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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!

Mittwoch, 22. April 2015

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 195

Gesammelte Nachrichten und Informationen zum Ukraine-Konflikt und dessen Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar

• Handel zwischen USA und Russland trotz Sanktionen gestiegen – die schaden auch den EU-Staaten
"Der Handel zwischen Russland und Amerika hat trotz der Sanktionen zugenommen. Wo die USA Schäden für sich befürchten, machen sie Ausnahmen. Das sagte Alexander Stadnik, Russlands Handelsvertreter in den USA, im Interview mit Ria Novosti. Aus seiner Sicht schaden die US-Sanktionen eher Europa und sind Teil einer Neuaufteilung des Weltmarktes.
„Seltsamerweise haben die Restriktionen das Gegenteil bewirkt. Trotz der Sanktionen stieg der russisch-amerikanische Handelsumsatz im Jahr 2014 nach Angaben der russischen Zollbehörde um 5,6 Prozent auf 29,2 Milliarden Dollar. Der US-Export nach Russland nahm dabei auf 18,5 Milliarden Dollar zu. Vor allem betrifft das Maschinen, Ausrüstungen und Luftfahrttechnik wie Boeing-Flugzeuge im Sinne der zuvor geschlossenen Verträge mit der Fluglinie Aeroflot und mit der russischen Staatsholding Rostec. Russland und die USA erfüllen ihre entsprechenden Verpflichtungen, es gibt aber auch neue Verträge“, sagte Stadnik.
Der russische Export in die USA sei um 4,1 Prozent zurückgegangen. Dies gehe vor allem auf den Ölpreis-Verfall zurück. Russlands Anteil am gesamten US-Handel habe im vergangenen Jahr 0,9 Prozent betragen. ...
Stadnik kommentierte die Auswirkungen der Sanktionen für Europa und die Welt: „Eigentlich beobachten wir eine Neuaufteilung des Weltmarktes, wobei sich ein neues Modell der Beziehungen unter den Großmächten herausbildet. Bei genauer Betrachtung schaden die Sanktionen am meisten nicht den Amerikanern, sondern den Europäern. Die USA verhalten sich pragmatisch, alles ist durchkalkuliert. Wo sie sich wegen der Sanktionen unwohl fühlen (wie etwa in Sachen Titan und Raketentriebwerke), machen sie Ausnahmen. Zwar haben die russischen Gegensanktionen manchen US-amerikanischen Nahrungsmittel-Herstellern (vor allem Geflügel-Lieferanten) geschadet, doch Europa ist mehr zu Schaden gekommen.“ ..." (Sputnik, 22.4.15)

• Große NATO-Manöver provozieren Russland
"Die baltischen Länder sind zu einem großen Übungsgelände der Nato geworden, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.
In Lettland geht heute das größte Manöver der Luftstreitkräfte der Allianz der letzten Zeit zu Ende, an dem Kampfjets der Nato-Länder sowie Schwedens und Finnlands beteiligt sind. Gleichzeitig findet unter dem Codenamen BALTRON eine Marineübung in der Ostsee statt.  In Estland wird eine „Tornado“-Übung unter Beteiligung von 2000 US-amerikanischen Luftlandesoldaten abgehalten.
Die Manöver werden von heftiger antirussischer Rhetorik begleitet. Zudem laufen bereits die Vorbereitungen für die  „Siil“-Übung der Allianz, die vom 4. bis 15.  Mai in Estland geplant ist.
Außerdem bemüht sich das westliche Militärbündnis um die Organisation eines so genannten „Hybrid-Kriegs“ gegen Russland. Laut den offiziellen Nato-Strukturen beginnt in dieser Woche die „weltweit größte“ Cyber-Übung „Locked Shields 2015“, an der sich 400 Vertreter von insgesamt 16 Staaten beteiligen werden. Dafür ist das in der estnischen Hauptstadt Tallinn befindliche Nato-Zentrum für Cyber-Kooperation zuständig.
Die Aktivitäten der Nato gegenüber Russland sind durchaus provokativ. Während Russland Anfang  Mai den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg feiern wird, zieht die Nato etwa 13 000 Soldaten an dessen Grenzen zusammen. Der Kommandeur der US-Truppen  in Europa, Generalleutnant Frederick Hodges, sagte, dabei werde „die Abwehr einer ‚realen Gefahr‘ seitens Russlands geübt.“ Der litauische Außenminister Juozas Olekas forderte die EU-Länder auf, Russland als Aggressor einzustufen, und verlangte von der Nato, dass sie ihre Abschreckungskräfte verstärkt. ..." (Sputnik, 22.4.15)

