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Mit deutsch- und volkstümelndem sowie rechtsextremem und faschistischem Gedankengut habe ich nichts am Hut und nichts zu tun!

Montag, 6. Oktober 2014

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 83

Gesammelte Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine und deren Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar

• Stoltenberg: NATO stationiert Truppen, wo sie will
"Die Nordatlatikallianz sei bereit ihre Truppen dort zu stationieren, wo sie es für erforderlich halten werde. Das hat in Warschau der neue NATO-Chef Jens Stoltenberg erklärt, berichtet die DW.
Während seines Besuches nach Polen teilte er auch über das für 2015 geplante Zusammentreffen von Ministern der NATO-Mitgliedsländer mit, bei dem die Frage der Bildung von Schnellen Eingreifstruppen zu behandeln sein wird. Stoltenberg betonte dabei, die NATO habe sogar ohne solcher Einheiten „eine starke Armee“, die sie „dort stationieren kann und darf, wo sie nur will“, hob die Reuters-Agentur hervor.
Der neue NATO-Generalsekretär stattete einen Besuch nach Polen ab, um die örtlichen Behörden der Gewährleistung des Schutzes gegen die aggressive Politik Moskaus zu versichern. ..." (Ukrinform, 6.10.14)

• USAID will beim Wiederaufbau helfen
"Die US-amerikanische Behörde für internationale Entwicklung (USAID) stellt der Ukraine Hilfe bei den Reformen im Land sowie Hilfe für die Bedürftigen in der Ostukraine und beim Wiederaufbau von Donbass in Aussicht. Die Leiterin der Behörde in der Ukraine Ann Yastishock teilte darüber in ihrem Interview für Voice of America mit.
„Die amerikanische Regierung hat für diese Menschen (Opfer des Konflikts im Donbass - Anm. der Red.) warme Sachen, Hygieneartikel gekauft. In Slowjansk helfen wir bei der Instandsetzung von Wohnungen, tauschen Fenster aus. Das sind lokale Projekte. In Zukunft sind USAID und die amerikanische Regierung bereit, beim umfassenden Wiederaufbau im Donbass teilzunehmen.
Yastishock sagte im Interview weiter, dass sich die amerikanischen Experten mit der Verbesserung des Investitionsklimas in den Bereichen Energie und Landwirtschaft in der Ukraine beschäftigen. ..." (Ukrinform, 6.10.14)
Die USAID ist eine der bekanntesten US-Organisationen, die sich auch unterdem dem Deckmantel der "Demokratieförderung" für Regimewechsel einsetzt. Sie ist seit langem in der Ukraine aktiv, worauf u.a. die Politikwissenschaftlerin Mária Huber im Telepolis-Interview am 31.7.14 hinwies.

• Erste Drohnen aus Österreich für OSZE-Beobachter
"Die ersten österreichischen Drohnen zur Kontrolle der brüchigen Waffenruhe in der Ostukraine sind in Kiew eingetroffen. Zwei unbemannte Fluggeräte der Firma Schiebel seien am Montag für den Beobachtereinsatz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa geliefert worden, sagte OSZE-Sprecher Michael Bociurkiw.
Die OSZE mietet bei Schiebel insgesamt vier unbemannte Geräte des Typs Camcopter S-100. Die Firma stellt dafür auch sechs Piloten und drei Techniker zur Verfügung. Die Drohnen-Piloten sind künftig an Ort und Stelle in der Ostukraine stationiert, heißt es von der OSZE. Wann genau ihre Patrouillenflüge beginnen, war zunächst noch unklar - die Drohnen müssen noch den ukrainischen Zoll passieren.
Der Drohnen-Einsatz in der Ukraine wurde von der österreichischen Regierung genehmigt - das Verfahren sei notwendig, da dieser Drohnentyp auch militärisch eingesetzt werden könnte, sagte Außenministeriums-Sprecher Martin Weiss. Österreich beteiligt sich - abgesehen von der Leistung der privaten Firma - auch mit sechs offiziellen Beobachtern an der OSZE-Mission in der Ukraine. Die Zahl werde sich kommenden Montag auf acht erhöhen, sagte Weiss. Die OSZE will die Zahl ihrer Beobachter in der Ostukraine insgesamt von derzeit rund 200 auf 500 aufstocken. ...
In einem Telefonat mit dem Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter lobte der russische Präsident Wladimir Putin die Arbeit der OSZE-Beobachter und forderte, dass die OSZE-Beobachtermission in der Ukraine muss ausgeweitet wird. ...
" (Der Standard online, 6.10.14)

• Kiewer Truppen verletzen angeblich Waffenruhe
"Die Lage im ukrainischen Osten ist nach wie vor angespannt: Am Sonntag hat die ukrainische Armee die Waffenruhe mehrmals gebrochen, verlautete am Montag aus dem Stab der selbsterklärten Volksrepublik Donezk.
Stellungen der Volkswehr in der Nähe des Flughafens von Donezk seien im Laufe des vergangenen Tages insgesamt 27 Mal aus Artilleriewaffen, Mehrfachraketenwerfern und Panzerwaffen unter Beschuss genommen worden. Außerdem seien das Dorf Kruglik, ein Randgebiet des Ortes Jassinowataja sowie Wohnviertel in Donezk beschossen worden.
Eine weitere Umgruppierung der ukrainischen Truppen im Osten sei den Milizen zufolge in vollem Gange. Die Regierungskräfte werden zudem durch neues Personal und Ausrüstung verstärkt. ..." (RIA Novosti, 6.10.14)

• Paris und Berlin drängen auf Einsatz in Ostukraine
"Frankreich rechnet mit dem Beginn eines deutsch-französischen Militäreinsatzes zur Überwachung des Waffenstillstands in der Ostukraine bereits in Kürze. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Sonntagabend in einem Interview der Rundfunksender RTL und LCI, er erwarte den Beginn des Einsatzes "in den kommenden Tagen".
Le Drian bestätigte, dass die Regierungen in Berlin und Paris in Diskussionen mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Einsatz von Drohnen erwägen, um den Waffenstillstand zwischen den prorussischen Separatisten und der ukrainischen Regierung zu überwachen. "Wir prüfen mit Deutschland, wie wir gemeinsam die Überwachung der Waffenruhe und der Pufferzone verstärken können", sagte der Minister.
OSZE-Sprecher Michael Bociurkiw betonte am Montag, es sei noch unklar, ob die Drohnen aus Frankreich und Deutschland Teil der OSZE-Mission sein werden oder separat zum Einsatz kommen. Am Montag sind in der Ukraine bereits zwei von insgesamt vier europäischen unbemannten Drohnen eingetroffen - ihr Herkunftsland war jedoch zunächst unklar. ..." (Der Standard online, 6.10.14)

• Weiter Tote und Verletzte durch Artilleriebeschuss
"Zwei Einwohner von Donezk sind Splitterverletzungen erlegen, die sie bei einem Artilleriebeschuss der Stadt erlitten hatten. Weitere acht wurden verletzt, wie auf der Webseite des Stadtrates mitgeteilt wird.
Nach Angaben der Behörden waren in Donezk den ganzen Tag über Explosionen zu hören. Die Situation in der Stadt sei äußerst angespannt." (RIA Novosti, 6.10.14)

• Bundesregierung von Moskau enttäuscht
"Der Koordinator der bundesdeutschen Regierung zu Fragen der Zusammenarbeit mit Russland, Gernot Erler, betont, die europäischen Politiker seien durch Handlungen Russlands enttäuscht. Das hat er in seinem Interview der russischen Tageszeitung „Kommersant“ erklärt.
„Derzeit sind viele europäischen Politiker, auch die deutschen, durch die Handlungen Russlands und der russischen Staatsführung enttäuscht. Es handelt sich jetzt um Verwirklichung von Vereinbarungen der Kontaktgruppe vom 5. und 19. September. Leider aber können wir nicht erblicken, dass Russland aktiv in ihre Verwirklichung verwickelt ist. So, insbesondere, ist es für mich nach Verhandlungen in Moskau unklar, wie die Kontrolle der Grenze zu leisten ist. Es sei offensichtlich, Russland habe Zweifel daran: plötzlich wird die Frage gestellt, welche Grenze-Abschnitten gemeint werden, wie weit sei sich die Kontrolle zu erstrecken, das Thema der Souveränität wird gestellt“, - so Erler. ..." (Ukrinform, 6.10.14)

• Wahlkampf brutal in der Ukraine
"Für Europa wollte sich die Ukraine besonders mit demokratischen Reformen empfehlen. Der Kampf um die Mandate in der Werchowna Rada, dem Zentralparlament, läuft jedoch nach ganz eigenen Regeln.
Mit dem konsequentesten Vorschlag im ukrainischen Kampf um die Parlamentssitze am 26. Oktober wartete der Rechtsaußen Oleg Tjagnibok von der »Swoboda«-Partei auf. Jenen Ukrainern, die mit den Separatisten im Osten des Landes sympathisierten, sei die Staatsbürgerschaft zu entziehen, regte er an. Das Wahlrecht der Betroffenen wäre natürlich auch weg.
Selbst im Landesparlament, klagte Tjagnibok, gebe es bis jetzt immer noch Leute, die die Separatisten unterstützten und »antiukrainische Propaganda« betrieben. Namentlich Kommunisten und Mitglieder der Partei der Regionen sollten »ihre Staatsbürgerschaft verlieren und strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden«. Das gelte auch für »normale Bürger«.
Das Ansinnen ist weder neu noch ungewöhnlich in der Post-Maidan-Ukraine. Wiederholt erhielten Volksvertreter der beiden zuvor Regierungs- und nun oppositionellen Parteien in der Werchowna Rada vom Parlamentspräsidenten Alexander Turtschinow Redeverbote und Saalverweise. Der kommunistischen Fraktion wurde einfach ihr Status aberkannt. Auch Prügel von rechtsextremen Swoboda-Leuten setzte es schon für Parteichef Petro Symonenko. Seine Partei wird vom Justizminister mit einem Verbotsverfahren überzogen.
Der Abgeordneten Jelena Bondarenko, Partei der Regionen, schaltete ein wütender Parlamentschef das Mikrofon wegen »russischer Agitation« ab. ...
Außerhalb der Machtorgane exekutieren rechtsextreme Prügelgarden ihre eigenen Gesetze. Der Spitzenkandidat der Radikalen Partei, Vorsitzender Oleg Ljaschko, ließ in Kirowograd den Leiter der Administration der Gebietsverwaltung von seiner kräftigen Zehn-Mann-Begleitung mutig in einen Abfallcontainer werfen, um ihn durch »Müll zu reinigen«. Der Verwaltungsmann hatte erklärt, dass der Chef nicht da sei - was der übrigens auch nicht war.
Der Abgeordnete der Regionalen, Nestor Schufritsch, wurde Ende September mitten in Odessa Prügelopfer »verschiedener neofaschistischer und nationalistischer Parteien und Gruppierungen«, wie selbst die offiziöse Agentur UNIAN verbreitete. Die »Aktivisten« hätten erfahren, dass der frühere Minister und Meister des Sports mit dem »Oppositionellen Block« zusammentreffen wolle und schlugen ihn bei laufenden Kameras in einer Art Gassenlauf blutig. Ein Müllcontainer sei an anderer Stelle für den Volksvertreter, der erneut kandidiert, bereit gewesen, Schufritsch dort aber nicht zu einer Pressekonferenz erschienen.
In Kiew wurde der Abgeordnete der Regionalen Viktor Pilipischin, der sich als Kandidat registrieren lassen wollte, in einen Müllcontainer geworfen und mit roter Farbe übergossen. Die Angreifer teilten als selbst ernannte Vollstrecker eines »Volkswillens« mit, der Deputierte sei damit nicht nur »auf seinen Platz auf dem Müllhaufen der Geschichte«, verwiesen worden. ..." (Neues Deutschland online, 6.10.14)

• Gebrochene Versprechen des Westens als Hindernis für europäische Sicherheitsarchitektur
Otfried Nassauer vom Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) in Neues Deutschland vom 6.10.14:
"Die Krise in der Ukraine und das Verhalten Moskaus haben eine lange Vorgeschichte enttäuschter Hoffnungen Moskaus auf eine gleichberechtigte Mitsprache bei der Ausgestaltung der Sicherheitsarchitektur Europas. Es ist eine Geschichte gebrochener Zusagen des Westens.
Schon während der Verhandlungen über die deutsche Einheit fürchtete Moskau, die NATO werde sich in Zukunft nach Osten ausdehnen. Die USA, Frankreich und die Bundesregierung bemühten sich, diese Befürchtung politisch auszuräumen. Das geeinte Deutschland solle der NATO angehören. Auf dem Territorium der ehemaligen DDR werde es aber keine permanent stationierten ausländischen Truppen geben. Weiter im Osten schon gar nicht. Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-russischen Beziehungen, Gernot Erler, bestätigte dies kürzlich noch einmal im MDR: »Da kann ich nur dazu sagen, dass das richtig ist, dass es solche Verabredungen, auch wenn sie nicht schriftlich festgehalten worden sind, gibt.« ...
Begleitet wurde diese Entwicklung von der westlichen Weigerung, eine versprochene und bereits ausgehandelte Anpassung der Abkommen über die konventionellen Kräfteverhältnisse in Europa (KSE/AKSE) an die durch die Osterweiterung entstandenen neuen geografischen Realitäten auch gültiges Vertragsrecht werden zu lassen. Bevor das Militärpotenzial der neuen NATO-Mitglieder auf die erlaubten Obergrenzen für die NATO und nicht mehr auf jene Russlands angerechnet werden könne, müsse Russland zunächst seine militärische Präsenz in Georgien und Moldawien aufgeben, schob die NATO einseitig nach.
Wladimir Putin nutzte nach seiner Wahl zum Präsidenten Russlands eine Rede vor dem Deutschen Bundestag 2001 für ein erstes politisches Signal gegen diese Vorgehensweise. ...
Aus US-Sicht bietet die Perspektive einer längeren konfrontativen Phase im Verhältnis zu Russland Chancen. In Washington darf man hoffen, den Primat der NATO in der Sicherheitspolitik gegenüber der EU auf längere Zeit absichern zu können. Umstrittene Projekte wie der Aufbau einer Raketenabwehr in Europa könnten unter solchen Rahmenbedingungen leichter durchsetzbar sein, neue Geschäftsoptionen für die wehrtechnische Industrie der USA entstehen. ...
Die Krim-Krise und die Krise im Osten der Ukraine schwächen in Europa jene, die wie Deutschland für eine langfristige, strategische, wirtschaftliche und politische Kooperation mit Russland eintreten. Der Konflikt verspricht, gleich mehrere wichtige wirtschaftliche Konkurrenten der USA in Europa zu schädigen. Schließlich bleiben, solange er währt, innereuropäischen Streitigkeiten erhalten, ob man Sicherheit vor Russland oder mit Russland anstreben soll.
Washington kann auch künftig darauf zählen, jeweils mit den europäischen Ländern eng zu kooperieren, deren Positionen die Interessen der USA am stärksten widerspiegeln. Die Vereinigten Staaten behalten die Option, mit ihrer Hilfe ein einheitliches Handeln Europas zu blockieren. ...
Das 1999 begonnene Projekt einer sicherheitspolitischen Integration der Europäischen Union hatte sich am Widerstand der NATO und den inneren Widersprüchen in der erweiterten EU festgefahren. Hoffnungen auf eine strategische Partnerschaft zwischen der EU und Russland mit einem wirtschaftlichen Stand- und einem sicherheitspolitischen Spielbein oder erst recht mit einem sicherheitspolitischen Stand- und einem wirtschaftlichen Spielbein waren deshalb unrealistisch geworden. Die Sicherheitspolitik wurde wieder von der NATO dominiert, in der zeitweilig eine zur Blockade fähige Minderheit und derzeit eine gestaltende Mehrheit der Mitglieder die Sicherheit vor Russland wieder als vorrangig vor einer Ausgestaltung europäischer Sicherheit mit Russland erachtet. In der Ukraine-Krise wird dieser Paradigmenwechsel manifest und zementiert. Ein Verlust ist das für beide, Europa und Russland."

