, in der er den Meldungen zu Folge die Kirche zur "Abkehr von weltlichen Versuchungen" aufrief, sonst verkümmere sie zu einer „mitfühlenden Nicht-Regierungsorganisation“. Schon sein Vorgänger, Papst Benedikt XVI., forderte:Kirche muss sich entweltlichen“. Alles andere wäre auch tatsächlich überraschend gewesen.

Papst für die Armen – so wäre es richtig, damit die Armen weiter stillhalten und sich angesichts ihres irdischen Elends weiter auf das Jenseits, auf den Himmel vertrösten. Dort kommen sie ja hin, wenn sie gottesfürchtig leben, untertänig bleiben und sich nicht auch noch um Homoehe, Verhütung und ähnliches Teufelszeug kümmern. Dafür haben sie in ihrem täglichen Existenzkampf sowieso keine Zeit.