Bitte beachten:

Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!

Montag, 23. Juni 2014

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 13

12. Fortsetzung der gesammelten Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar (aktualisiert: 17:34 Uhr)

Da die Nachrichten chronologisch sortiert sind, ist die interessante Information über Prososchenko als Informant des US-Außenministeriums gegen Ende des Mosaiks zu finden.

• Mehr als 40 Kinder getötet
"Mehr als 40 Kinder sind nach Angaben des ukrainischen Parlaments (Rada) bei den Gefechten in der Ost-Ukraine durch Kugeln und Splitter getötet worden.
Dutzende Kinder seien durch herumfliegende Splitter tödlich verletzt worden, weil sie am Fenster gestanden haben, als sich in der Nähe eine Explosion ereignet habe, teilte Tatjana Bachtejewa, Chefin des Gesundheitsausschusses der Rada, am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur UNN mit. Nach ihren Worten wurden mehrere unschuldige Kinder von Kugeln ins Herz getroffen. Das ukrainische Gesundheitsministerium konnte in einem Gespräch mit RIA Novosti diese Zahlen nicht bestätigen. Das Ministerium habe keine aktuellen Angaben, teilte ein Sprecher mit. ..." (RIA Novosti, 23.6.14)

• Poroschenkos Plan B: Angriff im Donbass
"Der „Plan B“, den der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko seinen Gegnern im Südosten des Landes in Aussicht gestellt hat, sieht militärische Handlungen gegen die Kohlebergbau-Region Donbass vor. Dies teilte  Poroschenkos Berater Juri Luzenko am Montag mit.
„Wer den Waffenstillstand bricht, bekommt eine bewaffnete Antwort“, sagte Luzenko, einst Innenminister in der Regierung Julia Timoschenko, nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform. „Wenn Donbass die von der ukrainischen Regierung gereichte Hand nicht annimmt, müssen wir zu der Sprache greifen, die sie hören wollen“. ..." (RIA Novosti, 23.6.14)

• Milizen lehnen Waffenruhe ab
"Die ostukrainischen Milizen haben den Abzug der ukrainischen Truppeneinheiten aus der Region als Bedingung für eine Stabilisierung der Lage genannt. Sie wollen die von Kiew ausgerufene Feuerpause, welche mit ihnen nicht abgestimmt worden sei, nicht befolgen.
Wie der „Volksgouverneur“ der Donbass-Region, Pawel Gubarew, am Montag mitteilte, hat er seinen eigenen Stabilisierungsplan entworfen, der den Abzug der ukrainischen Truppen aus der Region sowie die Anerkennung der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ vorsieht.
„Die Bürgerwehr der Volksrepublik Donezk akzeptiert nicht die Waffenruhe, die ukrainische Militärs ohne jede Abstimmung mit uns erklärt haben“, so Gubarew. „Wir werden weiter kämpfen.“ ..." (RIA Novosti, 23.6.14)
"... Die Aufständischen teilten mit, dass sie den Ankündigungen nicht glaubten. "Wir haben schon hundertmal von einer Waffenruhe seitens der Nationalgarde und der ukrainischen Armee gehört. Aber die Militäroperationen hören keine Minute auf", sagte der Donezker Separatistenanführer Andrej Purgin. "Niemand wird die Waffen niederlegen", sagte auch der Anführer Miroslaw Rudenko. Die Waffenruhe gilt offiziell bis zum Freitag, 27. Juni. ..." (Die Presse, 21.6.14)

• EU will mit Russland über Ukraine-Assoziierung reden, aber nichts daran ändern
"Die Europäische Union brachte ihre Bereitschaft zum Ausdruck, mit Russland die Fragen zu besprechen, die mit dem Assoziierungsabkommen mit der Ukraine in Verbindung stehen. Die Beratungen könnten den Angaben der Diplomaten in Brüssel nach  im Juli durchgeführt werden, berichtet die Deutsche Welle.
„Ein Vertreter der Europäischen Kommission hob hervor, während der Beratungen mit Russland werde es nur um Formen der Verwirklichung des Assoziierungsabkommen gehen, nicht aber um irgendwelche Änderungseintragung darin“, - heißt es im Bericht. ..." (Ukrinform, 23.6.14)