• Kiew will Lokalwahlen im Donbass
"Nach den Kämpfen der vergangenen Tage gleicht der Flughafen im ostukrainischen Donezk einer Ruine. Das für die Fußball-EM 2012 errichtete Gebäude ist ein Gerippe, die Glasfront zerschossen, auf den Rollbahnen liegt ausgebranntes Militärgerät. Auch am Sonntag detonierten Geschosse in und um den Airport, wo sich die letzten Stellungen der Armee befinden. ...
Zuletzt ist der vor einem Monat in Minsk ausverhandelte Waffenstillstand brüchig geworden. Der ukrainische Außenminister, Pawlo Klimkin, sprach in Kiew vor Journalisten von bis zu 50 Zwischenfällen täglich, die den Bruch der Feuerpause belegten. Klimkin sicherte den Willen der Ukraine zu, an den Zielen des Memorandums von Minsk festzuhalten. Ebenso sprach er – auf Englisch und Russisch – von der Notwendigkeit von Lokalwahlen im Donbass am 7. Dezember. Die ukrainische Seite erhofft sich mit den Wahlen eine Anbindung der irredentistischen Region an den ukrainischen politischen Prozess. Klimkin sprach von „Normalisierung“ der Beziehungen. Der Außenminister kündigte an, auch Vertreter der abtrünnigen Volksrepubliken könnten sich für die nach ukrainischem Recht abzuhaltenden Wahlen als Kandidaten aufstellen lassen, solange sie keine schweren Verbrechen begangen hätten. „Wir brauchen legal gewählte Vertreter vor Ort. Die Bürger des Donbass sollen entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenken.“ ..." (Die Presse online, 5.10.14)

• Die Hälfte der Ukrainer mit positivem Bild von Russland
Gunnar Jeschke macht in einem Beitrag vom 5.10.14 u.a. auf eine Umfrage aufmerksam, nach der etwa 48 Prozent der befragten Ukrainer immer noch ein positves Bild von Russland haben:
"Der Soziologe Vladimir Paniotto zeigt sich überrascht über die Ergebnisse einer Langzeitstudie zur gegenseitigen Einschätzung von Ukrainern und Russen. Als Ende Februar dieses Jahres die anti-russischen Kräfte nach einer westlichen Medienkampagne an die Macht kamen, die aber nur zu einem kleinen Teil auf die Ukraine durchgeschlagen war, hatten 80% der Ukrainer ein positives Bild von Russland. Dieser Wert steht in diametralem Gegensatz zu dem Eindruck, den uns die deutschen Medien zu diesem Zeitpunkt zu vermitteln versuchten. Die anti-russische Zielrichtung des Maidan und seiner westlichen Unterstützer war in der ukrainischen Gesellschaft eine Minderheitsposition.
... Inzwischen hat nur noch eine Minderheit von 48% ein positives Russland-Bild, aber diese Minderheit ist eben so groß, dass die scharf anti-russische Regierungspolitik das Land spalten muss. ..."
Sein Fazit über die "Demokratie nach Kiewer Art": "In der Ukraine sind totalitäre Tendenzen unübersehbar. Noch gibt es Institutionen, wie das Oberste Verwaltungsgericht und die Zentrale Wahlkommission, die sich diesen Tendenzen entgegen stellen. Nachdem die “Lustration” erfolgt ist, wird dieser Widerstand aller Wahrscheinlichkeit nach gebrochen sein. Etwa die Hälfte der politischen Eliten des Landes wird verdrängt sein und etwa die Hälfte der Bürger wird keine politische Vertretung ihrer Interessen mehr haben. ...
Klar ist aber auch, dass Leute wie Liaschko, Jazenjuk, Turtschinow, Arsen Awakow, Andriy Parubiy, Julia Timoschenko, Tjanibok von der Swoboda, Jazenjuk, der gewalttätige Gouverneur von Dnjepropetrowsk, Ihor Kolomoyskyi, sowie der Rechte Sektor ihre Niederlage nicht akzeptieren werden. Vielen von ihnen haben ja schon ihre Niederlagen von 2010 und 2012 nicht akzeptiert und diesmal haben sie paramilitärische Kräfte zur Verfügung. Der Ukraine stehen weitere unruhige Monate bevor."

• "Fuck the EU"-Nuland wieder in der Ukraine
Victoria Nuland, Staatssekretärin im US-Aussenministerium und bekannt für ihre abfälligen Äußerungen "Fuck the EU" vom Februar 2014, ist wieder in der Ukraine. Laut einer Mitteilung des Außenministeriums vom 5.10.14 soll die Diplomatin, die auch eine Rolle bei der Vorbereitung des Staatsstreiches im Februar spielte, begutachten und mit der Kiewer Führung u.a. diskutieren, wie die US-Regierung die angekündigten Reformen unterstützen und wie "die US-Unterstützung für die territoriale Integrität der Ukraine" aussehen kann. Nuland werde sich auch "mit einem breiten Spektrum von politischen Führern, Gruppen der Zivilgesellschaft, regionalen Regierungsbeamte und Studentengruppen" treffen, so das US-State Departement. Am 8.10.14 fliege sie dann weiter nach Berlin.

• Kiew: "Unkontrollierbare Gruppen" verletzen Waffenruhe
"Der ukrainische Sicherheitsrat hat am Sonntag bestätigt, dass die Waffenruhe im Osten des Landes von unkontrollierbaren bewaffneten Verbänden verletzt wird.
Es seien „unter niemandes Kontrolle stehende Banditenformationen, die den Waffenstillstand verletzten“, sagte der Sprecher des Kiewer Sicherheitsgremiums Wladimir Polewoj am Sonntag.
Zuvor hatte der „Premierminister“ der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ Alexander Sachartschenko der Regierung in Kiew vorgeworfen, ihre Truppen im Raum Donezk nicht zu kontrollieren: „Die ukrainische Regierung hat ihre Einheiten nicht unter Kontrolle. In ihren Bataillonen kämpft nicht steuerbares Pack.“ ..." (RIA Novosti, 5.10.14)

• Rotes Kreuz setzt Arbeit aus
"Nach dem Tod eines Mitarbeiters in Donezk hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beschlossen, die operativen Tätigkeiten in der Ukraine aus Sicherheitsgründen auszusetzen.
„Wir haben die Operationstätigkeiten für mehrere Tage ausgesetzt", bestätigte Alina Mursajewa, IKRK-Sprecher in der Ukraine, in einem Telefongespräch mit RIA Novosti. Die Pause sei notwendig, um die Sicherheit des Personals in Donezk zu gewährleisten sowie die Leiche des getöteten Mitarbeiters in die Schweiz zu bringen. Eine Entscheidung über weiteren Einsatz der Organisation in der Ukraine sei noch nicht gefallen.
Der 38-jährige Schweizer Laurent Etienne du Pasquier war am Donnerstag im Stadtkern Donezk durch einen Beschuss umgekommen.  ..." (RIA Novosti, 5.10.14)

• Poroschenko: Grenze zu 80 Prozent befestigt
"Die Ukraine hat den Bau der Befestigungsanlagen an der Ost-Grenze laut Präsident Pjotr Poroschenko weitgehend abgeschlossen.
Die erste und zweite Verteidigungslinie seien zu 80 Prozent fertig, sagte Poroschenko am Samstag in Schitomir nach Angaben seines Presseamtes.
Poroschenko hatte sich Anfang September für mächtige Befestigungsanlagen nach dem Vorbild der Mannerheim-Linie an der Grenze zu Russland eingesetzt. Regierungschef Arsenij Jazenjuk kündigte an, dass die Ukraine sich mit einer „Mauer“ von Russland abschirmen werde. Laut Medien sollen Gräben, Unterstände und unsprengbare Sperren entlang der Grenze zu Russland entstehen. Experten schätzen den Kostenaufwand auf vier Milliarden US-Dollar. ..." (RIA Novosti, 5.10.14)

• Kiew verspricht Truppen Präzisionswaffen
"Die ukrainischen Streitkräfte werden laut Verteidigungsminister Waleri Geletej demnächst Präzisionswaffen bekommen.
„Wir haben bereits viel von Präzisionswaffen gekauft aber auch Technik, die wir früher nie hatten: automatische Führung- und Kommunikationssysteme“, sagte der Minister beim Besuch eines Rüstungsbetriebs in Saporoschje nach Angaben des TV-Senders "1+1". „Wir müssen unsere Streitkräfte demnächst umrüsten.“ ..." (RIA Novosti, 5.10.14)

Bundesregierung schickt Drohnen und Hilfskonvoi
"Die deutsche Regierung will den Menschen im umkämpften Osten der Ukraine vor dem nahenden Wintereinbruch umfangreiche Hilfen zukommen lassen. Bis Mitte Oktober sollen mehr als hundert Lastwagen aus ganz Deutschland Hilfsgüter in das Konfliktgebiet bringen, wie das Bundesentwicklungsministerium in Berlin mitteilte.
Demnach bringt der Konvoi unter anderem mobile Unterkünfte und Küchen, Heizgeräte, Generatoren, Kleidung, Betten und Hygieneartikel im Wert von rund zehn Millionen Euro zu den Menschen.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller erklärte, der Konvoi sei ein «Zeichen der Solidarität» mit der Ukraine. Die Aktion ist dem Ministerium zufolge mit der ukrainischen Regierung in Kiew abgestimmt. ...
Die deutsche Bundeswehr bereitet sich derweil auf den Einsatz von Aufklärungsdrohnen zur Überwachung der Waffenruhe in der Ostukraine vor. Dazu müsste auch eine noch unbekannte Anzahl Soldaten im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (Osze) in das Krisengebiet geschickt werden. ...
Die ukrainische Regierung wies darauf hin, dass es sich um einen unbewaffneten Einsatz handeln würde. Das deutsche Aussenministerium betonte, dass die Entscheidung über den Drohnen-Einsatz noch nicht gefallen sei. ..." (Tages-Anzeiger online, 4.10.14)

• Weiter Kämpfe und Tote in Donezk
"In der ostukrainischen Stadt Donezk ist es trotz der Waffenruhe erneut zu Gefechten gekommen. Dabei wurden innerhalb von 24 Stunden mindestens zwei Soldaten und eine 54 Jahre alte Frau getötet worden, hieß es. Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurden zwölf Separatisten bei Kämpfen um den Flughafen von Donezk getötet. ..." (Die Presse online, 4.10.14)

• Deutsche Medien bei Russland besonders "unaufmerksam"?
"Der Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Tom Buhrow, hat eine Programmbeschwerde wegen der Verwendung eines falschen Panzer-Bildmotives zur Illustrierung des Ukraine-Konflikts zurückgewiesen. Er gibt in einem Schreiben an die Beschwerdeführerin Maren Müller aus Leipzig allerdings zu, "dass hier in der Tat ein Fehler passiert ist, den die Redaktion außerordentlich bedauert". Zugleich stellt er fest, dass die Verwendung des dpa-Fotos, "durch die der falsche Eindruck entstanden ist, auf eine reine Unaufmerksamkeit zurückgeht". Eine Verletzung der Programmgrundsätze sei nicht gegeben, von einem "Rechtsverstoß gegen das allgemeine Wahrheitsgebot nicht auszugehen".
WDR 5 hatte im August auf seiner Internetseite die Sendung "Tagesgespräch" mit einem Foto bebildert, das 2008 im Kaukasus-Krieg entstanden war - in der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien. Untertitelt wurde es von dem Sender mit der Zeile "Russische Kampfpanzer am 19.08.2014 noch unter Beobachtung von Medienvertretern in der Ukraine". Betitelt war der WDR-Artikel mit der Zeile: "Russland auf dem Vormarsch?" ..." (Der Tagesspiegel online, 4.10.14)
Siehe auch den Beitrag von Jens Bernert auf freitag.de über die unterschiedliche Darstellung in Schweizer und deutschen Medien der Umstände des Todes des IKRK-Mitarbeiters in Donezk am 2.10.14.