• Ausländische Kämpfer und Ausbilder bei Kiewer Truppen
"... Die US-Soldaten in Jaworiw sind nicht die einzigen westlichen Instrukteure der ukrainischen Streitkräfte. Schon seit einiger Zeit bilden in Mykolajiw an der Schwarzmeerküste Briten ukrainische Soldaten aus. Die kanadische Regierung will im Sommer ebenfalls 200 ihrer Militärs in die Ukraine schicken, um in Jaworiw und in einem Zentrum für Minenräumung in Kamenez-Podolsk das Kiewer Militär auf Vordermann zu bringen.
Mit informeller, vor allem finanzieller, Unterstützung der USA sind in den faschistischen Freiwilligenbataillonen auch Ausbilder aus Georgien und Israel am Werk. Israel hat vor einigen Tagen gedroht, seine Militärhilfe für die Ukraine zu verstärken, falls Russland seine Absicht wahrmacht, moderne Luftabwehrraketen des Typs »S-300« an den Iran zu liefern. ...
Schon seit dem Beginn des ukrainischen Bürgerkriegs hatten sich in die proukrainischen Freiwilligenbataillone auch Ausländer eingereiht. Ihre Zahl wird gegenwärtig auf etwa 1.000 geschätzt. Die größten Kontingente stammen offenbar aus Tschetschenien, Aserbaidschan und Georgien.
Die Russlandfeinde aus der ehemaligen Sowjetunion stellen dabei für Kiew ein gewisses Hindernis für die politisch gewollte Integration der Bataillone in die Armee dar. Denn laut Verfassung dürfen in den ukrainischen Streitkräften nur ukrainische Staatsbürger dienen. ..." (junge Welt, 22.4.15, S. 6)