• Ukrainischer UN-Diplomat: Keine Verhandlungen mit "Terroristen"
"Die Organisation der Vereinten Nationen habe den Friedensplan von Präsidenten Poroschenko positiv angenommen, es werden aber keine Verhandlungen mit Terroristen unter Vermittlung der Vereinten Nationen geben können. Das hat der Ständige Vertreter der Ukraine bei der UNO Juri Sergejew in der Live-Sendung des Inter-Fernsehsenders erklärt, berichtet die Ausgabe „Ukrainska Prawda“.
„Eines der Prinzipien der Vereinten Nationen besteht darin, dass es keinen Dialog mit Terroristen geben könnte… Um desto mehr, dass Girkin und die anderen, sie sind doch russische Bürger und haben kein Recht, die Regelung der Probleme der Ukraine zu erörtern“, - hob der Diplomat hervor und betonte dabei, es gebe keinen Zweifel in Bezug auf russische Abstammung und Bürgerschaft der Kämpfer im Osten der Ukraine. ..." (Ukrinform, 23.6.14)

• Linksparteipolitiker Bartsch: "Nicht nur ein Schuldiger"
Der Vize-Chef der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, gegenüber der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, 23.6.14:
"Sie und Ihre Partei gelten in der Ukraine-Krise als Russland-Versteher...
...was mir lieber ist, als Russland nicht zu verstehen. Ohne Russland gibt es dort keine Lösung.
Sind Sie zu blauäugig?
Nein. Man muss sich immer fragen, wie der Konflikt so eskalieren konnte. Da hat auch der Westen schwerwiegende Fehler gemacht. Es ist gut, dass es mit der Linken eine Partei gibt, die darauf aufmerksam macht, dass es nicht nur einen Schuldigen gibt.
Können wir mal nach vorn schauen? Ist ein Waffenstillstand realistisch?
Ich sehe eine reale Chance, zu einem Waffenstillstand zu kommen. Aber machen wir uns nichts vor: Die Ukraine wird für mehr als ein Jahrzehnt ein Land mit riesigen Problemen bleiben. Wenn Putin eine militärische Lösung wollte, hätte er sie längst erreichen können. Die einzige Chance zur Lösung des Konflikts ist meines Erachtens eine föderale Struktur mit mehr Eigenständigkeit für die Regionen des Landes. Die Strukturfrage wird aber gelöst werden, da bin ich zuversichtlich. Das Hauptproblem ist mittelfristig die schwere ökonomische Krise der Ukraine."

• EU droht weiter Russland
"Russlands Präsident Wladimir Putin soll nach dem Willen der EU-Außenminister den Friedensplan in der Ukraine unterstützen. Ansonsten drohten seinem Land verschärfte Sanktionen, hieß es vor dem Gipfel der Außenminister in Luxemburg. "Wir hoffen jetzt und erwarten, dass Russland sich bereit zeigt zur Kooperation", sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Sein britischer Amtskollege William Hague sagte vor dem Treffen: "Wir sind zu erweiterten Sanktionen bereit, und niemand in Moskau sollte daran Zweifel haben." Auf dem kommenden EU-Gipfel am Freitag in Brüssel solle von den Staats- und Regierungschefs bewertet werden, wie sich Russland verhalte, sagte Hague. ..." (Spiegel online, 23.6.14)
Zur Erinnerung: Der russische präsident Wladimir Putin unterstütze den Plan des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko für einen Waffenstillstand und dessen Absicht zu konkreten Schritten für eine friedliche Lösung der Krise. Das meldet die Nachrichtenagentur ITAR-TASS am 21.6.14. Putin habe alle Konfliktparteien aufgefordert, "alle Feindseligkeiten zu beenden und Gespräche zu beginnen". (siehe Folge 12)