• Linkspartei warnt vor deutschen Drohnen und Fallschirmjägern in der Ostukraine
"Zum geplanten Drohneneinsatz der Bundeswehr in der Ost-Ukraine erklärt Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE:
Deutsche Soldaten und deutsche Waffen an der Westgrenze Russlands - und das im 75. Jahr des Hitler-Überfalls auf die Sowjetunion. Die Saat von Gauck, von der Leyen und Steinmeier geht auf: Deutschland agiert mehr und mehr als Weltpolizist. Deutsche Drohnen und Fallschirmspringer sind keine Friedensmission, sondern eine militärische Drohkulisse.
Der Einsatz von Drohnen müsste, wenn er denn stattfinden soll, vom Bundestag beschlossen werden, der von Fallschirmspringern ist auf jeden Fall ein genehmigungspflichtiger Kampfeinsatz.
Die LINKE lehnt beides ab. Eine Politik, die uns erneut Russland zum Feind macht und die Entspannung und Sicherheit zerstört, ist geschichtsvergessen und verantwortungslos. Russland und die Ukraine brauchen keine deutsche Gewalt und keine deutschen Waffen, sondern Klarheit darüber, dass die deutsche Politik weder eine Regierungsbeteiligung von Faschisten noch den Einsatz der ukrainischen Armee und Freikorps gegen die eigene Bevölkerung tolerieren wird. Alle Seiten - auch die Separatisten in Donezk und Lugansk - müssen abrüsten. Das wären Maßnahmen, die den Waffenstillstand sicherer machten." (Pressemitteilung MdB Wolfgang Gehrcke - Linksfraktion, 4.10.14)

• Poroschenko will Englisch als erste Fremdsprache
"Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat sich dafür ausgesprochen, künftig an den Schulen Englisch statt Russisch als erste Fremdsprache zu unterrichten.
«Englisch sollte die zweite Sprache werden, die an Schulen gelehrt wird», sagte Poroschenko bei einem Besuch in der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg), wo die Bevölkerung überwiegend Ukrainisch spricht und eine Annäherung an die Europäische Union unterstützt.
Die Äusserungen dürften bei der russischsprachigen Bevölkerung auf Unmut stossen, die sich ohnehin durch die prowestliche Regierung Poroschenkos benachteiligt sieht. ...
«Je mehr Ukrainer Englisch sprechen, umso besser wird es der Ukraine ergehen», sagte der Präsident, der selbst gut Englisch spricht. Die Sprachenfrage sorgt in der Ukraine seit langem für Streit. Die frühere Sowjetrepublik ist geteilt zwischen einem überwiegend Ukrainisch sprechenden Westen und dem russischsprachigen Osten. ..." (Tages-Anzeiger online, 4.10.14)

• Polen erhält von USA neue Waffen
"Das US-Außenministerium hat nach positiver Entscheidung der Agentur für Verteidigungszusammenarbeit (DSCA) den Verkauf von 40 modernen Luft-Boden-Marschflugkörper JASSM an Polen bewilligt. Dies erklärte der Sprecher der US-Botschaft in Warschau Sean O'Hara gegenüber der Tageszeitung "Gazeta Wyborcza". Die Waffe ist für polnische F-16-Jets bestimmt und soll ihre Verteidigungskraft verstärken.
Polen wird auch die erforderliche Ausrüstung und Software kaufen können. Die JASSM-Raketen mit einer Reichweite von 370 Kilometern gehören zu den modernsten strategischen Waffen, deren Exporte von US-Kongress und Regierung in Washington bewilligt werden muss. Der polnische Botschafter in Washington Ryszard Schnepf wies im Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk darauf hin, dass nur wenige Staaten über diese Raketen verfügen. Die Bewilligung für ihren Verkauf an Polen bezeichnete er als einen großen diplomatischen und politischen Erfolg Polens. Er betonte, dass die Waffe das Verteidigungsniveau Polens erhöhen werde. "Ich brauche nicht zu betonen, dass das gerade jetzt von besonderer Bedeutung ist", sagte der Botschafter in Bezug auf die Ukraine-Krise. ..." (Die Presse online, 3.10.14)

• Biden: Obama hat EU zu Sanktionen gedrängt
"Die USA und Präsident Barack Obama persönlich haben laut US-Vizepräsident Joe Biden die EU-Staaten dazu gedrängt, Sanktionen gegen Russland zu verhängen.
„Ja, die wollten das nicht“, sagte Biden am Freitag beim The John F. Kennedy Jr. Forum in der Harvard University.
Dies lag aber an der Führungsrolle der USA und des US-Präsidenten, der darauf bestanden habe. „Europa musste wirtschaftlichen Schaden hinnehmen, um Russland zu zwingen, den Preis zu zahlen“, so Biden.
„Wir wünschen uns keinen Zusammenbruch Russlands“, führte er weiter aus. „Wir wollen, dass es gedeiht.“ ..." (RIA Novosti, 3.10.14) [Bidens Rede im Wortlaut]
"Die Europäische Union hat die Entscheidung über Sanktionen gegen Russland selbständig getroffen, widersprach Maja Kocijancic, Sprecherin der EU-Außenministerin Catherine Ashton, US-Vizepräsident Joe Biden.
Biden hatte geäußert, dass die EU-Staaten keine Sanktionen gegen Russland verhängen wollten, jedoch von US-Präsident Barack Obama dazu gedrängt worden seien. „Die EU hat autonom und einstimmig die Verhängung der Sanktionen gegen Russland beschlossen“, sagte Kocijancic. Der Grund für die Sanktionen seien die „schwierige Situation in der Ukraine und die Rolle Russlands dabei“ gewesen. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)
Zur Erinnerung:
• USA und EU einigen sich auf verschärften Sanktionskurs gegen RusslandDie USA und die EU schieben ihre Differenzen beseite und wollen gemeinsam die Sanktionen gegenüber Russland verschärfen, berichtete die New York Times am 28.7.14. Sie wollen ihre Maßnahmen koordinieren, nachdem die europäischen Staaten bisher zögerlich waren und nicht so weit wie die USA gehen wollten. Beide Seiten werfen laut New York Times Russland nun vor, eine direktere Rolle im Krieg in der Ostukraine zu spielen. ...
Die Eingung zwischen den USA und der EU sei während einer ungewöhnlichen Fünf-Wege-Videokonferenz zwischen US-Präsident Barack Obama und den Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien im Vorfeld eines EU-Treffens am 29.7.14 erfolgt.
• Will Obama die Konfrontation mit Russland der EU überlassen?
Die Los Angeles Times macht in einem Beitrag vom 22.7.14 darauf aufmerksam, dass US-Präsident Barack Obama innerhalb der USA für seine zurückhaltende Reaktion im Zusammenhang mit der MH 17-Katastrophe kritisiert wird. ... Doch dem Bericht zufolge folgt die "low key"-Haltung einer zielgerichteten langfristigen Strategie. US-Regierungsvertreter würden ein "long play game" spielen und "Europa" Zeit lassen, bis es härter gegen Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin vorgehe und für seine vermeintliche Rolle im Ukraine-Konflikt bestrafe. Die MH 17-Katastrophe könnte dafür der Anlass sein ("... hopeful that the downing of Malaysia Airlines Flight 17 will be a pivot point"). Eine empörte Öffentlichkeit in Europa solle die Arbeit übernehmen und Druck auf die EU-Politiker ausüben anstelle eines drängenden US-Präsidenten.

• Daten der MH17-Blackbox sollen genauer analysiert werden
Die Ermittler zum MH17-Absturz erhoffen sich aus der genaueren Analyse des Flugschreibers der malaysischen Boeing 777 Auskunft über die Absturzursache und woher die "Hochenergie-Objekte", die das Flugzeug trafen kamen. Das berichtet die malaysische Zeitung New Straits Times in ihrer Online-Ausgabe am 2.10.14. Gegenwärtig würden die Untersuchungen auf die Blackbox und die Art der Wunden der getöteten Passagiere konzentriert. Die Sprecherin des niederländischen "Dutch Safety Board" Sara Vernooij erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Flugschreiber-Daten helfen könnten, herauszufinden, von wo aus das Flugzeug abgeschossen wurde. "Eine genauere Analyse der Daten ist auch erforderlich, bevor wir sagen können, welche Art von 'Hochenergie-Objekten' in das Flugzeug eingedrungen war", wird sie zitiert. Vernooij habe Aussagen zu den möglichen Tätern verweigert.
Der Zeitung zufolge sagte der Generaldirektor der malaysischen Zivilluftfahrtsbehörde, Datuk Azharuddin Abdul Rahman, dass die Flugschreiberdaten keinen genauen Aufschluss über die Flugbahn der "Hochenergie-Objekte" geben. Er habe aber auf Schleifspuren an der Unterseite des linken Flügels der Boeing 777 hingewiesen. Der Pathologe Dr. Mohd Shah Mahmood habe darauf aufmerksam gemacht, dass die getöteten Passagiere, die in Triebwerksnähe in der Mitte des Flugzeuges saßen, die schwersten Verletzungen erlitten hatten.



• Klitschko bezeichnet Neutralität als Fehler
Der Kiewer Bürgermeister, Lieblingspolitiker der Bundesregierung und Ex-Profi-Boxer Witali Klitschko im Interview mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard, online veröffentlicht am 2.10.14:
"
STANDARD: Was sagen Sie zur Option, die Ukraine zu einem neutralen Staat zu machen?
Klitschko: Wir waren immer neutral und ein blockfreier Staat. Heute sehen wir, dass das ein Fehler war. Wir haben durch das Budapester Memorandum die Schutzgarantie aller Länder gehabt und deshalb unsere Atomwaffen abgegeben. Die Länder, die damals unsere Unabhängigkeit und territoriale Integrität garantieren wollten, können leider derzeit nicht viel helfen. Wir müssen einen anderen Weg finden für die zukünftige Verteidigung unserer politischen Strategie. Damit meine ich auch, dass eine Annäherung an die NATO nicht auszuschließen ist.
STANDARD: Wie weit kann ein Sonderstatus der Ostukraine reichen?
Klitschko: Der Sonderstatus betrifft bestimmte wirtschaftliche Forderungen, aber es wird keine Autonomie geben.
STANDARD: Welche Zugeständnisse ist Kiew bereit zu machen, um die Ostukraine zu halten?
Klitschko: Das wichtigste und effektivste Mittel ist der wirtschaftliche Erfolg. Es spielt keine Rolle, wo in der Ukraine man lebt, jeder Bürger will einen normalen Lebensstandard haben. Das bedeutet: ein guter Arbeitsplatz, ein gutes Gehalt, ein gutes soziales Netz. Das ist die Hauptsache. Alles andere ist künstlich aufgeblasen. Ohne Finanzierung und ohne Waffenlieferung und ohne russische Soldaten hätte dieser Konflikt nicht stattgefunden.
STANDARD: Sie haben den Vorschlag gemacht, eine Mauer an der russischen Grenze zu errichten. Was ist davon übriggeblieben?
Klitschko: Wenn Sie irgendwo hören, dass das meine Idee gewesen sein soll, entschuldige ich mich dafür. Ich wäre niemals darauf gekommen. In der modernen Welt Mauern zu bauen ist mittelalterlich. ..."

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alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen

Samstag, 4. Oktober 2014

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 82

Gesammelte Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine und deren Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar

• UNO: Mehr als 3.500 Tote durch Krieg in der Ostukraine
"Seit dem Beginn des bewaffneten Konflikts in der Ukraine sind dort mehr als 3 500 Menschen getötet und rund 8 500 verletzt worden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des UN-Ressorts für humanitäre Fragen. Die Zahl der Toten wird nach dem Stand vom 30. September mit 3 627 und die der Verletzten mit 8446 angegeben.
Wie es im Dokument heißt, werden die Kampfhandlungen auf dem Territorium der Ostukraine trotz des am 19. September unterzeichneten Memorandums über den Waffenstillstand fortgesetzt. Besonders starken Angriffen würden dabei die Gebiete Donezk und Lugansk ausgesetzt.
Die Konfliktzonen in der Ukraine zählen nach dem Stand vom 3. Oktober 5,1 Millionen Einwohner. Die Zahl der Zwangsumsiedler beläuft sich auf 379 059, weitere 426 995 Einwohner sind in Nachbarländer geflüchtet.
Die Behörden von Donezk haben laut des Dokuments ihre Garantien dafür gegeben, dass die humanitären Uno-Missionen in den von Volksmilizen kontrollierten Regionen arbeiten und der Bevölkerung Hilfe erweisen können. ..." (RIA Novosti, 4.10.14)
"Seit Beginn des blutigen Konflikts in der Donbass-Region sind rund 4000 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der Vizeregierungschef der nicht anerkannten Republik Donezk im Osten der Ukraine, Andrej Purgin, am Freitag mit.
Bei etwa zwei Dritteln von ihnen handele es sich um Zivilisten, sagte er. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)

• Bundeswehr bereitet Drohnen-Einsatz für OSZE vor
"Die Bundeswehr steht kurz davor, Aufklärungsdrohnen zur Überwachung der brüchigen Waffenruhe in die Ostukraine zu entsenden. Dabei sollen laut einem Medienbericht auch bewaffnete Soldaten zum Einsatz kommen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) unterrichtete am Freitagabend die Obleute des Bundestags über die geplante deutsche Beteiligung an einer Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). „Unser gemeinsames Ziel ist, dass sich die Lage in der Ostukraine stabilisiert und in einen Friedensprozess mündet“, sagte sie.
Bereits vor Wochen hatte Deutschland die Bereitschaft zur Entsendung von Aufklärungsdrohnen des Typs „lunasignalisiert. Ein Erkundungsteam der Bundeswehr war daraufhin in die Ostukraine aufgebrochen. Wie viele der nur 2,36 Meter langen und 40 Kilogramm schweren Drohnen eingesetzt werden sollen, ist weiterhin offen; ebenso wie die Zahl der Soldaten, die mit ihnen in die Ukraine entsandt werden sollen. ..." (FAZ online, 3.10.14)