• Lettland will NATO-Schutz vor Russland – Polen kauft US-Raketen
"In der Angst um die „russische Aggression“ will die baltische Republik Lettlands die USA um Luftabwehrraketen und um eine ständige Präsenz von NATO-Truppen ersuchen. Das sagte Lettlands Verteidigungsminister Raimonds Vejonis am Dienstag in Washington in einem Interview für RIA Novosti.
„Natürlich werden wir über die ständige Präsenz der Truppen der Allianz in der Region diskutieren, das ist für uns die Schlüsselfrage. Riga braucht auch Stinger-Raketen“, sagte der Ressortchef.
Vejonis äußerte die Hoffnung, dass es ihm während des Washington-Besuchs gelingen wird, sich mit Pentagon-Chef Ashton Carter und Kongressabgeordneten zu treffen und Probleme der militärischen Sicherheit in Nordeuropa und im Baltikum zu erörtern. „Ein weiteres Gesprächsthema sollen der gegenseitige Austausch von Informationen und nachrichtendienstlichen Daten sowie eine engere Kooperation zwischen Rüstungsbetrieben beider Länder sein“, sagte Vejonis.
In seiner Rede im Washingtoner Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS) erklärte der Minister, dass sein Land mit Hilfe der NATO auf eine militärische Abschreckung Russlands hinarbeiten wird. ..." (Sputnik, 21.4.15)
Ich bin wirklich fasziniert, wie es der Militärisch-Industrielle Komplex der USA und im Westen mit Hilfe seiner politischen, militärischen und medialen Lakaien geschafft hat und schafft eine neue "Russische Gefahr" zu provozieren und zu produzieren, um seine Profite zu sichern. Wie sie es schaffen, dass viele glauben und denken "Der Russe ist an allem schuld". Dem diente auch die aktive Rolle der USA beim Umsturz in Kiew im Februar 2014, um die Ukraine in Richtung Westen zu bringen. Sie wussten, wie Russland reagiert, weil das seit Jahren aus Moskau angekündigt war. Sie brauchten genau diese russische Reaktion, die deutlich macht "Bis hierher und nicht weiter", um diese dann als "russische Agression" zu verkaufen, vor der nun alle drumherum Angst haben (sollen) und weshalb sie nach Waffen und Truppen aus den USA und deren Lakaien bzw. Verbündeten, wie z.B. Deutschland, rufen. Alles nachlesbar, belegbar – und trozdem geht der ganze Zirkus weiter. Siehe auch die Äußerungen des Befehlshabers der US-Armee in Europa, Frederick Hodges, jüngst gegenüber der britischen Zeitung The Telegraph., der behauptete, Russland bedrohe Europa. „Ich denke, dass eine militärische Konfrontation vermieden werden kann “, sagte Hodges. „Doch man muss kampfbereit sein, um die Effizienz der Diplomatie zu sichern“. „Wir sind nicht an einer militärischen Auseinandersetzung interessiert, doch wir wollen bei allen Waffentypen eine Überlegenheit haben. ..." (Sputnik, 20.4.15) Wie absurd das eigentlich ist, zeigt sich, wenn Hodges zugleich eingesteht, dass Moskau keinen militärischen Konflikt mit der Nato anstrebe. Das alles mit ansehen zu müssen, ist auch bitter.
Hier noch ein Beispiel: "Polen wird künftig von US-amerikanischen „Patriot“-Raketen beschützt, und polnische Soldaten werden von französischen Hubschraubern „Caracal“ transportiert. Das berichtete heute die polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“, die von den Schlüsselentscheidungen in den wichtigsten Rüstungsausschreibungen im Wert von rund 35 Milliarden Zloty (8,77 Mrd. Euro) erfuhr.
Für Beobachter ist eine so schnelle Entscheidung über die wichtigsten Militäraufträge zum Modernisierungsprogramm der polnischen Streitkräfte bis 2022 eine Überraschung. Es war erwartet worden, dass sie bis nach den Präsidentschaftswahlen aufgeschoben würden, um keine politischen Kontroversen hervorzurufen. ..." (ORF, 21.4.15)

• Donezk: Kiew will Krieg fortsetzen
"Die Kiewer Machthaber bereiten einen neuen Krieg in der Donbass-Region vor. Das erklärte der Chef der selbst ernannten Donezker Republik, Alexander Sachartschenko, am Dienstag in Donezk.
„Behauptungen, wonach die Streitkräfte der Ukraine die Minsker Abkommen einhalten, sind eine dreiste Lüge. Allein in letzter Zeit zerstörten wir 16 schwere Waffen des Gegners, die bei der Aufklärung durch Kampf eingesetzt worden waren. Normalerweise folgt derartigen Einsätzen eine groß angelegte Offensive. Ich glaube, dass Kiew einen neuen Krieg entfesseln will“, sagte Sachartschenko.
Zu den am stärksten umkämpften Gebieten zählte der Republikchef die Siedlung Schirokino bei Mariupol am Asowschen Meer und den Donezker Flughafen." (Sputnik, 21.4.15)