• Forderungen nach Verhandlungen und ein Dilemma
"Rußlands Präsident Wladimir Putin hat die von seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko ausgerufene Waffenruhe als ersten Schritt zu einer Beruhigung der Lage im Donbass begrüßt. In einer am Samstag in Moskau veröffentlichten Erklärung forderte Putin darüber hinaus, daß Kiew und die Rebellen im Donbass direkte Verhandlungen aufnehmen sollten; anders sei Poroschenkos Plan unrealistisch und ohne jede Perspektive. Putins Erklärung ist die bisher deutlichste Distanzierung von den Äußerungen der Anführer des Aufstands in Donezk und Lugansk. ...
Daß der Aufstand im Donbass zum Scheitern verurteilt ist, wenn die Re­gion auf sich selbst gestellt bleibt, hatten einige Anführer der Rebellion schon in den letzten Tagen eingeräumt. Sie gaben dem Widerstand für diesen Fall noch eine Frist zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Die von den Aufständischen erbetene direkte russische Unterstützung bleibt unterdessen aus. Moskau beschränkt sich auf die diskrete Lieferung von Waffen und bisher wenig erfolgreiche Diplomatie. Rußland war, anders als die westliche Propaganda seit Monaten behauptet, nie daran interessiert, sich eine Region vom Umfang Bayerns mit einer sanierungsbedürftigen und auf Rohstoffe aus der Zentralukraine angewiesenen Schwerindustrie einzuverleiben, die nicht einmal über eine direkte Landverbindung auf die Krim verfügt. ...
So steht Putin im Moment vor einem Dilemma: Ihm droht ein Gesichtsverlust. Die erfolgreiche Krim-Aktion im Frühjahr hat nicht nur im eigenen Land seine Zustimmungswerte auf lange nicht mehr gesehene Werte hochgetrieben; er hat dadurch auch bei den Teilen der Bevölkerung, die sich dem Aufstand angeschlossen haben, Hoffnungen geweckt.
Ihnen gegenüber machte Putin deutlich, daß die Übernahme durch »Mütterchen Rußland« keine Option ist. Bei einer Kranzniederlegung aus Anlaß des Jahrestags des deutschen Angriffs von 1941 rief er am Sonntag in Moskau ausdrücklich zu einer Kompromißlösung im Donbass-Konflikt auf. Es gehe darum, daß die Bewohner des Südostens der Ukraine sich als untrennbarer Teil jenes Landes fühlen könnten. Jenes Landes. Man darf gespannt sein, ob die Westmedien diese Aussage Putins zur Kenntnis nehmen. Mit ihren eigenen Annexionsspekulationen ist sie nicht vereinbar." (junge Welt, 23.6.14)

• Wie der Krieg finanziert wird
"Die Finanzierung der ukrainischen Militäraktion im Donbass ist ein wohlgehütetes Geheimnis, auf das nur gelegentlich Zufallsinformationen etwas Licht werfen. Da die laufenden Steuereinnahmen der Regierung durch den Bürgerkrieg im Donbass – das in ruhigeren Zeiten mindestens ein Fünftel des ukrainischen Sozialprodukts erbrachte – einbrechen, die Landeswährung Griwna seit Jahresbeginn um fast 50 Prozent abgewertet hat und die makroökonomischen Indizes zurückgehen, sind offensichtlich kreative Finanzierungstechniken erforderlich.
Den Finanzbedarf für einen Tag Krieg in der Ostukraine schätzte die russische Zeitung Iswestija Ende Mai auf drei Millionen US-Dollar. Damit müßten seit dem Beginn der »Antiterroroperation« Kosten von rund 200 Millionen Dollar aufgelaufen sein; wahrscheinlich sind sie de facto höher, weil Kiew seit der Präsidentenwahl die Kampfhandlungen intensiviert hat. Nicht endlos verlängerbar sind die Ressource Patriotismus und das Vertrösten der Soldaten auf bessere Zeiten; Kommandeure von Freiwilligeneinheiten beschweren sich regelmäßig in ukrainischen Medien, daß die Kämpfer keinen Sold bekämen, was ein übler Undank des Vaterlandes sei.
Öffentlich am sichtbarsten sind Aufforderungen an die Bevölkerung, die Armee durch Spenden zu unterstützen. ...
Im technischen Sinne wird die Liquidität der Kiewer Regierung, wie es scheint, derzeit aus zwei Quellen gesichert: zum einen aus den »Hilfskrediten« von EU und IWF, von denen seit dem Frühjahr rund zwei Milliarden US-Dollar geflossen sind; die in den jüngsten Gasverhandlungen zu beobachtende ukrainische Taktik, Abschlagszahlungen an Moskau unter allen denkbaren Vorwänden zu verweigern, dürfte nicht zuletzt damit zu erklären sein, daß das Geld aus Brüssel und Washington von Kiew für militärische Zwecke dringender benötigt wird.
Die andere aktuelle Finanzierungsquelle des Krieges scheint zu sein, daß die ukrainische Nationalbank Teile ihrer Goldreserven zu Geld macht. ..." (junge Welt, 23.6.14)

• Russland: Westen verantwortlich für die Lage
"Russland unterstützt die Entscheidung von Pjotr Poroschenko zu einer Waffenruhe. Sie und ein aus fünfzehn Punkten bestehender Friedensplan, den der neue ukrainische Präsident am Freitag vorlegte und bei einem Telefonat auch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin erörterte, müssten, so Kremlsprecher Dmitri Peskow, »als Gelegenheit für konstruktive Verhandlungen und politische Kompromisse wahrgenommen werden«. ...
Weitaus skeptischer als der Präsident, dem er direkt unterstellt ist, äußerte sich der russische Außenminister zu Poroschenkos Friedensplan. Diesem, rügte Sergej Lawrow, fehle das Wichtigste: Direkte Verhandlungen der ukrainischen Zentralregierung mit den »Anhängern der Föderalisierung« wie die offizielle russische Sprachregelung für die Separatisten lautet. Das sei ein klarer Verstoß gegen die Genfer Erklärung, auf die sich Russland, die Ukraine, die USA und die EU am 17. April verständigt hatten. ...
Die Realisierung des Friedensplans, glaubt daher Außenamtschef Lawrow, werde vom Westen abhängen. »Europa« und die USA hätten »die Verantwortung für den Umsturz und für die darauffolgende Vorbereitung der Präsidentenwahlen übernommen. Jetzt sollte diese Verantwortung in konkrete Schritte umgemünzt werden«. ...
Kritische Medien gaben zu bedenken, das Mandat zur Truppenentsendung, das der russische Senat dem Kremlchef auf dem Höhepunkt der Krim-Krise erteilte, sei nach wie vor gültig. ..." (Neues Deutschland, 23.6.14)

• Neuer Außenminister Pawlo Klimkin wollte schon immer in die EU
"Dass sein Land genau dorthin gehöre, stand für Klimkin schon als Botschafter in Berlin von 2012 bis 2014 nicht in Frage. Bis zum Schlachtfest ins Eichsfelder Birkungen trug er in den Tagen des Maidan die Botschaft, dass »die Demonstranten in meiner Heimat für Freiheit und für eine europäische Ukraine kämpfen«. Auch seine harsche Ablehnung des russischen Vorgehens auf der Krim verkündete er öffentlich.
Von einem »Eurorealisten« schrieb die ukrainische Internetzeitung »Segodnja«. Kollegen würden ihm höchste Wertschätzung wegen seiner Professionalität zollen. In die Europäische Union führe der einzig richtige Weg für die Ukraine, wurde er schon 2011 zitiert. Das damals aber auch mit dem Hinweis, dass mit Russland eine »strategische Partnerschaft« angestrebt werden solle.
Die russische »Gaseta.ru« frohlockte jetzt: »Das ukrainische Außenministerium haben sie einem Russen gegeben.« Das Außenministerium in Moskau schien erleichtert. Eine Zusammenarbeit mit dem »erfahrenen und bekannten Diplomaten« sei »gut möglich«. Da hatte sich Moskau sicher mit der Biografie des Ukrainers beschäftigt. Denn der 46-Jährige ist gebürtig aus dem russischen Kursk, studierte in Moskau Aerophysik und Weltraumforschung. Seine diplomatische Karriere in der Ukraine begann 1993 in der Abteilung Rüstungskon᠆trolle und Abrüstung. Erfahrungen, die er gerade jetzt gut brauchen kann.
Bei der Bestätigung des neuen Chefdiplomaten im Parlament trauerte erkennbar nur die rechtsextreme Fraktion »Swoboda« dem Vorgänger nach. ..." (Neues Deutschland, 23.6.14, S. 2)

• Gefechte trotz "Waffenruhe"
"Trotz der vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ausgerufenen einwöchigen Feuerpause hat es in der Ostukraine auch am Wochenende wieder Gefechte zwischen der Armee und prorussischen Milizen gegeben. Das ukrainische Militär meldete am Samstag Rebellenangriffe auf zwei Grenzposten in der Region Donezk. Dabei seien neun Grenzwächter verletzt worden. Die Führung der prorussischen "Volksrepublik Donezk" erklärte indes, die Ortschaft Slawjansk sei von der ukrainischen Armee aus der Luft und mit Artillerie angegriffen worden.
"Es gibt keine Waffenruhe", sagte eine Frau namens Lila Iwanowna der Nachrichtenagentur AFP im vier Kilometer von Slawjansk entfernten Dorf Andrijiwka. "Am Freitagabend haben sie geschossen und dann wieder ab vier Uhr morgens, und jetzt geht es weiter." Währenddessen waren Schüsse der ukrainischen Artillerie von einem Hügel oberhalb des Dorfs in Richtung Slawjansk zu hören.
Poroschenko hatte am Freitag gesagt, die Waffenruhe bedeute nicht, "dass wir Angriffe auf unsere Truppen nicht erwidern". ..." (Die Presse, 22.6.14)

• Kosaken sollen OSZE-Beobachter entführt haben
"Seit fast einem Monat werden zwei OSZE-Teams in der Ukraine festgehalten. Hinter den Entführern stehen womöglich einflussreiche Kreise in Russland. Dies vermuten westliche Diplomaten, die sich um die Freilassung der neun Geiseln bemühen.
Direkte Kontakte mit den Entführern belegen, dass die Männer und Frauen an zwei verschiedenen Orten festgehalten werden, in Perewalsk und Sewerodonezk, und zwar von dem Rebellenkommandanten und Geschäftsmann Nikolai Kosizyn. Der Pate aus dem Luhansk-Distrikt gehört zur ethnisch-kulturellen Führungsstruktur der Kosaken in der Ukraine.
Bei Verhandlungen fällt immer wieder der Name des ranghöheren Viktor Wodolazki, der als Abgeordneter in der russischen Duma sitzt. Seine Position in der Hierarchie der Kosaken könnte ihm ermöglichen, die Freilassung der Geiseln zu erwirken.
Die Motive der Entführer sind bislang unklar, sie haben keinerlei Forderungen gestellt. Es wird vermutet, dass die Geiseln als menschliche Schutzschilde benutzt werden und die Kosakengruppe Angst verbreitet, um Druck auf die übrigen OSZE-Beobachter auszuüben. ..." (Spiegel online, 22.6.14)

• Poroschenko mit Verhandlungsangebot
"Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den prorussischen Separatisten im Osten des Landes Verhandlungen angeboten. In einer zwölfminütigen im Voraus aufgezeichneten Fernsehansprache, die am Sonntag ausgestrahlt wurde, sagte Poroschenko, er sei "bereit, mit denen zu diskutieren, die auf Abwegen sind, die irrtümlich separatistische Positionen eingenommen haben".
Ausgenommen davon seien jedoch Separatisten, die "Terrorakte, Morde oder Folter" begangen hätten. Grundsätzlich unterschiedliche Positionen seien "kein Hindernis für eine Teilnahme an Verhandlungen", erklärte Poroschenko.
"Ich garantiere zudem die Sicherheit für alle Verhandlungsteilnehmer, für alle, die die Sprache der Argumente anstelle der Sprache der Waffen wählen wollen", sagte Poroschenko. Zugleich warnte er die Separatisten davor, die möglichen Gespräche nur als Vorwand zu nutzen, um erneut Kräfte zu bündeln. "Plan A" der Regierung sei das "friedliche Szenario". "Aber diejenigen, die die Absicht haben, diese Friedensverhandlungen nur zu nutzen um ihre Reihen wieder zu schließen, sollen wissen, dass wir einen detaillierten Plan B haben." Er vertraue jedoch darauf, dass Plan A funktionieren werde, sagte der Präsident. ..." (Der Standard, 22.6.14)

• Kapitulation statt Frieden als Ziel?
"Das Konzept des ukrainischen Präsidenten gegen die Krise sickerte dank der Medien in die Welt. Eine offizielle Präsentation blieb angekündigt, aber ohne Termin. Das passte zum »Friedensplan«.
Die Ankündigung der Vorlage des Friedensplans durch Präsident Petro Poroschenko für Freitag wurde am Abend auf den »allgemeinen Wunsch, den Plan noch heute zu veröffentlichen«, heruntergestuft. Es gebe komplizierte Diskussionen, hieß es aus dem Präsidialamt in Kiew. Umstritten blieben offenbar die bereits mehrfach angekündigte »kurze Feuerpause« und möglicherweise erstmalig ein Gesprächsangebot an Vertreter der abtrünnigen Region. ...
Nach allen seinen bekannt gewordenen Punkten setzt der »Friedensplan« allerdings gerade die völlige und bedingungslose Kapitulation der Milizen voraus. Sie sollen die Waffen strecken und durch Korridore Richtung Russland verschwinden. Völlig ungeklärt blieb bislang, wie eine Amnestie praktisch anzuwenden wäre. Dazu bedürfte es neben einer Waffenruhe auch einer Überprüfung: Wer soll bleiben, wer darf gehen? ...
Derweil kosteten die blutigen Gefechten in der Ostukraine erneut zahlreiche Menschen das Leben. Im Raum Donezk seien mindestens 12 ukrainische Soldaten erschossen und 25 verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Binnen 48 Stunden seien 300 aufständische Kämpfer getötet worden. Die Angaben über Opferzahlen weichen äußerst stark voneinander ab und sind nicht nachprüfbar." (Neues Deutschland, 21.6.14, S. 6)

• Oettinger sucht Lösung für Gas-Streit
EU-Energiekommissar Günther Oettinger im Interview mit der WirtschaftsWoche: "„Es liegt im Interesse aller beteiligten Parteien, also Russlands, der Ukraine und der EU, zumindest eine Interims-Lösung zu finden, damit die Gaslieferungen im kommenden Winter gesichert sind.“
Es sei klar, dass in dem Konflikt politische Interessen eine entscheidende Rolle spielten. „Wenn im aktuellen Streit beide Seiten einer rein wirtschaftlichen Logik folgten, dann wäre längst ein Kompromiss gefunden worden“, so Oettinger. „Russland muss sich bewusst sein, dass das Vertrauen in stabile Gaslieferungen gerade sinkt. Das ist nicht in seinem Interesse.“
Auch Europa müsse jetzt Vorsorge treffen, um seine Gasversorgung sicherzustellen und sich um weitere Lieferanten kümmern. ..." (Wirtschaftswoche online, 21.6.14)
"Trotz der russischen Sperre von Gaslieferungen an die Ukraine ist die Versorgung Deutschlands nach Regierungsangaben derzeit nicht bedroht. „Eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Deutschland können wir auch durch die neue Entwicklung nicht erkennen“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. Die Ukraine hatte versichert, sie werde kein für Europa bestimmtes Transit-Gas aus den Pipelines für die eigene Versorgung abzweigen. Deutschland und die EU-Staaten insgesamt decken rund ein Drittel ihres Bedarfs aus Russland. Davon fließt etwa die Hälfte durch ukrainische Leitungen. Das übrige russische Gas nimmt den Weg über Weißrussland sowie den direkten Weg durch die Ostsee über die Nordstream-Pipeline." (Wirtschaftswoche online, 16.6.14)

• War Poroschenko US-Informant?
 Das Online-Magazin Luftpost aus Kaiserslautern hat einen interessanten Beitrag von Michael Collins im Online-Magazin Information Clearing House vom 10.6.14 übersetzt:
"Der Präsident der Ukraine war früher ein Agent des US-Außenministeriums
Ob er wohl noch für seine früheren Herren in Washington DC arbeitet?
Aus zwei in der WikiLeaks Public Library [s. https://search.wikileaks.org/plusd/about/ ] veröffentlichten US-Diplomaten-Depeschen geht hervor, dass Petro Poroschenko, der neu gewählte Präsident der Ukraine, ein  Agent des US-Außenministeriums war. In einer  vertraulichen Mitteilung, die am 29. April 2006 in der US-Botschaft in Kiew verfasst wurde, wird er zweimal erwähnt [s. https://wikileaks.org/plusd/cables/06KIEV1706_a.html ]. ..." (Luftpost, 20.6.14)

hier geht's zu Folge 5
hier geht's zu Folge 6
hier geht's zu Folge 10

wird im Rahmen der Möglichkeiten laufend aktualisiert