• Bundeswehr-Soldaten sollen OSZE in Ukraine helfen
"Nach BILD-Informationen bereiten sich deutsche Fallschirmjäger in Seedorf (Niedersachsen) darauf vor, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei der Überwachung des Waffenstillstands im Krisengebiet abzusichern.
Nach internen Plänen des Verteidigungsministeriums sind 200 Soldaten für den Einsatz eingeplant. 150 sollen das Krisengebiet mit Drohnen überwachen. 50 sind für den Schutz vorgesehen.
Bewaffnete deutsche Truppen sollten nicht zwischen den Fronten stehen und ukrainische Soldaten und pro-russische Rebellen auseinander halten, sondern vor allem die Sicherheit der OSZE-Mission gewährleisten, vor Übergriffen schützen.
Der Einsatz ist Konsequenz einer deutsch-französischen Erkundungsmission in der Ostukraine Mitte September. Nach BILD-Informationen hatten Experten beider Seiten herausgefunden, dass der Waffenstillstand zwischen der Ukraine und den Separatisten mit Drohnen nur überwacht werden kann, wenn bewaffnete Soldaten das dafür nötige Personal absichern. ..." (BILD online, 3.10.14)

• Sitzung der Ukraine-Arbeitsgruppe der OSZE abgesagt
"Der Verzicht auf die Teilnahme an einer von Russland initiierten Sitzung der Ukraine-Arbeitsgruppe der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) macht klar, wer Kriegstreiber ist und wer nach Frieden strebt. Das erklärte der Vorsitzende der russische Staatsduma, Sergej Naryschkin, am Freitag in Genf.
Zuvor wurde mitgeteilt, dass die erste Sitzung dieser Arbeitsgruppe abgesagt werden musste, weil die USA, Polen, Frankreich, die Türkei und die Ukraine die Teilnahme verweigert hatten. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)

• Kiewer Truppen haben schwere Waffen noch nicht abgezogen
"Die ukrainische Armee hat den Rückzug ihrer schweren Waffen von der Frontlinie im Osten des Landes immer noch nicht begonnen. Laut Andrej Lyssenko, Sprecher des Kiewer Sicherheits- und Verteidigungsrats, wartet sie auf eine volle Feuereinstellung.
„Weil die angreifende Seite das Feuer nicht eingestellt hat, zieht die ukrainische Seite ihre Waffen nicht ab; das ukrainische Militär verteidigt seine Stellungen mit allen verfügbaren Waffen weiter“, sagte Lyssenko am Freitag. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)

• Moskau: Kiewer Kriegsminister macht sich lächerlich
"Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hat Russland vorgeworfen, die Volksmilizen im Donezbecken mit „neuartiger Munition“ versorgt zu haben. Als Beweis zeigte er Journalisten drei Patronen aus dem Jahr 1974 vor - und machte sich damit erneut zur Zielscheibe von Spott aus Moskau.
Das russische Verteidigungsministerium wies am Freitag die Behauptung Geletej als falsch zurück. „Die ukrainische Armeeführung sollte endlich damit aufhören, die Weltöffentlichkeit mit einer russischen Bedrohung einzuschüchtern“, kommentierte ein Sprecher der Moskauer Behörde. Nach seinen Angaben zeigte Geletej den Medienleuten sowjetische Gewehrpatronen des Kalibers 7,62 mm. „Diese Munition wurde auf dem ganzen Gebiet der ehemaligen Sowjetunion massenhaft hergestellt, darunter auch im Patronenwerk Lugansk“, so der Sprecher.
Die jüngste Modernisierung der Munition dieses Kalibers habe 1974 stattgefunden, als die sowjetischen Streitkräfte zum neuen Kaliber 5,45 wechselten. „Seit 1974 hat weder die sowjetische noch die russische Armee eine Modernisierung der Gewehrpatrone des Kalibers 7,62 mm bestellt.“ ..." (RIA Novosti, 3.10.14)

• Drohnen für OSZE-Mission unterwegs in die Ukraine
"Die beiden ersten  OSZE-Drohnen werden in zwei Tagen in der Ukraine eintreffen, wie Igor Prokoptschuk, ständiger Vertreter der Ukraine bei internationalen Organisationen in Wien, am Freitag in einem Briefing mitteilte.
„Die beiden ersten Drohnen sollen in zwei Tagen in der Ukraine eintreffen. Und weitere zwei bis Mitte Oktober. Die OSZE schloss einen Vertrag darüber für die Belange ihrer Sondermonitoringmission“, zitiert die Webseite des TV-Senders „112 Ukraine“ den ständigen Vertreter.
Zuvor hatten Deutschland und Frankreich das Interesse bekundet,  zusätzliche Drohnen der OSZE-Sondermission  in der Ukraine zur Verfügung zu stellen, wie der Chef dieser Mission, Ertugrul Apakan, mitteilte. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)

• OSZE-Vorsitzender und UNO-Generalsekretär fordern Einhaltung der Waffenruhe
"Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter ist nach eigenen Worten von der Nachricht über den Tod von zehn Zivilisten infolge des Beschusses einer Schule in Donezk sowie eines Mitglieds der IKRK-Delegation „erschüttert“. In seiner in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Erklärung ruft er beide Seiten des Konflikts in der Ostukraine auf, die Waffenruhe strikt einzuhalten und alle Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen.
Burkhalter sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und betonte, dass „die Stadteinwohner, die bereits seit Monaten durch die Gewalt in der Region in Mitleidenschaft gezogen wurden, mit Ungeduld auf eine Rückkehr zum normalen Leben warten“.
Er betonte die Wichtigkeit der Arbeit der humanitären Organisationen, insbesondere angesichts des nahen Winters, und forderte alle Seiten auf, den Vertretern dieser Organisationen und der Zivilbevölkerung Sicherheit zu garantieren und „in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen humanitären Rechts zu handeln“. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)
"Der Tod des IKRK-Mitarbeiters wie auch der Beschuss einer Schule im Osten der Ukraine machen deutlich, wie fragil die Waffenruhe im Donbass ist, betont der Uno-Pressedienst in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erklärung.
„Der Generalsekretär ist über die jüngste gefährliche Zuspitzung der Zusammenstöße und die wachsende Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung ernsthaft beunruhigt. Der neueste tragische Vorfall macht deutlich, wie fragil die jetzige Waffenruhe ist. Er macht auch die Notwendigkeit offensichtlich, eine Sicherheit im Südosten der Ukraine zu gewährleisten, die den humanitären Kräften die Möglichkeit eröffnen würde, ihre Arbeit zu leisten und denjenigen Hilfe zu erweisen, die diese brauchen.“
„Der Generalsekretär erwartet, dass alle interessierten Seiten ihre Verpflichtungen gemäß dem Minsker Memorandum vom 19. September strikt einhalten, um die Waffenruhe aufrechtzuerhalten“, heißt es im Dokument. ..." (RIA Novosti, 3.10.14)

• Flughafen Donezk weiter unter Kontrolle der Kiewer Truppen
"Der Flughafen von Donezk steht vollständig unter Kontrolle der ukrainischen Armee. Kämpfe werden dort im Moment nicht geführt, wie Wladislaw Selesnjow, Presseoffizier der Sonderoperation in der Ost-Ukraine, im TV-Sender 112 Ukraina sagte.
In der Nacht zum Freitag tauchten Meldungen auf, dass es der Volkswehr gelungen sei, nach einigen Monaten den Flughafen von Donezk unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums der selbsterklärten Donezker Volksrepublik (DVR), Georgi Morowow, äußerte jedoch, dass der Flughafen am Freitagmorgen nach wie vor zum Teil vom ukrainischen Militär und zum Teil von der Volkswehr kontrolliert werde.
„Im Moment werden keine Kämpfe um den Flughafen von Donezk geführt. Es kommt lediglich zu lokalen Feuergefechten in diesen oder jenen Objekten des Flughafens“, so Selesnjow." (RIA Novosti, 3.10.14)

• Ukraine als "Kollateralschaden" des westlichen Wirtschaftskrieges gegen Russland
"Barack Obama kennt kein Pardon: Moskau werde für seine Rolle im Ukraine-Konflikt hohe Kosten zu tragen haben, drohte er mehrfach. Kann es sein, dass sich der US-Präsident in der Adresse geirrt hat? Laut US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg steht nicht Russland, sondern die Ukraine vor dem Bankrott. Die Zentralbank in Kiew sah sich am Montag gezwungen, strikte Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. Die erschweren nicht nur dringend benötigte Importe, sondern untersagen zugleich ausländischen Investoren die Überweisung von in der Ukraine realisierten Gewinnen und Zinserträgen.
Ausländer fürchten nun, dass die Ukraine nach dem Vorbild Zyperns zur Abwendung der Pleite private Bankguthaben beschlagnahmen wird. Vor diesem Hintergrund ist in vielen westlichen Medien eine Ernüchterung eingetreten. Selbst bei jenen, die sich noch vor kurzem ob ihrer Begeisterung für den »Geist vom Maidan« als Faschistenversteher geoutet hatten. So konnte man diese Woche beispielsweise auf der einschlägigen Webseite euromaidanpress.com lesen: »Der Staatsbankrott der Ukraine wird zeigen, dass das Land nicht in der westlichen Zivilisation existieren kann.« Und die Chicago Tribune schrieb: »Um des Friedens und der Vernunft willen sollte das Parlament der Ukraine nein zur NATO sagen«, denn das Land »kann sich eine Mitgliedschaft in der NATO nicht leisten.« Und auf der rechten US-Webseite The American Conservative konnte man lesen: »Den Beziehungen der USA zu Rußland und den Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland wird am besten gedient, wenn die Ukraine ein neutraler, blockfreier Staat bleibt.«
Bisher waren viele rabiate Unterstützer der Kiewer Junta im Westen davon ausgegangen, dass die Russische Föderation unter dem Druck der westlichen Sanktionen bis spätestens 2017 bankrott sein würde. Als Beweis für die Wirkung der Strafmaßnahmen weisen westliche Propagandisten auf die Verlangsamung des russischen Wirtschaftswachstums hin, das in diesem Jahr selbst nach Angabe der Zentralbank in Moskau nur noch 0,5 Prozent erreichen soll. Nur hat diese Entwicklung ebenso wenig mit westlichen Sanktionen zu tun, wie die erneuten Anzeichen einer Rezession in der EU mit dem russischen Boykott westlicher Agrarprodukte. ..." (junge Welt online, 3.10.14)

• Rotkreuz-Mitarbeiter in Donezk getötet
"In Donezk ist am Donnerstag der stellvertretende Leiter der Mission des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der Schweizer Laurent Etienne du Pasquier, ums Leben gekommen. Wie die städtischen Behörden mitteilten, traf eine Granate das Haus, in dem die Vertretung ihr Büro unterhält. Die Kiewer Regierung beschuldigte »Terroristen«, den Angriff verübt zu haben. Der stellvertretende Ministerpräsident der »Volksrepublik Donezk«, Andrej Purgin, machte die ukrainische Seite für den Beschuss verantwortlich. Das Haus sei von einer 220-Millimeter-Rakete des sowjetischen Werfersystems »Uragan« getroffen worden. Die Reichweite dieser Raketen betrage 40 Kilometer, und die Kiewer Truppen hätten offenbar aus sicherer Entfernung ins Blaue gefeuert. Der Artilleriebeschuss der Stadt und ihrer Wohnviertel dauerte auch am Freitag an.
Am Stadtrand von Donezk war der Flughafen weiterhin heftig umkämpft. Die Aufständischen behaupteten – wie schon mehrfach zuvor –, das Gelände nun »praktisch vollständig« zu kontrollieren. Ukrainische Soldaten hielten sich nur noch in den Kellern eines der beiden Terminals auf. Beim Einsturz einer Geschossdecke in dem Terminal seien zahlreiche Angehörige der Regierungstruppen ums Leben gekommen. Auf ukrainischer Seite hieß es, der Flughafen sei nach wie vor in Kiewer Hand. Die ukrainische Militärführung erklärte, den vereinbarten Abzug der schweren Waffen so lange auszusetzen, bis die Aufständischen das Feuer einstellten. ..." (junge Welt online, 3.10.14)
Auf die unterschiedliche Darstellung in Schweizer und deutschen Medien der Umstände des Todes des IKRK-Mitarbeiters macht Jens Bernert in einem kurzen Beitrag vom 2.10.14 auf freitag.de aufmerksam. Es handelt sich um weiteres Beispiel für das Lügen deutscher Medien durch Weglassen.

• Mehr als 550 Tote noch nicht identifiziert
"Mehr als 550 Menschen, die während der ukrainischen Militäroperation im Donezbecken getötet worden sind, sind noch immer nicht identifiziert, wie der Kiewer Sicherheits- und Verteidigungsrat am Donnerstag mitteilte.
„Für etwa 552 unidentifizierte Leichen ist eine DNA-Analyse notwendig“, sagte Sicherheitssprecher Andrej Lyssenko. Er rief die Familien von Vermissten auf, sich beim Innenministerium für die DNA-Analyse zu melden. Zuvor hatte Olga Bogomolez, Beraterin des ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko, mitgeteilt, dass nicht das Gesundheitsministerium, sondern das Innenministerium die DNA-Analyse der getöteten Teilnehmer der Sonderoperation in der Ost-Ukraine durchführen werde. ..." (RIA Novosti, 2.10.14)

• EU droht Russland, wenn Aufständische weiter gegen Kiewer Truppen kämpfen
"Die EU wird voraussichtlich ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, wenn die Volksmilizen im Osten der Ukraine den Flughafen von Donezk oder die Stadt Mariupol einnehmen sollten, meldet Bloomberg unter Berufung auf eine über die Politik der deutschen Bundesregierung gut informierten Quelle.
„Angesichts der täglichen Meldungen über Verstöße gegen die Waffenruhe ist die EU weit von einer Diskussion über eine Abschwächung der Russlandsanktionen entfernt“, zitiert Bloomberg die Quelle.
Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, sie sehe keine Änderungen in der russischen Position zum Konflikt in der Ukraine. Wie sie betonte, bestehe eine Voraussetzung für eine etwaige Aufhebung der Russlandsanktionen in Wahlen in der Ostukraine. Der Westen müsse dabei sicher sein, dass Russland „keine weiteren territorialen Ansprüche erhebt“. ..." (RIA Novosti, 2.10.14)

• Kiewer Truppen setzen schwere Raketenwerfer in Donezk ein
"Einheiten der Kiewer Regierungstruppen haben bei Angriffen auf die Industriemetropole Donezk im Osten des Landes Mehrfachraketenwerfer vom Typ Uragan eingesetzt. Das berichtete am Mittwoch ein Korrespondent der russischen Agentur RIA Nowosti. Eine Rakete schlug an einer Bushaltestelle ein und tötete acht Menschen. Eine weitere traf eine Schule. Dort starben zwei Menschen.
Der Vizepremier der international nicht anerkannten »Donezker Volksrepublik« (DVR), Andrej Purgin, beschuldigte das ukrainische Militär, gezielt auf Wohnviertel geschossen zu haben. »Die Raketenwerfer haben eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Es war ein gezielter Beschuß von Wohnvierteln aus der Ferne«, sagte er dem russischen TV-Sender Rossija 24. DVR-Premier Alexander Sachartschenko mutmaßte, daß ukrainische Kampfeinheiten vor Donezk sich über die Feuereinstellungsbefehle aus Kiew hinwegsetzen würden. »Wir haben weder gestern noch heute morgen geschossen. Doch hagelt es in Donezk Geschosse«, sagte Sachartschenko zu Journalisten. »Die ukrainische Regierung hat ihre Einheiten nicht unter Kontrolle. In ihren Bataillonen kämpft nicht steuerbares Pack.« ..." (junge Welt online, 2.10.14)

• Altkanzler Schröder gegen Sanktionskurs
"... Beim Rußland-Tag am Mittwoch in Rostock war augenscheinlich, daß bei weitem nicht sämtliche Entscheider die bizarre Politik von Kanzlerin Merkel und deren Außenamtschef mit SPD-Parteibuch gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Regierung gutheißen. Merkels Vorgänger im Amt, Gerhard Schröder, warb bei seinem Auftritt in der Hansestadt für ein anderes Verhalten des Westens gegenüber dem potentiell wichtigsten Nachbarn der EU und Deutschlands im Osten. Nicht Sanktionsdrohungen, Wirtschaftsboykotte, mediale Desinformation und unterschwellige Kriegstreiberei liege in beiderseitigem Interesse, sondern Kooperation zum gegenseitigen Vorteil, so der Tenor von Schröders Äußerungen.
Er bleibe ein »Rußlandversteher«, verkündete der Politiker beim Auftakt des Treffens. Dies sei eine Bezeichnung, die zu einem Kampfbegriff geworden sei, mit dem jene diskreditiert werden sollten, die eine differenzierte Debatte führen wollten, sagte Schröder. »Ich stehe dazu, daß ich Rußland, seine Menschen und seine politische Führung verstehen will. Ich schäme mich dafür nicht, im Gegenteil: Ich bin stolz darauf.«
Der frühere Bundeskanzler und zeitweilige SPD-Vorsitzende warb ausdrücklich für den Dialog mit Rußland. Der müssen trotz des andauernden Ukraine-Konflikts gesucht werden. »Nur so kann Vertrauen entstehen, das derzeit fehlt.« Kritik gehöre Schröder zufolge zu einem sachlichen Austausch von Meinungen dazu. Es gelte weiterhin für ein friedliches Europa zu ringen – ein Hinweis darauf, daß der Europa-Begriff nicht lediglich die EU meinen dürfe, sondern den gesamten Kontinent. Und der Mann, unter dessen Kanzlerschaft der erste Krieg mit deutscher Beteiligung nach 1945 geführt worden war, der Hartz-Gesetze und die Agenda 2010 exekutieren ließ, der aber auch Deutschland aus dem völkerrechtswidrigen Irak-Krieg weitgehend herausgehalten hat, gab Versäumnisse zu: »Es ist uns – und da schließe ich meine Amtszeit ausdrücklich mit ein – nicht gelungen, eine stabile Friedens- und Sicherheitsstruktur in Europa zu schaffen«, bekannte er. ..." (junge Welt online, 2.10.14)

• Merkel hat wieder mit Putin telefoniert
"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute Abend mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin zur Lage in der Ukraine telefoniert.
Beide teilten die Sorge, dass es immer noch täglich zur Anwendung von Gewalt komme.
Die Bundeskanzlerin betonte die Verantwortung Russlands, auf die prorussischen Separatisten mäßigend einzuwirken. Der vereinbarte Waffenstillstand müsse endlich vollständig eingehalten werden.
Auch die Grenze zwischen der Ukraine und Russland müsse überwacht werden. Dabei komme der OSZE große Bedeutung zu. Die Bundesregierung werde die OSZE -Mission in der Ukraine weiterhin nach Kräften unterstützen. Auch bei den in den Regionen um Donezk und Lugansk geplanten Kommunalwahlen könne sie eine wichtige Rolle spielen." (Pressemitteilung der Bundesregierung, 1.10.14)
"Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Notwendigkeit verwiesen, einen Beschuss von Zivilobjekten im Osten des Landes durch das ukrainische Militär nicht zuzulassen, wie der Kreml-Pressedienst mitteilte.
„Es wurde der Meinungsaustausch über die Entwicklung der Situation in der Ukraine fortgesetzt und die Wichtigkeit der strikten Einhaltung der Friedensvereinbarungen von Minsk betont. Vor allem über die Feuereinstellung, den Abzug der schweren Waffen, die Sicherung des effektiven Monitorings der Situation durch die OSZE“, heißt es in der Mitteilung." (RIA Novosti, 2.10.14)

• Entscheidet Donezker Flughafen über Krieg und Frieden?
Die trotz der vereinbarten Waffenruhe anhaltenden Kämpfe in Donezk konzentrieren sich auf den dortigen Flughafen, der immer noch in der Hand Kiewer Truppen ist. Sie hätten sich verstärkt, seitdem die Aufständischen ihrem Ziel, den Flughafen einzunehmen, immer näher rücken. Das schreibt die Washington Post am 1.10.14. Der Flughafen sei für die Aufständischen wichtig, das sie damit die Versorgung der von ihr kontrollierten gebeite sichern könnten. Für die Machthaber in Kiew wäre der Verlust des Flughafen vor allem eine große symbolische Niederlage. Das Blatt zitiert einen Vertreter der Aufständischen, wonach diese das Areal des Flughafens bereits zu 90 Prozent unter Kontrolle hätten.

• Steinbrück: Neuordnung Europas durch Ukraine-Krise
"Im Hotel Imperial und später im Dachfoyer der Wiener Hofburg tummelt sich viel Prominenz an diesem Mittwoch. Zwei ehemalige ukrainische Präsidenten, Leonid Kutschma und Viktor Juschtschenko, sind ebenso gekommen wie der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück oder Österreichs Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel.
Über die Flure huscht auch Dmitri Firtasch, der mächtige ukrainische Oligarch, der nun in Wien auf den Ausgang seines Auslieferungsverfahrens wartet, das ein US-Gericht anstrengt. Er nahm auch an einem Diskussionspanel teil. Aber auch aktive Politiker sind beim eilig organisierten Ukraine-Kongress: Marina Stavnijtschuk, Beraterin von Präsident Poroschenko, etwa. Wie ein Turm überragt sie alle Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew. „Wir träumen, Teil der EU zu sein“, sagt der Boxer im ersten Statement (siehe nebenstehenden Artikel). In den Angriff geht Ex-Präsident Juschtschenko. „Und wieder bedroht ein kleiner Mann Europa“, sagt er und meint damit Wladimir Putin.
Es ist eine illustre Runde, die der Kommunikator und Comsult-Gründer David Ungar-Klein im Auftrag der Plattform Future Business Ukraine nach Wien geholt hat, um über die Zukunft der Ukraine zu diskutieren. Die Einwürfe von Peer Steinbrück (SPD) waren gewohnt spitz und kühl, wie Eispickel. Der „Presse“ gewährte er ein kurzes Interview.
Die Presse: Sie bezeichnen die Ukraine-Krise als Zäsur. Warum?
Peer Steinbrück:
Diese schwere Krise ist eine Zäsur, mehr als nur eine Unterbrechung des bisherigen Verhältnisses zwischen Europa und Russland. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wurde die territoriale Integrität eines souveränen Staats verletzt. Nicht nur das: Indizien deuten klar darauf hin, dass Russland Soldaten und schwere Waffen in die Ostukraine geschickt hat. Es kehrt zu einer Machtpolitik zurück, die wir eher in den Geschichtsbüchern des 19. und 20.Jahrhunderts vermuteten.

Sie stellen sich auf eine längere anhaltende Frostperiode ein.
Es wird nicht einfach eine Rückkehr zu einer Zeit geben, in der wir zwischen der EU, Deutschland und Russland von einer strategischen Partnerschaft gesprochen haben. Diese Ukraine-Krise führt zu einer neuen Ordnung.
Machte auch Europa Fehler?
Wir haben nicht richtig zugehört, zum Beispiel der Rede von Wladimir Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007. Der Nato-Gipfel 2008 wäre fast in die Irre gelaufen, als Georgien und anderen Ländern eine mögliche Nato-Mitgliedschaft avisiert wurde. Dies rechtfertigt aber in keiner Weise das Vorgehen Russlands. Die Ursache der Krise ist eindeutig im Kreml angesiedelt.
Wie kommt man wieder heraus?
Indem man sich nicht auf eine Hundertprozentlinie festlegt. Man wird nach Lösungen suchen müssen, die für beide Seiten gesichtswahrend und akzeptabel sind.
Haben Sie sich Gedanken gemacht?
Wichtig wird eine Föderalisierung der Ukraine sein. Der Donbass müsste Rechte erhalten, die auf größere Eigenständigkeit hinauslaufen – bei strikter Wahrung der territorialen Integrität der Ukraine. ..." (Die Presse online, 1.10.14)

• Circa 1.000 Leichen in Ostukraine gefunden 
"Seit Beginn der „Anti-Terror-Operation“ in der Ostukraine sind in der Donbass-Region rund 1000 Leichen entdeckt worden. „Davon konnten nur etwa 200 identifiziert werden“, wie das ukrainische Innenministerium am Mittwoch in Kiew mitteilte. ..." (RIA Novosti, 1.10.14)

• Faschisten, Russlandhasser und Oligarchen mit sicherem Parlamentseinzug? 
"Nach einer Umfrage ziehen nach den vorgezogenen Wahlen am 26. Oktober der Poroschenko-Block, die Radikalen-Partei von Oleg Ljaschko und die Vaterlandspartei (Batjkiwschtschina) von Julia Timoschenko sicher in die Oberste Rada (Parlament) ein, schreibt die „Rossijakaja Gaseta“ am Mittwoch.
Laut der Umfrage des Kiewer Meinungsforschungsinstituts KMIS kann der Poroschenko-Block mit fast 40 Prozent der Stimmen rechnen. Die Radikalen-Partei kommt demnach auf elf Prozent und die Vaterlandspartei auf fast acht Prozent. Den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen zudem die Volksfront mit ihren beiden Vorsitzenden Arseni Jazenjuk und Alexander Turtschinow, die Partei „Starke Ukraine“ von Anatoli Tigipko, die „Bürgerliche Position“ von Anatoli Grizenko sowie die Partei „Swoboda“ (Freiheit).
Trotz einiger Zweifel an der Objektivität der Kiewer Meinungsforscher zeigt die Wahlumfrage, dass Faschisten und Russlandhasser, die in fast allen Parteilisten zu finden sind, demnächst ins Parlament einziehen könnten. Auch in der Liste des Poroschenko-Blocks ist so eine Figur zu finden – Bildungsminister Sergej Kwit beschäftigt sich derzeit mit „Entrussifizierung“ des ukrainischen Bildungssystems.
In der Parteiliste des Poroschenko-Blocks entdeckt man viele Namen aus dem Verwandtenkreis. Ukrainische Medien berichteten, dass es „selbst unter Janukowitsch“ nicht so viele Clans und Vetternwirtschaft gegeben hatte. Der Sohn des ukrainischen Präsidenten will ins Parlament. ...
Unter den Mitstreitern Poroschenkos sind zudem ehemalige Beamte zu finden, denen bereits unter Janukowitsch Bestechlichkeit vorgeworfen wurde – der „König der Ausschreibungen“ Anton Jazenko und viele andere Vertreter der alten Beamten-Nomenklatura. Die Mehrheit im neuen Parlament bilden wohl die Extremisten. Allein von der Radikalen-Partei könnten fünf Kommandeure der „Freiwilligen-Bataillone“ ins Parlament ziehen. Mindestens zehn weitere Extremisten, darunter der Kommandeur des Bataillons „Asow“, kandidieren für die Volksfront. ..." (RIA Novosti, 1.10.14)

• "Westen hat zur Krise massiv beigetragen" 
Die Wiener Zeitung hat am 27.9.14 in ihrer Online-Ausgabe ein interessantes Interview mit Gregor Razumovsky, Politikberater ukrainischer Herkunft, veröffentlicht:
"... Die Nato wird in Russland immer noch als Gegner wahrgenommen. Das ist auch verständlich, wenn man bedenkt, dass man dort 60 Jahre lang davon ausgegangen ist, dass die Nato ein Angriffsbündnis ist. Das spielt in dem aktuellen Konflikt in der Ukraine eine große Rolle.
Ist dieses Bedrohungsempfinden in Russland nur subjektiv, eine "Paranoia", wie man im Westen sagt, oder bedroht die Nato Russland tatsächlich?
Das ist letztlich irrelevant. Wenn aus russischer Sicht das Bedrohungsgefühl vorhanden ist, wird entsprechend gehandelt. Im Kalten Krieg hatten beide Seiten das Gefühl, der Gegner denke die ganze Zeit nur an den kommenden Überfall. Das atomare Wettrüsten beruhte auf dieser Angst. ...
Die russischen Argumente in dem Konflikt werden jedenfalls im Westen ausklammert.
Welche Argumente denn?
Russland musste nach dem Umsturz auf dem Maidan befürchten, dass die Häfen seiner Schwarzmeerflotte, die auf der Krim stationiert ist, verloren gehen, wenn die Ukraine in die Nato abgleitet. Man hatte davor Angst, die Häfen nicht an einen neutralen Staat zu verlieren, sondern direkt an den Feind, an die Nato.
War das denn klar, dass mit der geglückten Revolution in Kiew die Ukraine gewissermaßen an die Nato verloren ist?
Die Schreie nach einem Beitritt zur Nato waren im Zusammenhang mit dem Euromaidan nicht zu überhören. Man wusste in Moskau, das ist jetzt gegen uns gerichtet. Und so war es ja auch. Zur jetzigen Krise hat der Westen massiv beigetragen. Wir übertragen eine Schuld auf Moskau, die auch die unsere ist. Hätte die EU von vornherein gesagt: Ja zum Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, aber nein zum Nato-Beitritt - die Lage wäre eine völlig andere gewesen. So hat man ausschließlich amerikanische Interessen verfolgt. Die EU hat ja kein Interesse an einem Streit mit Russland.
... Wird hier seitens der USA wirklich nach einem Masterplan vorgegangen? Oder wird doch nur nach der Methode von Versuch und Irrtum improvisiert?
Ich würde sagen, beides. Erstens ist der alte antirussische Reflex aus der Zeit des Kalten Krieges immer noch lebendig. Man weiß sozusagen: Das sind die Bösen. Und andererseits wird die EU den USA wirtschaftlich unangenehm - nach dem Motto: Sie hatten mit dem zwischenzeitlich doch recht harten Euro schon zu viel Erfolg. Wenn diese EU jetzt noch erfolgreich stärkere Kontakte nach Osten knüpft, dann wird es gefährlich. Und Putins Russland bietet sich nun einmal als idealer Handelspartner für die EU an - nicht aber für die USA, die ihrerseits mit Europa das TTIP-Abkommen abschließen wollen. Wobei man sagen muss: Es gehört natürlich zu den völlig gerechtfertigten Interessen Amerikas, die Nummer eins bleiben zu wollen. Zwischen der EU und Russland haben sie jedenfalls gründlich einen Keil getrieben. Der steckt jetzt drin. Diesen Keil rauszuziehen, das wird sehr schwer."

• Gorbatschow warnt vor neuem "Kalten Krieg"
"Ex-UdSSR-Präsident Michail Gorbatschow sieht vorerst nur „Anzeichen“ eines Kalten Krieges zwischen Russland und den USA. „Einen Kalten Krieg gibt es noch nicht, Anzeichen dafür sind aber da“, sagte er in einem Interview für den russischen Radiosender RSN.
„Einen Kalten Krieg darf es nicht geben. Er würde sich Jahrzehnte hinschleppen. Ich bin dafür, dass nach einem Ausweg aus der jetzigen nicht normalen Situation gesucht wird.“
Nach Ansicht Gorbatschows hat die russische Staatsführung eine richtige Position bezogen. „Man darf nicht den Kopf und den gesunden Verstand verlieren. Wir sind eine starke Nation. Wir haben etwas zu sagen und auch das, worauf wir uns stützen können.“
Auf die jüngste Uno-Rede von Barack Obama eingehend, in der der US-Präsident die „russische Aggression in Europa“ neben der Terrorgruppierung IS und der Ebola-Seuche als die drei größten globalen Bedrohungen bezeichnet hatte, meinte Gorbatschow: „Die größte ‚Seuche‘, die wir haben, ist Amerika und sein Anspruch auf die Führungsposition. Die Ukraine und andere Dinge dienen dabei nur als Vorwand.“
Wie er sagte, war es auch in seiner Zeit aus UdSSR-Präsident kompliziert, die Beziehungen mit den USA zu verändern. „Schwierig war es auch für unsere Bürger, die der Meinung waren, dass wir keine Kontakte zu denen finden und dass auf die USA kein Verlass ist“, so Gorbatschow. „Amerika ist aber ein großes Land, und wir müssen gute Beziehungen haben.“" (RIA Novosti, 26.9.14)

• Der IWF als Instrument des neuen "Kalten Krieges"
Das ist das Thema eines Beitrages des Ökonomen Michael Hudson von der University of Missouri in Kansas City über die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Konflikt um die Ukraine, veröffentlicht am 8.9.14 im Online-Magazin naked capitalism.
Hudson erinnert daran, dass der IWF im April 2014, nur zwei Monate nach den Ausschreitungen auf dem Maidan und dem Putsch im Februar und knapp einen Monat vor dem Massaker in Odessa, der Kiewer Junta ein 17 Milliarden Dollar-Kredit-Programm zusagte. Das sei etwa achtmal höher als eigentlich beim IWF üblich. Vier Monate später, als Kiew in Folge der ethnischen Säuberung die Ostukraine zu verlieren begann, habe der IWF das erste Darlehen unterzeichnet, erstmals in seiner Geschichte für eine Seite in einem Bürgerkrieg, ganz zu schweigen von der gleichzeitigen Kapitalflucht und der kollabierenden Zahlungsbilanz, so Hudson. Mit dem Darlehen sei die ukrainische Währung Griwna lang genug gestützt worden, dass die Banken der Oligarchen ihr Geld in harte Währung tauschen konnten, bevor der Griwna weiter abstürtze. Das zeige, so der Autor, "bis zu welchem ​​Grad der IWF ein Arm der US-Politik des Kalten Krieges ist". Die Finanzmittel seien offensichtlich für den Wiederaufbau der Armee verwendet worden. Der vom Krieg zerrüttete Osten mit seiner zerstörten Infrastruktur und den beschossenen Wohngebieten habe davon nichts bekommen.
Ein Viertel der ukranischen Exporte stammten normalerweise aus dem Osten und seien vor allem nach Russland gegangen. Obwohl Kiew die industrielle Infrastruktur im Donbass bombardierte und den Kohleminen den Strom abschaltete, habe der IWF das "Engagement der Regierung für Reformen trotz des Konfliktes" gelobt. Das Darlehen für Kiew habe die internen Machtkämpfe im IWF, ausgelöst durch dessen Rolle im Fall Griechenland, verstärkt. Die IWF-Regeln verbieten eigentlich Darlehen an Länder, die diese erkennbar nicht zurückzahlen können, so Hudson. Selbst IWF-Ökonomen hätten im Oktober 2013 vor den Folgen gewarnt. Der in Moskau tätige Finanzjournalist John Helmer schätze, dass von den ersten im Mai vom IWF an Kiew ausgezahlten 3,2 Milliarden Dollar allein 3,1 Milliarden bis Mitte August ins Ausland verschwanden. Das Geld sei von der ukrainischen Nationalbank an die Oligarchen gegangen und für die Finanzierung des Krieges in der Ostukraine verwendet worden.
Das Hauptproblem der Ukraine seien ihre Schulden in Euro und Dollar. Ihre einzige Möglichkeit, Devisen für die Rückzahlung zu bekommen, sei der Verkauf ihrer natürlichen Ressourcen wie Erdgas und landwirtschaftliche Fläche. Hudson macht neben dem Hinweis auf Hunter Biden, Sohn des US-Vizepräsidenten Joe Biden und im Vorstand des ukrainischen Öl- und Gas-Unternehmens Burisma, u.a. darauf aufmerksam, dass ukrainische Soldaten halfen, nachdem sie Slawjansk von den Aufständsichen erobert hatten, in dessen Nähe Bohranlagen für Schiefergas aufzubauen und zu sichern.
Es gehe dem Westen und seinen Kiewer Handlangern auch darum, dass die IWF-Milliarden nicht an Russland gehen. Das könne geschehen angesichts der ukrainischen Schulden gegenüber Russland aus Staatsanleihen und durch Gaslieferungen. Das zu verhindern sei eines der Ziele der Sanktionen, mit denen Russland isoliert werden solle: Die Ukraine brauche seine Schulden nicht an die "Aggressoren" in Moskau zurückzahlen und Moskau könne die Kiewer Schuldverschreibungen nicht auf dem Finanzmarkt weiterverkaufen, um so an das Geld zu kommen.

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alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 81

Gesammelte Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine und deren Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar (aktualisiert: 19:13 Uhr)

• Bundesregierung sagt, dass UN sagt, dass Janukowitsch Schuld ist an der Gewalt auf dem Maidan
"Das Büro der Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen (VN) verweist in seinem jüngsten Bericht zur Menschenrechtslage in der Ukraine darauf, dass 84 Strafverfahren im Zusammenhang mit den Protesten in Kiew und in anderen Städten der Ukraine zwischen November 2013 und Februar 2014 bislang eingeleitet worden seien. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/2559) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/2418) weiter schreibt, gestalteten sich die Ermittlungen dem Bericht zufolge schwierig. Als Drahtzieher der Eskalation zwischen Polizei und Sicherheitskräften und Regierungsgegnern zwischen 19. und 21. Januar sowie zwischen 18. und 20. Februar 2014 benenne der Bericht, der sich auf Aussagen aus dem Büro des ukrainischen Generalstaatsanwalts stützt, den ehemaligen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch sowie einige weitere ehemalige hochrangige Offizielle. Drei ehemalige Polizisten, die für die Tötung von 39 Protestierenden im Zeitraum zwischen 18. und 20. Februar 2014 verantwortlich sein sollen, seien verhaftet worden. Nach 24 weiteren Verdächtigen werde gefahndet. ..." (heute im bundestag, 1.10.14)

• Tote nach Artilleriebeschuss in Donezk
"Die ukrainische Artillerie hat am Mittwoch nach Angaben der Volksmilizen eine Schule in Donezk angegriffen und zwei Menschen getötet. In der ostukrainischen Industriemetropole hat am Mittwoch mit einem Monat Verspätung die Schule wieder begonnen.
„Vor eineinhalb Stunden hat es einen Artillerieangriff auf eine Schule im Stadtteil Kijewski gegeben“, teilte Igor Kostenok, Bildungsminister der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“, mit. Nach seinen Worten wurden zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt. Kinder seien nicht zu Schaden gekommen. Der Schulbeginn in Donezk war wegen der Kämpfe zwischen Militär und Volksmilizen um einen Monat verschoben worden. Wie ein Korrespondent der RIA Novosti vor Ort berichtet, sind in mehreren Stadtteilen trotz der Waffenruhe noch immer Artillerieschüsse zu hören. ..." (RIA Novosti, 1.10.14)
"Zwei Menschen sind in der Nähe der 57. Schule in Donezk, als ein Geschoss neben dem Schulgebäude einschlug.
Eine Ukrinform-Korrespondent berichtet unter Berufung auf die Bildungsabteilung der Stadt, dass das Geschoss wenige Meter Schulgebäude explodierte. Zwei Menschen seien dabei gestorben. Alle Kinder seien lebendig und unversehrt. Die Fenster in der Schule seien zersprungen. ..." (Ukrinform, 1.10.14)
"Ein Geschoss hat am Mittwochmorgen eine Haltestelle in Donezk getroffen. 8 Menschen sind gestorben, berichten die Augenzeugen. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Raketengeschoss. Bei der  Explosion standen die meisten Opfer an der Haltestelle, oder waren in einem Linienbus, der komplett ausgebrannt wurde." (Ukrinform, 1.10.14)
"Die Intensität des Artilleriefeuers im Raum Donezker Flughafen ist am Mittwochmorgen höher. Wie ein Ukrinform-Korrespondent mitteilt, schießt man aus sowohl Haubitzen als auch aus Raketenwerfern. Es sei mehrere Schüsse  pro Minute zu hören.
Nach Angaben des Stadtrates war die Nacht in Donezk unruhig. Seit 3.00 Uhr waren in der Stadt, besonders in den zentralen Bezirken Schüsse und Explosionen zu hören." (Ukrinform, 1.10.14)

• Mehr als 400 Leichen in Massengräbern gefunden
"Mehr als 400 nicht identifizierte Leichen befinden sich derzeit in Leichenhäusern von Donezk, in dessen Nähe früher Massengräber von zivilen Einwohnern entdeckt worden waren, wie der lettische Völkerrechtler Einars Graudins der „Rossijskaja Gaseta“ mitteilte.
Seinen Worten nach suchte er mit einer Gruppe von acht Experten aus verschiedenen EU-Ländern in Begleitung von Vertretern der selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk die Orte von zwei Massengräbern auf. Wie der Völkerrechtler berichtete, liegen die Getöteten unter einer dünnen Erdschicht. Es war zu sehen, dass die Leichen in aller Eile in einen Graben geworfen worden waren.
Ortsansässige Frauen berichteten Einars, dass ihre Häuser ausgeraubt worden waren und ukrainische Soldaten vor einem Postamt Schlange gestanden hatten, um das Gestohlene nach Hause zu schicken.
„Auf uns kam eine Gruppe von Frauen zu… Sie berichteten, dass Söldner aus den Bataillonen ‚Asow‘ und ‚Donbass‘  alle Frauen des Dorfes häufig gruppenweise vergewaltigt hatten. Opfer der Schändungen wurden sowohl minderjährige Mädchen als auch betagte Frauen“, so Einars Graudins. ..." (RIA Novosti, 1.10.14)

• USA setzen sich in Osteuropa fest
"... Ob der neue Generalsekretär, der Norweger Jens Stoltenberg, diesen Prozess aufhalten und zur »strategische Partnerschaft« mit Russland zurückkehren will und kann? Nicht ohne Grund veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium im Vorfeld der Amtsübergabe eine Art Dossier zum aktiveren aktuellen Engagement der NATO-Führungsnation in Europa. Angesichts der andauernden russischen Intervention in der Ukraine, so heißt es da, würden die Vereinigten Staaten »ihr Engagement für die kollektive Sicherheit unserer NATO-Verbündeten und Partner in Europa demonstrieren«. Codename: »Operation Atlantic Resolve«.
Auf acht Seiten listet das US-Europa-Kommando demonstrativ die diesjährigen Übungen und Trainingsmissionen auf. Ursache dafür seien allein Russlands »aggressive Maßnahmen« sowie die Beistandsverpflichtungen gemäß Artikel V des NATO-Vertrages.
Die USA sind wieder massiv militärisch in Europa vertreten. Auf vorgeschobenen Posten, mit Einheiten des Heeres, der Luft- und der Seestreitkräfte sowie sogenannten Special Operation Trainings. Ein Spiel mit dem Feuer. Denn jenseits der Grenze zieht Russland gleich, verstärkt Garnisonen, hält Manöver ab. ..." (Neues Deutschland, 1.10.14, S. 1)

• Keine Stabilität in Sicht
"Die Parteienlandschaft ist zersplittert, harte Reformen sind unwahrscheinlich und unklar bleibt die versprochene Autonomie für die Ostukraine
In der Ukraine finden weiter Kämpfe zwischen den ukrainischen Streitkräften und den Separatisten statt. Schwere Kämpfe gab es um den Flughafen in Donezk. Auf beiden Seiten gab es Tote, auch Zivilisten wurden getötet. Allmählich scheint die Tagesschau aus ihrer einseitigen Berichterstattung aufzuwachen und berichtet auch von den rechtsextremen Milizen, die mit den ukrainischen Streitkräften kämpfen, und auch von neuen Massengräbern mit bis zu 400 Toten, die von den Separatisten entdeckt wurden. Russland will Kiew wegen des Einsatzes von Grad-Raketensystemen Kriegsverbrechen vorwerfen, weil durch diese mindestens 2.500 Zivilisten getötet worden sein sollen.
Ob es zu einer friedlichen Lösung des Konflikts kommen wird, steht weiter in den Sternen und ist derzeit trotz aller Bemühungen unwahrscheinlich. Auf beiden Seiten gibt es Kreise, die das nicht wollen. Der ukrainische Präsident fährt einen Schlingerkurs, auch wenn er versucht, mit allen Mitteln den vereinbarten Waffenstillstand zu halten. Aber er steht in Kiew unter Druck und darf auch die Verhandlungen mit den Separatisten und Russland nicht an die große Glocke hängen. ...
Die Frage wird sein, ob das gewählte Parlament dann auch die Ostukraine wird vertreten können. Aber die Frage ist auch, welche Kräfteverhältnisse entstehen werden. Klar ist, dass der Block Poroschenko die meisten Stimmen erzielen wird, aber es werden auch die nationalistischen oder rechtsextremen Kräfte vertreten sein, zudem dürften auch ehemalige Vertreter der Kommunistischen Partei und der Partei der Regionen von Janukowitsch dabei sein. Sie werden keine Mehrheit mehr erzielen können, aber den prowestlichen Kräften doch eine deutliche Opposition bieten. ...
" (Telepolis, 30.9.14)

• Rettet südafrikanische Kohle die Ukraine vorm Winter? 
"Der Patriotismus der Ukrainer wird in diesen Wochen mächtig strapaziert. Weil es keine Kohlelieferungen aus den ostukrainischen Bergwerken mehr gibt, müssen die Menschen sich auf kühle Wohnungen einstellen. Weil die Reserven an Gas, Kohle und Heizöl knapp sind, hat die Regierung die Mindesttemperatur für Wohnungen auf 16 Grad herabgesetzt. Die angesehene Kiewer Zeitung "djen", schreibt, dass der kommende Winter, das erste Mal seit 1991 "für die Macht sehr schwierig" und "ziemlich kalt für die einfachen Bürger wird". ...
Um den Kohle-Engpass zu überbrücken, beschloss die ukrainische Regierung Anfang September deshalb den Kauf von einer Million Tonne Kohle aus Südafrika, die mit 91 Dollar pro Tonne allerdings um 13 Prozent teurer ist als die Kohle aus Russland. Mitte Oktober wird in einem der drei Häfen des Odessa-Gebietes das erste Schiff mit Kohle aus Südafrika erwartet. Das erste Schiff wird 85.000 Tonnen Kohle liefern. Insgesamt erwartet man drei Schiffe. Die Lieferungen aus Südafrika würden mit Krediten und eigenen Mitteln bezahlt, erklärte der Direktor des Energie-Unternehmens Ukrinterenergo, Wladimir Sinewitsch.
Der ultraliberale ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk konnte dem hohen Preis für die Kohle aus Südafrika noch etwas Positives abgewinnen. Der hohe Preis sei "ein Anreiz" für die Unternehmen, den Energiesektor zu modernisieren, erklärte Jazenjuk.
Polen kann der Ukraine mit seiner Kohle nicht helfen, da die Kohle aus Polen nicht für die ukrainischen Fernwärmekraftwerke geeignet ist. ...
Dass die Regierung Kiew sich vor drei Wochen endlich zu einem Waffenstillstand durchgerungen hat, hat auch etwas mit der Energiekrise zu tun, welche zu einer humanitären Katastrophe führen und die politische Stabilität in der Ukraine gefährden kann. ...
" (Telepolis, 30.9.14)

• Oftmals tote Kämpfer beider Seiten in Massengräbern
"Die Volkswehr findet jeden Tag neue Massengräber bei Donezk. Aber es handelt sich nicht um getötete zivile Einwohner, sondern um umgekommene Volkswehr-Milizen und ukrainische Soldaten, antwortete der Premierminister der selbsterklärten Donezker Volksrepublik (DVR), Alexander Sachartschenko, auf die Bitte, Stellung zu den unterschiedlichen Angaben über die Todesursachen der in Massengräbern gefundenen Menschen zu nehmen.
Zuvor hatte Sachartschenko auch geäußert, dass ein Massengrab mit Menschen ohne innere Organe gefunden worden sei. In Bezug auf seine früheren Äußerungen wies der DVR-Premier darauf hin, dass die Rede von Volkswehr-Milizen und ukrainischen Soldaten gewesen sei, die Splitterverletzungen erlegen seien.
Sachartschenko zufolge ist die Rede nicht immer von den Massengräbern ziviler Einwohner, die die Öffentlichkeit in Bewegung gebracht haben und womit sich die OSZE befasst.
„Massengräber von Militärs werden fast allerorts, nahe den Ortschaften im Südosten der Ukraine gefunden. Aber das sind keine zivilen Einwohner, sondern Armeeangehörige“, fügte der Gesprächspartner der Nachrichtenagentur hinzu. „Ich betrachte das unter dem Gesichtspunkt aller Massengräber, und die OSZE sieht das unter dem Gesichtspunkt der Massengräber ziviler Einwohner. Darauf sind die unterschiedlichen Angaben zu den Todesursachen zurückzuführen“, sagte der Premierminister. ..." (RIA Novosti, 30.9.14)

• US-Militär will auf russische Raketentriebwerke verzichten
Die US-Air Force will in Zukunft auf russische Triebwerke für Raketen, mit denen Spionage-Satelliten gestartet werden, verzichten. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters am 30.9.14. Das Militär prüfe, wie die bisher verwendeten Triebwerke aus Russland ersetzt werden können. Es handelt sich um das Triebwerk RD-180, das in der von Boeing und Lockheed gemeinsam gebauten Trägerrakete Atlas 5 eingesetzt wird.

• Westliche Investoren interessiert ukrainische Landwirtschaft
"Investoren aus der Europäischen Union sowie aus den USA interessieren sich für Logistik des Agrar-Industrie-Komplexes der Ukraine. Das hat Walerij Pjatnitzkij, stellvertretender Minister für Wirtschaft und Handelsentwicklung der Ukraine und Handelsvertreter der Ukraine, bei der Tagung des Rates von Exportern und Investoren über Diversifikation der Absatzmärkte hervorgehoben, berichtet der Ukrinform-Korrespondent.
„Die EU- und US-Investoren zeigen ihr Interesse für Finanzierung der Logistik des Agrar-Industrie-Komplexes sowie für Entwicklung des Maschinenbaus. Das freut besonders zu hören, denn immer mehr Produktion aus innerer Verarbeitung geht auf Außenmärkte“, - so Walerij Pjatnitzkij. ..." (Ukrinform, 30.9.14)

• Kiew: Waffenruhe bis zum Befehl zur "Befreiung"
"Die ukrainischen Behörden werden die Waffenruhe im Osten des Landes zwar einhalten, sollte aber beschlossen werden, die von der Volkswehr kontrollierten Territorien zu befreien, werden die Militärs handeln, so Andrej Lyssenko, offizieller Sprecher des Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine. 
„Wir werden den Modus der Waffenruhe befolgen, sobald aber der Beschluss kommt, unsere Territorien zu befreien, werden wir das tun“, sagte er am Dienstag vor Journalisten. Die bei den Verhandlungen in Minsk gebilligte Waffenruhe im Osten der Ukraine wird im Großen und Ganzen eingehalten. Die Volkswehr und die Kiewer Einsatzkräfte werfen einander allerdings Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Unter anderem kommt es im Raum des Donezker Flughafens regelmäßig zu Feuergefechten. ..." (RIA Novosti, 30.9.14)

• Unabhängige Untersuchung der Massengräber gefordert
""Kurz vor den Wahlen in der Ukraine sind die Bedingungen, unter denen diese Wahlen stattfinden sollen, weitestgehend ungeklärt und verschlechtern sich täglich. Blutige Kämpfe im Donbass machen die Waffenruhe immer brüchiger. Dringend muss international untersucht werden, wer für die erneuten Kämpfe ebenso wie für die Todesschüsse auf dem Maidan und den Mord im Gewerkschaftshaus von Odessa verantwortlich ist", sagt Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. "Aufgefundene Massengräber mit mehr als 400 Leichen in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee bzw. Einheiten der Nationalgarde beherrscht wurden, schreien geradezu nach Aufklärung. Niemand erwartet heute von der Kiewer Regierung tatsächliche Aufklärung, stattdessen sollte diese Aufgabe in die Hände des Europarates und der OSZE gegeben werden." Gehrcke weiter:
"Die Kiewer Regierung ist an einem Tiefpunkt des internationalen Ansehens angekommen. In dieser Regierung sind nach wie vor Neofaschisten in wichtigen Funktionen, Freiwilligenverbände in der Tradition des Faschisten Bandera werden mit Billigung und unter Befehl der Regierung im Osten der Ukraine eingesetzt. Der jetzige Ministerpräsident Jazeniuk gründete zusammen mit Repäsentanten dieser rechtslastigen Freiwilligenverbände eine neue Partei, mit der er zur Wahl antreten wird. Nach wie vor hält die Regierung Jazeniuk im Widerspruch zu den Minsker Vereinbarungen an dem 'Anti-Terror-Einsatz' der ukrainischen Armee fest.
Die Bundesregierung hat die Minsker Vereinbarungen begrüßt. Dieser darf aber nicht das gleiche Schicksal beschieden sein wie der Kiewer Vereinbarung vom 21. Februar 2014. Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens hatten diese Vereinbarung gegengezeichnet, sozusagen garantiert, aber wenig ist geschehen, um sie umzusetzen. Ich erwarte jetzt von der Regierung eine energische Unterstützung der heute Andersdenkenden in der Ukraine. Auch für die Ukraine gilt, dass Rechtsstaatlichkeit die Voraussetzung für eine neue Verfassung und zum Gegenstand freier Wahlen werden muss."" (Pressemitteilung MdB Wolfgang Gehrcke - Linksfraktion, 30.9.14)

• Hilfstransport aus Deutschland
"Der humanitäre Konvoi aus Deutschland kommt in der Ukraine am 6.-7. Oktober an. Das kündigte auf einem Briefing der Leiter des Zolldienstes der Ukraine Anatolij Makarenko an, berichtet ein Ukrinform-Korrespondent.
„Die deutsche Regierung hat im Rahmen eines der Projekte 18 Millionen Euro für die humanitäre Hilfe der Ukraine zugeteilt. Wir sind bereit, am 6.-7. Oktober den Konvoi aus Deutschland zu empfangen. Das werden die Baustoffe für den Aufbau von Notunterkünften, Generatorstationen sein. Es wird eine echte humanitäre Hilfe sein, und keine 600 Kilogramm Tee“. Ihm zufolge käme der Konvoi von etwa 100 Autos in die Ukraine durch die Grenzübergangsstelle „Jagodyn“." (Ukrinform, 30.9.14)

• UNO: Donbass braucht dringend humanitäre Hilfe
"Der Konflikt in der Ukraine hat eine rapide Verschlechterung der humanitären Lage im Land verursacht. Vielen Bewohner in der Ostukraine mangelt es an Wasser, Lebensmitteln, Hygienemittel und mit Blick auf den nahenden Winter an warme Sachen und Zelten, teilt das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten mit.
„In den vom Konflikt betroffenen Gebieten fehlen Kleidung, Schuhe, Medikamente,Lebensmitteln und Hygienemittel. Die Wasserversorgung in einigen Orten im Osten ist entweder begrenzt, oder funktioniert überhaupt nicht. Hier braucht man dringend Pumpen, Stromgeneratoren und medizinische Geräte. Mit Blick auf den nahenden Winter brauchen die Binnenvertriebene dringend warme Kleider  und Zelten“, so das UN-Büro. ..." (Ukrinform, 30.9.14)

• Aufständische bereit zu Verträgen mit Kiew, aber nicht zu politischem Bündnis
"Donbass ist zu Beziehungen mit Kiew in der Wirtschaft und zum Teil bei Sicherheitsfragen bereit, wird aber auf ein politisches Bündnis oder auf die Bildung einer Föderation nicht eingehen, wie der Vizepremier der selbsterklärten Donezker Volksrepublik (DVR), Andrej Purgin, im russischen Fernsehen äußerte.
Nach dem Staatsstreich im Februar in der Ukraine erklärten sich die Gebiete Donezk und Lugansk zu „Volksrepubliken“ und verkündeten nach entsprechenden Referenden ihre Souveränität. Kiew schlägt inzwischen eine Dezentralisierung der Macht vor, erkennt aber die DVR und die LVR nicht an.
„Von Föderalismus kann keine Rede sein… Möglich sind Wirtschaftsbeziehungen und zum Teil Sicherheit… Aber kein politisches Bündnis“, sagte Purgin. Seinen Worten nach teilt eine überwätigende Mehrheit in Donbass diese Haltung. „Nachdem die Ortseinwohner bei den Referenden im Mai für die Unabhängigkeit der „Volksrepubliken“ gestimmt hatten und im bewaffneten Konflikt mit dem ukrainischen Militär 4000 Menschen ums Leben gekommen sind, können sie sich keine Rückkehr unter Kiews Macht vorstellen." (RIA Novosti, 30.9.14)

• Angeblich neue Beweise für russische Invasion
"Die Nachrichtenagentur Reuters hat die neuen Beweise für die direkte militärische Invasion Russlands in den Osten der Ukraine geliefert.
Einer der am Sonntag ausgetauschten ukrainischen Soldaten, Oleksij Koschelenko, hat erzählt, dass er am 25. August in Ilowajsk von den Fallschirmjägern des Bataillons aus Kostroma (Russland), was sie ihm selbst gesagt hatten, gefangen genommen wurde.
Ein anderer von den freigelassenen Soldaten, Andrij Krupa, erzählte, dass er ebenfalls von den russischen Fallschirmjägern am 25. August in dergleichen Gegend gefangen genommen worden sei, in der Nähe des Dorfes Dserkalne.
Das russische Verteidigungsministerium weigerte sich gestern, diese Information zu kommentieren. ..." (Ukrinform, 30.9.14)

• Bundesregierung will Kiew mit mehr als 500 Millionen Euro helfen
"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko die Bereitstellung von 25 Millionen Euro für den Wohnungsbau für Zwangsumsiedler sowie Kredite in Höhe von 500 Millionen Euro für die Wiederherstellung der Infrastruktur von Donbass angekündigt.
„Deutschland stellt 25 Millionen Euro für den Wohnungsbau für Zwangsumsiedler und 500 Millionen Euro Kreditgarantien für die Wiederherstellung der Infrastruktur von Donbass bereit“, heißt es auf der Webseite des ukrainischen Staatschefs.
Die Seiten behandelten auch die Erfüllung der Monitoringfunktionen in der Ost-Ukraine durch die OSZE und die Kontrolle über das bilaterale Regime der Feuereinstellung. ..." (RIA Novosti, 30.9.14)

• Russische Ermittlungen gegen Kiew wegen Völkermord - Kiew kontert
"Das Ermittlungskomitee Russlands hat Ermittlungen wegen Genozid an der russischsprachigen Bevölkerung während des ukrainischen Militäreinsatzes in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Lugansk aufgenommen. Dies teilte der Sprecher der Behörde Wladimir Markin am Montag mit.
„Unidentifizierte Personen aus der politischen und militärischen Führung der Ukraine, der ukrainischen Streitkräfte, der Nationalgarde und dem ‚Rechten Sektor’ haben Befehle zur totalen Vernichtung russischsprachiger Bürger in der Donezker und Lugansker Republik erteilt“, sagte der Sprecher. Gegen diese Bevölkerung seien Raketenwerfer, Streumunition und taktische Raketen eingesetzt worden, wodurch mindestens 2500 Menschen getötet worden seien. Das Ermittlungskomitee Russlands habe ein Ermittlungsverfahren wegen Genozid eingeleitet. ..." (RIA Novosti, 29.9.14)
"Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine hat ein Strafverfahren gegen Angestellte des russischen Ermittlungskomitees eröffnet. Wie die Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft mitteilt, wird den Mitarbeitern der Behörde Beihilfe zum Terrorismus und Einmischung in die Tätigkeit des Mitarbeiters eines Sicherheitsorgans vorgeworfen. ...
Generalstaatsanwaltschaft stellt fest, dass das Ermittlungskomitee durch eine rechtswidrige strafrechtliche Verfolgung in die Tätigkeit der Sicherheitsorgane und der Streitkräfte der Ukraine einmischt. Die Gründung der Verwaltung für Kriegsverbrechen und Einleitung diverser  Strafverfahren habe das Ziel, die terroristischen Organisationen „Volksrepublik Donezk“ und „Volksrepublik Luhansk“ zu unterstützen die Tätigkeit und die Vertreter der ukrainischen Staatsorgane an der Ausübung ihres Amtes zu hindern." (Ukrinform, 30.9.14)

• Merkel: Sanktionen gegen Russland weiter notwendig
"Der finnische Ministerpräsident Alexander Stubb kam am Montag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hob nach dem Treffen die sehr enge Zusammenarbeit und die "sehr freundschaftlichen Beziehungen" zwischen beiden Ländern hervor. Sowohl in der Finanz- und Wirtschaftspolitik in der Eurozone als auch bei der Bewertung der Ukraine-Krise gebe es eine große Übereinstimmung. ...
"Wir werden jetzt alles daran setzen, dass aus dem Waffenstillstand eine vernünftige Situation in der Ukraine entstehen kann". Das sei bisher alles andere als gesichert. Deshalb gebe es derzeit auch keine Möglichkeit, die bestehenden Sanktionen gegen Russland aufzuheben. "Sie sind nach wie vor notwendig, um den Druck auf einen vernünftigen politischen Prozess fortzusetzen", sagte Merkel. Deutschland und Finnland würden hierbei weiter gemeinsam vorgehen. ..." (bundesregierung.de, 29.9.14)

• Parlamentarier wollen Informationen zu Massengräbern prüfen
"Die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) Anne Brasseur will die Informationen über die Massengräber in der Ost-Ukraine unter die Lupe nehmen.
Es gehen sehr viele schockierende Informationen ein, sagte Brasseur am Montag auf einer Pressekonferenz in Straßburg. Sie werde vorerst keine Stellung dazu nehmen, sondern auf die Ergebnisse von Untersuchungen warten, sagte die PACE-Präsidentin. Sie wolle sich „alle möglichen Informationen anhören“. ..." (RIA Novosti, 29.9.14)

• Poroschenko: Faschismus in Ukraine ohne Chance
"Das ukrainische Volk wird die Wiederbelebung des Faschismus nicht zulassen. Die Tragödie von Babyn Jar soll daran erinnern, welche schrecklichen Folgen ethnische Konflikte nach sich ziehen können. Das betonte Präsident der Ukraine Petro Poroschenko bei der Gedenkzeremonie für die Opfer von Babyn Jar.
„Die Ukraine wird die Wiederbelebung des Faschismus, Verfolgung wegen Nationalität, die religiöse, sprachliche oder andere Spaltung des Landes nie zulassen. Die Ukraine ist und bleibt einheitlich“, erklärte Poroschenko. Nur „die einheitliche Ukraine kann vor ihr stehenden Risiken und Gefahren bewältigen“, sagte der Staatschef.
Poroschenko sagte weiter, der heutige Tag sei eine Mahnung für die  ganze Welt über die Gefährlichkeit des Krieges und den Wert des Friedens. Die Ukraine und Kiew mahnen vor der Gefahr der ethnischen Konflikte. 
Der Staatschef hat Blumen am Opfer-Denkmal in Babyn Jar gelegt. Die Anwesenden erinnerten an die Ermordeten mit einer Schweigeminute. ..." (Ukrinform, 29.9.14)

• Kiew täuscht bei Gefangenenaustausch
"Beim Gefangenenaustausch mit den Milizen überstellt das ukrainische Militär statt Gefangenen offenbar zufällige Leute. Dies bestätigen sowohl die Führung der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ als auch die so freigekommenen „Kriegsgefangenen“.
„Die Ukraine unterschiebt uns beim Tausch falsche Leute“, sagte DVR-Vizepremier Andrej Purgin am Montag RIA Novosti. „Von den 60 Gefangenen, die sie uns zuletzt zum Tausch angeboten haben, waren 45 zufällige Leute.“ Ein überstellter „Gefangener“ habe sich nach dem Tausch als Taxifahrer aus Charkow entpuppt. „Er erzählte, dass er wegen Alkohol am Steuer festgenommen und dann zum Gefangentausch hierher geschickt worden sei.“
Es gibt offenbar viele weitere solche Fälle. Ein Mann, der von der Armee freigelassen wurde, berichtete RIA Novosti, dass er bei einer Anti-Regierungs-Demo in der weit vom Kampfgebiet liegenden Stadt Nikolajew gefasst worden sei. Ein weiterer Freigelassener war von den Behörden festgenommen worden, nachdem er in einem Telefongespräch mit einem Verwandten über ukrainische Kriegstechnik vor seinem Fenster berichtet hatte. Der Mann ist nach eigenen Angaben Musiklehrer und habe nie Waffen in der Hand gehalten. Ganz ähnlich ist die Geschichte von Alexander  aus Charkow. Der junge Mann beteuert, in keinerlei Beziehung zu den Milizen zu stehen. Er sei von der Polizei vor seinem Haus verschleppt und wegen Separatismus und Terrorismus beschuldigt worden. „Man hat mich geschlagen, damit ich mich zu mehreren Morden bekenne“, sagte der Mann sichtlich ratlos. Er wisse nicht mehr weiter. Er habe Angst, wieder hinter Gittern zu landen, wenn er nach Charkow zurückzukehre.
Der Gefangenenaustausch ist Teil eines Plans zur friedlichen Konfliktlösung, den beide Konfliktgegner am 5. September in Minsk vereinbart haben. ..." (RIA Novosti, 29.9.14)
Die New York Times hatte bereits am 24.9.14 in ihrer Onlineausgabe über die Kiewer Tricksereien berichtet. "Wenn die Volkswehr der Zeitung zufolge eine Gruppe von Menschen freiließ, die tatsächlich Kriegsgefangene waren, so ließen die ukrainischen Behörden im Austausch gegen Kriegsgefangene eine Gruppe von Männern, Frauen und Halbwüchsigen in Sportanzügen und schmutziger Kleidung frei, die ihren Worten nach aus Gefängnissen in Kiew entlassen worden waren.
Wie die Zeitung weiter schreibt, berichteten viele Menschen nach dem Austausch, dass sie niemals auf der Seite der Volkswehr gekämpft hätten und nicht wissen, wie sie  Teilnehmer an diesem Austausch wurden. ..." (RIA Novosti, 25.9.14)

• Erpressung gegen Moskau und freie Hand für Kiew
"Die internationale Erpressung Russlands hat nach Ansicht von Staatsduma-Chef Sergej Naryschkin alle erdenklichen Grenzen überschritten, während die Kiewer Behörden, die zahlreiche Verbrechen begangen haben, von Europa nicht einmal gerügt wurden.
„Die internationale Erpressung meines Landes hat alle erdenklichen Grenzen überschritten, wobei mein Land niemals eine Seite im innerukrainischen Konflikt war“, schreibt der Vorsitzende des russischen Unterhauses in einem Brief an die Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) und die Chefs der politischen Gruppen der Versammlung.
„Die Kiewer Behörden, die bereits zahlreiche Verbrechen begangen haben, wurden indessen keinen Sanktionen ausgesetzt, sie wurden von europäischen Politikern nicht einmal gerügt“, so Naryschkin.
„Europas Top-Politiker legen gegenüber dem Regime in Kiew eine derart  bewundernswerte Nachsicht an den Tag, so dass die heutige Ukraine offenbar schon bald als ein Musterbeispiel für jede ‚alte‘ Demokratie in Europa dienen soll. Ein Musterbeispiel etwa dafür, wie schnell sich das eigene Volk mit Kampfartillerie ‚demokratisieren‘ lässt.“ ..." (RIA Novosti, 29.9.14)

• Poroschenko schließt Föderalisierung der Ukraine aus
"Die Ukraine wird Präsident Pjotr Poroschenko zufolge ein einheitlicher Staat bleiben, während Machtbefugnisse im Rahmen der Dezentralisierung an lokale Behörden abgetreten werden.
„Ich kann versichern, dass weder die Frage der Souveränität noch die Fragen der territorialen Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine auf der Agenda stehen. Die Ukraine war und bleibt ein einheitlicher Staat “, sagte Poroschenko dem ukrainischen TV-Sender „1+1“.
Es werde keine Föderalisierung geben. „Das Delegieren eines Teils der Machtbefugnisse an die lokalen Räte ist mein Plan einer Dezentralisierung der Macht.“
Das Sonderverwaltungsgebiet in der Donbass-Region, das im Gesetz über den Sonderstatus einiger Donbass-Gebiete vom 16. September vorgesehen ist, werde nur drei Jahre lang bestehen, so Poroschenko. ..." (RIA Novosti, 29.9.14)

• Ukraine soll wieder russisches Erdgas bekommen
"Moskau, Kiew und Brüssel haben sich auf die Wiederaufnahme der Gaslieferungen in die Ukraine geeinigt, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Montag.
Vor den Gesprächen am vergangenen Freitag in Berlin hatten die Ukrainer behauptet, fünf Milliarden Kubikmeter russisches Gas würden ihnen für den bevorstehenden Winter reichen.  Gleichzeitig verpflichteten sie sich, 3,1 Milliarden der insgesamt 5,3 Milliarden Dollar Schulden bei Russland zu begleichen. ..." (RIA Novosti, 29.9.14)

• MH17: Aufständische versprechen Ermittlern Sicherheit - Kiew soll Militär-Daten offenlegen
"Mehr als zwei Monate nach dem Absturz des malaysischen Verkehrsflugzeugs in der Ost-Ukraine hat die von Kiew abtrünnige „Donezker Volksrepublik“ (DVR) internationale Experten erneut aufgerufen, den Ort der Katastrophe zu besuchen, und ihnen Sicherheit versprochen.
Der DVR-„Premierminister“ Alexander Sachartschenko mutmaßte am Freitag, dass die Sicherheit nicht der Grund sei, warum sich die Experten dem Absturzort fernhielten. „Wir haben schon mehrmals gesagt, dass wir bereit sind, die Sicherheit der Experten zu gewährleisten. Dennoch sitzen sie weiter in Kiew“, sagte Sachartschenko zu RIA Novosti.
Zuvor wurde bekannt, dass die meisten der australischen, malaysischen und niederländischen Experten demnächst die Ukraine verlassen wollen. Ein kleines Team soll bis Winter in Kiew bleiben – in der Hoffnung, doch zum Absturzort reisen zu dürfen. Laut dem malaysischen Regierungschef Najib Razak sind die ukrainischen Behörden nicht in der Lage, den Experten einen sicheren Zugang zum Absturzort zu verschaffen. Razak schloss entsprechende Verhandlungen mit Volksmilizen, die die Gegend kontrollieren, nicht aus. ..." (RIA Novosti, 26.9.14)
"Nach dem Absturz des malaysischen Verkehrsflugzeuges in der Ukraine fordert Russland, den Flugplan der ukrainischen Luftwaffe am Tag der Katastrophe offenzulegen. Die Luftfahrtbehörde Rosaviazia hat an die zuständige internationale Ermittlungskommission einen entsprechenden Brief gerichtet.
Darin werden die Ermittler aufgefordert, die Flüge der ukrainischen Militärflugzeuge  am 17. Juli im Kampfgebiet im Osten des Landes zu analysieren, die Betriebsfähigkeit der ukrainischen Radare zu überprüfen sowie die entsprechenden Kontrolldaten der ukrainischen Luftverteidigung auszuwerten. ..." (RIA Novosti, 25.9.14)

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alternative Presseschau aus ukrainischen, ostukrainischen und russischen Quellen