Bitte beachten:

Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!

Dienstag, 18. Juni 2013

Lang vorbereiteter Krieg gegen Syrien

Der ehemalige französische Aussenminister Roland Dumas erzählte am 10. Juni 2013 im französischen Parlaments-TV LCP von Kriegsplänen vor dem "Arabischen Frühling".
Darauf macht das Co-op Anti-War Café Berlin auf seiner Website aufmerksam. Die Originalsendung, eine Diskussionsrunde von LCP zu Syrien, kann hier nachgeschaut werden. Die Aktivisten zitieren Dumas aus der Diskussionsrunde:
”Ich werde Ihnen etwas sagen. Ich war zwei Jahre vor dem Beginn der Gewaltausbrüche in Syrien wegen anderer Unterredungen in England. Während meines Aufenthaltes dort traf ich mich mit britischen Spitzenbeamten, die mir gegenüber äusserten, dass man sich darauf vorbereite, etwas in Syrien zu unternehmen.”

“Dies war in Großbritannien und nicht in den USA. Großbritannien bereitete die Organisation einer Invasion von Rebellen in Syrien vor. Sie fragten mich sogar, obwohl ich nicht mehr Außenminister war, ob ich mich an den Vorbereitungen beteiligen wolle.

Natürlich weigerte ich mich, ich sagte ihnen, ich bin aus Frankreich, das interessiert mich nicht.”
”Dieser Vorgang geht weit zurück. Alles war vorbereitet, vorausberechnet und geplant … in dieser Region ist es wichtig zu wissen, dass das syrische Regime eine sehr anti-israelische Haltung hat.”
“Nach diesem Schema bewegt sich alles, was in der Region geschieht, und ich habe dies vom ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten, der mir sagte: “Wir werden versuchen, wieder mit unseren Nachbarn auszukommen, aber diejenigen, die nicht mit uns einverstanden sind, werden vernichtet.”

Zu letzterem passt auch, dass Israels Präsident Shimon Peres die US-Pläne zur Bewaffnung syrischer Rebellen begrüßt. "Sie hatten keine andere Wahl", sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters anlässlich seines kommenden 90. Geburtstags, berichtet der österreichische Standard am 18. Juni 2013.

Natürlich gilt: Ein zu welchem Zeitpunkt auch immer gefasster Plan bedeutet nicht, dass er dann auch gleich umgesetzt wird oder umgesetzt werden kann. Die entsprechende Situation muss meist erst "reifen", wenn sie sich nicht anders entwickelt und die Pläne unmöglich macht. Und es wird immer gern auch nachgeholfen, was die kritische Situation angeht, so weit das möglich ist: US-Organisationen haben die syrische Opposition mit Millionen Dollar seit 2005 unterstützt, zitierte selbst Die Welt am 18. April 2011 einen Beitrag der Washington Post, die sich wiederum auf Wikileaks-Doumente stützte. Ein Bericht des United States Government Accountability Office, des Rechnungshofes des US-Kongresses, über „Democracy Assistance“ weist für 2009 7,5 Millionen Dollar für "Demokratieförderung" in Syrien aus, der Großteil von der US-Regierung. Wenn die Situation dann aber "reif" ist, ist interesant zu beobachten, wie immer wieder alte Pläne umgesetzt werden, natürlich modifiziert und dass es sich z.B. bei der westlichen Politik und Einmischung in Syrien eben nicht um "spontane" Reaktion auf eine sich herausgebildete Situation handelt, sondern um das simple Zugreifen, wenn sie die Zeit dafür als reif einschätzen ...

Das lief ja auch bei Libyen schon so, wie vor zwei Jahren ein Bericht in der Neuen Rheinischen Zeitung zeigte: "Inzwischen gibt es auch Hinweise, dass der Krieg des Westens gegen Gaddafi schon vor der Rebellion in Ostlibyen vorbereitet wurde, wie Abou Hassan und Michael Opperskalski in der NRhZ berichteten(24). Joachim Guilliard hat in seinem Internet-Blog einen Text von Heinz Eckel veröffentlicht, in dem zahlreiche Fakten zusammengetragen werden, die darauf hindeuten, dass der Kriegseinsatz gegen Libyen schon vor dem Ausbruch der Unruhen im Februar nicht nur vorbereitet sondern sogar geübt wurde. Da wird nicht nur von dänischen Kampfflugzeugen berichtet, die in Italien den Einsatz gegen Libyen übten, sondern auch von einem von Frankreich und Großbritannien im November 2010 beschlossenen gemeinsamen Manöver im März 2011 unter dem Namen "Southern Mistral" ("Südlicher Mistral"). Szenario des Manövers sei der Einsatz auf Grundlage einer UNO-Resolution gegen eine Diktatur in einem imaginären Land namens "Southland“ ("Südland“), die „verantwortlich für einen Angriff auf Frankreichs nationale Interessen“ sei. Das sind nicht die einzigen "Zufälle“, auf die der Text aufmerksam macht.(25)"

Ergänzung: Ich habe die Originalaussagen von Dumas vom 10. Juni 2013 in der LCP-Sendung noch einmal von einer Journalistin, die schon bei der UNO in Genf arbeitete und Französisch quasi wie ihre Muttersprache beherrscht, übersetzen lassen. Das zeigt mir, dass die von mir im Juni zitierte Übersetzung der Friedensaktivisten vom Co-op Anti-War Café Berlin nicht ganz korrekt war. Dumas sagte tatsächlich, dass er die britischen Verantwortlichen erst 2011 traf: "Vor etwa zwei Jahren, bevor die ganzen Feindseligkeiten in Syrien ausgebrochen sind, da war ich in Großbritannien ..." Und weiter: "Die haben mir gesagt, dass sich in Syrien etwas vorbereite. Das war in Großbritannien, nicht in den USA. Großbritannien bereitete die Invasion von Rebellen in Syrien vor. Man hat mich gefragt, als ehemaligen Außenminister Frankreichs, ob ich mich beteiligen würde. Ich habe das Gegenteil gesagt, ich bin Franzose, dass mich das nicht interessieren würde. Dies nur um zu sagen, dass diese Operation von langer Hand vorbereitet wurde. Sie wurde vorbereit, geplant ..."
Nach der Zwischenfrage gibt Dumas die Äußerungen des israelischen Premiers zu den Nachbarstaaten so wieder: "Und die, mit denen wir uns nicht verstehen, werden wir erledigen." Das ist auch ein kleiner Unterschied. Auch zu dem "vernichten", wie es die Friedensaktivisten übersetzten.


aktualisiert: 19.2.14; 21:35 Uhr

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen