Bitte beachten:

Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!

Donnerstag, 16. April 2015

Buchtipp zum 9. Mai

Aus Anlass des 70. Jahrestages des Sieges über den deutschen Faschismus hier der Hinweis auf ein neues Buch über den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion 

Erich Später hat in der Zeitschrift Konkret eine Serie mit Beiträgen über den deutschen faschistischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion von 1941 bis 1945 veröffentlicht. Die Serie unter dem Titel "Der dritte Weltkrieg" erschien seit 2011 bisher in unregelmäßiger Folge.

Später macht in der Serie auf bekannte wie auch unbekannte und ebenso verschwiegene Aspekte des faschistischen Vernichtungskrieges im Osten aufmerksam. Er verweist in den Beiträgen immer wieder auch auf die Zusammenhänge mit der Gegenwart, darauf, wie das historische Geschehen bis heute nachwirkt. Der Autor ist Historiker und Geschäftsführer der Heinrich-Böll-Stiftung im Saarland. Auf deren Homepage ist Teil 18 der Serie, über die deutsche Besatzung der Krim, als PDF-Datei zu finden.

Im jüngsten Teil 23 in Heft 4/2015 von Konkret stellt Später u.a. fest: "Der Krieg in der Sowjetunion endet im historischen Bewusstsein vieler Deutscher irgendwann nach der Schlacht von Stalingrad. Der lange Vormarsch der Roten Armee durch die ausgemordete und zerstörte westliche Sowjetunion kommt in der deutschen Erinnerungskultur kaum vor. ...
Prägend für dieses Bild ist bis heute die nationalsozialistische Propaganda gegen die Sowjetunion und die Rote Armee, die mit der ostpreußischen Ortschaft Nemmersdorf verbunden ist. ...
Die Darstellung vermeintlicher Greueltaten der Roten Armee ist in der Bundesrepublik noch einmal radikalisiert worden und stellte schließlich selbst die Goebbelsche Propaganda in den Schatten. ..." Dazu habe auch die SS-Propagandaabteilung "SS-Standarte Kurt Eggers" beigetragen, deren Angehörige wie Kurt Lothar, Henri Nannen, Joachim Fernau, Rudolf Hagelstange und Paul karl Schmid "in der Bundesrepublik glänzende Karrieren absolvieren sollten".

Die Serie wird nun in einem Buch Anfang Mai im Conte Verlag erscheinen. Da ich die Beiträge zum Teil kenne und sehr gut und interessant finde und den Inhalt nur weiter empfehlen kann, weise ich heute schon, kurz vor dem 70. Jubiläum des Sieges über die faschistischen Vernichtungskrieger, mit Hilfe der Verlagsinformationen auf das Buch hin:

"Mit 3,6 Millionen Soldaten, 3 500 Panzern und 2 700 Flugzeugen beginnt Deutschland am 22. Juni 1941 den Krieg gegen die Sowjetunion. Antikommunismus, Rassismus und Antisemitismus verschmelzen im apokalyptischen Vernichtungskrieg gegen den »jüdischen Bolschewismus«. 1941 zählt die Bevölkerung der Sowjetunion 194 Millionen Menschen. Innerhalb von fünf Monaten gelingt es den deutschen Truppen ein riesiges Gebiet von über einer Million Quadratkilometern zu erobern und 55 bis 60 Millionen Menschen einer erbarmungslosen Besatzungsherrschaft zu unterwerfen. Der Vormarsch der deutschen Wehrmacht ist verbunden mit der Ermordung vieler Millionen sowjetischer Bürger. Für die sowjetischen Soldaten und die Zivilbevölkerung wird sehr schnell klar, dass die endgültige militärische Niederlage ihre totale Vernichtung bedeutet. Daraus erwachsen ein verzweifelter Wille zum Widerstand und die Mobilisierung aller Reserven. Es folgt der lange verlustreiche Vormarsch der »Roten Armee« nach Westen, die Zerschlagung der unbesiegbar erscheinenden Wehrmacht, die Befreiung von Auschwitz und schließlich die Eroberung Berlins.
Mit dem Vormarsch der deutschen Wehrmacht und der SS in der Sowjetunion wird im gesamten deutschen Machtbereich das radikalste Programm zur vollständigen Vernichtung eines Teils der Menschheit, das jemals erdacht und geplant wurde, umgesetzt. Die unterschiedslose Ermordung aller jüdischen Männer, Frauen und Kinder beginnt am ersten Tag des Feldzugs und endet erst mit der Kapitulation der Wehrmacht gegenüber der »Roten Armee« am 9. Mai in Berlin.
Die 30 Kapitel beschäftigen sich chronologisch mit bekannten und unbekannten Aspekten des Krieges und seinen gewaltigen Nachwirkungen, die bis in die unmittelbare Gegenwart reichen.
Das Buch basiert auf einer Artikelserie des Autors "Der dritte Weltkrieg", die seit Juni 2011 kontinuierlich in der Zeitschrift Konkret veröffentlicht wird. Diese erscheinen nun zum Teil überarbeitet und wurden durch bisher nicht veröffentlichte Kapitel ergänzt.
Der »beispiellose, alle Erfahrung überbietende Charakter der deutschen Gewalt« im Krieg an der Ostfront veranlasste den Publizist Joachim Fest in seiner Biographie über Hitler festzustellen: »wie sehr der Feldzug auch strategisch mit dem Gesamtkrieg verbunden war, bedeutet er doch dem Wesen und der Moral nach etwas gänzlich Neues; gleichsam den dritten Weltkrieg«."


Erich Später: Der dritte Weltkrieg – Die Ostfront 1941-45

Conte Verlag 2015
ca. 300 Seiten, engl. Broschur
ISBN 978-3-95602-053-7
Preis 16,90 €

aktualisiert: 17.4.15; 1:22 Uhr