• USA kündigen humanitäre Hilfe für Ukraine an
Das meldete u.a. Spiegel online am 21.4.15: "Die US-Regierung unterstützt die Ukraine mit einem Hilfspaket im Umfang von 17, 7 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 16,4 Millionen Euro). Das kündigte das Weiße Haus nach einem Telefonat von US-Vizepräsident Joe Biden mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko an.
Das Geld soll den Menschen in den Regionen helfen, in denen Regierungstruppen und prorussischen Kämpfer sich Gefechte liefern. Die Mittel sollen in Notunterkünfte, Essensgutscheine, Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen fließen, hieß es. ..."
Zum Vergleich die Steigerungen der US-Militärhilfe für Kiew und um welche Beträge es da geht:
- "... Unmittelbar nach dem Treffen mit Poroschenko gab das Weiße Haus in Washington bekannt, Obama habe seit März zusätzliche Militärhilfe in Höhe von 23 Millionen Dollar (16,86 Mio. Euro) genehmigt - dabei geht es bisher freilich nicht um Waffen sondern um nicht-letale Assistenz wie Verpflegung, Betriebsstoffe, Fernmeldemittel und Aufklärungsinformationen. ..." (Die Presse online, 4.6.14)
- "Im Staatshaushalt der USA für 2015 sind 112 Millionen Dollar als Militärhilfe zur Modernisierung der ukrainischen Streitkräfte vorgesehen. Außerdem soll wirtschaftliche Hilfe in Höhe von 130 Millionen Dollar geleistet werden.
Die amerikanische Militärhilfe für die Ukraine teilt sich auf in 45 Millionen Dollar für Reformen der ukrainischen Streitkräfte und 75 Millioenn Dollar im Rahmen des Programms "European Initiative", mit dem auch die Streitkräfte Georgiens und der Republik Moldau unterstützt werden. ..." (Eurasisches Magazin, 10.12.14)
- "... Die "New York Times" hatte unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtet, US-Außenminister John Kerry und US-Generalstabschef Martin Dempsey seien bereit, über Waffenlieferungen in die Ukraine zu sprechen. Auch die Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice, erwäge, ihren Widerstand gegen die Bereitstellung von Waffen aufzugeben.
Am Montag werde ein unabhängiger Bericht der Regierung in Washington empfehlen, der Ukraine unter anderem Schutzwaffen, Spähdrohnen und Panzerabwehrraketen im Wert von drei Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen. ..." (Phoenix.de, 2.2.15)
- "... Demnach besprachen US-Vizepräsident Joe Biden und der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko die Militärhilfen im Umfang von 75 Millionen Dollar (umgerechnet rund 71 Millionen Euro) in einem Telefonat. ..." (Deutsche Welle, 11.3.15)
Wie sieht es eigentlich mit der humanitären Lage in den USA aus: "Bedürftige in den USA erhalten vom Staat pro Woche Essensmarken im Gegenwert von 29 Dollar, umgerechnet etwas mehr als 27 Euro. ...
Die Idee für die »Food-Stamp-Challenge« hatte der amerikanische Sternekoch Mario Batali, der mit der Aktion darauf aufmerksam machen wollte, dass allein in New York 1,7 Millionen Menschen von diesen 29 Dollar in der Woche leben müssen. Landesweit sind es gut 47 Millionen (in den USA leben 317 Millionen). Sie kommen oft nur deshalb über die Runden, weil es wohltätige »Food-Banks« gibt, vergleichbar mit den deutschen »Tafeln«. ..." (junge Welt, 22.4.15, S. 10)

• US-Kurs auf langjährige Konfrontation mit Russland
Washington stelle sich auf ein langjähriges Duell mit Russland ein und macht das am russischen Präsidenten Wladimir Putin fest. Dieser werde noch zehn Jahre im Amt bleiben. Das schreibt die italienische Zeitung La Stampa in ihrer Onlineausgabe vom 20.4.15 und beruft sich auf ein internen Entwurf der US-Regierung, der ihr vorliege.
Die Verantwortung dafür wird Putin zugeschrieben, der den Kurs gegenüber dem Westen von Zusammenarbeit auf Gegnerschaft gewechselt habe. Die US-Regierung gehe davon aus, dass Putin bis 2024 Präsident bleibe. Deshalb werde es langjährige schwierige Beziehungen mit Moskau geben, bei denen die Ukraine nur ein Kapitel sei. Das gehöre zum Entwurf einer "Policy Review" für die Russland-Politik des Weißen Hauses, das gegenwärtig erstellt werde. Solche Dokumente seien Grundlage der bilateralen Beziehungen mit anderen Ländern und der Umsetzung der strategischen Interessen Washingtons dabei. Wenn sie vom US-Präsidenten unterschrieben sind, seien sie Ausdruck der offiziellen Politik der US-Regierung. Der Entwurf zur Rußlandpolitik werde in Kürze Barack Obama vorgelegt. Verantwortlich dafür sei Celeste Wallander, "Special Assistant" des Präsidenten und verantwotlich im Nationalen Sicherheitsrat der USA für Russland und Eurasien.
Konzeptioneller Ausgangspunkt sei, dass Moskau seine Strategie gegenüber dem Westen geändert habe. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe es sich für Zusammenarbeit als Mittel zur Modernisierung Russlands entschieden. Der Georgien-Krieg 2008 und die Ukraine-Krise hätten aber gezeigt, dass Putin einen Kurswechsel vollzogen habe und nun Wert darauf lege, die nationalen Interessen Russlands zu verteidigen, die durch die EU- und die NATO-Osterweiterung bedroht seien. Moskau habe die Idee der Modernisierung aufgegeben, bis auf den Verteidigungssektor, und habe sich für den Weg der Konfrontation entschieden.
Die USA wollen dem bericht zufolge darauf reagieren, in dem sie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Nachbarländer Russlands, die sich bedroht fühlten, stärken, aber nicht militärisch. Der erste Test dafür sei die Ukraine. Bis zum Jahresende laufe die Frist für die Umsetzung von Minsk II. Wenn Moskau weiter dagegen verstoße, würden die westlichen Sanktionen verschärft. Diese seien so entworfen, dass sie nicht verherrend wirkten und zum einen erhöht werden könnten und zum anderen Moskau zeigen sollen, wenn es seinen Ukraine-Kurs ändere, würden sie beendet. Washington habe kein Interesse an einer Verschärfung der Konfrontation, so die italienische Zeitung aus dem Papier. Die USA würden weiter mit Russland zusammenarbeiten wollen, so bei der Abrüstung, der Nichtverbreitung von Atomwaffen, der friedlichen Nutzung des Weltraums und der Arktis. Das solle nicht gefährdet werden, weil die Alternative dazu wäre "das Chaos zu riskieren oder sogar Krieg".

• Putin: Nur schwaches Russland ist für den Westen ein gutes Russland
"Die westlichen Staaten finden Russland nur dann gut, wenn es schwach und auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Diese Meinung vertrat der russische Präsident Wladimir Putin in einer Dokumentation, die dem 15. Jahrestag seit Beginn seiner ersten Amtszeit gewidmet ist.
„Ich habe manchmal den Eindruck, dass sie uns nur dann lieben, wenn wir humanitäre Hilfe brauchen“, sagte Putin in einem TV-Trailer der Dokumentation. Der Streifen „Der Präsident“ soll am 26. April im russischen Fernsehen in voller Länge ausgestrahlt werden." (Sputnik, 20.4.15)

