Bitte beachten:

Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!

Mittwoch, 24. August 2011

Was nach Gaddafi kommt

Das hat der Diplomat Dr. Wolfgang Bator, früherer DDR-Botschafter in Libyen und Iran, in einem sach- und fachkundigen Text schon im Juni beschrieben. Mir bleibt nur, darauf hinzuweisen und dem Text viele Leser zu wünschen, nicht nur, weil ich manche Einschätzung teile, soweit ich die Vorgänge in und um Libyen überhaupt beurteilen kann.
Eine andere interessante Antwort gibt der Politikwissenschaftler Hardy Ostry auf Cicero online: "Am Ende kann auch der gerechte Herrscher stehen". Diese Variante verblüfft mich doch etwas, auch wenn sie eigentlich nicht wirklich überraschend ist ...
Über Gaddafis Nachfolger hat der Schweizer Tages-Anzeiger einen interessanten Text veröffentlicht: "Es stellt sich die Frage, ob sie Libyen in eine demokratische Zukunft führen können"

Interessante Zahlen bringt heute die Berliner Zeitung zum NATO-Krieg gegen Libyen: "620 Millionen Euro betragen die Kosten für die Operation allein für die USA, 300 Millionen für Großbritannien." So viel ist dem Westen die "Freiheit" in Libyen wert ...
Unterdessen droht Millionen Menschen in Ostafrika der Hungertod. "Als dringendste Soforthilfe gegen die verheerende Hungersnot am Horn von Afrika sind mindestens 130 Millionen US-Dollar notwendig", so die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO).
Das ist auch ein Teil der westlichen Heuchelei: Für die Bomben gegen Libyen ist genug Geld da, weil damit die Aussichten auf neue Profite verbunden sind und herbeigebombt werden. Und für die Leichtgläubigen wird behauptet, es gehe dabei um Demokratie, Menschenrechte, Wohlstand für die Libyer, dann für die Syrer, später für die Iraner usw. usf. ... Für Millionen Menschen, bei denen es um die blanke Existenz geht und die in einer Situation sind, die verhinderbar war, kratzen dieselben bombenwerfenden Staaten ein paar Almosen zusammen ...
Ilija Trojanow versucht in der Berliner Zeitung zu erklären, warum das so ist: Das Sterben der Menschen in Ostafrikla "ist der Kollateralschaden eines global-kapitalistischen Systems, das das autarke, ortsgebundene, nachhaltige Wirtschaften verachtet und unterdrückt, weil es keine Profite bringt." Ich kann ihm nicht widersprechen ...
Es verwundert mich nicht wirklich, aber es entsetzt mich immer wieder aufs Neue ...