• Putschist Klitschko bekommt Kölner Adenauer-Preis
"Vor der Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises werfen Kritiker dem ukrainischen Politiker und Ex-Profi-Boxer Vitali Klitschko ein Bündnis mit Rechtsextremen vor - und die Absage des CSD in Kiew. In Köln wird er sich dennoch ins Goldene Buch eintragen.
Wenige Tage vor der Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises der Stadt Köln gibt es Kritik an der Auswahl des Preisträgers Vitali Klitschko. Das Kuratorium, dessen Vorsitzender Oberbürgermeister Jürgen Roters ist, hatte sich im vorigen Dezember einstimmig für den früheren Boxweltmeister und jetzigen Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew entschieden. Klitschko werde für sein „beispielloses Engagement für Frieden und Demokratie in der Ukraine“ ausgezeichnet. Vertreter der Linken fordern dagegen, die für den kommenden Donnerstag geplante Feier abzusagen. „Herr Klitschko hat sich keineswegs für die europäische Einigung eingesetzt. Er hat sich mit Ultranationalisten und Faschisten verbündet und verharmlost dies bis heute“, sagte Tanja Groß, die zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin in Kalk.
Roters hat Klitschko in einem Schreiben über die Ehrung des Adenauer-Preise informiert, der alle zwei Jahre vergeben wird. Seine ungewöhnliche Karriere vom früheren Box-Weltmeister zum Politiker und Bürgermeister habe das Kuratorium ebenso überzeugt wie seine mutige und engagierte Art, Probleme zu thematisieren und anzugehen, heißt es in dem Brief.
Eine der Amtshandlungen Klitschkos war es, den CSD in Kiew abzusagen. Aus Sicherheitsgründen, lautete die Begründung damals. „Ob das ein berechtigter Einwand oder nur ein Vorwand war, ist von hier aus nur schwer einzuschätzen“, sagte Jörg Kalitowitsch, Vorstandsmitglied des Kölner Lesben- und Schwulentages. ...
Die Auszeichnung Klitschkos sei „ein „wichtiges symbolisches Signal für die Demokratisierung in der Ukraine“, sagte Bürgermeister Ralf Heinen (SPD).
Seine Parteigenossen in Osnabrück hatten sich zuletzt weniger positiv über Klitschko geäußert: Sie wollten verhindern, dass der Politiker, der sich bei den Maidan-Protesten mit der rechtsextremen Svoboda-Partei verbündet habe, seine Unterschrift in das Goldene Buch der Stadt setzen durfte. In Köln, so will es das Protokoll, wird er sich ebenfalls ins Goldene Buch eintragen. CDU-Vorsitzender Bernd Petelkau sieht keinen Anlass zu Bedenken: „Er hat sich als eine demokratische Säule in der Ukraine erweisen. Dass die innenpolitische Situation dort schwierig ist, steht außer Frage.“ ..." (Kölner Stadt-Anzeiger, 17.4.15)

• Wie die ARD einen "Putin-Troll" (er)fand ...
"Eine sehr lange Zeit hat das gedauert, bis die Tagesthemen endlich einen Putin-Troll präsentieren konnten. Diesen einen Troll, den der Schweizer Tagesanzeiger bereits in seiner Ausgabe vom 27. März stolz präsentierte. Gute vier Minuten, inklusive der Anmoderation durch Tagesthemen-Anchormann Thomas Roth versuchte die ARD dem deutschen Fernsehzuschauer das Bild einer dunkel-düsteren, russischen Propagandafabrik im Herzen des ehemaligen Leningrads näher zu bringen. Und wer wäre besser geeignet als die Moskaukorrespondentin Golineh Atai, eine Geschichte zu erzählen, deren Faktenarmut durch ein paar gestellte Bilder und ein Interview mit einem höchst dubiosen Zeitzeugen zu einer Nachricht aufgebauscht wurde. ...
Golineh Atai verschweigt uns den Nachnahmen des Mannes. In Geheimdienstkreisen, das wissen wir aus unzähligen Agentenfilmen, werden keine Namen genannt. Dort muss der Vorname reichen. Vielleicht verrät uns Atai aber auch deswegen den Namen nicht, weil nicht so klar ist, wie der Mann wirklich heisst. Im März nannte der Schweizer "Tagesanzeiger" ihn Marat Burkhard. Auch in anderen Publikationen wird dieser Name genannt.
Aber der Mann taucht schon einmal im "Tagesanzeiger" auf. Damals, anscheinend noch nicht in Putins Diensten in geheimer Mission unterwegs. Nämlich am 05. August 2010. Diesmal trägt er den Namen Marat Mindiyarov und er berichtet über das Leben in Moskau während der grossen Waldbrände, die damals rund um die Stadt tobten. Er habe, so teilt uns der "Tagesanzeiger" damals mit, von 2006 bis 2010 in der Schweiz, im Kanton Bern gelebt. Zur Zeit, also im August 2010 arbeitete er in Moskau in einem Hostel und als Touristen Guide.
Im März diesen Jahres berichtet der Tagesanzeiger über den Mann, der nach Golineh Atais Aussage, "ein ehemaliger Geographielehrer" ist: "Über Burkhard, 40 Jahre alt, ist wenig bekannt. Ein schmaler Blog in radebrechendem Deutsch zeigt, dass er 2006 in Bern Literatur studierte, 2007 Arbeit als Réceptionist in Davos fand und 2011 in einem Vorort von Sankt Petersburg strandete : Ohne Geld, ohne Arbeit, ohne Liebe, in einer Stadt, wo ich nicht leben will, mit einem Leben, das ich nicht haben will. Damals in der Schweiz war sein Traum, Schriftsteller werden." Zumindest erahnen lassen sich die Gründe für Marats plötzlichen Drang, den westlichen Medien als Kronzeuge für die Punische "Trollfabrik" zu dienen. ...
Diese reichlich zwielichtige Gestalt scheint ansonsten in seinen 40 Lebensjahren nicht viel zustande gebracht zu haben. So warnt eine St. Petersburger Kreuzfahrtgesellschaft öffentlich im Netz andere Arbeitgeber vor Marat Mindiyarov: Sie mögen sich nicht von den Geschichten täuschen lassen, die er erzählt. Marat zeige einen ungehobelten Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden, seine Arbeitsdiziplin lasse zu wünschen übrig (Fehlzeiten) und er habe bereits vor seiner Anstellung bei der Kreuzfahrtgesellschaft rund ein dutzend Arbeitsstellen inne gehabt. ...
Die Tagesthemen verkaufen uns die Story vom Troll Marat, als sei sie auf Golineh Atais eigenem Mist gewachsen. Wie sagte noch Thomas Roth in seiner Moderation:
"Golineh Atai hat einen ehemaligen russischen Troll getroffen, der aus diesem schmutzigen Geschäft des Täuschens ausgestiegen ist."  Das ist, gelinde gesagt, eine dreiste Lüge. Aber wenn die Rosstäuscher von ARD-aktuell erst einmal loslegen, bleibt nichts wie es eigentlich ist. Wie wir gesehen haben, hat der Schweizer Tagesanzeiger bereits am 27. März die Geschichte von "Marat Wie-auch-immer" in aller epischen Breite und Länge verwurstet. Die Schweizer haben aber wenigsten noch so viel Anstand im Leib, dass sie nicht verschweigen, auf wen diese schöne Geschichte letztendlich zurück geht:
"Danach gab er (Marat, d. A.) dem amerikanisch finanzierten Sender Radio Free Europe ein langes Interview."  Der jahrelang von der CIA finanzierte Propagandasender "Radio Free Europe" erschien den Machern von "ARD-aktuell" denn doch wohl ein bisschen zu dubios. So erfanden sie einfach das Treffen Marats mit der Speerspitze deutscher Falschinformationen und begabter Märchenerzählerin, Golineh Atai und aus dem uralt Propaganda-Märchen von "Radio Free Europe" wurde eine Scheinreportage in der es so richtig schön menschelt. Man sieht mit der nötige Chuzpe und dem Fehlen jeglichen Ehrgefühls macht ein deutscher öffentlich-rechtlicher Fernsehsender noch aus der Drittverwertung einer Story vier Minuten Sendezeit." (Spiegelkabinett, 17.4.15)

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alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen


die täglichen Berichte der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine